Man of Steel 8/10
Superman im neuen Gewand, und Snyder in seinem Element. Es hat schon seinen Zweck, dass der Film nicht mehr schlicht Superman heißt. Er wirft viel von dem alten Ballast ab, der sich vor allem durch die Verfilmung mit Christopher Reeve geprägt hat.
Man of Steel ist ein actiongeladener Volltempofilm, dem es allerdings an ruhigen Momenten und einer gewissen Handlung mangelt. Nein, perfekt ist
MoS auch nicht, aber endlich kann man die Kräfte mal erahnen, die diese Wesen vom Planeten Krypton in unserem Sonnensystem entfachen können.
Superman an sich wurde als Charakter komplett neu definiert, überhaupt wird hier alles ziemlich auf den Kopf gestellt, was die Comic-Nerd-Fraktion wohl sehr ärgerlich aufgenommen hat. Mir ist das egal, ich bin froh dass man den Helden aller Helden endlich mal in die Neuzeit verfrachtet hat. Das 70er Image passt in die heutige Zeit gar nicht mehr, und davon trennt sich
MoS auch äußerst konsequent. Dass bei solch einem göttergleichen Kampf diverse Kollateralschäden nicht ausbleiben ist nur logisch, außerdem hat Nolan in seiner TDK Trilogie darauf auch nicht so akribisch geachtet.
Mir hat der Film jedenfalls gefallen, ein bisschen weniger Materialschlacht wäre allerdings nicht verkehrt gewesen, vor allem Stunde 2 besteht ausschließlich daraus, und lässt ein wenig Fingerspitzengefühl vermissen. Kevin Costner wurde auch etwas verschenkt, und die Rückblenden auf Clarks Jugend hätte man sich komplett sparen können. Henry Cavill hat den modernen Superman sehr überzeugend dargestellt, und was für ein Tier der geworden ist.
Nicht der beste Snyder, aber definitiv wieder ein sehr unterhaltsamer Film! Freue mich schon auf den/die Nachfolger, auch in Anbetracht des Batman Crossovers!
Superman Returns 7/10
Musste nach
MoS nun auch noch mal betrachtet werden. Das Hobby Film ist schon kurios, denn jetzt empfinde ich vor allem die nostalgische Stille des Films völlig anders, evtl. habe ich einfach den Bombast-Ausgleich eines
MoS gebraucht, um
Returns etwas mehr schätzen zu lernen. Klar, wirklich top ist der Film nicht, und wird es auch nie werden, zu unausgereift ist das ganze Script, zu langweilig ist Lex Luthor als Gegenspieler. Auch der Fakt, dass der Film wie ein Relikt wirkt, stört mich nach wie vor. Der Film ist von 2006, wirkt aber wie ein Zwilling des 78' Films mit Reeves. Darüber hinaus hat
Returns aber auch einige tolle Szenen zu bieten: Direkt zu Beginn die fantastische Rettungsszene mit dem abstürzenden Flugzeug, der gemeinsame Flug mit Lois durch das abendliche Metropolis, wenn Superman voller Stolz in der Sonne wieder Kraft trankt, und natürlich am Ende das Hochstemmen der kompletten Kryptonitinsel. Was die Effekte betrifft, ist der Film noch voll auf der Höhe der Zeit, da gibt es nichts zu bemängeln, und man kann es problemlos mit
MoS aufnehmen.
Zwischendurch krankt der Film aber an einer gewissen Langatmigkeit, die Rahmenhandlung mit Daddy und Superkid finde ich einfach unnütz, und insgesamt ist der Film auch gut 25 Minuten zu lang.
Auch hier macht der Darsteller des Superman einen guten Job, an Brandon Routh hatte ich noch nie etwas auszusetzen, auch wenn er gewiss ein Christopher Reeve Lookalike ist.
Der perfekte Supermanfilm liegt mMn irgendwo zwischen
Returns und
MoS.