Da müssen doch tatsächlich Südkoreas Ausnahmeregisseur Kim Jee-Woon (
I Saw the Devil) und ein (jedenfalls in Actionstarzeit gemessen) an der Schwelle zum Jenseits stehender Arnold Schwarzenegger kommen, um das gute alte 80er Jahre Actionkino wiederzubeleben. Etwas, das ein Silvester Stallone beispielsweise seit Jahren mehr oder weniger vergeblich versucht.
The Last Stand ist hochgradig unterhaltsame Mitten-in-die-Fresse-Old School-Action, die jeder Genrefan gesehen haben sollte.
Die überaus simple, aber köstliche Rezeptur der typischen 80er Jahre-Actionsuppe haben Drehbuchautorennewcomer Andrew Knauer und Kim Jee-Woon dabei glücklicherweise nicht verändert: Es wird (reichlich und blutig) geschossen, es werden augenzwinkernde (aber nie lächerliche) Sprüche gesprochen und zudem auch noch sexy amerikanische Autos (genauer gesagt eine Z1 und ein Camaro SS) über Landstraßen, durch Straßensperren und sogar Maisfelder getrieben. Getragen von einem wundervollen Cast, aus dem vor allem ein erstaunlich alter Johnny Knoxville und ein noch viel älterer, aber dafür um so sympathischerer Arnold Schwarzenegger herausstechen. Wobei sich auch der prominente Rest (u.a. Luis Guzmán und Forest Whitaker) sehen lassen kann. Verzaubert haben mich außerdem die beiden aufstrebenden Hollywoodsternchen Genesis Rodriguez und Jaimie Alexander, die mir leider noch viel zu häufig unter Wert verkauft werden. Bitte mehr von diesen Schönheiten!
Untermalt wird das aufregende Actiontreiben von traumhaften Aufnahmen des staubig-schönen Arizonas und einer Soundabmischung, die einen aus den Socken haut - da kann man jede einzelne Patronenhülse fallen hören: Lecker! Überhaupt gibt es an der Inszenierung rein gar nichts auszusetzen. Man könnte fast meinen, Kim Jee-Woon hätte noch nie etwas anderes gedreht. Angenehm ruhige, übersichtliche und trotzdem spannende Action mit einigen hübschen Westernmotiven und ordentlich großen Einschusslöchern in Köpfen, Körpern und Hauswänden. Selbstverständlich alles handgemacht, ganz ohne CGI.
Kritisieren kann mir hier eigentlich nur, wenn man es denn tatsächlich tun möchte, die Story und Charakterzeichnung. Wissen muss man nämlich nur, dass ein ziemlich eindimensionaler Uber-Verbrecher, während seines eigenen FBI-Gefangenentransportes, entkommen kann und über die Grenze nach Mexiko flüchten will, zuvor aber leider (leider für ihn) durch Sheriff Arnies verschlafenes Kleinstädtchen muss. Was dem leicht eingerosteten Revolverhelden natürlich so gar nicht passt. Ja, da gab es schon clevere Stories, auch im Actiongenre. Kann mir aber kaum vorstellen, dass sich jemand ernsthaft an dieser Sache stört, der 1 und 1 (in diesem Fall: Arnie und Actiongenre) zusammenzählen kann.
The Last Stand ist ein wunderbarer, ganz klassischer Geradeaus-Actioner, ohne doppelten Storyboden oder unpassendes Gefühlsgedöns. Hier gibt's handwerklich einwandfreie, kurzweilige Kloppe vom Action-Opa. Und das unterhält prächtig.