Ich habe seit Kinostart viel Schlechtes über
Underworld: Awakening gehört. Sehr viel Schlechtes. Nun frage ich mich jedoch: Woher kommt diese weit verbreitete Meinung?
Underworld 4, der direkt an die Geschehnisse des zweiten Teils anknüpft, ist nämlich alles andere als schlecht. So schwingt sich sexy Kate - die auch heute, immerhin fast 10 Jahre nach dem ersten
Underworld, immer noch atemberaubend schön aussieht - auch diesmal wieder in ihren hautengen Latexcatsuit und verkloppt munter Menschen und Lykaner. Und zwar imposanter und blutiger als je zuvor. Die Auseinandersetzungen sind rasant, jedoch nie unübersichtlich, wuchtig und angenehm brutal. Vor allem das 20-minütige Action-Finale kann sich absolut sehen lassen und wischt mit ähnlich gelagerten Genrevertretern, wie etwa der
Resident Evil-Serie, den blutigen Boden auf.
Dass die, an sich gar nicht mal so miese, Story dabei auf der Strecke bleibt, ist schade, aber bei weitem kein filmisches Verbrechen. Denn sind wir mal ehrlich: Wer schaut
Underworld wegen der Story? Mir reicht die unterkühlte Modern Vampire-Atmosphäre, die effektbetonte Action und eine knackig verschnürte Kate Beckinsale. Und genau davon gibts auch in
Awakening einiges zu sehen.
Zu kritisieren habe ich da eher die unverständlich kurze Laufzeit von knapp 78 Minuten (inkl. 8 Minuten belanglosem Vorspann), die der vorhersehbaren Handlung absolut keinen Freiraum lässt. Zudem fehlt hier eindeutig der starke Nebencast der Vorgänger. Gegen Bill Nighy oder Michael Sheen kommen die Neulinge einfach nicht an. Überhaupt fühlt sich
Underworld 4 vielmehr wie ein kurzweiliger Appetizer bzw. eine Art Origin Story zu einer neuen Trilogie an, bei der sich Geschichte und Charaktere erst noch eingrooven müssen.
Underworld: Awakening ist eine (meiner Meinung nach) gelungene Fortsetzung, oder besser: Ein neues Kapitel in einem liebgewonnenen Universum. Die neuen Charaktere bleiben blass und die Geschichte wird nur oberflächlich behandelt. Dafür begeistert Kate "Sexiest Woman Alive" Beckinsale abermals als blauäugige Action-Amazone und sorgt im gewohnt guten Vampir-Setting für reichlich blaue Flecken. Kein Meilenstein des Actiongenres, aber handwerklich hübsche und leicht verdauliche Action-Kost. Außerdem: Kate geht immer! Teil 5? Bin dabei!
