Heute war es mal wieder Zeit für meine alljährliche
Serenity-Sichtung.

Ich weiß gar nicht wie oft ich diesen Film mittlerweile gesehen habe, aber Joss Whedon's Sci-Fi-Epos ist immer wieder ein Genuß. Auch wenn ich Fox die Absetzung von
Firefly wohl nie verzeihen werde, bin ich doch sehr glücklich darüber, dass Universal den Verantwortlichen schlussendlich die Möglichkeit gegeben hat, einen grandiosen Serien-Abschluss in Spielfilmformat zu erschaffen.
Dabei schafft es Whedon problemlos seine grandiosen Figuren und Geschichten auf eine abendfüllende Laufzeit auszuweiten. So begeistert
Serenity nicht nur durch eine spannungstechnisch hervorragend ausgearbeitete Geschichte, sondern überzeugt ebenfalls im Bereich der Charakterzeichnung, Dialoge und sogar Action. Schon der erste Auftritt der Serenity (Für alle Nichtkenner: Die Serenity ist das Raumschiff.) und deren Crew ist ein filmischer Höhepunkt. Wenn die Kamera, untermalt von mitreißenden Melodien (siehe YouTube-Video), um das Schiff herumfährt, durch ein Fenster in den Innenraum hereinzoomt und dort minutenlang, ohne einen einzigen Schnitt, Captain Mal durch die Räumlichkeiten begleitet, während dieser dem Zuschauer seine Crew vorstellt, indem er wortwitzige Dialoge mit selbiger führt, habe ich jedes Mal eine Gänsehaut. Schon an dieser unscheinbaren Eröffnungsszene merkt man, was für ein hervorragender Autor und Regisseur Whedon doch ist. Da stimmt jede Kameraeinstellung, jedes gesprochene Wort und jede Bewegung. Das ist Kino auf höchstem Niveau, welches der Film glücklicherweise bis zum Ende halten kann. Dazu nehme man eine Riege brillanter, charismatischer Schauspieler, viel Liebe zum Detail und, für ein Budget von gerade mal 40 Millionen Dollar, absolut überzeugende Effekte und fertig ist ein originelles Sci-Fi-Spektakel.
Was lediglich ein kleines Geschenk an die trauernden Serien-Fans sein sollte, entpuppt sich im Endeffekt als einer der besten Genre-Filme der letzten Jahre.
Serenity bietet eine packende Sci-Fi-Geschichte mit Herz, Witz und einem hohen Schauwert. Kurzweilig, frech und humorvoll. Ein Fest für Genreliebhaber.
Ich würde mir wünschen, dass Joss Whedon durch
The Avengers nun endlich auch die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient. Dieser Mann hat nämlich unbeschreibliches Talent. Und das nicht nur als Drehbuchautor, sondern ebenfalls im inszenatorischen Bereich und Blockbustersegment. Bewiesen hat er das - sieht man mal von seinen grandiosen Serien-Schöpfungen (
Buffy, Angel, Firefly, Dollhous) ab - schon 2005 mit eben diesem Film. Bemerkt haben es damals anscheinend nur die
Firefly-Fanbase und einige Sci-Fi-Freunde. Hoffentlich vertrauen ihm die Hollywoodstudios in Zukunft mehr solcher Projekte an.