Trayal schrieb:MiXeR schrieb:Gantz
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Zunächst einmal muss ich anmerken, dass ich den Manga nicht kenne. Lediglich die Animeserie habe ich, jedoch auch nur unaufmerksam und unchronologisch, im Fernsehen aufgeschnappt. Die Vorlage war mir also durchaus ein Begriff und ich wusste auch im Groben worum es geht, Details, Charaktere und der weitere Verlauf der Handlung, waren mir jedoch unbekannt.
So, nun zum Realfilm. Gantz ist ein starkes Sci-Fi-Mystery-Fantasy-Spektakel aus Japan. Hier wird eine relativ spannende und geheimnisvolle Story in gelungenen Bildern erzählt. Dabei wechseln sich überzeichnete, aber nie lächerlich wirkende Actionszenen mit vielen ruhigeren, teils langatmigen und etwas dick aufgetragenen Sequenzen ab. Leider entwickeln sich manche Charaktere kaum bzw. andere viel zu sprunghaft weiter, was das Gesamtbild ein wenig trübt. Ich gehe aber schwer davon aus, dass hier einfach zu viel Inhalt in zu wenig Film (~ 125 Minuten) gepresst wurde. Ein Problem, mit dem nahezu jede Comic-, Buch- oder Manga-Verfilmung zu kämpfen hat. So fand ich beispielsweise das Finale, welches in der Vorlage sicherlich sehr dramatisch war, eher unaufregend.
Ansonsten gibt es kaum etwas zu meckern. Ja, die CGIs sind nicht unbedingt Avatar-würdig, hinterlassen aber trotzdem einen überzeugenden Eindruck und erschaffen, zusammen mit dem grandiosen und hier perfekt umgesetzten Design der Vorlage, eine stimmungsvolle Sci-Fi-Welt. Die Kugel, Aliens, Waffen und Anzüge sind schon sehr lecker - wenn auch etwas überzeichnet. Aber wir haben es hier schließlich auch mit einer Anime/Manga-Verfilmung zu tun. Da darf das so sein.
Insgesamt bin ich von Gantz sehr angetan. Story, Action und Umsetzung stimmen. Lediglich die Charaktere bewegen sich irgendwo zwischen "eindimensional langweilig" und "interessant" und mancher Handlungsstrang bzw. manche Charakterentwicklung wurde hier anscheinend unter den Teppich gekehrt. Wie gesagt, ein bekanntes Problem von deratigen Verfilmungen, was hier im Endeffekt aber auch gar nicht so schlimm ist. Das Gesamtbild weiß nämlich zu überzeugen und das gemeine Ende macht Lust auf die Fortsetzung!
8/10 Kugeln
Den Film habe ich gestern Abend auch gesehen.
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Ich kenne ja die Vorlage dazu - zumindest die Serie, nicht den Original Manga - die auch bereits weitab eines Platztes in meiner Hall of Fame ist (besonders da sie sich, wie von KaKun bereits erwähnt, am Ende ziemlich bescheiden gab), aber genau mit dem gegensätzlichen Problem des Films zu kämpfen hat. Wo die Serie stellenweise einfach viel zu langatmig war, geht in der Verfilmung alles viel zu schnell.
Hier wurde zu viel Inhalt ganz klar auf einen viel zu kleinen Zeitraum zusammen gestaucht. Da blieben leider so einige Motive auf der Strecke, die zum Beispiel auch das stellenweise sehr dubiose Verhalten der Charaktere erklären würden und so mehr auf ein Kopfschütteln des Zuschauers stoßen werden.
Das ist aber auch schon das einzige, wenn auch gravierende Manko, welches ich dem Film vorwerfen möchte. Der Rest hat mir eigentlich recht gut gefallen, insbesondere die düstere Sci-Fi Atmosphäre und die allgemeinen Ideen bzw. die Thematik hinter Gantz, der stellenweise eingestreute und leicht verschrobene Humor, so wie die knackige Action, die auch vor explodierenden Körpern keinen Halt macht.
Erwähnt sollte auch noch werden, dass es sich hier natürlich um keine Hollywood-High-Budget-Production handelt. Für die eingesetzten Mittel war das Gebotene aber doch recht ordentlich.
Alles in allem eine der besseren Comic Verfilmungen, in Anbetracht von Machwerken wie Captain America und Transformers 3, die mir beim Ansehen einfach nur Schmerzen bereiteten.
7/10
Ich denke sobald man entweder den Manga oder die Serie (Staffel 1) kennt und dann den Film schaut, kommt einem der Film automatisch gestaucht vor, weil halt so viel fehlt. Alleine das die Charaktere von Kurono, Kato und Kishimoto nicht so tief ausgebaut werden und weniger Zeit bekommen dem Zuschauer an's Herz zu wachsen, macht das Ende im Film weitaus weniger krass. Ich weiß noch wie ich damals am Ende der ersten Anime-Staffel fix und fertig war. Für Nichtkenner des Anime und Manga ist der Film bestimmt weitaus schlüssiger und runder.
Aber das ist wohl die Crux des Films, der selbst mit über 2 Stunden Laufzeit immer noch zu wenig Platz bietet für ein derart riesiges Werk wie Gantz. Das Einzige was ich dem Film allerdings wirklich übel nehme ist, dass er wegen des niedrig angesetzten Ratings in Japan stark verharmlost wurde. Wo Anime und vor allem Manga vor kompromissloser Gewalt, Sex und nackter Haut nur so strotzen, kommt der Film weitaus milder daher, streicht vieles und macht sogar aus Kurono eine weitaus weniger kontroverse Hauptfigur, als das frauenvernarrte Egomanen-Arschloch aus der Vorlage.




