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MOVIE Der-zuletzt-gesehen-Thread!

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Black Swan

Herbe Enttäuschung. So lässt sich das Filmerlebnis am besten zusammenfassen. Ich hatte keine Erwartungen, weder an den Film noch an das Genre, das er vertreten will. Und trotzdem war es einfach...einfach nur langweilig. Ich weiß bis jetzt nicht, was das gestern Abend gewesen sein sollte und ich spare mir von vorne rein Vergleiche mit Kubrick oder Lynch, die man durchaus ziehen kann, aber nicht mit diesem Film in einem Satz gennant werden dürfen. Da liegen qualitätsmäßig doch Welten dazwischen. Und das beziehe ich vor allem aufs Drehbuch und generell auf die audiovisuelle Darstellung.
Spannung ist bei dem Film Fehlanzeige. Es gibt zwar eine Art Grundspannung, da man wissen will, wie es weitergeht, das Problem ist nur: Es passiert einfach nix. Und wenn doch, dann ist es völlig vorhersehbar. Überraschungseffekt Fehlanzeige. Überraschungen gibt es nur in Form von kleinen Ekel- oder Erotikszenen. Emotionen versprüht der Film bei mir ebenfalls nicht, da keine Bindung zu berhaupt irgendeinem Charakter entstehen kann.
Bis auf einen scheinen alle total gestört zu sein.
Dabei erfährt man weder was über ihre Vergangenheit, noch irgendwas darüber, was sie überhaupt alle für eine Motivation haben, so zu handeln, wie sie handeln.
Portman spielt gut, keine Frage, aber ich hab selten so heftiges Overacting gesehen. Sie trägt außerdem 80% des Films den gleichen Gesichtsausdruck. Oscarwürdig...kann man so sehen, muss man aber nicht. Insgesamt aber starkes Spiel von allen Darstellen. Kamera und Regie sind (imo) fehlerfrei...nur garantiert das leider nicht immer ein gutes Filmerlebnis.
Wenn man ständig auf die Uhr schaut...und das schon nach 40 min (die so langweilig waren, dass sie mich davon abhalten, den Film erneut zu sehen), dann läuft da was falsch.
Der Film ist übrigens (wer das Genre wissen möchte) imo ein waschechtes Drama.
Und er wirkt auch am Ende völlig belanglos. Das liegt nicht am Ende an sich (hab nix gegen so ein Ende), sondern an den fehlenden Bindungen zu den Charakteren.
Mit psychisch gestörten und mit kranken Fantasien behafteten
Gestalten lässt es sich halt schwer identifizieren.
Zudem trägt der Regisseur einfach oft viel zu dick auf. Das Ende ist nicht nur vorhersehbar, es hat bei mir auch eine Art "Fremdschämen" ausgelöst...einfach sowas von dick aufgetragen. Mindestens so dick wie Portmans Schminke. Dazu dieses extreme Schauspiel und die ständig gleich Musikuntermalung, die nach immer ähnlichem Muster ihren Höhepunkt sucht ist...irgendwie zuviel des guten. Der Film schwitzt aus jeder Pore diesen "Seht mich an, ich habe einen doppelten Boden und erst auf den zweiten Blick total viel Sinn"- Faktor.
Es wirkt alles zu erzwungen...zu sehr gewollt. Eifach über das Ziel hinausgeschossen.
Schauspieler gut, Kamera und Regie gut. Mehr hab ich nicht zu sagen.
Einmal ansehen geht aber durchaus in Ordnung. Dass der Film kaum Oscars abgeräumt hat ist absolut in Ordnung. Keine Ahnung, warum das DER Film 2010 gewesen sein soll. Aber er kam ja auch beim Publikum mit gemischten Gefühlen an (während er in den Kritiken überzeugte). Das dürfte aber auch kein Wunder sein, wenn die PR-Maschinerie hier einen auf Psychothriller macht, während man am Ende aber "nur" fast eine Art Arthouse-Drama bekommt.

6/10
 
Danke für die toll egeschriebene Kritik kakun. Ich werd mir den Film nicht geben. Ich kann sowas einfach nicht sehen.
 
Gestern endlich mal Stichtag gesehen. War ein richtig schöner, runder Abschluss fürs Wochenende. Man sitzt vorm TV und lässt sich ein wenig unterhalten. Zwischendrin lacht man mal laut und nach 90 Minuten geht man entspannt ins Bett und schläft friedlich ein um Morgens gar nicht mehr genau zu wissen, was man gestern Abend eigentlich gemacht hat.

Imho wird der ganze Film nur von Ethan getragen, der quasi der Zwillingsbruder von Alan aus Hangover ist. Die ganze Filmidee basiert auf den tollpatschigen, chaotischen, verstrahlten Charakter und die arme Sau die mit ihm durchs Land ziehen muss. Das funktioniert einmal ganz gut, bleibt dann aber auch nicht weiter hängen. Die Gagdichte fand ich jetzt auch nicht allzu hoch. Dafür waren dann ein paar Hangover typische Gags drin die echt Spaß gemacht haben. Gute Laune Film wie ich ihn erwartet hatte.
 
Tatort "Im Abseits" von gestern Abend:

Wenn dieser Tatort Werbung für den Frauenfussball machen sollte, dann ist dies wirklich misslungen. Aufgrund der hohen Promidichte mit überschaubaren schauspielerischen Fähigkeiten wirkten die Dialoge allesamt hölzern und unglaubwürdig.

Hinzu kamen unglaubwürdige Charaktere wie der Platzwart und der klischee behangene "böse" Manager sowie eine flache, vorhersehbare Story.

Für den krimi erprobten Zuschauer dürfte der Täter schon ziemlich früh festgestanden haben.

6/10
 
Diesen Film mit diesem Nagetier ohne Ohren dran und dem Schweigenden Till. Man tut der Freundin ja dann doch schonmal nen Gefallen...

Ähhh...war gut, ich bin überrascht. Hat mir schon irgendwie gefallen *schulterzuck* :D
 
Delastevo schrieb:
Meat night meat train

Kurz und knapp: Viel Blut aber blödes Ende...

wenn ich mich richtig erinnere, war das ende von midnight meat train schon sehr nah an der buchvorlage von barker. der eigentliche hintergrund war, dass die stadt ein lebender organismus ist und von leuten im untergrund mit nahrung versorgt werden muss, eben mit den bewohnern. das kam im film leider nur andeutungsweise rüber...
 
Ich fürchte jetzt gibt es wütende Proteste aber ich habe gestern eine Filmbildungslücke geschlossen und "Stand by me" geschaut.

Das an sich ist ja nichts schlimmes aber warum wird der Film von allen als Kult gefeiert? Hätte ich ihn vor 25 Jahren sehen müssen?

Bekommt von mir 6/10.
 
Freezi schrieb:
takersfilm.jpg


Takers 8/10

Spannender Thriller mit Heist-Thematik. Mindestens so cool wie Ocean' Eleven, aber um einiges turbulenter. Nur die Wackelkamera wurde etwas übertrieben eingesetzt.

Gott, ich will nicht sagen das der Film gut war, aber eine 8/10?
Nimmer!
Dafür die Story einfach stumpf und dumm, sowie die Dialoge.
Ist wenn überhaupt ein Oceans Eleven für "Arme"
Aber hat nicht viel mit dem gemein :)
ImO :)
 
Trayal schrieb:
KaKun schrieb:
buhve7vz5l4f6a39a.jpg


Irreversible

"Die Zeit zerstört alles". Mit diesen Worten beginnt und endet Irreversible, ein Film über das Thema Zeit und ihre Kontraste.

[vid]http://www.youtube.com/watch?v=iXaDWo_YRnA[/vid]​

Der folgende Text enthält Spoiler zur Handlung wobei ich die wirklichen, ausschlaggebenden Spoiler noch einmal separat in einen extra Spoiler gepackt habe.

Der Film beginnt mit seinem Ende, den Credits. Eine Wand von leuchtend roten Wörtern schiebt sich unter bedrohlichem Grollen von oben nach unten in's Bild. Plötzlich kippt diese Wand zur Seite, eine unangenehme Atmosphäre setzt sich frei, alles gerät aus den Fugen, das Chaos beginnt. Dann einzelne Wortfetzen. Mit jedem weiteren Paukenschlag blitzen neue Namen und Titel auf, man wirft sie uns regelrecht ins Gesicht, Namen aus verschobenen und verdrehten Buchstaben, kaum noch als Sprache wahrnehmbar.

Was folgt ist eine Zeitreise. Das Bild schwebt und dreht sich durch den Raum, was Oben war ist Unten, Decken, Böden, es fällt beinahe unmöglich den gezeigten Räumen eine Struktur zu geben. Die Kamera frisst sich geradezu durch Zeit und Raum, führt uns immer tiefer in die Vergangeheit, zeigt uns Etappen, Momente der zu erzählenden Geschichte, eine Geschichte die bereits zu Ende ist als wir sie betreten.

Wir begleiten Marcus und Pierre, zwei Männer, aufgelöst in ihrer Form als Mensch, der eine wie ein Tier, getrieben von unbändiger Wut und Rachegelüsten, der andere demontiert durch die Geschehnissen und damit beschäftigt seinen Freund davon abzuhalten alles und jeden mit in den Untergang zu reißen. Sie betreten einen Club, besser gesagt einen SM-Club für Schwule, ein finsterer und bedrohlich wirkender Ort. Die beiden Männer winden sich durch die dunklen und verschachtelten Gänge auf der Suche nach einem Mann. Überall Schemen von Leuten, undefinierbare sexuelle Akte, Stöhnen, Schreie, Musik, grelles Licht, die Kamera taumelt durch die Flure. Die Spannung ist am Siedepunkt, die Anspannung kaum zu ertragen, niemand kennt den Gesuchten. Dann plötzlich ein Hinweis, wild prügelnd treibt Marcus den Mann vor sich her der ihm den Weg zum Gesuchten zeigen soll. Als sie ihn zu finden geglaubt haben entbrennt ein Gewaltakt der seinesgleichen sucht.

Also ich hab ja schon viel gesehen was Gewalt in Filmen anbelangt, aber mit diesem realistischen Ton im Hintergrund und vor allem in Begleitung der bisherigen und völlig dekonstruierten Präsentation des Films hat mich diese Darstellung wirklich geschockt. Nichts was danach noch folgt ist von derartigem Kaliber.
Nach einer Rangelei und Schlägerei mit dem vermeintlichen Gesuchten bricht dieser Marcus kurzerhand den Arm. Rings herum steht eine Schar von Club-Besuchern und feuert die sich gegenseitig zerfleischenden Männer an. Plötzlich nimmt Pierre einen Feuerlöscher von der Wand und schlägt ihn dem Typen an den Schädel. Dieser geht zu Boden aber als wäre das nicht genug schlägt Pierre immer weiter auf ihn ein. Mit jedem weiteren wuchtigen Schlag verformt sich das Gesicht des Mannes immer weiter zu einem blutigen Matsch.
Dabei hält die Kamera voll drauf, der erste Moment in dem sie völlig ruhig auf einem Punkt verbleibt, der Moment der ultimativen Wut, der puren Gewalt.

Nach diesem vorgeschobenen Finale der Geschichte und Ende der Reise ist jede noch kommende Szene, jeder Augenblick der Entspannung, der Ruhe und der Erleichterung bis auf die Grundfeste demontiert. Der Zuschauer kennt die Folgen und Auswirkungen, was ihm nun geboten wird ist nur noch der Weg zu ihnen. Diesen Weg frisst sich die Kamera, der Betrachter zurück durch die Zeit bis zum Urknall des Films, der minutenlangen Vergewaltligung von Marcus Freundin und Ex-Freundin von Pierre.

Diese Szene weidet sich selbst aus bis sie beinahe unerträglich wird. Wieder ein Moment in dem die Kamera in völliger Stiller verweilt, sie liegt wie das Opfer hilf- und bewegungslos am Boden, muss mit ansehen wie die Frau nicht nur vergewaltigt sondern auch noch halb tot geschlagen wird, von einem Mann der...
überraschenderweise nicht das endgültige Rache-Opfer von Marcus und Pierre ist. Diese Erkenntnis macht die Tat der beiden Freunde plötzlich genau so sinnlos wie die Vergewaltigung an sich, wenn nicht sogar schlimmer.

Diese Szene ist Mittelpunkt der Geschichte und Fixpunkt der Zeitlinie durch die sich der Zuschauer bis jetzt gewühlt hat. Hier wechselt die Grundstimmugndes Films. was folgt sind Szenen der Normalität, eine Party auf der sich Pierre mit Marcus und seiner Freundin Alex treffen. Ein Durcheinander aus Leuten und Musik, wie zu Beginn im SM-Club, aber voller Lebensfreude und ausgelassener Stimmung, der komplette Kontrast. Immer noch schwebt die Kamera wie von allem losgelöst durch den Raum, wenn auch nicht mehr in einem kopflosen Taumel wie in der ersten Hälfte des Films. Das übernimmt der angetrunkene und zugekokste Marcus, der völlig unkontrolliert und zügellos durch die Räume geistert und am Ende seine Freundin vergrault, die daraufhin alleine den Weg nach Hause antritt und dadurch die Transformation des kompletten Filmes einleitet. Der komplett rot gestrichene Unterführungstunnel gleicht einem Dimensionstor, hinein in eine Welt voller Gewalt und Chaos.

Bis zum Ende des Films, bzw. Anfang der Geschichte, wird die Stimmung immer harmonischer, ruhig und sinnlich, alles hat seinen festen Platz, die Kamera gleitet in fester Form durch das Zimmer von Marcus und Alex, leichte Musik ertönt aus dem Plattenspieler, warmes Licht, nackte Körper, liebevolle Gesten. Was bleibt ist das bedrückende Wissen des Zuschauers wie alles Enden wird, der Nachgeschmack des bereits Erlebten, der Vorgeschmack auf die völlige Zerstörung.

Langsam blendet der Film in seiner letzten und harmonischsten Szene aus, der Bildschirm wird von weißem Licht erfüllt als plötzlich das bedrohliche Grollen vom Anfang ertönt und das Weiß zu flackern beginnt. Immer schneller, immer schneller, bis es für die Augen unerträglich wird, dann Schluss. Wir sind am Anfang und am Ziel, in völliger Leere und Dunkelheit.

Mich persönlich hat der Film schwer beeindruckt. Die erste Hälfte ist so dermaßen intensiv, dass die eigentliche Vergewaltigung in der Mitte fast wie eine Verschnaufpause wirkt. Jede Handlungs-Sequenz im Film ist ein einziger One-Shot, jedenfalls wirken sie so, auch wenn es natürlich Schnitte gab die man als Zuschauer allerdings nicht wahrnimmt. Dazwischen wirbelt und schraubt sich die Kamera von einer Szene zur anderen dass einem fast übel wird. Der Übergang scheint fließend, dass der Film sozusagen rückwärts läuft merkt man erst einige Szenen später. Die Figuren im Film sind völlig charakterlos, nichts weiter als Dekoration und Opfer der Inszenierung und je weiter sich die Geschichte zu ihrem Anfang begibt desto belangloser erscheinen sie. Dadurch das der Film die Zeitlinie und die Struktur völlig über den Haufen wirft hat auch ein normaler Aufbau der Handlung keine Bedeutung mehr, die Dramaturgie ist auf den Kopf gestellt.

Krasser Film, krasse Szenen, krasse Inszenierung...auf jeden Fall kein Film für einen gemütlichen Filmabend mit Freunden...

Merci, für diese Film-Kritik.
Klingt nach einem außergewöhnlichen Film und ganz nach meinem Geschmack - wurde soeben bestellt. ;)

Mir wurde bei dem Film übel.

Liegt aber wohl daran das ich ne ziemliche Memme bin. Der Film ist gradnios.
 
Mir wurde am Anfang bei dieser Szene in dem Club leicht übel, was aber wohl eher an der Kamera lag, mit fortlaufendem Film wird sie immer ruhiger...
 
KaKun schrieb:
Mir wurde am Anfang bei dieser Szene in dem Club leicht übel, was aber wohl eher an der Kamera lag, mit fortlaufendem Film wird sie immer ruhiger...

Ich muss ihn nochmal ansehen. Es war bei mir die selbe Stelle. Hab's für mich persönlich aber nicht auf die Kamera geschoben.
 
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