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Der unendliche Wulff-Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Wenn er am Anfang Klartext geredet hätte, hätte niemand groß weitergebohrt. Die Salamitaktik von Wulff war aber so unerträglich, daß ich als Journalist auch nachgehakt hätte, bis er endlich die Wahrheit, die ganze Wahrheit ausspuckt!
 
Osa-chan schrieb:
Slurms Mc Kenzie schrieb:
Cale schrieb:
Wer ist denn das?

Osa-Chan, ausgewiesener Experte für Politik und Zeitgeschichte in der BRD. *shrug*


Sorry, dass ich LESEN kann. :kaffee:

Die Juristen sind wieder los:

gfightsmiley.gif
 
vorhin nach der arbeit im netto an ner endlosen schlange gestanden.
zwei meter vor mir meinte eine frau zu ner anderen mit blick aufs zeitungsregal :
"na da hat die bild ja schon ihre schlagzeile für morgen"
die andere fragt warum
"na der wulff is zurückgetreten, habs grad im radio gehört!"
da hab ich natürlich aufgehorcht :D
und eine schlange weiter kam dann "wat, der wulff is weg?!"
dann noch von weiter vorne "ENDLICH!" "wurde ja auch zeit!"

war richtig schön. so muss es auch gewesen sein, als mubarak zurückgetreten is :gerri:
 
Cale schrieb:
eMKay schrieb:
Was war da nochmal?

Mein Gott das Amt geht einem so am Arsch vorbei, dass ich mir das einfach nicht merken kann...

Er hat gesagt, daß am Horn von Afrika deutsche Wirtschaftsinteressen geschützt werden - Kanonenbootpolikmäßig halt. Nicht falsch aber unglücklich formuliert. Und dann war er beleidigt, das er - Der Bundespräsident - dafür tatsächlich kritisiert wurde.

Ich weiß, irgendwie ist das Ganze nicht 100% on topic, aber die von mir fett markierte Aussage ist genau so ein Beispiel für die Verdrehungen und Unterstellungen gegenüber Köhler, die bei mir so die Hutschnur hochgehen lassen, weswegen ich mir nochmal erlaube, dazu Stellung zu nehmen.

"Kanonenbootpolitik" bezeichnet die Durchsetzung von meist wirtschaftlichen Interessen durch militärische Mittel (oft durch Kriegsschiffe) eines überlegenen Staates gegen einen schwächeren Staat. Im modernen Völkerrecht ist ein solches militärisches Vorgehen gegen einen anderen Staat selbstverständlich völkerrechtswidrig (Gewaltverbot in der UN-Charta), außer es liegt ein Fall der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung, oder eine Resolution des UN-Sicherheitsrates vor.

Selbstverständlich darf kein Staat durch Einsatz militärischer Gewalt einen anderen Staat zu Änderungen seiner Handelspolitik oder Einfuhrbestimmungen zwingen.

Wenn man Köhler also vorwirft, er hätte gesagt, dass "Deutschland seine wirtschaftlichen Interessen kanonenbootpolitikmäßig" schützen müsse, dann unterstellt man ihm, er hätte völkerrechtswidriges und (ich nehme mal stark an) grundgesetzwidriges Handeln gut geheißen.


Die EU-Operation Atalanta am Horn von Afrika, die zweifellos auch der Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen Deutschlands dient, da offene Seewege selbstverständlich auch für Deutschland wichtig sind, ist eine militärische Operation, die bloß zur Durchsetzung eines wichtigen völkerrechtlichen Grundsatzes (Freiheit der Hohen See) dient und außerdem durch ein Mandat der Vereinten Nationen völkerrechtlich abgesichert ist. Und, so weit mit bekannt ist, auch grundgesetzkonform ist. Diese Operation richtet sich auch nicht gegen einen Staat (Somalia), da die Piraten nicht die offiziellen Seestreitkräfte des Staates Somalia sind.

Die Bezeichnung "Kanonenbootpolitik" für eine Operation, welche sich absolut im Rahmen des Völkerrechts bewegt und sich außerdem gegen nicht-staatliche Akteure richtet (Piraten), ist schlicht falsch.

Das wirklich krasse daran ist, dass es nichtmal stimmt, dass Köhler sich "unglücklich ausgedrückt" hätte. Es wurde ihm schlicht unterstellt, dass seine Aussagen, die völlig richtig waren, in einer völkerrechtswidrigen und grundgesetzwidrigen Weise gemeint gewesen wären, wofür es aber absolut keinen Anhaltspunkt gegeben hat.
 
Ich bin/war nach anfänglicher Skepsis ein sehr grosser "Fan" von Horst Köhler.

Köhler ist nicht gegangen, weil er eine Pussy war, die mit Kritik nicht umgehen konnte. Köhler wurde in seiner Ehre und letztlich in der Ehre des Amtes verletzt. Und als Mann mit Anstand hat er daraus die Konsequenzen gezogen.

All das kann Wulff nicht von sich behaupten und egal wer der nächste Präsi wird, er wird es schwer haben in diese Fußstapfen zu treten.

Meine Meinung.
 
Es ist so aufgefaßt worden und das zählt nun mal bei einem Amt, daß sich hauptsächlich durch die Rede und die moralische Integrität auszeichnet. Und seine Anmerkungen dazu

"... dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege ... "

kann man durchaus so interpretieren. Er hat daß sicher nicht so gemeint (habe ich ja schon geschrieben), aber wenn er sowas sagt, darf er sich nicht darüber mokieren, wenn man ihn kritisiert.

Osa-Chan schrieb:
Wenn man Köhler also vorwirft, er hätte gesagt, dass "Deutschland seine wirtschaftlichen Interessen kanonenbootpolitikmäßig" schützen müsse, dann unterstellt man ihm, er hätte völkerrechtswidriges und (ich nehme mal stark an) grundgesetzwidriges Handeln gut geheißen.

Nein, daß interpretierst Du als Jurist so. Der normale Bürger denkt nicht in juristischen Kategorien, sondern bestenfalls in Moralischen. Die juristischen und völkerrechtlichen Regelungen und Vorschriften interessieren dabei nicht.

Zimtzicke schrieb:
All das kann Wulff nicht von sich behaupten und egal wer der nächste Präsi wird, er wird es schwer haben in diese Fußstapfen zu treten.

In diese Fußstapfen kann doch jeder treten. Was soll der nächste Präsi denn noch groß schlechter machen? :D
 
Also ich würde als Soldat nicht meinen Hintern dafür hinhalten, damit die deutsche Industrie ihre Güter möglichst schadenfrei hin und her transportiert. Dafür würde ich nicht Soldat sein wollen. Und ich sehe darin auch nicht die Aufgabe der Bundeswehr.

Zustimmung gab es vom Bundeswehrverband und aus Reihen der Union. Verteidigungsausschussmitglied Bernd Siebert (CDU) sagte, „der Begriff Veteran symbolisiert den Preis, den die Bundeswehrangehörigen für die Verteidigung unser aller Freiheit mitunter zahlen müssen.

Ein solcher Tag wäre auch ein deutliches Zeichen von Ehrlichkeit der Bevölkerung gegenüber, dass Freiheit und Wohlstand nicht kostenlos sind, sondern stets aufs Neue gesichert werden müssen.“


http://www.tagesspiegel.de/politik/bundeswehr-antreten-zum-veteranentag/6220136.html

Heute sind solche Aussagen völlig normal. Die Bundeswehr verteidigt mittlerweile unseren Wohlstand. Damit bleibt sie auch eine Verteidigungsarmee und alle können sich freuen. :kaffee:
 
Cale schrieb:
Es ist so aufgefaßt worden und das zählt nun mal bei einem Amt, daß sich hauptsächlich durch die Rede und die moralische Integrität auszeichnet. Und seine Anmerkungen dazu

"... dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege ... "

kann man durchaus so interpretieren. Er hat daß sicher nicht so gemeint (habe ich ja schon geschrieben), aber wenn er sowas sagt, darf er sich nicht darüber mokieren, wenn man ihn kritisiert.

Ja, man darf ihn kritisieren, man darf ihn auch missverstehen, bloß hat er das Ganze dann völlig eindeutig klarstellen lassen. Dies wurde schlicht ignoriert und dann mit den selben Vorwürfen gegen ihn weitergetrommelt, nur dass es sich nach der offiziellen Klarstellung nur noch um Böswilligkeit handeln konnte und nicht mehr um ein "Missverständnis". ;)

Cale schrieb:
Osa-Chan schrieb:
Wenn man Köhler also vorwirft, er hätte gesagt, dass "Deutschland seine wirtschaftlichen Interessen kanonenbootpolitikmäßig" schützen müsse, dann unterstellt man ihm, er hätte völkerrechtswidriges und (ich nehme mal stark an) grundgesetzwidriges Handeln gut geheißen.

Nein, daß interpretierst Du als Jurist so. Der normale Bürger denkt nicht in juristischen Kategorien, sondern bestenfalls in Moralischen. Die juristischen und völkerrechtlichen Regelungen und Vorschriften interessieren dabei nicht.

Ich sehe auch nicht, was "moralisch" daran falsch sein soll, mit militärischen Mitteln freie Handelswege gegen Piratenüberfälle zu schützen. Warum sollte der "normale Bürger" das anders sehen?
Sind das alles "Piratenfans" in Deutschland? :?
 
Ich hoffe jetzt findet nicht wieder ein positionsgeschachere statt. Nicht dass noch Mal irgendein Minister "auserwählt" werden muss und nochmals ein noch inkompetenterer Nachfolger für diesen ernannt wird.

Gauck wäre da wirklich einfach unbelastet gewesen, aber die Koalition muss ja ihr Gesicht wahren, sodass ein Gauck nie und nimmer vorgeschlagen wird... :(
 
Osa-chan schrieb:
Ja, man darf ihn kritisieren, man darf ihn auch missverstehen, bloß hat er das Ganze dann völlig eindeutig klarstellen lassen. Dies wurde schlicht ignoriert und dann mit den selben Vorwürfen gegen ihn weitergetrommelt, nur dass es sich nach der offiziellen Klarstellung nur noch um Böswilligkeit handeln konnte und nicht mehr um ein "Missverständnis". ;)

Oooch, die Presse ist böswillig. Nicht schön, zugegeben, aber doch wirklich nichts Neues. Schau Dir die Presse in UK oder jetzt in Griechenkand ggü. dem IWF, der EU oder Deutschland an. Er hat es nicht ausgehalten, interesiert hat ansonsten es in der Bevölkerung niemand. Das hätte er zu Recht aussitzen können und hätte Beifall bekommen. Hat er nicht geschafft - Pussy.
 
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