Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Der Politikthread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Marcel Fratzscher ist btw seit Jahren alles andere als unumstritten. Ein begnadeter Selbstvermarkter, der die eigene politische Meinung über die Wissenschaft stellt. Nicht so schlimm wie Thomas Piketty, der nicht mal rechnen kann, aber trotzdem kein objektiver Gast.

https://m.faz.net/aktuell/wirtschaf...cel-fratzscher-claqueur-der-spd-15076061.html


Kann mir denken bei wem er umstritten ist.
Aber die diskreditierungsversuche mal beiseite... er steht ja nicht alleine für diese Position, sondern bekommt für seine Thesen auch Rückendeckung aus der Wissenschaft und von Kollegen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Das Problem mit empirischer Forschung in den Wirtschaftswissenschaften ist einfach, dass es keine Naturwissenschaft ist, die auf naturwissenschaftlichen und damit universellen Gesetzen fundiert.
Es ist eine Sozialwissenschaft, die auf menschlichem Verhalten mit etlichen Variablen (die sich auch ändern) fußt, da ist es enorm leicht über ein passendes Studiendesign die gewünschte Aussage zu bekommen.
Das geht natürlich auch bei den Naturwissenschaften, nur da gibt es eben die EINE Wahrheit und über Peer Review von Studien kann man sicherstellen, dass man wenig methodische Lücken hat.
Bei den Sozialwissenschaften kann man auch methodisch astreine Studien haben, die aber trotzdem Färbung durch das gewünschte Outcome der Studienleitung beinhalten können.

Daher werden beide Seiten recht haben, dass entsprechende Studien existieren - die eventuell sogar auf beiden Seiten gut gemacht sind.

Nur ließ sich eben in den vergangenen Jahrzehnten beobachten, dass die "Entfesselung der Wirtschaft" und Trickle Down Economics mit einer enormen Steigerung der Ungleichheit in Vermögensverteilungen etc. einhergegangen sind, bei der natürlich auch Menschen profitiert haben - nur eben profitieren die am meisten, die eh schon genug haben. Und das mit gefühlt exponentieller Steigerung.
Da liegt nun mal die Annahme nahe, dass man mit diesem Fokus auf die Wirtschaft eher nicht gegen soziale Ungerechtigkei angehen kann. Der Fokus muss ein wenig weg von Unternehmen und mehr auf den Menschen, platt gesagt.

und damit meine ich nicht, dass wir in eine Planwirtschaft mit ausschließlich staatseigenen Unternehmen verfallen sollen, bevor der nächste Kapitalismusjünger um die Ecke kommt :D
 
Da bist du dann aber der falschen Partei zugeneigt.
wieso?
Meine Wahlentscheidung fällt nicht aus ökonomischen Gründen, sondern insb. jetzt weil Klimaschutz DER wichtige Punkt für mich ist. Das ist die Aufgabe, die gelöst werden muss, weil sonst in absehbarer Zeit alles andere eh scheißegal ist. Auch wenn ich nicht mehr die gravierendsten Auswirkungen mitbekomme oder da eh schon uralt bin, ist mir das trotzdem sehr wichtig. Erstens weil ich Kinder hab und zweitens weil ich da bei vielen Menschen einen enormen Egoismus sehe, wenn ich z.B. Altersverteilungen bei Umfragen bzgl. der dringensten Weltprobleme anschaue.

Daher war meine Wahlentscheidung dieses Mal noch mehr No Brainer wie sonst. Auch wenn ich natürlich weiß, dass auch das Programm der Grünen auch nicht ideal für das Ziel ist - aber deutlich besser als das, wasuns in den letzten 16 Jahren geboten wurde.

Aber auch abseits davon würde mich interessieren, wieso deiner Meinung nach die Grünen (mit der Hoffnung auf eine RGR-Koalition) die falsche Entscheidung für ein sozial gerechteres Land wären...

EDIT: So wie ich dich wahrnehme ist er für dich komplett unverständlich, dass man eine Partei wählt, deren Pläne dazu führen würden, dass man persönlich eventuell weniger Geld bzw. mehr Belastungen und mehr Regulierung hätte, oder? :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Der reine grüne Fokus auf Deutschland, ohne ein echtes (gerade auch politisches) Konzept für das Ausland was Export regenerativer Technologien angeht, wird es aufs Weltklima bezogen letztendlich genau nix bringen. Oder doch, 0,3% oder so. Falls wir nicht in Zukunft gezwungen sind, jede Menge Strom aus dem Ausland zu kaufen.

Und was die soziale Gerechtigkeit angeht wird die nur so lange funktionieren, solange sie Geld zum Verteilen haben. Bei Konzepten wie unbegrenzter Zuwanderung ohne Qualifikationvoraussetzungen oder Vermögensvoraussetzungen und leichterem Zugang zum Sozialsystem sowie der immer stärker belasteten Mittelschicht in Verbindung mit ihrer Rentenlüge wird Ihnen das irgendwann ausgehen. Bei der Rentenlüge immerhin sind fast alle anderen Parteien auch dabei.
 
Zuletzt bearbeitet:
angeblich fake news mit den unzen, pfund usw, die wollen das gegenteil: den zoll vereinfachen.
anscheinend gibt es akute probleme momentan :D
Ja, wollen die wirklich, aber anders als du denkst
:D
https://www.n-tv.de/politik/Briten-...96.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE

. Eigentlich müsste Großbritannien demnächst Waren aus der EU streng kontrollieren - das war nach dem Brexit so vorgesehen. Doch die Regierung verschiebt die geplanten Kontrollen nun erneut.

. vor allem der Handel mit frischen Lebensmitteln leidet daran, dass Lastwagenfahrer fehlen und Transportkosten steigen. Der Engpass bei den Fahrern hat auch mit dem Brexit zu tun. Etwa 20.000 europäische Fahrer seien seit dem EU-Austritt nicht mehr in Großbritannien tätig, weil sie das Land verlassen hatten.

Kann man sich besser alles gar nicht ausdenken. Der letzte Absatz im Bericht is auch supi, der EU Mal ordentlich drohen.
 
Der reine grüne Fokus auf Deutschland, ohne ein echtes (gerade auch politisches) Konzept für das Ausland was Export regenerativer Technologien angeht, wird es aufs Weltklima bezogen letztendlich genau nix bringen. Oder doch, 0,3% oder so. Falls wir nicht in Zukunft gezwungen sind, jede Menge Strom aus dem Ausland zu kaufen.

Und was die soziale Gerechtigkeit angeht wird die nur so lange funktionieren, solange sie Geld zum Verteilen haben. Bei Konzepten wie unbegrenzter Zuwanderung ohne Qualifikationvoraussetzungen oder Vermögensvoraussettungen und leichterem Zugang zum Sozialsystem sowie der immer stärker belasteten Mittelschicht in Verbindung mit ihrer Rentenlüge wird Ihnen das irgendwann ausgehen. Bei der Rentenlüge immerhin sind fast alle anderen Parteien auch dabei.

OK, das sind die üblichen Kapitalismus-Positionen.
Klar, Sozialsysteme brauchen Geld und das muss der Staat irgendwie reinbekommen. Dann folgt die Annahme, dass man ohne den Fokus auf die Wirtschaft das Geld aus dem Land verliert - was imo erst mal eine Annahme ist.
Und ansonsten die Angst vor Migration, weil da ja nur Leute kommen, die rumlungern und auf der Tasche liegen wollen.

IMO ist das so eine Argumentation, die eben im Endeffekt sagt "tja, was sollen wir denn machen? Unser System, bei dem die Reichen unterproportional wenig beitragen ist halt alternativlos". In meinen Augen kann das eben nicht sein - es muss nach Wegen gesucht werden, die besser sind, nicht selbstgerecht auf dem mangelhaften System rumliegen.

Bezüglich der "immer stärker belasteten Mittelschicht" (das ist so ein Begriff aus dem FDP-Dauerprogramm, oder? :D ). So wie ich das sehe, sorgen die Pläne von SPD, Grün und auch Links für eine Entlastung der Mittelschicht - also das, was ich unter Mittelschicht verstehe zumindest... Wenn das für dich Einzelverdiener mit sechsstelligem Einkommen sind, halt eher nicht - Während die Pläne von Union und FDP für eine Entlastung der Reichen sorgen und damit rein gar nix zur Lösung des sozialen Problems beitragen.

Und ja - die Rentenlage ist ein Problem. Wie das zu lösen ist - das dürfte eine komplexe Aufgabe für die nächsten Jahrzehnte sein. Jedenfalls sehe ich hier nur wenig Argumente für oder gegen bestimmte Parteien.


Und zum Thema Klima: Ich kann dieses "Argument" nicht mehr hören, dass die BRD nur so einen kleinen Anteil am Weltklima hat mit dem Schluss, dass man es deshalb ja gleich bleiben lassen kann.
NEIN! Jede Privatperson, jedes Unternehmen, jede Einheit des Staats MUSS sich dem Problem annehmen. Denn mit dem Finger auf andere zeigen ist einfach - noch dazu rennen uns gerade so ziemlic halle anderen Staaten (fast schon inkl. China) davon, was die Förderung regenerativer Energien und nachhaltigen Industrieformen angeht.
Außerdem sind wir ein Land, auf das die Welt schaut. Diese Vorbildwirkung darf man bei dieser transformativen Aufgabe nicht unterschätzen.
Und damit wir keinen Strom aus dem Ausland kaufen müssen, muss eben die nachhaltige Energieerzeugung konsequent vielfältig gefördert werden. Ja, auch die Union meint jetzt, dass "Windräder in sechs Monaten genehmigt sein müssen". Nur haben sie 16 Jahre Zeit für das Problem gehabt, da glaube ich erst mal keine Beteuerung mehr.
Und wenn wir Strom kaufen, dann afaik viel aus Frankreich - das eine sehr niedrige Kohle- und Gasquote bei der Energieerzeugung hat - also aus Sicht des Klimaziels unserer Kohleverstromung vorzuziehen.
Und ja, Atomenergie ist dort der primäre Energieträger - aber im Sinne der Klimaziele ist das eben einfach vorübergehend imo der Kohle vorzuziehen.
 
Ich find es generell schwierig alles, wirklich immer alles, der Marktwirtschaft unterzuordnen.
Da werden gesellschaftliche, soziale sowie ökologische Fragen im ganzen Fanatismus hinten angestellt.
Für einige scheint das tatsächlich so etwas wie eine Religion oder die einzige Identität zu sein.
Wirtschaftswachstum komme was wolle, auf Kosten der gesellschaftlichen Mehrheit und der Umwelt. (Nein Danke)

Der reine grüne Fokus auf Deutschland, ohne ein echtes (gerade auch politisches) Konzept für das Ausland was Export regenerativer Technologien angeht, wird es aufs Weltklima bezogen letztendlich genau nix bringen.

Wahlprogramm nicht gelesen, würde ich jetzt sagen.
Reformen und Investitionen in die Zukunft (Unternehmen, Forschung, Bildung, Energieausbau, Digitales) ist doch eines der großen Themen des Wahlprogramms (wie auch bei der SPD und Linken).

Bei Konzepten wie unbegrenzter Zuwanderung ohne Qualifikationvoraussetzungen oder Vermögensvoraussetzungen und leichterem Zugang zum Sozialsystem ...

1. Menschenrechte?
2. Demographische Wandel und steigender Arbeitnehmer Mangel?
- Alle Wissenschaftliche Grundlagen dazu besagen, dass wir dieses Problem nicht überwinden werden wenn wir uns allein auf Qualifizierte Einwanderung und Arbeitskräfte aus dem EU-Umland verlassen. (und uns genau das Wohlstand kosten wird)
3. Fordert die Grüne eine Reform welche den Einstieg in die Integration erleichtern und fördern soll (Anerkennung von Arbeitsqualifikation und den Zugang zur Arbeit ermöglichen und entbürokratisieren).
4. Die Sicherheit und aufstocken der Polizei sowie verstärkte Verfolgung Organisierte Kriminalität (durch schaffen eines Europäisches Kriminalamt) ist auch ein Wahlthema der Grünen.

und leichterem Zugang zum Sozialsystem sowie der immer stärker belasteten Mittelschicht

- Du meinst ein würdevolles Sozialsystem welches Menschen nicht lähmt und auf Dauer Arbeitsunfähig macht.
- Die Reduzierung von Leiharbeit und Wegfall der Sachgrundbezogenen befristeten Jobs (der Menschen beflügelt)
- Ein Mindestlohn von 12 Euro der ca. 10 Millionen Arbeitnehmer helfen wird, weniger Abhängig vom Staat und Sozialleistungen zu sein und gleichzeitig höhere Steuereinnahmen verspricht (und für jeden einzelnen auch eine bessere Rente bzw. mehr Möglichkeiten zur Vorsorge verspricht)



Edit: Und nein, ich bin kein Grünen Wähler.
Aber soviel muss man doch noch zum Parteiprogramm der Rivalen wissen, wenn man schon Ahnungslos darüber herzieht.
Bewegst dich da auch sehr nahe am Populismus hier.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich find es generell schwierig alles, wirklich immer alles, der Marktwirtschaft unterzuordnen.
Davon sind aber auch wirklich meilenweit entfernt. Alles unterzuordnen würde heißen, wir hätten Raubtierkapitalismus, und daß ist mitnichten so. Alleine die Regularien, Bestimmungen und Einschränkungen, die man hier einhalten muß, sprechen eine eindeutige Sprache. Sehen bloß die Meisten nicht, weil sie nie wirklich wirtschaftlich tätig sind. Und von der Umverteilungsquote hierzulande will ich gar nicht reden. Hab ich auch kein Problem mit, solange man es nicht übertreibt.
 
EE9DA155-7F7C-44AF-8741-5E1ADDC9E187.jpeg
 
Davon sind aber auch wirklich meilenweit entfernt. Alles unterzuordnen würde heißen, wir hätten Raubtierkapitalismus, und daß ist mitnichten so. Alleine die Regularien, Bestimmungen und Einschränkungen, die man hier einhalten muß, sprechen eine eindeutige Sprache. Sehen bloß die Meisten nicht, weil sie nie wirklich wirtschaftlich tätig sind. Und von der Umverteilungsquote hierzulande will ich gar nicht reden. Hab ich auch kein Problem mit, solange man es nicht übertreibt.

Dennoch wurden Zugunsten der Marktwirtschaft und des Wirtschaftswachstums, seit nunmehr gut 24 Jahren, wichtige Fragen und Themen wie die zur Soziale Gerechtigkeit und die zum Klimaschutz ihr untergeordnet. Das hat nicht nur dazu geführt dass sich die Gesellschaft demokratisch aufgeweicht hat (Dank aufkommen der AFD, die überwiegend auch durch jene soziale Ungerechtigkeit als Protest erwachsen ist).

Danke für nix.
 
Mir gefällt auch nicht Alles was da so gemacht wird, aber so ist das bei Kompromissen nun mal. Wenn alle Seiten rummaulen, hat man idR einen guten Kompromiss gefunden :D
 
Also ich sehe "da Oben" seit gut 50 Jahren nur Gewinner ... wo sollen da die Verlierer sein?
Liegt wohl am eingeschränkten Blickwinkel. Die „da Oben“ sehen in denen „da Unten“ auch nur faule Schmarotzer. Zumindest wenn man nur Schwarzweiß sehen kann. Ich bemühe mich immer, das gesamte Bild zu sehen, soweit es mir möglich ist. Aber jeder hat natürlich nur einen beschränkten Überblick, je nachdem, wo man gerade steht. Bemühen sollte man sich trotzdem.
 
Das mit fehlendem Klimaschutz und zu wenig Umverteilung zu verknüpfen ist schon recht abenteuerlich. Aber ist ne gute Geschichte.


Naja irgendwer muss es ja bezahlen.
Diejenigen (dessen Reallöhne man seit 24 Jahren - trotz jährlichem Wirtschaftswachstum - verringert statt vermehrt hat), erneut schröpfen zu wollen, statt es sich da zu holen wo es vorhanden ist (und auch anteilig den größten Schaden verursachen), wäre einfach nur auch mal fair.

Alles andere wird den demokratischen Zusammenhalt der tragenden Gesellschaft nur noch weiter demontieren.
 
Der reine grüne Fokus auf Deutschland, ohne ein echtes (gerade auch politisches) Konzept für das Ausland was Export regenerativer Technologien angeht, wird es aufs Weltklima bezogen letztendlich genau nix bringen. Oder doch, 0,3% oder so. Falls wir nicht in Zukunft gezwungen sind, jede Menge Strom aus dem Ausland zu kaufen.

Und was die soziale Gerechtigkeit angeht wird die nur so lange funktionieren, solange sie Geld zum Verteilen haben. Bei Konzepten wie unbegrenzter Zuwanderung ohne Qualifikationvoraussetzungen oder Vermögensvoraussetzungen und leichterem Zugang zum Sozialsystem sowie der immer stärker belasteten Mittelschicht in Verbindung mit ihrer Rentenlüge wird Ihnen das irgendwann ausgehen. Bei der Rentenlüge immerhin sind fast alle anderen Parteien auch dabei.

Na ja. Ich war ja über 25 Jahre selbständig und hatte eine Firma mit in der Spitze 30 Vollzeit-Mitarbeitern.
Und in all den Jahren hat das finanziell praktisch KEINEN nennenswerten Unterschied gemacht welche Parteienkonstellation gerade am "Werk" war. Da weiß man nicht ob man lachen oder heulen soll...

Also warum soll das bei GRÜN überhaupt anders sein? Warum sollen die automatisch einen schlechteren Job machen ?
Vielleicht machen die überhaupt mal was bzw. ist es besser mal etwas ANDERS zu machen - was ja aber auch erst einmal überhaupt passieren muss!

Die CDU hatte 16 Jahre Kohl und 16 Jahre Merkel - da hätte
man(n) ja einiges auf den Weg bringen können...!

Und soviele Vollidioten (Klöckner,Dobrindt, Scheuer, Laschet,Merz,Spahn etc. um nur mal die bekanntesten zu nennen) wie die CDU/CSU haben die GRÜNEN auch nicht am Start!
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben