Ist jetzt aber auch keine sonderliche hohe Messlatte für Erfolg

. Die Krankenkassen sind pleite, die elektronischen Patientenakten kommen später (irgendwann?), die Arzneimittelpreise in Deutschland sind in ganz Europa immer noch mit Abstand die teuersten. Lauterbachs Fokus auf Cannabis und seine Krankenhausreform würde ich persönlich jetzt eher als falschen Fokus bezeichnen.
Den falschen Fokus würde ich dir jetzt unterstellen
Die Legalisierung von Cannabis hat wohl noch am ehesten den Grünen und der FDP wirklich am Herzen gelegen. Umgesetzt hat es dann ein SPD-Mann und ich glaube Lauterbach persönlich hätte auf dieses Ding auch verzichten können.
Ich kann mich noch erinnern, dass ich anfangs darüber irritiert war, dass der Gesundheitsminister dafür nun den Hintern hinhalten muss. Ich dachte, das wäre ne Sache des Landwirtschaftsministers gewesen.
Wenn man dann noch die gesellschaftlichen Herausforderungen in der Akzeptanz und die europäischen Schwierigkeiten in der Gesetzgebung berücksichtigt, dann hat der Lauterbach da doch keinen leichten Job gehabt.
Wenn man jetzt noch bedenkt, wie er sich gebetsmühlenartig und mit Inbrunst hinter der Logik der Regelungen wirft, wenn von wirklich allen Seiten (auch aus den eigenen Reihen) Kritik kommt, dann kann ich davor nur meinen Hut ziehen. Das zeigt mir doch wahre politische Größe, die du von einem Christian Lindner nicht mal im Ansatz erwarten kannst.
Das Fass mit der Krankenhausreform mache ich hier jetzt nicht auf. Auch, weil ich da gar nicht so richtig drin stecke. Ich weiß nur, dass am Anfang der Legislatur oft zu lesen war, dass Lauterbach da auf verloren Posten steht und da nix mehr zu holen ist, da die Vorgängerregierungen (SPAHN!!!) ihrer Verantwortung nicht nachgekommen sind. Kurz: Das Schiff ist bereits so gut wie gesunken, man kann da nichts mehr retten. Jetzt hat er ein ultraweitreichendes Gesetz noch auf den letzten Metern durchgekriegt, dass wohl sowas wie die Agenda 2010 für Krankenhäuser ist und die über einen Zeitraum von 10 Jahren wirken wird. Was das genau bedeutet, können heute wohl nur Experten wirklich beurteilen. Für Lauterbach ist es ganz sicher der ganz große Wurf und für seine Nachfolger sicherlich eine maßgebliche Grundlage, auf die sie aufbauen können und müssen.
Ganz grundsätzlich ist das aber auch wieder ein Feld, an dem sich die meisten Poitiker nicht ihre Karriere verbrennen möchten.
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