Was ich ja auch immer schlimm finde, ist das Gefühl, was unsere Mitmenschen an sich aber auch durch die rechten Tendenzen und Parolen empfinden. Ein Bekannter - "systemrelevant" wie es bei Corona so schön hieß, also wichtiger und produktiver Bestandteil unserer Gesellschaft und der benötigt wird um manches positives im Land aufrecht zu erhalten - hat mir das geschrieben, da er sich Sorgen um Remigration macht auf die Frage ob er das ernst meint:
Da muss ich schlucken und bin mehr als traurig.
Ganz spurlos sind die wahlen auch nicht an mir (Migrationshintergrund) gegangen. Man macht sich schon seit längerem die Gedanken, was die Zukunft alles mit sich bringen wird, vorallem, weil niemand mehr bereit für ein konstruktives Gespräch bereit ist. Wie @Gerri bereits schreibt sind die Themen immer die selben und da wird mit argumenten und Fakten kaum jemanden davon überzeugen das die aussagen von ihnen nicht korrekt sind.
Wenn ich dann sehe das in meinem Landkreis die AfD zweitstärkste Partei geworden ist, stimmt mich tatsächlich sehr traurig.
So manche gedanken an das auswandern habe ich in der tat schon gemacht. Da wird egal was man hier hat und als Facharbeiter hätte ich tatsächlich keine großen schwierigkeiten irgendwo anders unterzukommen. Stand jetzt könnte die Schweiz eine Option sein.
Ich mag aber diese Gedanken selber nicht, weil so wie es ist, gefällt es mir sehr gut, fühle mich sehr wohl und zähle deutschland als meine Heimat. Es ist mein Zuhause und da fühle ich mich am wohlsten.
Ich weiß ja nicht was die Zukunft bringt, aber den status eines Gastarbeiters in dieser Gesellschaft möchte ich tatsächlich nicht haben.

