Meiner Meinung nach sollte
Mir geht es darum, dass du nicht ganz verstehst was es für Armutsbetroffene in Deutschland bedeutet den "Gürtel enger zu schnallen".
Mir geht es darum, dass man in diesem eigentlich in Reichtum lebendem Land vielleicht primär die Bekämpfung der Armut vorantreiben sollte (weil diese Soziökonomisch für so viele Probleme und Ungleichheiten sorgt), statt von jenen zusätzlich zu fordern halt den Gürtel noch enger zu schnallen und noch stärker in Armut zu leben. Find. Ich. Nicht. Gut.
Und wenn dieses Land es nicht mal schafft jene vollumfänglich zu entlasten die am Rande des Existenzminimums leben (um die Armut nicht auch noch weiter voranzutreiben) ... dann sollten auch keine Steuergeschenke für jene drin sein die von dieser Krise weit aus ungleicher betroffen sind und noch einige Löcher in ihrem XXL-Gürtel besitzen. Weil dann ist wohl entweder nicht genug Geld für ersteres Vorhanden, bzw. einem egal. Find. Ich. Nicht. Gut.
Mehr Form von Gerechtigkeit verlange ich gar nicht.
Naja immer dieses "ungleich betroffen". Liegt immer im Auge des Betrachters. Wenn jemand jetzt 12 Mrd. Euro durch Investments verliert, weil er vor der Krise viel hatte, ist das trotzdem schlimmer, als dass ein Hartzi durch steigende Preise auf seine Kippen verzichten muss und der TV nicht durchlaufen kann.
Reiche tun in der Regel sehr viel mehr Soziales als ihnen zugestanden wird. Auch ohne zur Kasse gebeten zu werden. Dabei sprechen wir nicht nur über soziales Engagement, sondern eben auch über die Schaffung von Arbeitsplätzen. U.a.
Dass der deutsche Staat eine lächerliche
Beitragsbemessungsgrenze bei den Sozialabgaben hat, ist ja nicht die Schuld der Reichen. Was Menschen mit einem Einkommen bis 58.000€ an Steuern zahlen ist eine farce im Vergleich dazu, dass es dann nicht mehr wirklich steigt! Insbesondere weil sie dann auch keine Hilfen mehr bekommen können und beinahe schon als "reich" gelten für viele am Existenzminimum.
Ja, es muss sich daher in Deutschland was tun. Aber ganz sicher
nicht durch ständiges entlasten und schon gar nicht vollumfänglich und auf lange Zeit. Man muss das
Sozialsystem komplett auf unsere Zeit anpassen und JEDEN mehr in die Verantwortung nehmen. Jedem sollte klar sein, dass er sich in 30 Jahren nicht darauf berufen kann, dass er 40+ Jahre gearbeitet hat, um einen großartigen Ruhestand zu genießen. Aber auch diese Erkenntnis wird vielen erst zu spät klar.
Zum
"Gürtel enger zu schnallen":
Ich könnte aber einfach nur kotzen, dass die meisten (und ich glaube daran, dass es die Mehrzahl ist), sich immer ungerecht behandelt und abgehängt fühlen, obwohl sie
selbst schuld sind. Das fängt schon dabei an, dass man Kippen kauft, immer Bier zuhause ist, der TV durchläuft, Snacks ohne Ende noch dazu, Lotto muss auch sein und am besten auch 2-3 alte Autos am Start und bitte nicht vergessen, dass man ja immer wieder mal eine Pizza, Currywurst und belegte Brötchen kaufen muss. Coffee to go nicht vergessen, weil sonst ist das ja kein Leben. All das muss man ja haben. Und dann ist alles zu teuer...
Meine Frau und ich verdienen gut. Wir haben trotzdem kein Auto, eine 53qm² Wohnung mit 2 Zimmern (kein Neubau), verzichten auf Zigaretten, Snacks, Streamingdienste, etc. Selbst eine Spülmaschine haben wir nicht, weil es Luxus wäre. Wir kochen jeden Tag selbst und machen den Plan dafür erst nachdem wir am Wochenende sämtliche Angebote durchgegangen sind.
Ja, wir haben keine Sorgen wegen den steigenden Preisen. Ja, am Wochenende gönnen wir uns dann mal einen Brunch und Restaurantbesuch. Ja, wir werden in drei Wochen nach Hawaii fliegen. Ja wir sparen uns jährlich den deutschen Durchschnittsverdienst an und packen ihn in unsere Sparpläne... Aber nicht, weil wir reich sind... sondern weil wir unser
Geld nicht für jeden Mist ausgeben.
Diesen Aspekt beachten viele auch nicht. Klar, sie würden auch vieles ändern, wenn sie erstmal "reich" wären... ja ne ist klar.