Nochmal eine spannende Einschätzung zur Lage vom ex-US-General Clark, der 99 für den NATO-Einmarsch ins Kosovo verantwortlich war:
Mir fällt auf, dass sämtliche US-Generäle im Ruhestand, die ich bisher zur Ukraine gehört habe, für einen aktiven Kriegseinsatz der NATO plädieren - also mindestens eine No-Fly-Zone. Mindestens! Jetzt sind das ehemalige Generäle, aber es darf davon ausgegangen werden, dass sie sicherlich einen gewissen Einfluss ins aktive US-Offizierkorps haben.
Clark argumentiert so: Man dürfe nicht vor der nuklearen Drohung kuschen, denn dieser Logik folgend könnte sich Putin immer wieder nehmen, was er will. Was, wenn er in einem Jahr den Völkermord an Russen in Lettland fingiert, in das Land einfällt und gleichzeitig die NATO warnt, wenn sie reagiert, dann zündet er Atomwaffen? So könnte er sich ein Land nach dem anderen unter den Nagel reißen.
Interessant ist ferner, dass Clark berichtete, dass noch am 16. März im russischen Fernsehen zur besten Sendezeit gezeigt worden sein soll, wie die russischen Streitkräfte das Baltikum und Polen (!) angreifen und besiegen können.
Clark argumentiert auch, dass sich niemand so gut gegen die Russen zur Wehr setzen kann wie die Ukrainer, weil die Ukrainer die Russen, ihre Taktik und ihre Waffen kennen. Er sagt, lieber jetzt Putin in der Ukraine ein Ende setzen als es in drei Jahren in Polen oder dem Baltikum ohne ukrainische Hilfe tun zu müssen.
Es ist alles so bitter - und je mehr ich mir anhöre, wie die alten US-Generäle über die Lage denken, desto düsterer blicke ich in die nächsten Jahre. Putin hat schon gesagt, dass er zumindest das Baltikum auch als Teil von Russland ansieht. Und das müssen wir ernst nehmen. Werden die 20er Jahre etwa wieder ein Jahrzehnt des Kriegs in Europa?
Ich bin mir auch noch nicht sicher, ob die NATO wirklich bei ihrem Nein zu einem Einsatz in der Ukraine bleiben wird ... es muss ja nicht morgen geschehen, aber dieser Krieg kann noch lange dauern, und wir alle wissen nicht, was in ein oder zwei Jahren geschieht ...