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Der Politikthread

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Die Frage ist halt solangsam: ist er wirkllich noch intelligent?
Er ist 70 Jahre alt - da kann der Verstand auch solangsam weich werden.
Frühe Stadien von Alzheimer sind z.B. gekennzeichnet von einer Persönlichkeitsveränderung, Paranoia oder Aggressivität.

Putin ist in den letzten Jahren deutlich radikaler geworden. In den ersten Jahren seiner Amtszeit war Russland ein recht offenes Land, auch Putiin hat gute Beziehungen mit der NATO und den wichtigsten einzelnen Staaten geführt - hat ja auch eine Rede im Bundestag gehalten.

Keine Ahnung, woher diese Radikalisierung v.a. in den letzten Jahren kommt, aber ich würd eben das Alter als (Mit)Grund nicht ausschließen und damit vllt auch Irrationalität.

Da kommt doch einiges zusammen. Eigentlich verlorene Wahlen, Machterhalt, autoritäre Züge usw usf. Was ist denn mittlerweile in Russland noch "frei"?
Und was macht ein autoritärer, wenn die Stimmung im Land kippt? Richtig, "Stress"mit den Erzfeinden anzetteln. Nur das Putin das hier mit Sicherheit innenpolitisch nicht überleben wird. Egal was da zwischen Ukraine und Russland vorgefallen ist, nie und nimmer darf es in Europa einen Angriffskrieg geben.
Man sieht die Massen in Russland auf der Straße, die das nicht wollen.
Am Ende gibt es zur Verlierer, wie Klitschko schon sagte.
 
Ich bin 2014 bereits ein Stück weit "aufgewacht" aus dem Friede-Freude-Eierkuchen-Delirium, das @Mandos so treffend beschrieben hat. Damals war ich noch bei der Bundeswehr, und als Putin die Krim annektierte, hatte das über Nacht vieles verändert. Plötzlich mussten wir bei Meetings vorher die Handys abgeben, und Kamera/Mirko des Protokolllaptops mussten physisch zerstört werden. Russland wurde über Nacht wieder zum Feind, und die NATO hat überstürzt Verteidigungspläne aktualisiert und so weiter. Da kam damals schon spürbar Bewegung in die Truppe.

Ich war damals bereits Vater und hatte für mich entschieden, dass ich mein Leben nicht für ein Stück Land und die Wünsche eines Wahnsinnigen aufs Spiel setzen werde. Heißt, sollte es zum großen Krieg mit Russland kommen, sind wir weg. Ich hatte daher 2014/2015 unsere Auswanderung nach Kanada vorbereitet - seitdem liegt das als Notfallplan in der Schublade.

Darüber hinaus haben wir immer Wasser und Nahrung für rund 10 Tage zu Hause, sollten mal Lieferketten ausfallen. Und wir haben jetzt noch eine Elektroheizung bestellt für den Fall, dass es im nächsten Winter kein Gas gibt. So können wir wenigstens einen Raum warmhalten.

Ich bin kein Prepper und horte nicht Tonnen an Survival-Zeugs, versteht mich nicht falsch. Ich schätze die Gefahr eines Weltkrieges immer noch als gering ein - aber sollte es zum Konflikt mit Russland kommen, spielt sich dieser in Europa ab, das ist sicher. Ich bin da lieber vorbereitet als eines Tages aufzuwachen und nicht zu wissen, wie ich meine Familie versorgen kann.

Ich hoffe, dass ich das alles niemals brauchen werde. Aber ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie mich meine Kumpels 2014 für meine Kanada-Pläne ausgelacht haben. "Wir leben doch nicht mehr in den 40ern!" Gestern hat mich einer von denen, der mittlerweile auch Vater ist, angerufen und sich erkundigt, was er für eine Auswanderung tun müsse.
 
Tja das Problem ist halt die Frage, woher du das nimmst dass wir in einem sicheren Europa leben. Ich mache mir da jetzt auch keine Sorgen, dass da nächsten Monat russische Panzer durch Saarbrücken rollen. Aber diese ganze Weltentwicklung in den letzten 10 Jahren ist mehr als beängstigend und das Gefühl der Sicherheit schwindet da schon. Was wir da jetzt haben ist ja nur ein schwelender Konflikt mit Russland, der viel größere Konflikt ist wirklich in dem Thema China gegen den Westen zu sehen. Die ganze Entwicklung hier läuft ja in Richtung Zuspitzung der Lage. Und es bleibt wirklich abzuwarten wie der nächste Präsident der USA aufgestellt sein wird. Fast wie in Herr der Ringe. Gerade haben wir die Schlacht um Helms Klamm. Was wird aber die Schlacht um Minas Tirith sein? Ne, ausschalten kann man die Gedanken oder Nachrichten aktuell nicht. Macht auch keinen Sinn. Wie gesagt, ich denke schon, dass das Thema wie die Krim damals in ein paar Monaten durch ist und erstmal wieder Ruhe einkehrt. Aber dann haben wir wahrscheinlich ein 40 Millionen Land annektiert und wir haben einfach zugesehen. Das ist schon krass für mein Empfinden. Natürlich ist es richtig hier keine Soldaten hin zu schicken. Ändert aber nichts daran, dass das menschlich und moralisch sich einfach falsch anfühlt. Bisher ist das einzig "beruhigende" dass dieser Krieg sich gestern noch relativ "klinisch" angefühlt hat. Kein Angriff auf zivile Einrichtungen etc. Es ist aber die Frage was da in den nächsten Tagen geschehen wird. Die Rede war, von 1 Millionen Milizen etc. die sich in der Ukraine geformt haben oder werden. Zwar hoffnungslos unterlegen, aber sie wollen kämpfen. Und wenn das dann wirklich kommt, werden wir ganz andere Zahlen haben.

Aber okay, fühlt sich halt auch nach zwei Jahren Corona einfach beschissen an, dass es jetzt mit so nem Scheiß weiter geht.
Naja, weil es wie gesagt keine rationalen Gründe gibt, wieso sich der Russland-Konflikt bi zu uns ausbreiten sollte.
Putin ist kein Comic-Villain. Seine Ambitionen begrenzen sich momentan auf die Ukraine und wenn überhaupt dann nur auf die weiteren Anrainer-Staaten und von der NATO wird er die Finger lassen.
Das hat er ja in seiner Wutrede klar gemacht, dass er den Krieg jetzt als ur-russische Angelegenheit sieht und seine Drohnung mit dem nuklearen Schlag bezogen sich immer nur auf den Fall, dass andere Akteure in diesen Konflike aktiv eingreifen UND Russland auf eigenem Gebiet in die Enge drängen (also in Russland einmarschieren - IMO wäre das selbst bei einem Angriff auf einen NATO-Staat nicht realistisch, da ich davon ausgehe, dass man sich auf die Grenz-Verteidigung und Rückschlagung von Invasoren beschränken würde - aber auch das ist momentan ein unnötiges Planspiel für uns).

Nach dem Konflikt wird Russland noch lange zu knabbern haben und schauen wir mal, wo Putins Zufriedenheitswerte in zwei Jahren sind, wenn die Sanktionen für eine nicht endende wirtschaftliche Ebbe gesorgt haben. Dran denken: Putin war in den letzten Jahren beliebt im eigenen Land. Das kann auch einem Menschen wie Putin gefährlich werden und spätestens wenn er irgendwann mal auf dem Chefsessel sterben wird, hat die Opposition unglaublichen Aufwind.

Und mit China - ich weiß nicht wieso ich hier ernsthaft Sorge über eine militärische Auseinandersetzung mit dem Westen haben sollte. Das ist und bleibt ein Zweck"bündnis". Wir haben unseren Nutzen durch globalisierte Warenketten und schauen dafür weg, wie China mit Minderheiten umspringt. Auch mit wachsendem Wohlstand in China wird sich das nicht ändern, dass sie die Exporte nach EU und USA brauchen.

Und die USA? Klar, das ist n bissl Wildcard, was da passiert. Ich denke nicht, dass Trump ne Chance auf irgendwas hat. Die Vorbereitungen für Anklagen sind in vollem Gange, er hat erst vor ein paar Tagen vor dem Supreme Court verloren und kann sich nicht darauf berufen, als Präsident Dokumente zu unterschlagen. Dazu laufen mehrere Klagen gegen ihn und seine Unternehmen.
Das wird bis zum Wahlkampf noch ordentlich voran gehen und auch jetzt distanzieren sich die wahren Machtträger der GOP wie Mitch McConnell mehr und mehr von ihm und seinen Ramblings.
 
Habe heute meinen Arbeitskollegen und Freund, der seit Monaten im Homeoffice ist, angeschrieben und gefragt, wie es seiner Familie ergeht.
Wr kommt aus der Ukraine, hat aber seit einigen Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft.
Dies kam zurück...

"Hallo XettMan, danke für die Nachricht. Nicht gut. In Kyjiv werden u.a. Wohnhäuser beschossen, die Nichte meiner Frau musste in voller Angst die Nacht allein verbringen, kaum geschlafen. Ihr Mann hat sich freiwillig für die territoriale Verteidigung gemeldet und ist weg.
Mein Vater bleibt in Mykolayiv, er hat keine Möglichkeit, sich woanders zu verstecken, die Eltern der Frau versuchen aus der Stadt zu fliehen, es könnte sein, dass die Russen die Stadt heute oder morgen stürmen werden, Flughafen wurde gestern von den Raketen getroffen, die Explosion hat alle un 4:30 in der Nacht geweckt. Das Internet in Mykolayiv geht nicht mehr, als ich gestern mit Vater telefonierte, ist es ausgefallen. ALLE fürchten um Leben.
Es ein schrecklicher Albtraum."


Das passiert hier und jetzt mitten in Europa, während Deutschland SWIFT blockiert und die Schweiz garnix macht.
Menschen sind in großer Not und die Welt schaut zu.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin 2014 bereits ein Stück weit "aufgewacht" aus dem Friede-Freude-Eierkuchen-Delirium, das @Mandos so treffend beschrieben hat. Damals war ich noch bei der Bundeswehr, und als Putin die Krim annektierte, hatte das über Nacht vieles verändert. Plötzlich mussten wir bei Meetings vorher die Handys abgeben, und Kamera/Mirko des Protokolllaptops mussten physisch zerstört werden. Russland wurde über Nacht wieder zum Feind, und die NATO hat überstürzt Verteidigungspläne aktualisiert und so weiter. Da kam damals schon spürbar Bewegung in die Truppe.

Ich war damals bereits Vater und hatte für mich entschieden, dass ich mein Leben nicht für ein Stück Land und die Wünsche eines Wahnsinnigen aufs Spiel setzen werde. Heißt, sollte es zum großen Krieg mit Russland kommen, sind wir weg. Ich hatte daher 2014/2015 unsere Auswanderung nach Kanada vorbereitet - seitdem liegt das als Notfallplan in der Schublade.

Darüber hinaus haben wir immer Wasser und Nahrung für rund 10 Tage zu Hause, sollten mal Lieferketten ausfallen. Und wir haben jetzt noch eine Elektroheizung bestellt für den Fall, dass es im nächsten Winter kein Gas gibt. So können wir wenigstens einen Raum warmhalten.

Ich bin kein Prepper und horte nicht Tonnen an Survival-Zeugs, versteht mich nicht falsch. Ich schätze die Gefahr eines Weltkrieges immer noch als gering ein - aber sollte es zum Konflikt mit Russland kommen, spielt sich dieser in Europa ab, das ist sicher. Ich bin da lieber vorbereitet als eines Tages aufzuwachen und nicht zu wissen, wie ich meine Familie versorgen kann.

Ich hoffe, dass ich das alles niemals brauchen werde. Aber ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie mich meine Kumpels 2014 für meine Kanada-Pläne ausgelacht haben. "Wir leben doch nicht mehr in den 40ern!" Gestern hat mich einer von denen, der mittlerweile auch Vater ist, angerufen und sich erkundigt, was er für eine Auswanderung tun müsse.
kann ich alles nachvollziehen...krieg ist eh so "dumm", wie viele ihr leben lassen für die gedanken weniger


weil die nato (zum teil auch durch sich selbst) recht schwach steht ohne amis, was auch ein fakt ist, gehe ich davon aus, dass das in kürzester Zeit geändert werden kann (wenige monate). deine aussage oben würde meine gedanken bestätigen? sprich ein schneller einsatz schwierig, ein
 
Wir vergleichen die ganze Situation, dass China das noch größere Problem ist, wo ich auch voll zustimme. Aber ich denke China braucht einfach die EU und USA und das ganze natürlich andersherum. Die Geschäfte glühen und ich erinnere mich, dass ich vor Jahren einen Artikel über die Seidenstraße gelesen habe und das Thema zu Russland kam. In dem Artikel brachte man rüber, dass Russland leider keine große Rolle mehr spielen wird im Welthandel und eher nur als Randpartei mit am Weltgeschehen teilnimmt. die großen akteure wären demnach China, EU und USA.
Es wurde eben die Militärmacht erwähnt und ein Oligarch soll mal gemeint haben, eine Welt ohne Russland ist keine gute Welt, was schon sehr beängstingend ist. Vielleicht erklärt sich das ganze auch mit dieser Tatsache. Ich weiß es nicht.
 
kann ich alles nachvollziehen...krieg ist eh so "dumm", wie viele ihr leben lassen für die gedanken weniger


weil die nato (zum teil auch durch sich selbst) recht schwach steht ohne amis, was auch ein fakt ist, gehe ich davon aus, dass das in kürzester Zeit geändert werden kann (wenige monate). deine aussage oben würde meine gedanken bestätigen? sprich ein schneller einsatz schwierig, ein

Du meinst, ob wir schnell aufrüsten könnten?

Ja und nein - es kommt darauf an, wie stark der Wille ist. Die Bundeswehr hat schon bei 200.000 Soldaten immense Nachwuchsprobleme, die bei einem Aufwuchs der Truppenstärke steigen würden. Zudem sind Waffensysteme wie Leopard-Panzer hochkomplexe Maschinen, deren Bedienung man nicht mal eben in einem Wochenendkurs erlernen kann. Hinzu kommt das wahnwitzige Verhältnis. Wir haben 300 Kampfpanzer, Russland 10.000. Wie viele Panzer könnte KMW in welcher Zeit produzieren mitten im Fachkräftemangel? Also, derzeit werden Leos für Ungarn produziert. 44 wurden bestellt, dafür braucht KMW mehrere Jahre. Natürlich kann man auch eingemottete Kisten wieder flott machen, aber wie viele, wie schnell? Rüstung ist in der EU zu einem mühsamen und langsamen Geschäft geworden. FR und DE basteln gerade am Leo-Nachfolger, der in 10 Jahren die Truppentauglichkeit erreichen soll. n 10 (!) Jahren.

Dass es schneller gehen kann, zeigt ein Blick in unsere unrühmliche Vergangenheit: Beispiel Panther-Panzer der Wehrmacht. Ende 1941 als Reaktion auf den T-34 in Auftrag gegeben als völlig neuer Panzertyp, laufen die ersten Exemplare im Januar 1943 vom Band. Bis Kriegsende werden trotz Massenbombardements der Alliierten rund 5000 Stücke produziert. Hatte der Panzer anfangs Kinderkrankheiten? Yepp, beim Drehen des Zündschlüssel ist schon mal die Besatzung in einer Stichflamme verpufft. Das hat man in Kauf genommen, damit der Tank im Sommer 1943 an der Operation Zitadelle teilnehmen kann. Aber alles in allem hat sich dieser Panzer militärisch bewährt.

Das Dritte Reich hat spätestens ab 1942 in den Abgrund geblickt und daher alle Kräfte im Land zu entfesseln versucht, um die Rüstung zu beschleunigen. Das Ergebnis sind immer weiter gesteigerte Rüstungszahlen, die ihren Höhepunkt 1944 erreichten trotz Bombenkrieg und zunehmend schlechter Kriegslage.

Heute haben wir halt das Problem, dass bürokratischer Schimmel und die Lethargie der bisherigen Regierungen seit 2014 bezüglich Bundeswehr dazu geführt haben, dass die Truppe auf der Stelle tritt. Ich bin der Meinung, dass man dass binnen weniger Jahre deutlich korrigieren könnte, wenn der Wille da ist, Aufrüstung ernsthaft zu betreiben und dafür auch alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

EDIT: Falls das deine Frage war: Die Bundeswehr im heutigen Zustand halte ich kaum für in der Lage zur Landesverteidigung. Dafür ist sie auch gar nicht mehr konzipiert, sondern nur noch für begrenzte Einsätze fernab der Heimat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Echt traurig was in menschen vorgehen muss...

Denen haben sie alles Menschliche abtrainiert und rausgepeitscht...

Ja, es ist "Putins Krieg", aber wie es halt immer so ist: Er allein könnt da fuchtelnd rumtanzen, würde keinen interessieren. Möglich machen das alles erst Andere. Kein Militärangehöriger muss einen Befehl befolgen, der ein Kriegsverbrechen darstellt. Für mich ist daher jeder Einzelne ein piece of shit. Man würde hoffen, dass sie bei ihrer Heimkehr bespuckt werden, aber bis dahin ist wahrscheinlich auch jede Kritik innerhalb Russlands weggeknastet...
 
Du meinst, ob wir schnell aufrüsten könnten?

Ja und nein - es kommt darauf an, wie stark der Wille ist. Die Bundeswehr hat schon bei 200.000 Soldaten immense Nachwuchsprobleme, die bei einem Aufwuchs der Truppenstärke steigen würden. Zudem sind Waffensysteme wie Leopard-Panzer hochkomplexe Maschinen, deren Bedienung man nicht mal eben in einem Wochenendkurs erlernen kann. Hinzu kommt das wahnwitzige Verhältnis. Wir haben 300 Kampfpanzer, Russland 10.000. Wie viele Panzer könnte KMW in welcher Zeit produzieren mitten im Fachkräftemangel? Also, derzeit werden Leos für Ungarn produziert. 44 wurden bestellt, dafür braucht KMW mehrere Jahre. Natürlich kann man auch eingemottete Kisten wieder flott machen, aber wie viele, wie schnell? Rüstung ist in der EU zu einem mühsamen und langsamen Geschäft geworden. FR und DE basteln gerade am Leo-Nachfolger, der in 10 Jahren die Truppentauglichkeit erreichen soll. n 10 (!) Jahren.

Dass es schneller gehen kann, zeigt ein Blick in unsere unrühmliche Vergangenheit: Beispiel Panther-Panzer der Wehrmacht. Ende 1941 als Reaktion auf den T-34 in Auftrag gegeben als völlig neuer Panzertyp, laufen die ersten Exemplare im Januar 1943 vom Band. Bis Kriegsende werden trotz Massenbombardements der Alliierten rund 5000 Stücke produziert. Hatte der Panzer anfangs Kinderkrankheiten? Yepp, beim Drehen des Zündschlüssel ist schon mal die Besatzung in einer Stichflamme verpufft. Das hat man in Kauf genommen, damit der Tank im Sommer 1943 an der Operation Zitadelle teilnehmen kann. Aber alles in allem hat sich dieser Panzer militärisch bewährt.

Das Dritte Reich hat spätestens ab 1942 in den Abgrund geblickt und daher alle Kräfte im Land zu entfesseln versucht, um die Rüstung zu beschleunigen. Das Ergebnis sind immer weiter gesteigerte Rüstungszahlen, die ihren Höhepunkt 1944 erreichten trotz Bombenkrieg und zunehmend schlechter Kriegslage.

Heute haben wir halt das Problem, dass bürokratischer Schimmel und die Lethargie der bisherigen Regierungen seit 2014 bezüglich Bundeswehr dazu geführt haben, dass die Truppe auf der Stelle tritt. Ich bin der Meinung, dass man dass binnen weniger Jahre deutlich korrigieren könnte, wenn der Wille da ist, Aufrüstung ernsthaft zu betreiben und dafür auch alle notwendigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen.

EDIT: Falls das deine Frage war: Die Bundeswehr im heutigen Zustand halte ich kaum für in der Lage zur Landesverteidigung. Dafür ist sie auch gar nicht mehr konzipiert, sondern nur noch für begrenzte Einsätze fernab der Heimat.

imo sollte man den Zeitpunkt und die Chance ergreifen und eine europäische Armee zusammenstellen.
 
Xi und Putin verstehen sich offenbar nach wie vor bestens. Da ist es auch fraglich, inwieweit da westliche Exportbeschränkungen von Tech nach Russland ihre Wirkung entfalten können, wenn Putin derartige Produkte stattdessen einfach direkt von China erwirbt.
 
@Smirvenge Nunja, die Chinesen haben ja auch nicht alles an Technologien.
Vor allem nicht am Know-How über High Tech. Klar, Komponenten werden da gebaut - oft aber mit Auftraggebern, Designern und Wissen aus anderen Ländern.

Daher sind die Sanktionen auf High Tech Produkte schon wirksam und auch nicht einfach kompensierbar.
Zumal auch oft nicht einfach Komponente A durch ähnliche Komponente B austauschbar ist.
 
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