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Der Politikthread

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Dann sollte der Staat eher seine mündigen Bürger ermuntern, das Konsumverhalten zu hinterfragen.
Das steht jedem zu jeder Zeit frei.
Wir haben das auch vor einiger Zeit gemacht (bzw. damit begonnen, denn das ist ein nie endender Prozess) und als Folge ist sowohl unser Einkaufszettel als auch unser Speiseplan quasi komplett anders als vor 3 Jahren.
Mein Kleiderschrank ändert sich zur Zeit. Beziehungsweise er ändert sich momentan quasi nicht, solange nix kaputtgeht. Und danach wird auch hier nur noch fair und bio gekauft. Vorbei sind die Zeiten von H&M Fast Fashion und Nike Air.
Aber ihr verdient ja sicherlich auch besser als viele andere, manche sind ja schon quasi gezwungen billig zu kaufen, aber dieses billig ist ganz mies eingekauft, entweder durch absolut widrige Arbeitsbedingungen für die hier niemand aufstehen würde oder die Tiere sind die Leidtragende. Und dann gibts halt nur eine Antwort, entweder man kann es nicht bezahlen und nicht konsumieren oder man bezahlt fairer, dann muss man Geld anders verteilen.
 
Pil, du redest von allem gleichzeitig. Wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie Mindestlohn, kein FCKW, uÄ, ja sowas soll der Staat machen.

Aber nur weil ich ne Hose für 120,- kaufe heißt das nicht, dass die herstellende Person nicht genauso widrig behandelt wird wie derjenige, der die 20,- Hose herstellt (und die Marge beim hübschen Gucci-Logo landet).

Diese Verantwortung ist im Gegensatz zu dem, von dem ich vorher sprach (_Selbst_verantwortung beim Kauf zulässiger Nahrungsmittel), nicht dem Bürger aufzuhalsen.

Wenn ich vor zwei in Deutschland produzierten Produkten stehe, muss ich garantiert wissen, dass dahinter keine Arbeit unter Mindestlohn oder Kinderarbeit steckt.
 
Aber ihr verdient ja sicherlich auch besser als viele andere, manche sind ja schon quasi gezwungen billig zu kaufen, aber dieses billig ist ganz mies eingekauft, entweder durch absolut widrige Arbeitsbedingungen für die hier niemand aufstehen würde oder die Tiere sind die Leidtragende. Und dann gibts halt nur eine Antwort, entweder man kann es nicht bezahlen und nicht konsumieren oder man bezahlt fairer, dann muss man Geld anders verteilen.
Und was soll an dem Punkt eine Steuer ändern, die erst mal alles direkt teurer macht und im zweiten Schritt zu höheren Herstellungskosten (da hochwertigere Zutaten nötig) und damit einer zweiten Preiserhöhung führt?

eine der Änderungen in unserem Speiseplan ist übrigens, dass Fleisch nur noch ca. 1mal pro Woche auf den Tisch kommt. Erstens weil mehr für uns unnötig geworden ist aber auch, weil wir unseren früheren Fleischkonsum in Demeter-Qualiät auch nicht zahlen wollen würden...

Gesünder essen muss aber auch nicht nur damit zusammenhängen, dass man direkt Demeter, Naturland und Biokreis einkauft. Das ist hier doch auch nicht das Thema... Wir reden ja von ganz unterem Niveau in der Ernährung mit billiger Convenience-Nahrung, Zuckerbomben etc. Da kann man sich Ersatz in Form von Obst, Gemüse etc. auch im Discounter günstig kaufen, wenn man es sich nicht in Bio leisten kann.
Es geht darum, den Bürgern klar zu machen, wieso man lieber den Naturjoghurt kauft, den man dann selbst gesünder und sparsamer süßen kann als die mit Zucker vollgeklatschten und mit Aromen absolut unnatürlich schmeckenden Fertig-Fruchtjoghurts. Als ein Beispiel. Der muss dafür nicht mal Bio sein, wenn der Geldbeutel schmal ist.
 
Wir schauen beim Einkauf eben schon auf die Inhaltsstoffe und ich kann es dann für mich tatsächlich relativ gut beurteilen was ich möchte oder nicht. Du machst ja gerade so, als wären Welten zwischen Joghurt A und B. Wenn es am Ende um Nuancen geht ist es mir egal. Aber wenn ich in A und B Kategorien denke, sollte jeder die Erfahrung gemacht haben, was es für ein Unterschied ist ein 20 Cent Brötchen ausm Discounter zu essen oder eben vom echten Bäcker ein 80 Cent Brötchen. Da brauche ich kein Etikett oder Ampel, sondern das sagen mir schon meine Geschmacksnerven und auch das anhaltende Sättigungsgefühl. Wobei gerade die Ampelgeschichte ja sicher keine schlechte Idee ist. Ich sehe da aber das alte Problem, dass man sich da als Industrie eben wieder genug einfallen lässt um die gute Wertung zu bekommen und viele Leute darauf vertrauen nach dem Motto: Aha, grüne Ampel, dann kann ich bedenkenlos zugreifen. Auch da ist aus meiner Sicht nach wie vor informieren und mitdenken gefragt. Wie mit den ganzen Biolabels, den Eiern von glücklichen Hühnern und und und. Von den Zuckeresatz Dingern überhaupt nicht angefangen.

Und am Ende ist es eben dennoch keine Hexerei. Insbesondere da unser Körper schon fantastisch ist und eben nicht an einer Tafel Schokolade oder schlechter Nahrung zugrunde geht. Einfach etwas mehr auf die Ernährung achten genügt ja schon und bewirkt mit etwas mehr Bewegung Wunder. Nur muss man das eben auch wollen. Und das will eben nicht jeder. Egal was da alles getrieben wird. Umgekehrt will ich gar nicht wissen, wie es dann den Menschen geht, die sich eben nur die roten Ampelprodukte leisten können. Da bekommen Sie beim Essen noch gleich ein schlechtes Gewissen gemacht.

Ich habe dazu diverse Beispiele im Internet gefunden, dass es eben tatsächlich Welten gibt zwischen Joghurt A und B, genauso bei anderen Produkten:

https://www.foodwatch.org/de/aktuel...rvt-die-nutri-score-ampel-ungesunde-produkte/

Ich halte das für die simpelste Lösung überhaupt, um

a) Menschen dazu zu bringen, ihren Lebensmittelkonsum zu überdenken und zu ändern und

b) Unternehmen dazu zu bringen, die Inhaltsstoffe ihrer Produkte zu überdenken und zu ändern.
 
Weitere Steuern werden das sicher nicht einfacher machen ;)
Aber es werden doch die "falschen Produkte teurer", nicht die "richtigen", darum geht es doch die Hersteller von solchen Produkten zu bestrafen, der Konsum wird dann rückgängig sein, das ist ja gerade bei Fleisch bitter nötig, es soll gar nicht jeder leisten können und vor allem nicht jeden Tag, gleichzeitig muss man die korrekten Haltungsformen begünstigen und Fördern damit das Gleichgewicht wieder stimmt. Es gibt ja nur deshalb eine perverse Massentierhaltung weil der Mensch denkt jeden Tag Fleischgerichte essen zu müssen. Und da wir ja noch das Thema Öffentlich rechtliches Fernsehen hatte und dem Runkfunkbeitrag, ich halte die Kochsendungen für skandalös, sie suggerieren geradezu dass immer Fleisch ins essen muss. Das hat mit dem Bildungsauftrag den ich mir wünsche nichts zu tun.
 
Für mich steht die Wirksamkeit des Nutri Score, bzw. der Ampel, zumindest mittelfristig nicht zur Debatte. Gerade bei sehr ähnlichen Produkten sieht man auf den ersten Blick a) welches Produkt ggfls. besser ist und b) wie gut oder schlecht es allgemein für die Gesundheit ist.

Ich würde auch nicht den Fehler machen, den gut informierten und allways on-KT'ler mit der Standard-Mutti gleichzusetzen. Da draussen laufen Millionen Menschen rum, die einfach nach Gutdünken einkaufen, was gerade 'ne schöne Verpackung hat...
 
Ja, die üblichen Frucht-Joghurts sind übertriebene Zuckerbomben. Das unterschätzen die meisten. So ein Gut&Günstig Kirsch Joghurt hat 250g. Nach einem Becher hast du 30g reinen Zucker gefuttert.


es soll gar nicht jeder leisten können und vor allem nicht jeden Tag, gleichzeitig muss man die korrekten Haltungsformen begünstigen und Fördern damit das Gleichgewicht wieder stimmt.

Nur weil das deine Meinung ist, muss aber doch nicht Gesamtdeutschland danach leben.
Mit genau deiner Argumentation kommt dann nänlich der Nächste und sagt, dass Fleisch zu essen und Tiere nur für den Zweck des Sattmachens zu töten sowieso komplett abgeschafft gehört. Mit exakt gleich valider Begründung.

Sein Bruder kommt dann auch und sagt, dass Tiere überhaupt gar nichts zum Speiseplan beitragen dürfen, da die Geschöpfe von uns nicht derart ekelhaft zu benutzen sein.
 
Aber es werden doch die "falschen Produkte teurer", nicht die "richtigen",

Und deswegen werden die "richtigen" Produkte [sic] ja trotzdem nicht billiger. Im Gegenteil, wenn die jetzt jeder kaufen muß, weil die "falschen" Produkte [sic] jetzt teurer werden oder am Besten ganz vom Markt verschwinden (das ist doch dein Ziel), kann man auf den Rest, der dann verbleibt, noch schön was aufschlagen. Man sollte schon verstehen, wie die Wirtschaft funktioniert, wenn man in sie eingreifen will, sonst geht sowas schnell nach hinten los. Dafür gibt es tausende von Beispielen...
 
Für mich steht die Wirksamkeit des Nutri Score, ... , zumindest mittelfristig nicht zur Debatte.

Ich halte den Nutriscore für deutlich schlechter, als die Ampel. Eine Kommission entscheidet, was gut ist und was schlecht, aber warum, kann man daraus nicht erkennen. Die Ampel ist auch nicht perfekt, aber da schon deutlich differentierter. Aber gut, für die simpleren Käufer wahrscheinlich besser, als nichts...
 
Die Ampel gibt mir als Konsument auf jeden Fall mehr Informationen auf einen Blick, richtig. Für die Allgemeinheit dürfte aber nicht unwichtig sein, dass auch der Nutri Score gute Anhaltspunkte bietet, was man da kauft.

So oder so, besser als nichts.
 
Und deswegen werden die "richtigen" Produkte [sic] ja trotzdem nicht billiger. Im Gegenteil, wenn die jetzt jeder kaufen muß, weil die "falschen" Produkte [sic] jetzt teurer werden oder am Besten ganz vom Markt verschwinden (das ist doch dein Ziel), kann man auf den Rest, der dann verbleibt, noch schön was aufschlagen. Man sollte schon verstehen, wie die Wirtschaft funktioniert, wenn man in sie eingreifen will, sonst geht sowas schnell nach hinten los. Dafür gibt es tausende von Beispielen...
Wieso sollten die „richtigen“ produkte denn groß billiger werden? Es geht um das gesunde gleichgewicht wieder herzustellen, das kann gerade nicht vorhanden sein wenn wir in billiglohn ländern mit diktaturen unsere Konsumgüter herstellen und tiere auf wenigen quadratmetern hochzüchten nur damit wir im Überdruss konsumieren können worauf wir lust haben.
 
Wieso sollten die „richtigen“ produkte denn groß billiger werden?

Ich weiß auch nicht, Lebensmittel sind hierzulande immer noch viel zu billig. Du hast Dich weiter oben beschwert, daß die Leute "gezwungen" sind, billig zu kaufen (was nebenher Blödsinn ist).
Aber ihr verdient ja sicherlich auch besser als viele andere, manche sind ja schon quasi gezwungen billig zu kaufen,
 
Ich weiß auch nicht, Lebensmittel sind hierzulande immer noch viel zu billig. Du hast Dich weiter oben beschwert, daß die Leute "gezwungen" sind, billig zu kaufen (was nebenher Blödsinn ist).
Das ist ja ein kommentar zu el barto dass er ja jetzt schon mit bedacht einkauft. Es geht doch darum dass wer sich kein biofleisch leisten kann auch keine alternative bekommt zum fleisch zu kommen, ausser du verteilst so geld um dass er ab und an sich das auch leisten kann. Gleichzeitig erfolgt die unverteilung an die bio oder demeterhöfe die ihre produkte günstiger anbieten können da die, die diese standards nicht anbieten jene unterstützen müssen. Ich habs hier schon geschrieben, es kann nicht jede familie jeden tag 1 kilo fleisch auf den teller bringen, mach mal 1x die woche / 2x pro monat draus.

ich hab gerade ein gulasch gekocht, vorgestert, ich sitz da 3 tagel solo dran, bio-fleisch 500gr hat 12€ gekostet. Das leiste ich mir 2x im monat und das wars.
 
Nochmal: Mit Bedacht einkaufen muss nicht heißen, Bio zu kaufen, pil... Ich zahl für 500 Gramm Demeter-Rindergulasch vom regionalen Hof an die 20 €. Das ist mir aber klar, dass das bei vielen auch nicht drin ist, wenn man nur selten Fleisch isst.

MIt Bedacht kann auch heißen, nicht den Fruchtjoghurt zu kaufen, sondern Naturjoghurt, den man dann selbst süß - von mir aus auch mit Marmelade, denn auch da wird man wahrscheinlich unter dem bleiben, was in den fertigen an Zucker drin ist. Oder mal ne Banane reinschnippelt, oder ein paar Haferflocken und nen Teelöffel Ahornsirup oder oder oder.
Oder es kann heißen, mal öfter Rohkost zu essen, wenn man informiert ist, wie eklatant der Unterschied zu normalen, übersalzten und fettigen Snacks ist
das muss man ja auch nicht immer machen, aber wie schon gesagt wurde, fehlt bei vielen einfach das Verständnis dafür, was gesund ist und was nicht. Und da sollte der Staat mit Aufklärung ansetzen, nicht mit Vorschriften aus der Gießkanne.
 
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