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Der Politikthread

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Zumal die Zahl der echten Obdachtlosen 52.000 ist. Aber lieber ja mit höheren Zahlen rumturnen. Wie jetzt Reichensteuer den Hunger in der Welt lösen wird habe ich jetzt noch auf meiner Seite hier gelesen. Zumal die Armut und der Hunger in Zeiten von höheren Steuersätzen auch irgendwie nicht besser wurde.
 
Is ja auch wurscht. Denke da treffen 2 völlig unterschiedliche weltansichten aufeinander. Aber wir müssen uns da auch keine sorgen machen. Das alle Menschen die gleichen voraussetzungen haben und die Schere zwischen arm und reich kleiner wird, werden wir sicherlich zu unserer lebzeit eh nicht mehr erleben. Man merkt ja hier wie abstrakt dieser Gedanke für einige zu sein scheint.
 
Hui. Jetzt gibt es also so viele obdachlose wegen der Probleme im Immobilienbereich?

Es ist einer der Gründe... ja... ich hab regelmäßig Menschen in der Beratung die aus gesundheitlichen/finanziellen Gründen ihre Wohnung verlieren werden bzw. schon verloren haben. Sie haben natürlich Anspruch auf eine Wohnung und die würde auch vom Amt gezahlt werden... aber es gibt diese schlicht nicht. Diese Menschen sind dann akut von Obdachlosigkeit bedroht... zusätzlich zu den eigentlichen Problemen. Der Wohnungsmarkt ist schlicht katastrophal... und ich komm jetzt nicht aus Berlin, Hamburg oder München...
 
Ist hier genau das gleiche. Hinzu kommen die Leute die halt nicht per se obdachlos aber ohne festen Wohnsitz sind. Die müssen halt nicht auf der Straße schlafen, fair enough, gut geht es denen aber auch entgegen allen Erwartungen nicht.
 
Achso, ist dann plötzlich wurscht. Okay.

Sorgen müssen wir uns einige machen für die Zukunft. Und an vielen Stelle die richtigen Lösungen finden. Das sind aus meiner Sicht große Aufgaben für die Zukunft. Durch IT und Digitalisierung werden viel Arbeitsstellen ersatzlos wegfallen. Der Problematik muss man sich stellen, sonst haben wir in 10 20 Jahren andere Probleme.
 
Was will man da auch weiter drüber reden? Auf mich wirkt das recht empathielos und abgehoben. Kann ja anders gemeint sein, wirkt aber so. Hier wird so getan als ob behauptet wurde das höhere steuersätze die Lösung für alle Sorgen der Menschheit sind. Es wäre einfach ein erster Schritt in Richtung einer längst überfälligen fairen Umverteilung. Dann kommen wieder die Argumente von wegen Kommunismus tralala keiner macht mehr was wenn jeder das exakt gleiche hat. Hat auch keiner gesagt, es wurden nur faire Bedingungen für alle verlangt. Was will man da noch groß sagen? Hier wird der eigene Wohlstand als Messwert für die Qualität des aktuellen Systems genommen und so getan als hätten wir kein Problem.
 
Das wir keine Probleme haben behauptet oder denkt hier wohl niemand. Umgekehrt bekommt man das Gefühl mehr Steuern wären die Lösung. Was halt auch Quatsch ist. Und für mich tatsächlich populistisches Gerede. Ich frag mich auch wo Umverteilung aufhört und Enteignung anfängt. Wenn man bereits versteuertes Vermögen nochmal besteuern will, ist es für mich genau das.

Dazu kommt eben auch das es für mich auch viel mit dem Finger auf andere zeigen ist. Da wird erzählt dass der arme Handwerker so wenig verdient. Umgekehrt wird sich aber mit Sicherheit darüber beschwert wie teuer Handwerker sind. Die kann man ja nicht bezahlen. Unverschämt. Die Geiz ist geil Kultur führt doch auch dazu, dass es eben umgekehrt immer schwerer wird die Menschen adäquat zu bezahlen. Da sind wir alle die bei Amazon und Co bestellen, vor 10 Jahren bei Media Markt ein und aus gegangen sind doch alle in einem Boot und ein Stück weit mitverantwortlich.

Oder anders gesagt: der Mensch kennt von allem den Preis, aber von wenig den Wert. Ein sehr schöner Spruch wie ich finde.
 
Das alle Menschen die gleichen voraussetzungen haben und die Schere zwischen arm und reich kleiner wird, werden wir sicherlich zu unserer lebzeit eh nicht mehr erleben.
Bei uns ist's wenigstens besser als anderswo, wir haben einen gefestigten Mittelstand auch wenn der natürlich ärmer statt reicher wird, relativ betrachtet. In Kalifornien zB. kanns dir passieren, dass du eine Straße weiter abbiegst und plötzlich statt in ner aufgeräumten Vorzeigesiedlung in den Slums bist...

Hui. Jetzt gibt es also so viele obdachlose wegen der Probleme im Immobilienbereich?
die Sache ist Natürlich komplexer aber ja, Zu wenig leistbare Wohnungen. Ist aber generell ein Problem vieler Großstädte.
 
Das wir keine Probleme haben behauptet oder denkt hier wohl niemand. Umgekehrt bekommt man das Gefühl mehr Steuern wären die Lösung. Was halt auch Quatsch ist. Und für mich tatsächlich populistisches Gerede.

Am besten wärs natürlich, wenn man gar nicht erst bei "noch mehr Steuern" ansetzen müsste, sondern die Umverteilung direkt in Form einer gerechteren Gewinnbeteiligung stattfinden würde. Da dies nicht so recht funktioniert, muss man sich halt andere Mittel einfallen lassen, wozu eben Steuern zählen.


Ich frag mich auch wo Umverteilung aufhört und Enteignung anfängt. Wenn man bereits versteuertes Vermögen nochmal besteuern will, ist es für mich genau das.

Um auf dieser abstrakten Ebene zu bleiben: Ist der Mehrwert des Kapitalisten, der nicht angemessen gezahlte Lohn, an der Produktivität, nicht ebenfalls bereits eine Form der Enteignung, die wir hinnehmen?

Unseren Eigentumsbegriff sollten wir mMn ohnehin hinterfragen. Da fängt der Fisch bereits zu stinken an.


Dazu kommt eben auch das es für mich auch viel mit dem Finger auf andere zeigen ist. Da wird erzählt dass der arme Handwerker so wenig verdient. Umgekehrt wird sich aber mit Sicherheit darüber beschwert wie teuer Handwerker sind. Die kann man ja nicht bezahlen. Unverschämt. Die Geiz ist geil Kultur führt doch auch dazu, dass es eben umgekehrt immer schwerer wird die Menschen adäquat zu bezahlen. Da sind wir alle die bei Amazon und Co bestellen, vor 10 Jahren bei Media Markt ein und aus gegangen sind doch alle in einem Boot und ein Stück weit mitverantwortlich.

Ja aber woraus entspringt denn diese Mentalität überhaupt? Ein Symptom unserer Art zu wirtschaften. Von dieser individualistischen Sicht, Probleme auf die einzelnen Konsumenten abwälzen zu wollen, halte ich nicht viel, denn diese befinden sich in einem verstärkten Systemzwang.


Oder anders gesagt: der Mensch kennt von allem den Preis, aber von wenig den Wert. Ein sehr schöner Spruch wie ich finde.

Ja, ein schöner Spruch, der ein Kernproblem unseres aktuellen Systems ankreidet, welches inhärent ja gar keine Werte kennt. Könnten wir dem ein paar Werte einbläuen, à la Konzepten wie der Gemeinwohl-Ökonomie, dann wäre uns vmtl schon sehr geholfen.
 
Um bei schönen Sprüchen zu bleiben, darf man natürlich auch Obama zitieren: Müssten wir einen Moment in der Geschichte wählen, um geboren zu werden, wir wüssten vorher nicht, wer wir sein würden - wir wüssten nicht, ob wir zu einer reichen Familie gehören würden oder zu einer armen, in welchem Land wir geboren würden, ob wir als Mann oder Frau geboren würden - wenn wir blind wählen müssten, zu welchem Zeitpunkt wir geboren werden wollen, dann wäre es der jetzige.

So sehe ich das auch. Bei allen Problemen die wir zu lösen haben, ist jetzt der beste Moment um zu leben. Es ist auf so vielen Ebenen Positives passiert. Dazu haben wir alle hier noch dazu das Glück in Deutschland zu leben. Immerhin nur eine Chance von 1 zu hundert. Bei aller Jammerei scheint doch vieles in die richtige Richtung gelaufen zu sein. Ein Freddy Mercury müsste heute nicht mehr sterben (dank überbezahlter Ärzte und Forscher?), ich kann mich auf der Couch mit Menschen austauschen die ich nicht mal persönlich kenne, habe das große Glück selbst noch nie einen Krieg erlebt zu haben und muss mir auch keine Sorgen machen, wenn ich als Selbständiger scheitern würde dass ich und meine Familie hungern müsste weil wir ein breites, soziales Netz haben. In den Beruf in dem ich tätig bin konnte ich trotz Realschulabschluss durch viel Eigeninitiative reinkommen und jetzt ein gutes Leben leben, was es so vor Jahrzehnten eben nich nicht gegeben hätte und meine Frau darf ein Bankkonto eröffnen ohne dass ich zustimmen muss. Ich meine in den letzten 70 Jahren ist wirklich viel gutes in unserem Land und auch der Welt geschehen. Wie gesagt, es ist nicht alles Gold das glänzt, beileibe nicht. Es ist aber auch nicht so als würde nichts geschehen. Man mag sich natürlich eine perfekte Welt wünschen und vorstellen-die ich mir auch für meine Kinder wünschen würde- aber dazu müsste eine komplett neue Weltordnung entstehen. Und da bewegen wir uns eben wirklich in unrealistischen Gebieten. Zumal der Mensch an sich eben grundsätzlich so ist wie er ist.

Aber wie hier schon geschrieben wurde, irgendwann drehen wir uns mal wieder im Kreis bei dem es letzten Endes eben auch kaum einen Konsenz geben kann, da die gegenteiligen Ansichten bzw Standpunkte zu unterschiedlich sind. Aber tatsächlich mag ich die Mentalität nicht, danach zu rufen dass doch die bösen Reichen zahlen sollen damit alles gut wird. Jeder ist grundsätzlich auch ein Stück weit für sich und sein Leben selbst verantwortlich. Das ist in allen Bereichen so. Dass wir eine Gesellschaft sind - die sich auch hier - um Einzelschicksale und Randgruppen sorgt und Gedanken macht/machen kann spricht doch eigentlich nur für uns alle.
 
gutes beispiel mit freddy mercury.. da werf ich mal den namen martin shkreli in den raum, der patente von medikamenten aufgekauft hat um dann die medikamente überteuert weiterverkaufen zu können.. vermutlich hätte freddy mercury überlebt, weil er es sich leisten konnte.
 
Und das ändert trotzdem nichts daran dass er und andere heute weiterleben können/würden. Aber gut, lieber ihn und andere sterben lassen damit hier ein auf jeden Fall unmoralisch agierender nicht noch belohnt wird. Recht hast du.

Edit: Ach herrje und der Shkreli sitzt jetzt für 7 Jahre im Knast. Was für eine Scheißwelt in der wir leben. Wird doch niemand zur Rechenschaft gezogen hier.
 
Gibt ja eine Berichte die ich gelesen habe die fest davon ausgehen, dass wir in diesem Jahrhundert - dank privater Raumfahrt, aufkommen einer Weltraum Ökonomie, Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz, Robotik und Quantencomputern - den ersten Billionär erleben werden.

Das wird noch viel absurder...
 
Und das ändert trotzdem nichts daran dass er und andere heute weiterleben können/würden. Aber gut, lieber ihn und andere sterben lassen damit hier ein auf jeden Fall unmoralisch agierender nicht noch belohnt wird. Recht hast du.

Edit: Ach herrje und der Shkreli sitzt jetzt für 7 Jahre im Knast. Was für eine Scheißwelt in der wir leben. Wird doch niemand zur Rechenschaft gezogen hier.

darum gehts gar nicht. natürlich sind das grossartige errungenschaften. aber das kanns ja auch nicht sein, dass menschen sterben, weil sie nicht genug geld haben um sich medikamente leisten zu können. klar, wir habens hier gut und leichter im leben, als viele andere. das ändert nix daran, dass es sehr vielen anderen menschen miserabel geht. obwohl das nicht so sein müsste.
 
Die Welt wird besser, weil Menschen dafür etwas tun. Weil unsere gesellschaftliche Moral letztendlich immer den Konservatismus durchdringt. Und das geschieht ganz sicher nicht, weil es uns heute so gut geht. Sondern weil Menschen dafür kämpfen, dass es uns allen irgendwann besser geht.

Ich verstehe nicht, wie man damit Multimilliardäre (und selbst das wirkt euphemistisch in Anbetracht von 12-stelligen Vermögenssummen) in Schutz nehmen kann. Wenn jemand 100 Milliarden Euro privat besitzt, und nicht mindestens 99 Milliarden Euro davon zurückgibt, ist er für mich ein offensichtlicher Menschenfeind. Irgendwo muss doch der Verdienst eine Grenze haben. Irgendwo muss es da doch eine Relation gegenüber der Gesellschaft und des Allgemeinwohls existieren. Diese Ethik rechtfertigt sich doch nur in der Sprache des Kapitalismus.

Und dabei noch von Neid zu sprechen, ist krank. Ich bin sicherlich neidisch auf jeden Millionär. Wäre mega so viel Geld zu haben und das nicht, um die Welt zu retten, sondern sich auch was zu gönnen, völlig egoistisch. So viel Mensch bin ich noch. Aber wir sprechen hier von zig Millionen, von hundert Millionen, von Milliarden und hundert Milliarden. Das ist doch völliger Wahnsinn und nur noch toter Reichtum, der nicht eingetauscht wird, weil er kaum eingetauscht werden kann. Niemand will hier Ärzten und Forschern das Gehalt kürzen.
 
@rancid Das ist korrekt und das ist ja was ich schreibe. Es geht sukzessive allen besser. Weltweit. Das kommt hier nur überhaupt nicht rüber. Hier hat man das Gefühl dass es immer schlimmer wird. Hab mich gerade nochmal etwas eingelesen in das Thema. Erst ab den 70er Jahren galten China, Indien, Russland und Bangladesh nicht mehr als Länder des Hungers. Bis dahin gab es immer wieder erheblich Hungerkatastrophen. Seither ist die Gefahr von Hungersnöten in Asien wie Europa weitgehend gebannt und wurde eben noch dem Sudan und Äthiopien zugesprochen. Aber selbst hier sinkt die Zahl der Unterernährten immer weiter. Lag sie in Subsahara Afrika 1995 noch bei 35%, liegt sie 2015 bei 24%. Auch die Kindersterblichkeit von Kindern unter 5 ist in den letzten Jahrzehnten, wie die Gefahr der Mütter bei Entbindungen in Afrika deutlich zurück gegangen. Natürlich ist jeder einzelne Tode ist dabei natürlich noch zuviel und dennoch ist die Entwicklung unverkennbar. Es muss nur immer weitergehen. Ein Teil sind dann aber auch Warlords und Co die hier eine beschleunigte Verbesserung erheblich erschweren.
 
@eape aber genau dieser sozialen Verantwortung sind sich doch viele bewusst. Stichwort "the giving pledge". Als wäre jeder Milliadär ein egoistisches unsoziales Vollarschloch. Hier hat zb Waren Buffet versprochen 99 Prozent seines Vermögens sozialen Projekten zukommen zu lassen.
 
@eape aber genau dieser sozialen Verantwortung sind sich doch viele bewusst. Stichwort "the giving pledge". Als wäre jeder Milliadär ein egoistisches unsoziales Vollarschloch. Hier hat zb Waren Buffet versprochen 99 Prozent seines Vermögens sozialen Projekten zukommen zu lassen.

Das tuen einige, aber mit gewiss nicht alle.
Und bei einer Reichensteuer geht es ja nicht darum, den Vermögenden all ihr Vermögen abzuknüpfen sondern einen kleinen Teil (zwischen 2-5%) der Allgemeinheit zu überführen. Um damit mitunter die Wirtschaft zu stärken (Investition in die Zukunft), der Forschung und Bildung zu übergeben, mehr Geld für vernünftige Entwicklungshilfe parat zu haben oder einfach nur Ungleichheiten auszumerzen (Alters und Kinder Armut). Eine Infrastruktur die wiederum auch der Wirtschaft zugute kommt und somit auch den Profiteuren.

Und wir als Gesellschaft sind gefordert, dem Staat dabei auf die Finger zu schauen was er mit seinen Einnahmen macht.
 
@eape aber genau dieser sozialen Verantwortung sind sich doch viele bewusst. Stichwort "the giving pledge". Als wäre jeder Milliadär ein egoistisches unsoziales Vollarschloch. Hier hat zb Waren Buffet versprochen 99 Prozent seines Vermögens sozialen Projekten zukommen zu lassen.

Der Ausgangspost zu dem Thema war, dass der Großteil der Vermögens der Welt bei sehr wenigen Menschen liegt. Einige Menschen sind dich der Verantwortung bewusst, der Großteil offensichtlich nicht. Und das ist ein sehr praktisches Problem.
 
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