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Der Politikthread

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Ich find den CO2 Steuer Vorschlag in manchen Punkten grenzwertig. Wenn du Pendler bist fährst du ja nicht 2 Stunden am Tag mit nem smart sondern hast sicher ein größeres bequemeres aber auch spritverbrauchendes Auto. Da hast du im Zweifelsfall, je nach familiärer Lage, schon direkt die arschkarte bei den Zahlungen. Näher an die Stadt ziehen kannst du aber auch nicht weil da die Mieten wiederum absurd hoch sind. Keine Ahnung. Da muss man denke ich noch an vielen Schrauben drehen.

Darüber hinaus verstehe ich nicht warum das auf Bürger Ebene besprochen wird. Man sollte zuerst die Konzerne stärker besteuern. Auch fleischproduzenten etc.
Find ich überhaupt nicht, denn dann würde die Lenkungswirkung verfehlt ... Es muss alle treffen, dann passiert auch irgendwann bei allen was. Und es muss die meistverbrauchenden stärker treffen (... da würde ich nicht so sehr auf das Auto schielen, sondern mal aufs Flugzeug ;) ....). Lenkungswirkung heißt: Beim nächsten Auto muss eine Änderung herbeigeführt werden (oder es ist sogar ein Grund für ein nächstes Auto)... das kommt irgendwann ... ganz sicher. Wenns dann immer noch das gleiche Auto war, dann kanns auch nicht so weh getan haben (Edit: ein "bequemes Auto" ist ja auch irgendwie Luxus ... der dann auch kosten kann).

Beispiel übrigens: Wenn man 20.000 km p.a. fährt und 5l/100 verbraucht, dann hat man bei 0,10€ Mehrkosten pro L einen Betrag von 100€ p.a. ... Und darüber ernsthaft diskutieren?!? Und Umziehen?!?!? ;)

Natürlich müssen auch andere Schrauben da sein (Alternativen wie ÖPNV, Weiterentwicklung emissionsarme Fahrzeuge (ich hab absichtlich nicht E-Auto geschrieben, da gibts ja auch mehr), Ladenetze, ...), aber das ist kein Grund, nicht mit Schritt 1 zu beginnen...

Und ganz wichtig ist bei der ganzen Debatte: Wenn dieses dauernde "JA, ABER warum nicht die Schiffe, die Reichen, die Industrie, lalalaala" nicht aufhört, dann passiert ganz sicher ... GAR NIX. Wer am meisten verbraucht, der muss zahlen. Arme Leute fliegen eh wenig(er) ... und ärmere Familien bekommen ja auch (zumindest im Vorschlag der Grünen) 100€ pro Kopf zurück.
 
So weil ich echt kein Bock auf eine Anzeige wegen Verleumdung habe, habe ich mal alle diesbezüglichen Beiträge von mir editiert.
@Hollyone wenn du es wirklich drauf ankommen lassen willst, wirst du vermutlich vorher schon die Beiträge abfotografiert/zwischen gespeichert haben oder anderweitig an die Ursprünglichen Aussagen ran kommen.

Ja du hast diese Dinge nie so ausgesprochen wie ich sie dir unterstellt habe. Hast natürlich absolut recht, hast gewonnen.
Und wenn du es auf eine Anzeige ankommen lassen willst, wirst du vor Gericht vermutlich sogar dafür Recht bekommen.

Edit: Mein Pech, sollte das eben so sein. Dummheit und große Fresse schützt halt vor Strafe nicht.
Hätte ja auch selber drauf kommen können. Großer Fehler meinerseits das so weit getrieben zu haben.

Edit2: Wäre zumindest nett von dir, wenn du nochmal durch geben könntest, ob du das jetzt wirklich durchziehen willst.
Damit ich mich auf den Mist zumindest seelisch vorbereiten kann.


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Ich habe mich nicht im Detail mit den verschiedenen Gutachten zur CO2-Steuer beschäftigt, nur mitbekommen, dass sie scheinbar ausschließlich auf die Bürger "umgewälzt" werden soll.

Nehmen wir mal an, ich hätte ein bisschen Kohle zum Ausgeben, und weil ich nun die CO2-Steuer sparen möchte, kaufe ich mir nach aktuellem Modell einfach als nächstes Auto nach meinem Cayenne S beispielsweise einen vollelektrischen Audi e-tron? Bin ich dann für die Steuer ein Umweltengel und ein besserer Mensch als die Bäckereifachverkäuferin, die in einem Ballungsgebiet arbeitet und nicht genug verdient, um ihren 20 Jahre alten Toyota Corolla gegen etwas Neueres auszutauschen? Oder bekommt diese dann 80 bis 100 Euro Prämie im Jahr, damit sie auch bald einen 10 Jahre alten Elektro-Corsa wird fahren können, dessen Batterien abgenudelt sind?

Ich frage explizit nach, denn vielleicht sehe ich das, was "in der Mache ist", zu negativ, weil ich mich nicht umfangreich damit befasst habe. Meine Befürchtung ist, dass diejenigen, die nicht viel verdienen, damit zusätzlich belastet werden. Meine Sorge wird zusätzlich dadurch befeuert, dass "ausgerechnet" die SPD diesen Vorschlag so stark unterstützt. (Dass von der CDU gar nix kommt, ist für mich nicht weiter verwunderlich.)
 
Ich habe mich nicht im Detail mit den verschiedenen Gutachten zur CO2-Steuer beschäftigt, nur mitbekommen, dass sie scheinbar ausschließlich auf die Bürger "umgewälzt" werden soll.

Nehmen wir mal an, ich hätte ein bisschen Kohle zum Ausgeben, und weil ich nun die CO2-Steuer sparen möchte, kaufe ich mir nach aktuellem Modell einfach als nächstes Auto nach meinem Cayenne S beispielsweise einen vollelektrischen Audi e-tron? Bin ich dann für die Steuer ein Umweltengel und ein besserer Mensch als die Bäckereifachverkäuferin, die in einem Ballungsgebiet arbeitet und nicht genug verdient, um ihren 20 Jahre alten Toyota Corolla gegen etwas Neueres auszutauschen? Oder bekommt diese dann 80 bis 100 Euro Prämie im Jahr, damit sie auch bald einen 10 Jahre alten Elektro-Corsa wird fahren können, dessen Batterien abgenudelt sind?

Ich frage explizit nach, denn vielleicht sehe ich das, was "in der Mache ist", zu negativ, weil ich mich nicht umfangreich damit befasst habe. Meine Befürchtung ist, dass diejenigen, die nicht viel verdienen, damit zusätzlich belastet werden. Meine Sorge wird zusätzlich dadurch befeuert, dass "ausgerechnet" die SPD diesen Vorschlag so stark unterstützt. (Dass von der CDU gar nix kommt, ist für mich nicht weiter verwunderlich.)
Vorab: Ich kenne nur den Vorschlag der Grünen im Detail ...

1. Es ist doch erstmal in Punkto CO2 gut, wenn der Cayenne durch den e-tron ausgetauscht wird. Wichtig dabei: Reden wir über 20% der Bevölkerung? Nein.
2. Wo arbeitet die gute Frau und wieviel fährt sie p.a.? Fährt sie 10.000 km, dann sind das nach aktueller Berechnung Mehrkosten von 50€. Wenn sie sich ein "moderneres" Auto nicht leisten kann, dann wird sie davon auch nicht wesentlich ärmer. Der wichtigere Part ist bei Industrie und Luxus zu suchen ... Wenn der Cayenne-Fahrer 2x im Jahr nach New York fliegt, dann kostet ihn das (unrecherchiert) 200€ ... weil es eben mehr CO2 verbraucht.

Zurück zum "Vorab". Die gute Frau wird Entlastung bei der EEG-Umlage bekommen und pro Person im Haushalt 100€. Ergo: Es trifft sie eher weniger und den Cayenne-Fahrer eben mehr ... Ist doch ein guter Deal, oder?
 
Es bleibt in meinen Augen nach wie vor ein skurriles herangehen. Ich find es per so gut das man auf diesem Wege etwas für die Umwelt tun will und mich tangiert das Gesetz in keinster Weise. Mein Wagen verbraucht je nachdem wo ich fahre 5L/100km wobei ich meistens zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs bin. Aber es bleibt dieser fade Beigeschmack. In Norwegen hat die Politik E-Autos so bezuschusst das fast jeder zweite neuwagen ein hybrid oder E-Auto ist. Wir gehen den Weg der Bestrafung anstelle den Weg der Motivation. Das wäre Punkt 1. Dazu kommt noch das ein Riesen Konzern der seine Kunden prellt und ihnen "dreckige" Motoren andreht quasi ungeschoren davon kommt, aber man als Otto normal Verbraucher nun zur Kasse gebeten wird.

Ich weiß, ich weiß, whataboutism, aber ich kann mich mit dieser Herangehensweise nicht gänzlich anfreunden. Darüber hinaus, wie findet die Rückzahlung statt? Über die Steuererklärung? Ich habe ziemlich viele Klienten aus der unterschicht und von denen hat kaum einer auch nur im Ansatz einen Plan von Steuererklärungen und Co. Natürlich kann man dann sagen das es deren Pech ist aber uff... Keine Ahnung. Wie gesagt. Es hat einen leicht Faden Beigeschmack.
 
Deutschland trägt zur weltweiten Umweltbelastung vielleicht 0,5% bei.
Dadurch unsere ganze Wirtschaft kaputt zumachen ist so unsinnig.

Aber wählt ruhig weiter eure Grünen.
 
Wir sind an einem Punkt angekommen, was unsere Umwelt angeht, dass wir unnötige Umweltbelastung bestrafen müssen. Es reicht nicht mehr, Anreize zu schaffen, umweltschonender zu leben. Es darf keine Sache der Lust und Laune sein.

Vielleicht ist es so. Aber dann ist es zum Scheitern verurteilt. Denn der Anteil an Wählern, die auf Selbstbestrafung stehen, dürfte auch in Zukunft erstmal eher gering bleiben.
 
Deutschland trägt zur weltweiten Umweltbelastung vielleicht 0,5% bei.
Dadurch unsere ganze Wirtschaft kaputt zumachen ist so unsinnig.

Aber wählt ruhig weiter eure Grünen.

Achja und noch was. Ich kann dieses "aber die Chinesen" echt nicht mehr hören. Umweltschutz fängt bei uns vor der Haustür an. Ständig drauf zu warten, was die Chinesen machen, was soll das bringen? Und davon wird z.B. die Luft in deutschen (!) Städten auch nicht besser.

Und ja, ich wähle "meine" Grünen sicher gerne weiter. Die CDU oder FDP wird es sicherlich nicht richten.
 
@SirHorst Die Skandinavier bestrafen auch (zumindest die Schweden mit fast dreifachem CO2-Preis), das ist ja die Lenkungswirkung... dh weniger fahren (mal zu fuss wie Du oder mit dem Rad). Das bewirkt die Verhaltensänderung, sonst gar nix. Und wie gesagt, das Auto isses ja nicht (EDIT: bei der Bestrafung von VW bin ich ja bei Dir, es passiert aber nichts ... die vermelden Rekordumsätze :?)

Punktuell zu den letzten Beiträgen:
Sorry, nicht böse gemeint, aber teilweise ermüdet diese altbackene Haltung doch sehr:
- Uuuuh, Deutschland ist ja im Vergleich soooo sauber ... das zählt nicht. Alle müssen Ihren Beitrag leisten und jeder fängt am besten bei sich an.
- Wälder planzen ... genau, bloß nix bei sich ändern ... aber munter den Kaminofen stopfen und es bleibt ja alles so, wie es ist... und 5x im Jahr nen Städtetrip mit Ryanair. Top (und schön den Regenwald weiter metzeln lassen für die schönen Möbel)

Ich habs mittlerweile übrigens auch aufgegeben, zu erklären, dass Umweltpolitik nichts mit Wirtschaftsabbau zu tun hat. Ich frag mich echt auch, wie die Menschheit trotz Wandel und Fortschritt so weit kommen konnte :)
 
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Das kann man auch mal ganz anders diskutieren... wir tragen doch fleißig dazu bei, dass die armen Banken bei der ersten roten Zahl die einzige Ihnen bekannte Lösungsvariante „Stellenabbau“ wählen. Wieviele hier haben denn die entsprechenden Aktien?

Andres Beispiel: die arme Bäckereifachverkäuferin verteidigen, aber das Backgeschäft bei Aldi & Lidl unterstützen.

Mitleid für die armen Paketzusteller haben und munter bei Amazon bestellen

Sich aufregen, dass andere etwas „umsonst“ bekommen und stattdessen 50.000€ p.a. einstreichen.

Wir haben den Kapitalismus derart im Blut, wir können ja gar nicht mehr anders :|

Aber munter mit solchen Diskussionen den mahnenden Zeigefinger heben (ich hab letztens in der Bahn „Bürgerkrieg“ vernommen :staun:) und immer wieder anbringen, wenn einem der aktuelle Diskurs nicht gefällt ;)
 
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