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Der Politikthread (6 Betrachter)

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@Trayal Der Staat hat versagt. In Berlin kann man das besonders schön sehen.

In Berlin fehlen weitere 300.000 (!) Wohnungen, und das nur in den nächsten 10 Jahren. Würde sich der Staat (die Stadt) darum kümmern, würde evtl. sogar das gesamte Mietniveau sinken. Oder es zieht noch mehr Menschen in die Stadt. Oder Menschen ziehen in günstigeren Wohnraum um...

Du kannst hier natürlich regulierend eingreifen. Muss man teils auch. Man sollte sich aber im Klaren darüber sein, dass dann an anderer Stelle neue Probleme entstehen, bzw. sich alte Probleme verschärfen. Die private Hand wird im grösseren Rahmen keinen sozialen Wohnungsbau forcieren, wenn zigtausend Zuzügler bereit sind, auch höhere Mieten zu zahlen. Und da muss ich auch kein Stockholm-Syndrom haben, das ist reine Logik.

Und wenn du die aushebeln möchtest, dann sind wir wirklich nahe an alten DDR-Zeiten.
 
Vielleicht wirkt das auf dich Unfair wenn ich mich von solch Gelaber wie deinem total Angepisst fühle und die Grenzen des guten Tons verlasse.

Das ist nicht "unfair", das ist mangelnde Diskussionskultur deinerseits. Aber gut...

Ich glaube, ich bin bekennender Anti-Turbokapitalist. Und mir gefällt die Situation mit Wohnraum auch nicht. Es wird sicher auch Leute geben, die in Berlin nun 5 Jahre wirklich keine höheren Mieten zahlen müssen. Ich bin nur davon überzeugt, dass das die Probleme nicht nur nicht löst, sondern neue Probleme schaffen wird. Der Ansatz der Problemlösung ist falsch.

So sieht es aus. Einfache, schnelle Lösungen für komplexe Probleme. Funktioniert leider nie, sondern verschärft die Situation auf Dauer nur.
 
Spinn den Gedanken doch mal weiter.

Wenn jeder nur noch seinen eigenen Wohnraum besitzen darf, wer baut den denn? Wer stellt ihn zur Verfügung? Und was ist da mit den Kosten? Stell dir mal vor, dir rechnet jemand vor, wieviel eine Eigentumswohnung in Dortmund kostet und du sollst das finanziell stemmen.

Ohne die Möglichkeit des Gewinns, wer soll Gebäude mit 100 Wohnparteien bauen? Und wie soll sowas sozial verträglich berechnet werden?

Ich glaube, ich bin bekennender Anti-Turbokapitalist. Und mir gefällt die Situation mit Wohnraum auch nicht. Es wird sicher auch Leute geben, die in Berlin nun 5 Jahre wirklich keine höheren Mieten zahlen müssen. Ich bin nur davon überzeugt, dass das die Probleme nicht nur nicht löst, sondern neue Probleme schaffen wird. Der Ansatz der Problemlösung ist falsch.

Wer hier würde denn als Wohneigentümer freiwillig auf Profit verzichten, wenn die Immobilie nur dafür gekauft wurde? Wer würde 400€ nehmen, wenn er auch 700€ bekommen könnte? Wie soll man jemanden privaten (und dazu gehören auch Wohnungsbaugesellschaften) dazu zwingen, ihr Produkt unter Wert zu vergeben?

Was hier gefordert wird, kann nur der Staat erledigen. Massiver Ausbau des sozialen Wohnungsbau. Und dann gucken wir mal, wer das am Ende bezahlt...
Es geht in erster Linie darum das solche Debatten geführt werden. Natürlich sind das harsche Szenarien aber wie willst du ein neues System aufstellen wenn du die ganze zeit darauf konzentriert bist am alten herum zu Doktoren?

Anstelle themen wie kühnert sie anspricht mal zu diskutieren und eine Debatte anzuregen wird er von der eigenen Partei zum Schweigen gebracht und von AKK zum Staatsfeind Nr. 1 erklärt. Ein Witz ist das, sorry. Hauptsache nicht auffallen und den Wählern keine Angriffsfläche geben.
 
Ja, wie in allen Städten die ein derartiges Problem haben: Man hielt es für eine gute Wahl die Wohnraumschaffung dem freien Markt zu überlassen. War halt ein Griff ins Klo, wie meistens, wenn man sich zu sehr auf jenen verlässt, besonders wenn es um grundlegende Interessen/Bedürfnisse der Bevölkerung geht. Das ist ja witzigerweise auch eines der Argumente (neo)liberaler Akteure, dass der Staat hier versagt hat und man es sich nun einfach machen möchte. Ein unfreiwillig ironisches Eingeständnis, des Versagens der eigenen Ideologie.

In irgendeiner Form muss da wieder regulierend eingegriffen werden, statt das kaputte System weiterhin gewähren zu lassen oder sogar noch in irgendeiner Weise zu fördern. Fragt sich halt was die beste Option wäre aber wie das halt so mit der Wirtschaft ist, lassen sich die Dinge nur schwer voraussagen. Den Luxus exakter Wissenschaften hat man hier ja nicht.

Als ob man immer nur entweder das eine oder das andere wäre. Ich bin beileibe niemand, der alles dem Markt überlassen möchte. Ich verlange allerdings, dass die staatlichen Rahmenbedingungen für alle Parteien fair und planbar sind. Wenn der Staat versagt muss er gegensteuern - und zwar vor allem bei eigenen Fehlern und dann auch notwendige Reformen und rechtliche Rahmenbedingungen für die Zukunft anstoßen, auf die sich auch alle Marktteilnehmer einstellen können. Niemand kann Leute ausstehen, die beim Spielen bescheißen und einfach die Regeln (teilweise rückwirkend) ändern, wenn es ihnen passt. Nichts anderes macht Berlin hier und versucht gleichzeitig noch den schwarzen Peter von sich wegzuschieben.
 
Sind das die Preise über die man sich in Berlin jetzt so aufregt? Klar, das ist alles andere als leicht zu bezahlen, aber hier bei uns liegt das ähnlich, wenn nicht sogar etwas drüber.
Etwas genauer ums besser einordnen zu können:

Hier im Viertel etwas ausserhalb, 15 Minuten mim Rad in die innere Stadt, relativ schnell im Grünen:
https://www.willhaben.at/iad/immobi...NG_AREA_FROM=75&areaId=117464&parent_areaid=6

Direkt in der Stadt, neues Hipster Viertel... bis vor einigen Jahren noch als Problemviertel gesehen:

https://www.willhaben.at/iad/immobi...NG_AREA_FROM=75&areaId=117456&parent_areaid=6

Vielleicht sollten wir bei uns auch mal über ne Deckelung reden. :D
 
Als ob man immer nur entweder das eine oder das andere wäre. Ich bin beileibe niemand, der alles dem Markt überlassen möchte. Ich verlange allerdings, dass die staatlichen Rahmenbedingungen für alle Parteien fair und planbar sind. Wenn der Staat versagt muss er gegensteuern - und zwar vor allem bei eigenen Fehlern und dann auch notwendige Reformen und rechtliche Rahmenbedingungen für die Zukunft anstoßen, auf die sich auch alle Marktteilnehmer einstellen können. Niemand kann Leute ausstehen, die beim Spielen bescheißen und einfach die Regeln (teilweise rückwirkend) ändern, wenn es ihnen passt. Nichts anderes macht Berlin hier und versucht gleichzeitig noch den schwarzen Peter von sich wegzuschieben.

Der Staat ist ein Faktor, den man in seine Wirtschaftlichkeitsrechnung miteinfließen lassen muss. Ja, er ist sehr mächtig, aber er ist generell eine sehr rationale Kraft. Und sorry, aber die private Wirtschaft hat nicht ganz fair gespielt, indem sie jedes Schlupfloch ausgenutzt hat, um die Mietpreise über das eigentlich erlaubte Niveau zu erhöhen. Da muss dann auch irgendwann der Spielführer eingreifen.
 
Der Staat ist ein Faktor, den man in seine Wirtschaftlichkeitsrechnung miteinfließen lassen muss. Ja, er ist sehr mächtig, aber er ist generell eine sehr rationale Kraft. Und sorry, aber die private Wirtschaft hat nicht ganz fair gespielt, indem sie jedes Schlupfloch ausgenutzt hat, um die Mietpreise über das eigentlich erlaubte Niveau zu erhöhen. Da muss dann auch irgendwann der Spielführer eingreifen.
mit dem rationalen staat wäre ich bei dauerndem wahlkampf und intransparenter lobbyarbeit aber auch eher vorsichtig.
 
Ja, schon, aber in Deutschland haben wir eine recht gemäßigte Politik, die irgendwo rational begründet ist. Und zumindest bei dieser Entscheidung spielen Lobbyismus und auch Wahlkampf wahrscheinlich keine Rolle.
beim ersten teil bin ich bei dir, beim zweiten nicht so ganz. das ganze thema wohnungsbau und -not ist aktuell ziemlich aufgeheizt. ich kann mir schon gut vorstellen, dass das ein versuch ist, sich zu profilieren bzw zu positionieren.
 
Interessant ist eigentlich mehr wie viel prozent des verfügbaren geldes für miete pro quadratmeter aufgebracht werden muss.

Bei uns in Österreich sind das im Schnitt um die 35%. Bei euch sollens auch so um die 30% sein, was ich mal gelesen habe, wenn mich meine Erinnerung jetzt nicht trügt.

Allerdings sind diese Zahlen auch etwas tückisch (wobei Sozialwissenschaftler schon ab 30% von einem Problem sprechen), da sie stupide vom Durchschnittseinkommen ausgehen, statt weiter demografisch zu differenzieren, wodurch es zu Zahlen kommt die für große Teile der Bevölkerung schlicht unrealistisch sind.
 
Es geht in erster Linie darum das solche Debatten geführt werden. Natürlich sind das harsche Szenarien aber wie willst du ein neues System aufstellen wenn du die ganze zeit darauf konzentriert bist am alten herum zu Doktoren?

Anstelle themen wie kühnert sie anspricht mal zu diskutieren und eine Debatte anzuregen wird er von der eigenen Partei zum Schweigen gebracht und von AKK zum Staatsfeind Nr. 1 erklärt. Ein Witz ist das, sorry. Hauptsache nicht auffallen und den Wählern keine Angriffsfläche geben.

Wir debattieren doch hier. Und IMO auch recht konstruktiv, oder?

Ich debattiere nur ungern über Dinge, die einfach illusorisch sind. Kannst du dir nur im Entferntesten vorstellen, welche politische und gesellschaftliche Sprengkraft Enteignungen hätten? Und vor allem welche Folgen gerade für Mieter?

Wer soll denn nach der Enteignung für die Kosten aufkommen? Die Stadt Berlin? :ugly: Soll ich als Steuerzahler, der damals aus der Stadt auch wegen der Kosten "geflohen" ist, für städtischen Wohnraum Anderer mit aufkommen?

Und da haben wir über den zwingend benötigten neuen Wohnraum ja noch garnicht gesprochen...
 
Also 700 Euro für 80 m2 finde ich nicht tragisch.. dachte da kommt jetzt was mit über 1000

Aktuell zahlt man auch für eine 55m² Wohnung am äußeren Rand, aber innerhalb des Rings ca. 1000€. Nimble und pil haben sicherlich alte Verträge. Ich zahle für 55m² knapp 800€ und wohne in der Nähe von Nimble und bin hier vor so fünf Jahren eingezogen. Würde ich in dieselbe Wohnung neu einziehen, wären es knapp über 1000€. Irgendwo muss man es dann stoppen..

beim ersten teil bin ich bei dir, beim zweiten nicht so ganz. das ganze thema wohnungsbau und -not ist aktuell ziemlich aufgeheizt. ich kann mir schon gut vorstellen, dass das ein versuch ist, sich zu profilieren bzw zu positionieren.

Berlin wählt aktuell sehr links und das obwohl das Mietproblem am Höhepunkt ist.
 
Bei uns in Österreich sind das im Schnitt um die 35%. Bei euch sollens auch so um die 30% sein, was ich mal gelesen habe, wenn mich meine Erinnerung jetzt nicht trügt.

Allerdings sind diese Zahlen auch etwas tückisch (wobei Sozialwissenschaftler schon ab 30% von einem Problem sprechen), da sie stupide vom Durchschnittseinkommen ausgehen, statt weiter demografisch zu differenzieren, wodurch es zu Zahlen kommt die für große Teile der Bevölkerung schlicht unrealistisch sind.

In Berlin sind es eher so über 40%, oft auch 50%.
 
Wir debattieren doch hier. Und IMO auch recht konstruktiv, oder?

Ich debattiere nur ungern über Dinge, die einfach illusorisch sind. Kannst du dir nur im Entferntesten vorstellen, welche politische und gesellschaftliche Sprengkraft Enteignungen hätten? Und vor allem welche Folgen gerade für Mieter?

Wer soll denn nach der Enteignung für die Kosten aufkommen? Die Stadt Berlin? :ugly: Soll ich als Steuerzahler, der damals aus der Stadt auch wegen der Kosten "geflohen" ist, für städtischen Wohnraum Anderer mit aufkommen?

Und da haben wir über den zwingend benötigten neuen Wohnraum ja noch garnicht gesprochen...
Das wir hier diskutieren bringt leider gar nichts da das Thema in der Politik relativ brach liegt und wenn dann nur in den altbekannten Strukturen diskutiert wird. Enteignung ist ein brisantes Thema aber wie der Staat da ran gehen kann um es für alle Positiv zu gestalten müssen letztlich auch nicht wir herausarbeiten. Die Wahrheit mag ja auch irgendwo in der Mitte liegen. Es ist aber wie immer bei solchen Forderungen. Wenn du etwas sozial gerechtes willst kannst du nicht klein einsteigen. Du musst mit themen wie Enteignung anfangen damit man sich ansatzweise in der Mitte treffen kann.
 
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