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Der Politikthread (1 Betrachter)

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Der Markt ist sicher nicht unschuldig, nur behebt man mit einer Mietpreisbremse kein Problem. Für potentielle Investoren wird die Stadt unattraktiver, also bauen sie dort weniger.

Die Stadt oder der Bund oder wer auch immer müsste da endlich seiner Verantwortung gerecht werden und mal Zigtausend einigermaßen bezahlbare Wohnungen in/um Berlin hochziehen - in kürzester Zeit.
 
Ach komm. Mir jetzt fehlende Intelligenz zu Unterstellen, weil ich angeblich gar nicht mitbekomme wovon du sprichst und dass man das von mir ja eh Kognitiv nicht erwarte könne - nur weil ich dir vehement widerspreche dass man der Immobilienindustrie und Baubranche ja nicht zu viele Steine in den Weg legen sollte - ist jetzt aber auch verdammt frech. Zwar nachvollziehbar frech, vor allem nachdem ich deine Behauptung - ich würde die Spielregeln einfach nicht verstehen, man müsse Investoren doch ordentlich Honig ums Maul schmieren damit sie einen Grund haben zu Bauen und ich würde mich nicht genug in die armen Investoren hineinversetzten - als rotz-dummen Stuss abgetan habe und ich btw deine Aussage immer noch für dämlichen Stuss halte, sogar gefährlich dämlichen Stuss halte. Aber geschenkt, ich hab ja eh keine Ahnung.

Du brauchst hier auch gar nicht so auf Überlegen tun, nur weil mich dein Immobilienindustrie-liberales Gelaber tatsächlich - allerdings aus berechtigten Gründen - zur Weißglut bringt. Und es mir tatsächlich schwer fällt, bei soviel Ignoranz und Gleichgültigkeit, gegenüber den Sorgen und Ängsten die diese Immobilienindurstie aus reiner Habgier vielen Bürgern beschert hat - locker zu bleiben. Weißt du eigentlich was die sich da für eine goldene Nase verdienen? Wie Asozial hier teilweise aus reiner Habgier mit Menschen umgegangen wird? Ich kann mich noch an eine Reportage vom letzten Jahr erinnern. Da gab es ein Häuserblock dass noch während die Mieter in ihren Wohnungen lebten über mehrere Monate hinweg einer Kernsanierung unterzogen wurde. Die Mieter hatten den Lärm Monate lang von 8-18 Uhr zu ertragen. Ab einem gewissen Bauabschnitt war dann auch nur noch duschen und pissen aufm Hinterhof im gemeinschaftlichen Baucontainer möglich. Diese Kernsanierung wurde den Mietern ohne wenn und aber -(trotz massiver Proteste) aufgedrückt. Nach Fertigstellung der Kernsanierung sollten die Miete dann eine (für sie) unbezahlbare neue Wohnung vorfinden. In der selben Reportage wurde dann auch ein altes Rentner Ehepaar (70-80 Jahre) befragt, wie es denn für sie weitergehen soll sollte die Kernsanierung vollendet und die neue (für sie) unbezahlbare Miete veranschlagt werden. Der alte Mann, der zusammen mit seiner Frau schon seit 30+ Jahre in dieser Wohnung lebte, antwortete darauf nur mit einer Geste die ein Strick und das Erhängen symbolisieren sollte. Auf weitere Nachfrage der Reporterin folgte dann nur noch ein: "Ja, was bleibt uns den anderes übrig?" und irgendwas wie - dass sie doch eh nix neues mehr finden werden und nicht ins Altersheim wollen. Ich habe gerade nochmal gesucht, finde diesen Clip leider nicht mehr. Aber das ging mir damals tatsächlich irgendwie sehr nahe. Aber das schlimme ist: Monate später habe ich erfahren, dass sich beide tatsächlich das Leben nahmen. Zugegeben ein sehr krassen Beispiel. Aber tatsächlich ist es hier eher ein wunder, dass da noch keiner durchgedreht ist und den Immobilien Besitzer mal ordentlich aufs Maul gehauen hat. Hätte er verdient.

Aber hey, das werden tatsächlich nicht die Letzten sein die für sich zu solch drastischen Schritten greifen werden. Alte Renter die aus Habgier aus ihren Wohnungen verdrängt werden. Erwachsene Menschen um die 40 (Bekannte von mir) die trotz Arbeit in einer WG wohnt und dafür trotzdem weit über ein Drittel ihres Gehaltes hinblättern muss (ja sie ist nur Sozialarbeiterin, aber die werden in der Stadt auch gebraucht!). Menschen die nach ewiger suche endlich ne Wohnung gefunden haben (gute Freundin von mir), nur um Monate darauf nen Brief vom Vermieter zu erhalten in dem steht, dass sich der Vermieter vorbehält in näherer Zukunft diese Mietwohnung in eine Eigentumswohnung zu verwandeln. Solche Geschichten gibt es tatsächlich zu hauf.

Nenn mich aber ruhig radikal, denn das bin ich angesichts der Wohnungslage tatsächlich auch. Vielleicht wirkt das auf dich Unfair wenn ich mich von solch Gelaber wie deinem total Angepisst fühle und die Grenzen des guten Tons verlasse. Denk von mir ruhig "was für ein Arschloch". Ist mir tatsächlich egal. Mir ist es auch völlig egal ob eine Mietpreisbremse oder andere + weitere Maßnahmen Investoren abschrecken. Ich denke man muss hier tatsächlich nicht für alles seinen Arsch hinhalten was der Markt einem angeblich vorgibt. Nee... Ich fühl mich von ihm tatsächlich schon ausreichend gefickt. Stehe seit 2 Jahren auf einer Warteliste um noch an einer bezahlbaren Wohnung ran zu kommen und darf darauf trotz Warteliste wohl nochmal gut 2 Jahre drauf warten. Wohne hier aktuell nur in einer beschissenen 1 Zimmer Wohnung nachdem ich mir, nach der Auflösung der letzten WG in der ich wohnte, ganz schnell irgendwie noch ne neue Bleibe besorgen musste. Gegend ist kacke... Wohnung viel zu Klein. Und der Immobilien Markt baut völlig an meinen Bedürfnissen vorbei - verdient sich dabei sogar ne goldene Nase - treiben dadurch auch noch den Mietspiegel umliegender Wohnung hoch. Einfach nur Asozial.


Die Straßenzüge in Berlin die seit Monaten Banner vor ihren Fenstern und Balkonen hängen haben, sich gegen diese scheiß Marktlage mit Hände und Füßen wehren und Bürgerliche die teilweise anfangen nach Enteignung zu schreien. Ja, dass sind alles nur verrückte spinner. Glaub von mir aus was du willst.

Aber: Der Markt nix Schuld ¯\_(ツ)_/¯
Und vor allem sollte man doch bitte endlich aufhören ihn so zu gängeln und zu quälen. Vielleicht bringt der sich ja noch aus versehen um, weil irgendwer anfängt von Enteignung zu reden. Hoppla...


Edit: Ich bin was das Thema angeht dann auch erstmal raus.
Also ich halte die Mietpreisbremse für ein wichtiges und richtiges Zeichen an alle Mieter und Vermieter. Und bei dem Thema bleibe ich auch gerne weiter in rage, anders ist das ja auch nicht mehr auszuhalten.
Mit mangelnder Intelligenz hat das nichts zu tun und das hat dir Cale auch nie unterstellt. Du gehst aber mit einer Emotionalität an die Sache, die weder hilfreich ist noch Lösungen schafft und dabei bleibt die Objektivität auf der Strecke.
 
Der Markt ist sicher nicht unschuldig, nur behebt man mit einer Mietpreisbremse kein Problem. Für potentielle Investoren wird die Stadt unattraktiver, also bauen sie dort weniger.

Ja die Mietpreisbremse bringt natürlich eventuell diese Art von Probleme mit sich und schreckt vor allem halt Investoren ab die zu aller erst in Berlin ein Schlarafenland zur Gewinnmaximierungen mit hohen Renditen sehen. Was bringt Berlin neuer aber teurer Wohnraum, wenn er zwar verspricht am oberen Ende der Kette etwas für Entspannung zu sorgen - aber gleichzeitig die Grundstückspreise und den Mietspiegel der Wohnungen im Bezirk drumherum hochtreiben? Berlin braucht tatsächlich nicht noch mehr teuren Wohnraum.

Das Investoren wenig Interesse dran haben Neubauten zu bauen die weit aus weniger Renditen versprechen ist ein völlig anderes Problem, welches man dringend von der Regulierung der Mietpreise getrennt betrachten muss. Berlin muss zu aller erst den Mietwucher stoppen (und darauf dann weitergehend aufbauen), dass Problem der fehlenden Wohnungen ist hier ein zweites Problem das zusätzlich angegangen werden muss. Aber mit völlig neuen Spielregeln, weil man doch ganz klar sieht wohin das sonst in Berlin geführt hat. Und wenn das eben heißt, die Goldgräber Stimmung herunter zufahren. Dann ist das halt so. Dann müssen halt andere Anreize her. Anreize die nicht einfach nur auf mehr Wohnungsbau ausgelegt ist, sondern Investoren auch dazu anspornt (sei es durch Subvention oder andere Hilfen) vor allem günstigen Wohnraum mit zu schaffen.

Die Mietpreisbremse löst nicht das Problem der fehlenden Bauten, nein vielleicht bremst sie hier tatsächlich einige Anreize. Meiner Meinung nach überwiegt hier aber tatsächlich das Interesse für günstige und stabile Wohnverhältnisse in Berlin zu sorgen.



Die Stadt oder der Bund oder wer auch immer müsste da endlich seiner Verantwortung gerecht werden und mal Zigtausend einigermaßen bezahlbare Wohnungen in/um Berlin hochziehen - in kürzester Zeit.

Nein man muss hier tatsächlich auch die Privat Unternehmen mehr in die Verpflichtung nehmen. Notfalls durch Subvention um hier Anreize zu schaffen. Aber ja... die Stadt müsste hier auch viel mehr tuen. Meiner Meinung nach ist da aber einiges geplant - durch die noch übrig gebliebenen Baugesellschaften die in Senat Hand liegen. War tatsächlich der größte Fehler Berlins in der Vergangenheit einen Drittel davon zu Privatisieren.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Mit mangelnder Intelligenz hat das nichts zu tun und das hat dir Cale auch nie unterstellt. Du gehst aber mit einer Emotionalität an die Sache, die weder hilfreich ist noch Lösungen schafft und dabei bleibt die Objektivität auf der Strecke.


Völliger Quatsch, zugegeben im Berliner Senat sitzen viele Schwachmaten. Aber die Mietpreisbremse ist hier ein Kalkuliertes Risiko gewesen. Das hat der Berliner Senat tatsächlich nicht aus Dummheit auf dem Weg gebracht, so wie es hier einige hinstellen wollen.

Man meint es hier nur einfach besser zu wissen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Das Schöne bei so Sachen ist: die Zeit wird es zeigen.

Irgendwann wird es ja dann Berichte geben, die zumindest an einigen Fronten Entspannung signalisieren. Mich würde es jedenfalls nicht wundern, wenn jetzt im gesetzlichen Rahmen erstmal der Modernisierungs-Boom anfinge.

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https://www.ostsee-zeitung.de/Nachr...dt-Zeugen-aus-MV-vor?utm_source=pocket-newtab

Muss man sich auch mal reinziehen. Da steht man knappe zwei Jahre auf einer "Todesliste" und kriegt es von den Behörden nichtmals mitgeteilt. Wahrscheinlich, um die behördlichen Arbeiten nicht zu gefährden. Wohin sowas führt, konnte man ja aktuell bei Stephan E. sehen. Polizeilich bekannt, aber da seit 2009 nicht mehr gewaltsam auffällig, ist er "aus dem Fokus der Ermittlungen" gerückt.

:nein:
 
Soweit ich das verstanden habe ethofft sich der Senat dass dadurch Luxussanierungen eingedämmt werden. Das mag zwar dann weniger Rendite sein als bei Neubauten aber besser als gar nix. Ob man damit durch den Mieten Deckel das erreicht wird man sehen.
 
Viel schlimmer kann es in Berlin gar nicht mehr werden und den Modernisierungsboom haben wir hier seit Jahren. Ist ganz normal, dass man hier für 6-12 Monate aus der Wohnung geschmissen wird, damit irgendein Quatsch modernisiert wird und die Mieten angehoben werden dürfen. Ist auch ganz normal, dass Familien mit Nachwuchs in kleinen 2-Raum-Wohnungen bleiben, weil jeder Umzug zu teuer ist. Ist auch normal, dass man jeden Monat gesetzeswidrigen Mieterhöhungen widersprechen muss, die nur dazu dienen, den Mieter rauszuekeln. Ist auch ganz normal, dass nötige Sanierungsarbeiten nicht gemacht werden, um Mieter rauszuekeln.
Berlin boomt und ich bezweifle sehr stark, dass wegen der Mietpreisbremse plötzlich Investoren der Stadt den Rücken zukehren. Berlin hat eine extrem hohe Anfrage an Wohnungen, Berlin hat mit den niedrigsten Leerstand europaweit und Berlin hat einen der höchsten Mietpreisanstiege im Vergleich (gehabt). Eine Mietpreisbremse schützt erst einmal den Bürger, während die Investitionen sich sowieso in den letzten Jahren auf Luxuswohnungen fokussiert haben.
Aber ja, die Zeit wird zeigen, was die Politik bringen wird.
 
Was hält einen eigentlich in so einem Moloch? :ugly: Und warum wollen im Gegensatz so viele neue Menschen da hin, wenn doch alles scheisse ist?

Und auffällig ist immernoch, dass ich hier selten mal einen Stuttgarter, Hamburger oder Münchner klagen höre. Ja, da verdient man mehr. Aber da bezahlt man ja auch noch mehr Miete. Mag sein, dass im Verhältnis aber mehr vom Gehalt übrig bleibt. Was dann aber wieder für andere Lebenshaltungskosten drauf geht.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich damals den Schritt hin auf's (Um)Land gemacht habe. Haus als Wohneigentum, 2.500m² Grundstück, Platz satt, in 15 Minuten ohne Stau zur Arbeit, in gut 30 Minuten in zwei grossen Städten, in 20 Minuten an einem Flughafen, von dem aus sogar Flugzeuge abfliegen... :D Und ich zahle wahrscheinlich für meine Bude im Monat weniger als in Berlin für 70m² bezahlt werden... :ugly:

Aber gut, Lebensqualität definiert jeder anders. Insofern gönne ich euch eure Stadt. :)
 
Völliger Quatsch, zugegeben im Berliner Senat sitzen viele Schwachmaten. Aber die Mietpreisbremse ist hier ein Kalkuliertes Risiko gewesen. Das hat der Berliner Senat tatsächlich nicht aus Dummheit auf dem Weg gebracht, so wie es hier einige hinstellen wollen.

Man meint es hier nur einfach besser zu wissen.
nein, nicht völliger quatsch. aber die art und weise wie du diesen hinweis abtust passt da halt genau ins bild.

ich will dir nicht zu nahe treten, aber deine ganze argumentation basiert auf einem emotionalen und moralischen fundament. du versuchst nichtmal im ansatz nachzuvollziehen, was cale ausdrückt, weil nicht sein soll, was nicht sein darf. und damit ist das brotlos. du verstehst nicht, dass cale in keiner weise fan davon ist, dass immobilien zu spekulationsobjekten geworden sind, er sich aber einer realität stellt, dass irgendwer in der aktuellen situation geld in die hand nehmen muss um wohnraum zu schaffen. niemand will hier irgendwem bezahlbaren wohnraum vorenthalten. warum auch? da profitieren wir alle von. aber ob eine mietpreisdeckelung von 5 jahren (in denen dann vermutlich wieder nix passiert) die lösung ist darf auch durchaus bezweifelt werden ohne dass man gleich zum geldgierigen spekulantenadel gezählt wird.
 
Was hält einen eigentlich in so einem Moloch? :ugly: Und warum wollen im Gegensatz so viele neue Menschen da hin, wenn doch alles scheisse ist?

Warum will man irgendwo hin? Jeder hat seine individuellen Gründe, die für den jeweiligen Wohnort sprechen. Sei es Familie oder eben meist der Job. Manche verbinden mit einem Ort aber schlicht Heimat und wollen deshalb da wohnen. Ich möchte aber meinen, dass Jobs der häufigste Grund für die Wahl eines Wohnorts sind. Ich würde nicht da wohnen wo ich jetzt bin, gäbe es meinen Job auch woanders. Gibts aber halt leider nicht. Also wohne ich wo ich wohne...
 
Es ist halt auch die gentrifizierung der bezirke und der massiv zugenommene tourismus, das versteht wohl auch nur der berliner der das selbst miterlebt, das passiert hier in einer Geschwindigkeit die ihresgleichen sucht. Ganze stadtteile werden bonzig gestaltet (sehen aber entsprechend schön aus, sanierter altbau eben), die straßen sind leer, die kaffees schwinden, die clubs machen dicht und all das was berlin so schön gemacht hat schwindet. Das kostet mich vielleicht noch mal den eigenen job, die wohnungen sind nur noch geldanlagen, die anwohner ziehen auswärts da es zu teuer geworden ist, uns bleiben die besucher aus die früher noch ins kino gegangen sind. Bleiben recht leere straßen über.

Natürlich sorgt sich der berliner um seinen kiez und eben das berlin dessen man lieben gelernt hat und immer mehr schwindet. Das versteht aber halt nur der berliner.
 
Ich mag meine Heimatstadt nicht mal sonderlich. Spätestens seit ich Kinder habe, würde ich lieber ländlich leben.
Wir wohnen zu viert in einer 2,5 Zimmer Wohnung die ca 80qm hat und zahlen dafür knapp 700.-
Obwohl ich im öffentlichen Dienst Vollzeit in einer Bibliothek arbeite entspricht mein Einkommen dem Mindestlohn. Ohne Partnerin könnte ich das gar nicht stemmen.
Noch Fragen?

Wie @Cycron schon ausführlich geschrieben hat, ist das in Berlin einfach kein Zustand.
 
Was hält einen eigentlich in so einem Moloch? :ugly: Und warum wollen im Gegensatz so viele neue Menschen da hin, wenn doch alles scheisse ist?

Und auffällig ist immernoch, dass ich hier selten mal einen Stuttgarter, Hamburger oder Münchner klagen höre. Ja, da verdient man mehr. Aber da bezahlt man ja auch noch mehr Miete. Mag sein, dass im Verhältnis aber mehr vom Gehalt übrig bleibt. Was dann aber wieder für andere Lebenshaltungskosten drauf geht.
Was will man auch mit seinen Problemen hausieren gehen? Es ist doch eh überall so. Selbst in Dortmund steigen die Mieten stetig. Hier bewegt sich eine 80m2 Wohnung auch immer mehr Richtung 1000€, je nach Wohngegend. Das ist doch lächerlich.

Mietpreisbremse schön und gut, aber solange da z. T. Turbokalpitalismus Firmen die Wohnräume vermieten werden die Wege und Mittel finden die Preise in die Höhe zu treiben. Wenn Frau Müller dann merkt das vonovia die Wohnungen im Umkreis für 200€ mehr vermietet, passt sie ihre Miete mit ein paar kniffen halt auch an. Als ob das alles was bringen würde. Von mir aus wirklich einfach die von kühnert vorgeschlagene Enteignung. Jeder darf seinen Wohnraum für sich besitzen, alles was darüber hinaus geht nicht. Fertig.
 
Von mir aus wirklich einfach die von kühnert vorgeschlagene Enteignung. Jeder darf seinen Wohnraum für sich besitzen, alles was darüber hinaus geht nicht. Fertig.

Spinn den Gedanken doch mal weiter.

Wenn jeder nur noch seinen eigenen Wohnraum besitzen darf, wer baut den denn? Wer stellt ihn zur Verfügung? Und was ist da mit den Kosten? Stell dir mal vor, dir rechnet jemand vor, wieviel eine Eigentumswohnung in Dortmund kostet und du sollst das finanziell stemmen.

Ohne die Möglichkeit des Gewinns, wer soll Gebäude mit 100 Wohnparteien bauen? Und wie soll sowas sozial verträglich berechnet werden?

Ich glaube, ich bin bekennender Anti-Turbokapitalist. Und mir gefällt die Situation mit Wohnraum auch nicht. Es wird sicher auch Leute geben, die in Berlin nun 5 Jahre wirklich keine höheren Mieten zahlen müssen. Ich bin nur davon überzeugt, dass das die Probleme nicht nur nicht löst, sondern neue Probleme schaffen wird. Der Ansatz der Problemlösung ist falsch.

Wer hier würde denn als Wohneigentümer freiwillig auf Profit verzichten, wenn die Immobilie nur dafür gekauft wurde? Wer würde 400€ nehmen, wenn er auch 700€ bekommen könnte? Wie soll man jemanden privaten (und dazu gehören auch Wohnungsbaugesellschaften) dazu zwingen, ihr Produkt unter Wert zu vergeben?

Was hier gefordert wird, kann nur der Staat erledigen. Massiver Ausbau des sozialen Wohnungsbau. Und dann gucken wir mal, wer das am Ende bezahlt...
 
Mietpreisbremse schön und gut, aber solange da z. T. Turbokalpitalismus Firmen die Wohnräume vermieten werden die Wege und Mittel finden die Preise in die Höhe zu treiben.

Ja, wie in allen Städten die ein derartiges Problem haben: Man hielt es für eine gute Wahl die Wohnraumschaffung dem freien Markt zu überlassen. War halt ein Griff ins Klo, wie meistens, wenn man sich zu sehr auf jenen verlässt, besonders wenn es um grundlegende Interessen/Bedürfnisse der Bevölkerung geht. Das ist ja witzigerweise auch eines der Argumente (neo)liberaler Akteure, dass der Staat hier versagt hat und man es sich nun einfach machen möchte. Ein unfreiwillig ironisches Eingeständnis, des Versagens der eigenen Ideologie.

In irgendeiner Form muss da wieder regulierend eingegriffen werden, statt das kaputte System weiterhin gewähren zu lassen oder sogar noch in irgendeiner Weise zu fördern. Fragt sich halt was die beste Option wäre aber wie das halt so mit der Wirtschaft ist, lassen sich die Dinge nur schwer voraussagen. Den Luxus exakter Wissenschaften hat man hier ja nicht.
 
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