om3ga schrieb:
Glod, bitte ... so sehr ich dich auch schätze, aber ganz so einfach ists nun auch wieder nicht.
Was die psychologische und historische Entstehungsgeschichte eines (oder mehrerer, je nach Kultur) Gottes (bzw. der Mythen) anbelangt, kann man es sich so einfach machen.
Nicht umsonst spiegeln alle Religionen/Glaubensrichtungen den Zeitgeist der jeweiligen Kultur zum Zeitpunkt ihres Entstehens wider.
In der römischen Mythologie kommen viele Streitwagen, Wein und Gelagen vor, ganz so wie in der Gesellschaft damals.
In der nordischen Mythologie dreht sich vieles um Krieg, viele Mythen hängen mit dem Meer zusammen und allgemein herrschte in Valhalla eine zwieträchtige Stimmung. Die WIkinger waren ja auch kein friedliches Völkchen.
Bei irgendwelchen Afrikanischen Ureinwohnern baut ihre Religion auf Tieren wie Gottesanbeterinnen, Schildkröten und Löwen auf, weil das eben ihre Erfahrungswelt war.
Das sind alles nur verschiedene Ausprägungen desselben menschlichen Dranges, sich seine Umwelt zu erklären und zu hinterfragen.
Der Mensch strebt schon immer nach Wissen über seine Umwelt. Nur konnte man sich vor Jahrtausenden halt einfach viele Phänomene nicht mal ansatzweise erklären und hat sich deshalb in den Dienst eines ersonnenen höheren Wesens gestellt. Somit konnte man auf einen Schlag alle beliebigen Probleme erklären.
Mit fortschreitender Aufklärung hat man jedoch plötzlich neue Erklärungen gefunden, die man sogar beweisen und theoretisch vorhersagen konnte, womit eine religiöse Erklärung immer unnötiger wurde.
Um nicht komplett aus dem Schuß zu geraten, hat sich unsere Kirche ihr Weltbild immer wieder so zurechtgelegt, dass es auch in die moderne Welt passt.
Aus dem Prinzip 'Erde in der Mitte, Hölle drunter, Himmel drüber' wurde ein abstraktes Gebilde, aus dem Gott, der physikalisch existiert und über der Erde wacht wurde ein ätherisches Wesen, das alles durchdringt.
Wenn es einen Gott geben würde, hätte er sich schon längst gemeldet und Klarheit geschaffen.