... und wo ich schon mal im richtigen Thread bin.
Ich habe ein relativ beschissenes Jahr 2017 gehabt.
Kurzfassung: Im März bin ich von einem Tag auf den anderen mit Kopfschmerzen aufgewacht, die nicht mehr verschwunden sind. Hatte dann einige Wochen jede verdammte Sekunde, die ich wach verbracht habe, heftige Schmerzen. Schmerzmittel haben absolut nicht geholfen. Das ganze wurde begleitet von Angstzuständen und der Sorge über eine ernsthafte Erkrankung.
Nach etwa 6 Wochen hatte ich dann ein MRT vom Kopf und es wurde ein Tumor der Hirnanhangsdrüse diagnostiziert. Gutartig, immerhin. Da es sich dabei um einen hormonproduzierenden Tumor handelt, konnte eine medikamentöse Behandlung begonnen werden.
Das Medikament, dass ich zu Beginn nehmen musste, hatte jedoch nicht zu verachtende Nebenwirkungen. Schwindel, Übelkeit, Depression.
Dazu kam, dass ich über mehrere Monate dauerhafte Schmerzen empfunden habe. Nach den Kopfschmerzen hatte ich heftige Rückenschmerzen, so dass ich teilweise mehrere Stunden am Tag nur auf dem Boden liegen konnte (Sitzen und Stehen waren zu schmerzhaft). Dann kamen Brustschmerzen dazu. Schmerzen tagein, tagaus.
Durch die chronischen Schmerzen habe ich zudem das Vertrauen in meinen Körper und meine (Schmerz-)Wahrnehmung verloren, hatte ständig Angst vor einer schlimmen Erkrankung, die für die Schmerzen verantwortlich sein musste und bisher nur noch nicht erkannt wurde.
Wie auch immer, nach Monaten ohne schmerzfreien Tag und depressiven Verstimmungen sowie Angstattacken geht es mir seit einigen Wochen wieder gut, ich habe das Medikament gewechselt, es gibt kaum noch Nebenwirkungen und ich kann wieder mein normales Leben führen. Mit einem zweiten MRT des Oberkörperbereichs hat sich auch meine Angst vor einer (weiteren) unentdeckten Erkrankung weitestgehend zerschlagen.
Inzwischen ist die Hormonproduktion auch wieder so, wie sie sein sollte. Im Nachhinein lässt sich über diesen Tumor auch ziemlich vieles erklären, das noch vor der Schmerzgeschichte und der Diagnose lag (Niedergeschlagenheit, Angstzustände, krasse Antriebslosigkeit...).
Es geht mir also wieder gut.
Konkreten Anlass zum Kotzen habe ich aber dennoch, weil ich seit zwei Semestern Langzeitstudiengebühren zahlen muss (2x500 €). Ich habe nun einen Härtefallantrag gestellt, mit einem geforderten amtsärztlichen Gutachten, in dem bestätigt wird, dass ich seit einem Jahr zu mindestens (!) 80% in meinem Studium eingeschränkt war, dass die Symptome zunächst nicht richtig eingeordnet werden konnten, die Diagnose daher erst verzögert gestellt werden konnte.
Und was hab ich davon? Rückwirkend kann ich kein Geld wiederbekommen, mir wird das Ganze aber als studiumverlängernder Grund anerkannt, in diesem und im nächsten Semester muss ich "nur" 20% der Langzeitgebühren bezahlen. Wow, danke! Wie gnädig. Ich bekomme für den Fuck also 400 € wieder wovon ich gute 100 € direkt für das amtsärztliche Gutachten abdrücken muss. Was für ein Witz!