Der Clou ist aber ein 20 Kilogramm schweres Technologiepaket mit dem sperrigen Namen elektronisch geregelte Vorderachs-Differenzialsperre, das VW als erster Hersteller bei einem Frontantriebler einbaut. Herzstück des Systems ist eine Lamellenkupplung, die die Kraftverteilung zwischen den beiden Vorderrädern regelt. Während andere elektronische Systeme mit vergleichbarer Funktion einfach ein Rad abbremsen, leitet die VW-Vorderachs-Differenzialsperre stufenlos bis zu hundert Prozent der Antriebskraft an das kurvenäußere Rad weiter, wenn das kurveninnere an Grip verliert. Das außen liegende Rad dreht dann schneller, hat dank der Fliehkraft und der Last des Wagens aber auch die bessere Bodenhaftung und drückt den GTI geradezu ums Eck.
Klingt kompliziert, fühlt sich aber faszinierend an - etwa so, als würde ein Riese mit dem Zeigefinger hinten gegen den kurveninneren Kotflügel schnipsen, so mühelos flutscht das Heck herum. In der Kurve nicht zu bremsen, sondern genau im richtigen Moment Gas zu geben und so den virtuellen Heckschwenk einzuleiten - das liefert den Kick, der den GTI einzigartig macht und den man bislang nur von Sportwagen mit Hinterradantrieb kannte.
[...]
Denn neben dem Basismodell, dessen zwei Liter großer Turbo-Vierzylinder um zehn auf 220 PS zugelegt hat, gibt es ab sofort auch eine Performance-Edition mit 230 PS. Zwar wird man die zehn PS mehr Leistung kaum spüren, doch bekommt nur der stärkere GTI die famose Vorderachssperre. Deshalb ist der moderate Aufschlag von knapp 1200 Euro gut angelegt.