RPS. schrieb:
Feedback anyone?
Zu allererst: Was mir bei dir gefällt, ist dass du deinen eigenen Stil hast, der sich recht konsequent wie ein roter Faden durchzieht. Man erkennt an gewissen Dingen mMn sofort, dass das jeweilige Bild von dir ist. Genauso wie bei Fungus, da fällt es einem auch sofort wie Schuppen von den Augen.
Bei einer ausgeprägten Handschrift ist es aber immer kritisch mit der Frage nach dem persönlichen Geschmack. Geschmäcker differenzieren, wie du ja bereits richtig angemerkt hast und je mehr stilisiert und vom gewohnten "Hochglanz-Photolook" abgewichen wird, umso mehr polarisiert es klarerweise auch. Man muss sich nur einmal Ausstellungen von namhaften Photokünstlern geben, statt sich Bilder von zB Werbefotografen anzusehen. Das ist teilweise ziemlich sperrige Kost, aber auch interessant, wenn man sich darauf einlässt und genug sensibilisert für das Thema ist.
Ich war aber auch bereits in Ausstellungen wo ich nur den Kopf schütteln konnte und weder thematisch, noch kompositorisch oder technisch etwas mit den Werken anfangen konnte, die andere wiederum sehr hoch schätzen. Polarisiert halt und halbwegs objektiv kann man eigentlich immer nur bis zu einem gewissen Grad die Aufnahmetechnik und Ausarbeitung bewerten.
Ich bin mir recht sicher, dass du die Lichtsetzung deiner Bilder sehr bewusst gewählt hast, aber mein Fall ist es nicht, da mich die Lichtsetzung sehr an die ersten Gehversuche mit Blitzgeräten erinnert. Es wirkt ziemlich totgeblitzt und wenig plastisch, wodurch in Kombination mit der Bearbeitung der von Copado genannte "Instagram-Look" entsteht. Damit meine ich jetzt Bild 1, 2, 5 und 8 (wobei bei Bild 8 wohl die recht starke Sonne dreingepfuscht hat oder es durch die Bearbeitung entstand).
Für mich sind die Schatten der entscheidend Punkt an der Lichtsetzung, da sie jene imo am stärksten formen und prägen. Das vorletzte Bild, sprich Bild 6 gefällt mir sehr gut. Klar muss ich nun erwähnen (ist aber wohl hier eh bereits bekannt), dass ich selbst ein riesiger S/W-Fan bin, aber als jenes macht das Bild fast alles richtig. Der Kontrast, sprich die Tonwerte sind breit verteilt, sodass das Bild sehr stark von seinen Hell-Dunkel-Kontrasten lebt. Gibt nichts langweiligeres als ein flaches S/W-Bild. Vielleicht wäre etwas Zeichnung in den Spitzlichtern nicht verkehrt gewesen (Eventuell lässt sich hier noch etwas im RAW-Converter herausholen?), aber vermutlich wars einfach ein Kompromiss aufgrund der sehr harten Lichtsituation? Die L-Komposition schmeichelt dem Bild-Format natürlich auch.
Bild Nummer 3 wäre für mich auch ein positives Beispiel für den Einsatz des Schattens, der hier wirklich sehr schön gezeichnet ist.
Ganz besonders die Akt-Fotografie lebt ganz stark von Pose, Kameraperspektive und Lichtsetzung und das fehlt mir doch sehr bei dieser Bilder-Serie.
Was mir auch oft bei deinen Bildern auffällt sind die großen, weißen, reflektierenden Flächen, die den Betrachter doch sehr ablenken. Hier wird in der Bildkomposition dazu angeraten diese eher zu vermeiden, wenn man sie nicht bewusst einsetzt, um den Blick lenken zu wollen. Ist mir besonders stark bei Bild 5 und 8 (der extrem dominante, helle Busch) aufgefallen.
RPS. schrieb:
Ja, da hast du absolut Recht mit. Die ersten beiden sind auch nur so entstanden weil ich das Model nur an einem Abend abseits ner Feierlichkeit zum fotografieren bekommen habe und es schon dunkel war, ich aber nur den eingebauten Kamerablitz hatte. Hatte eigentlich nen Reflektor dabei weil ich gedacht hatte das wir die viel früher machen...
Dann hätte ich es mit Available Light probiert und dafür ein hohes ISO-Rauschen in Kauf genommen. Bevor ich ein Bild mit dem internen Kamera-Blitz schieße, schieße ich überhaupt kein Bild oder zumindest nur sehr, sehr zart auf den zweiten Verschlussvorhang drauf - bringt manchmal ganz tolle Ergebnisse aber nicht immer.