Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Atomkatastrophen weltweit - immer mal wieder!

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

lüsterneLINDA schrieb:
was ist denn mit japans schnellzügen, sind sie erdbeben sicher, oder geht das garnicht?

Zwei Shinkansen Linien waren am Samstag doch wieder in Betrieb.

Bei Erdbeben werden die automatisch angehalten - siehe Kapitel 10:

http://www.rtri.or.jp/infoce/book/jrtt_E.html

Längst Out of Print, aber ich habe ja ein Exmplar. :D
 
derstandard.at schrieb:
Nachbeben der Stärke 6,2 - Zweite Explosion in japanischem AKW
14. März 2011, 06:00

Schweres Nachbeben - Tsunami-Warnung zurückgenommen

Die Katastrophe in Japan nimmt immer dramatischere Dimensionen an: Nach einem heftigen Nachbeben mit anschließender neuer Tsunami-Warnung erschütterte am Montag eine zweite Explosion in einem Atomreaktor das Unglückskraftwerk in Fukushima. Nach Angaben der Regierung soll die Stahlhülle des Reaktorblocks 3 aber standgehalten haben. Bereits vor den neuen Schreckensnachrichten waren an der Küste im Nordosten Tausende Leichen entdeckt worden.

Das Nachbeben der Stärke 6,2 erschütterte um kurz nach 10.00 Uhr Ortszeit auch die japanische Hauptstadt Tokio. Das Epizentrum lag nach Angaben der US-Erdbebenbehörde USGS 140 Kilometer nord-östlich der Hauptstadt - also in Richtung der Atomanlagen in Fukushima. Eine erste Tsunami-Warnung wurde später wieder zurückgenommen.

Explosionsgeräusche in AKW

Von den Unglücks-Meilern in Fukushima meldete der Sender NHK wenig später Explosionsgeräusche in der Nähe des Reaktors Nummer 3. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, handelte es sich um eine Wasserstoffexplosion. Eine solche Detonation hatte es bereits am Samstag im Reaktorblock 1 gegeben. Ob es bereits zu Kernschmelzen gekommen ist, war nach widersprüchlichen Angaben auch am Montag noch unklar.

Bei der neuerlichen Explosion sind drei Arbeiter verletzt worden. Sieben würden noch vermisst, erklärten Vertreter der Betreiberfirma Tepco am Montag. Sechs der Vermissten gehörten der Armee an.

TV-Sender zeigten Rauch über beschädigten Reaktorgebäuden.Techniker in Fukushima arbeiteten seit Freitag daran, Druck abzulassen und eine Kernschmelze zu verhindern. Nach dem Ausfall der Kühlsysteme war die Temperatur der Brennstäbe außer Kontrolle geraten.

Evakuierungsanordnung: 600 Menschen noch in Gebiet

Die Stahlhülle von Reaktor 3 sei bei der Explosion aber unbeschädigt geblieben, berichtete ein Regierungssprecher unter Berufung auf Angaben der Betreiberfirma. Die Regierung rief die Menschen auf, im Umkreis von 20 Kilometern um das Unglückskraftwerk in ihren Häusern zu bleiben. Trotz einer Evakuierungsanordnung sollen sich noch etwa 600 Menschen in dem Gebiet befinden.

Nach Berichten der Agentur Kyodo wurden noch vor dem neuen Beben in der Präfektur Miyagi im Nordosten des Landes 2.000 weitere Leichen entdeckt. Die Toten seien an der Küste gefunden worden. Es wird befürchtet, dass durch das Erdbeben und den Tsunami über 10.000 Menschen getötet wurden. Mit Stand vom Sonntagabend österreichischer Zeit hatten die Behörden 1.597 Opfer identifiziert.
 
derstandard.at schrieb:
7:00 Uhr: Bericht der "New York Times": Der US-Flugzeugträger USS Ronald Reagan ist nach einem Zeitungsbericht durch eine radioaktive Wolke gefahren, die von den japanischen Atomreaktoren ausgehen soll. Mehrere Crewmitglieder hätten binnen einer Stunde eine Monatsdosis Strahlung abbekommen, berichtete die US-Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Zunächst wurden keine Krankheitssymptome gemeldet.

Zudem hätten am Sonntag Hubschrauber etwa 100 Kilometer vom japanischen Kernkraftwerk Fukushima entfernt kleine Mengen radioaktiver Partikel gemessen. Die Stoffe würden noch analysiert. Dem Bericht zufolge werden darunter Cäsium-137 und Jod-121 vermutet.
 
Ich frage mich noch immer, wie man auf einem tektonischen Pulverfass sitzend, derart auf Kernkraft setzen kann. Aber die Kurzsichtigkeit in dieser Frage ist ein globales Phänomen. Und ich wette die Verantwortlichen sitzen längst im sicheren Bunker oder haben zumindestens einen solchen zur Verfügug, oder sie verschwinden rechtzeitig in ein Flugzeug.
 
+++ China billigt massiven Ausbau der Atomenergie +++

[7.36 Uhr] Ungeachtet der Atomkatastrophe in Japan hat Chinas Volkskongress einen massiven Ausbau der Kernenergie beschlossen. Bis 2015 soll mit dem Bau von weiteren 40 Gigawatt an Kapazitäten begonnen werden. Bis 2020 sollen die gegenwärtigen Atomkapazitäten verachtfacht werden, berichten chinesische Staatsmedien. Ohne offene Debatte stimmten 2778 Delegierte in Peking für den neuen Entwicklungsplan. Nur 56 stimmten dagegen, während sich 38 Abgeordnete enthielten.
 
Sleipn1r schrieb:
Ich frage mich noch immer, wie man auf einem tektonischen Pulverfass sitzend, derart auf Kernkraft setzen kann. Aber die Kurzsichtigkeit in dieser Frage ist ein globales Phänomen. Und ich wette die Verantwortlichen sitzen längst im sicheren Bunker oder haben zumindestens einen solchen zur Verfügug, oder sie verschwinden rechtzeitig in ein Flugzeug.

wohlstand, ohne die kernkraft wäre ihre wirtschaft nach dem letzten weltkrieg nie so gewachsen. deshalb werden die nach der ganzen sache (wie die auch immer ausgeht) auch weiterhin auf kernkraft setzen. wenn man einmal ein wohlstandslevel erreicht hat, ist keiner mer bereit auf dieses niveau zu verzichten.
 
Mal eine Frage zu Evins Blogpost von gestern: Soweit ich das verstanden habe, ist laut dem Autor bis jetzt als einzig radioaktives Material der Dampf an die Außenwelt gedrungen (eben bewusst abgelassen worden um Druck zu verringern) und dieser ist eigentlich ungefährlich, weil die Halbwertszeit so gering ist.

Wie wird aber dann erklärt, dass in der Umgebung die radioaktiven Grenzwerte schon um das x-fache überschritten werden? Irgendwie hab ich das nicht ganz verstanden.
 
Ungefährlich ist das auch nicht, nur nicht so katastrophal, als wenn aktives Strahlungsmaterial in die Umwelt geblasen wird. Das strahlt ja auch Jahre (-hunderte, -tausende, je nach Materialart).

@ Linda: Rechne mal die Kosten für die Entseuchung dazu (von Subventionen, Entlagerung, Wiederaufbau, etc. mal ganz zu schweigen). Mit Öl, Gas, regenerativen Energien wären sie deutlich billiger dran. Das ist der Preis für die Technikgläubigkeit.
 
om3ga schrieb:
dieser ist eigentlich ungefährlich, weil die Halbwertszeit so gering ist.

Die Halbwertszeit von Jod ist zwar relativ gering, liegt aber immer noch bei einer Woche, wenn ich mich richtig entsinne. Von daher kann aktuell von "ungefährlich" keine Rede sein. Die Langzeitfolgen sind nur überschaubar, wenn sich die Situation nicht dramatisch verschlechtert.
 
Ich frage mich immer noch, wo die alle das Uran hernehmen wollen. Bei den aktuellen Reaktorverbrauch weltweit ist das Uran noch vor dem Öl alle, und die wollen da noch einmal 40 Reaktoren hinpflanzen. Und nach 20 Jahren muß man sie zwangsweise stilllegen, weil nichts mehr zum verheizen da ist :vogel:
 
Cale schrieb:
Ich frage mich immer noch, wo die alle das Uran hernehmen wollen. Bei den aktuellen Reaktorverbrauch weltweit ist das Uran noch vor dem Öl alle, und die wollen da noch einmal 40 Reaktoren hinpflanzen. Und nach 20 Jahren muß man sie zwangsweise stilllegen, weil nichts mehr zum verheizen da ist :vogel:

was ein glück...
 
Nasreddin schrieb:
Das sind ein paar naive Träume von Spiegel, ZDF und taz. Außerhalb von Deutschland wird sich gar nichts tun. Es werden weiter Atomkraftwerke gebaut und auch neue genehmigt.

Ist mir auch völlig klar. Ich sag ja auch gar nix dagegen. Ich find's nur cool, dass hierzulande gleich wieder der totale Aktionismus inkl. Panikmache ausbricht und Landesregierungen angesichts der nahen Wahlen krampfhaft das Steuer rumreißen wollen, welches sie selbst festgekettet haben und die Chinesen bauen einfach mal 40 neue. :gerri:
 
Zurück
Oben