ASH
Alt und grau, aber kein bisschen Weise
Seo schrieb:Maßnahmen ergeifen, um die Bevölkerung zu schützen, und gleichzeitig alles kleinreden, um Panikstimmung zu vermeiden.
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Seo schrieb:Maßnahmen ergeifen, um die Bevölkerung zu schützen, und gleichzeitig alles kleinreden, um Panikstimmung zu vermeiden.
Anubis schrieb:Ich glaube Erdbeben sind denne jetzt auch egal.
lüsterneLINDA schrieb:hätten die nicht jahrzehnte lang an tanzenden robots und robot-hunden geforscht, dann wären wohl in 2 jahren noch keine robotor für diesen einsatz bereit.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,757732,00.htmlDie Hightech-Roboter werden von der Firma iRobot aus Bedford im US-Bundesstaat Massachusetts hergestellt
Das wirft ja ein sehr schlechtes Bild auf die Japanische Regierung."Das sowjetische Regime hat nach der Katastrophe von Tschernobyl in Evakuierungsfragen schneller gehandelt als die jetzige japanische Regierung."
von Werner Eckert 19. April 2011 15:42 Uhr
Ein Sarkophag ist Schönsprech: klingt nach verziertem Steinsarg und ewiger Ruhe. Die Wahrheit – zumindest in Tschernobyl – ist: ein Teil der 190 Tonnen Kernbrennstoff dürften noch in der Ruine liegen. Zum großen Teil zwar zu einer Art Lava geschmolzen und nun erstarrt. Aber manches ist auch in Wasser gelöst oder liegt als Staub in den zerstörten Gebäuden. Zudem besteht die theoretische Gefahr, dass in der Masse aus spaltbarem Material wieder eine Kettenreaktion beginnt. Die Situation ist bis heute nicht wirklich klar und nach wie vor sind viele Teile nicht begehbar. Der Sarkophag dort wurde unter schwierigsten Bedingungen und großer Gefahr für die Arbeiter zusammengezimmert. Wegen der hohen Strahlung ging Geschwindigkeit vor Sorgfalt. Auf die alten Fundamente wurden Wände und Platten aufgesetzt. Zum großen Teil ferngesteuert und mehr schlecht als recht abgedichtet. Das ist keine Lösung für die Ewigkeit. Diese Hülle war von Anfang an nur als Übergang gedacht und für höchstens 20 Jahre ausgelegt. Nun wird sie aber wohl 30 Jahre halten müssen. Die Gefahr: bricht sie zusammen, dann wird viel von dem radioaktiven Staub in den Kraftwerksruinen erneut aufgewirbelt und verteilt. Greenpeace rechnet mit 50 Kg radioaktiven Stoffen. 1)
Alle Versuche, die Konstruktion zu stabilisieren waren Flickwerk und nicht erfolgreich. Ein neuer, zusätzlicher Sarkophag oben drüber soll seit Jahren gebaut werden. Bei einer so genannten Geberkonferenz hat die internationale Staatengemeinschaft gerade erneut mehr als eine halbe Milliarde Euro an Hilfen für die Ukraine zugesagt. Geplant ist eine Konstruktion aus Stahl. 20.000 Tonnen schwer, 250 Meter breit gespannt und 125 Meter hoch soll ein Tunnelbogen sein, der – wegen der Strahlung – ein Stück entfernt von der Ruine gebaut und dann auf Schienen über die Trümmer gefahren werden soll. Geschätzte Kosten: 1,5-2 Milliarden Euro. Das soll dann für 50-100 Jahre halten. Es ist also längst noch keine endgültige Lösung. Niemand wagt sich bislang daran, die strahlenden Reste zu bergen und zu „entsorgen“ – wohin auch?
Fazit: Ein Atomunfall ist eine gefährliche und teure Dauerlast, auch wenn wir jahrelang nicht dran denken, das Problem bleibt.
Längst wird auch in Fukushima über eine solche Abdeckung nachgedacht. Die aktuellen Planungen (blogeintrag von gestern) sehen erst mal vor, eine Folie über das gesamte Areal zu ziehen. Die soll ebenfalls Staub aufhalten. Darunter würden die Kühlarbeiten weiter gehen. Es ist ausgesprochen fraglich, ob die so erfolgreich sein werden, dass man in absehbarer Zeit an die Brennelemente ran kann. Eher unwahrscheinlich. Die Strahlenwerte sind – wie wir jetzt scheibchenweise erfahren – doch sehr hoch. In den Reaktorgebäuden haben ferngesteuerte Roboter um 50 Millisievert je Stunde gemessen. 2) Das Wasser in den Kanälen darunter strahlt sogar mit 1 Sievert/Stunde.
Wir erinnern uns: in Fukushima lagert sehr viel mehr atomarer Brennstoff als in Tschernobyl. Und wahrscheinlich sind die Brennstäbe auch mindestens zum Teil geschmolzen und nicht mehr einfach zu entnehmen. Große Mengen stark strahlenden Wassers machen klar: es gibt Lecks und Undichtigkeiten. Die Abklingbecken sind ohnehin nicht stark gesichert. Strahlende Materialien sind überall auf dem Gelände. Früher oder später stellt sich auch hier die Frage wie es weiter gehen soll. Der Betreiber Tepco selbst sprach schon von „zuschütten“ – also einer Deckschicht aus Erde und vielleicht Beton obendrüber. Wolfgang Renneberg vom Büro für Atomsicherheit hält es für möglich, dass kleinere Hüllen über den Reaktorblöcken ausreichen. Denn im Gegensatz zu Tschernobyl dürfte das meiste Material noch in den Containments sein. Wann der richtige Zeitpunkt dafür ist, bleibt unklar. Bei der teilweisen Kernschmelze im amerikanischen Three-Mile-Island-Kraftwerk hat es 5 Jahre gedauert, bis man in den Reaktorüberhaupt nur hineinschauen konnte.

Dabei handelt es sich um 25.000 Tonnen hochradioaktiven Abwassers im Turbinenraum des Reaktors 2.
TEPCO zufolge werde rund eine Tonne davon innerhalb von vier Wochen verlagert.




snooky schrieb:Kurzer Bericht über die Anhebung der Grenzwerte für radioaktive Belastung von Lebensmitteln in Europa ...
http://foodwatch.de/presse/pressearchiv/2011/atom_katastrophe_in_japan/index_ger.html
Für Lebensmittel und Lebensmittelimporte gelten für Cäsium 134 und 137 üblicherweise Höchstwerte von 370 Becquerel/Kilogramm für Säuglingsnahrung und Milchprodukte sowie von 600 Becquerel/Kilogramm für andere Nahrungsmittel (EU-Verordnung 733/2008). Mit der Eilverordnung 297/2011, in Kraft getreten am 27. März 2011, hat die Europäische Kommission diese Grenzen für Produkte aus den betroffenen japanischen Regionen deutlich heraufgesetzt: auf 400 Becquerel/Kilogramm für Säuglingsnahrung, auf 1000 Becquerel/Kilogramm für Milchprodukte und auf 1250 Becquerel/Kilogramm für andere Nahrungsmittel. Bestimmte Produkte wie Fischöl oder Gewürze dürfen diesen Wert sogar um das Zehnfache übersteigen, also bis zu 12.500 Becquerel/Kilogramm belastet sein – ein 20-faches des bisherigen Limits.
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