Ein großes Problem ist halt imo einfach, dass Ladezeiten zu lang und Schnellreise Punkte zu rar gestreut sind. Eliminiert man diese beiden Punkte, wäre der Flow um einiges angenehmer, wenn man einfach straight die Hauptquest machen will. Und da haben sie einem schon gut Luft gelasse, um jegliches optionales auszulassen. Kenne kein AC, was einem so wenig mit Nebenkram auf die Nerven geht, wenn man es denn ignorieren will, wie das hier.So einfach finde ich es im Falle Odyssey gar nicht, denn Qualitäten sind ohne Zweifel da.
Ubisoft hat in Sachen Writing merklich dazugelernt, auch was die Hauptcharaktere anbelangt.
Kassandra ist eine gelungene Figur und innerhalb der Welt, die sich selber nicht zu ernst nimmt, durchaus glaubhaft und passend dargestellt. Man schaut und hört der Figur gerne zu. Es gibt viele SEHR gut vertonte Questreihen, wobei von humorvoll bis tragisch alles dabei ist. Totalausfälle gibt es eher wenig.
Spielerisch passt das Game auch, das Kampfsystem macht Spaß und generell geht alles sehr gut von der Hand. Das große Manko ist einfach die Menge von allem, worunter der Spielfluss leidet.
Es gibt einfach viel zu viele Quests, die später auch notwendig sind, um das erforderliche Level für die Hauptgeschichte zu erreichen. Auch verstecken sich in den vielen Quests immer wieder Mitglieder des bösen Kults (Bösewichte), die es auszuschalten gilt. Auf diese Weise sammelt man z.B. auch Hinweise, um die Identität und den Aufenthaltsort weiterer Mitglieder aufzudecken, was im Übrigen sehr cool gemacht ist und das Spiel ungemein bereichert, überraschende Wendungen in kleinem und großem Ausmaß inklusive.
Verstrickungen zwischen Side-und Hauptquests gibt es auch immer wieder. Im Vergleich zu allen Vorgängern wirkt das hier wirklich wie ein zusammenhängendes Konstrukt, was durchaus lobenswert ist!
Auch die Nebenfiguren, um die einige Sidequests gesponnen werden, sind toll geschrieben. Egal ob es Sokrates oder Hippokrates sind, die den Spieler auch schonmal in Sachen Moralvorstellung auf den Prüfstand stellen, oder ein sehr illustrer Charakter, der den Spieler an seinem Nacht- und Liebesleben teilhaben lässt. Es gibt wirklich großartige Momente. Nach der 20. Mission, die man der Reihe nach für diese Personen erledigen soll, wird es halt einfach mal langweilig und nervig...
Eigentlich dramatisch, da Ubisoft sich hier selber Sand ins Getriebe streut.
Aber es dauert halt einfach ewig, nur um von Stadt A mit Schnellreise-Punkt zu Dorf B ohne Schnellreise-Punkt in dem grade eine Quest ist, dass einen dann zu Fort C schicken will, zu kommen. Dabei ist die Größe der Spielwelt gut und sie dürfen die auf keines Falls kleiner machen. Ein Großteil der Atmosphäre und der Glaubwürdigkeit der Spielwelt stammt davon, dass es wortwörtlich die Größe einer Odyssey hat, ich kaufe den NPCs Gefahr und Last auf Reisen ab, bei ihren Problemen, weil Distanzen groß und reichlich Bedrohungen ihren Weg kreuzen könnten. Das ist unglaublich wichtig in solchen Spielen, wo ich das Thema letztens erst im Fallout Thread angesprochen hab.
Sie müssten halt nur mehr Schnellreise-Punkte anbieten, sobald man an einem Ort schon mal war, am besten auch außerhalb von Aufklärungspunkten. So sehr sich die Leute bei DW9 lustig gemacht hatten, dass es alle 100m einen eigenen anwählbaren Schnellreisepunkt gab, aber so gut war es bei einer Spielwelt, die sogar noch größer als die von ACO war. So hat man maximal weniger als 30sek Reitzeit mit dem Pferd bis zur Quest und weitaus kürzere Ladezeiten.
Das Writing ist echt klasse in ACO und wenn ich an nem NPC angelangt bin, freut man sich über die Dialoge, aber der Weg dahin ist immer nervig, weil alles unnötig verlangsamt ist. Da will man aus der Stadt, aber das Pferd spawnt nicht richtig. Dann spawnt das Pferd, hat aber die selbe verkackte KI wie in RDR, dass wenn man aufs Pferd zu läuft, es vor einem wegrennt, weil man ja stylish in Laufrichtung aufspringen soll, obwohl das eintausend Mal länger dauert, als wenn der Gaul einfach zu mir kommt. Dann ist das Pferd in der Nähe der Stadt gedrosselt, damit man nicht die Zivilisten umtrampelt, aber komischerweise haben die Griechen wohl auch vor den Stadttoren ihre Blitzer aufgestellt, weil manchmal bis 400m weit entfernt einer Stadt das Pferd noch langsam daher trabt und sich an den Speed hält. Dann wird man unterwegs von 5 Löwen angefallen, die einem 200m hinter her rennen. Passiert das zu nah am Ziel, darf man sich vorher auch noch um die kümmern, bevor man den NPC anquatschen kann. Dann kommt man in Stadt B an, will direkte Luftlinie zum Ziel, springt dabei über Dächer, aber uuups, absolut jede Location in Städten ist komsischerweise von Soldaten bewacht, die einen angreifen, wenn man zu nahe kommt, obwohl das in der Regel ÖFFENTLICHE GEBÄUDE wie Schmiede sind (wie bleiben die so eigentlich im Geschäft, wenn Soldaten jeden Zivilisten abstechen, der sich ihnen nähert?), man selbst achtet darauf natürlich nicht, weil sind halt normale Gebäude wie alle andere auch, aber auf einmal, zack, wirst du von 2 Captains und einem Polemarch verfolgt. Die killt man dann auch, aber oho, die Stadtbevölkerung findet das gar nicht toll, also wird die daraufhin feindlich und will sich wortwörtlich mit Fackeln und Mistgabeln gegen einen zur Wehr setzen, nachdem man grade vor denen die Elite ihrer Armee zu Hackfleisch verarbeitet hat. Aber so lange die Zivilisten feindlich sind, kann man immer noch nicht mitm NPC sprechen, also muss man die auch killen, und, und, und... es ist ein endloser Kreislauf.
Das Spiel ist trotzdem noch locker eine 9/10 für mich, weil das Writing, Story und Charaktere einfach richtig stark sind und im eigentlichen Core-Gameplay etliche gute Neuerungen dazu gekommen sind, aber das müssten sie schaffen ein wenig zu fixen in Nachfolgern ohne die Spielwelt zu verkleinern.
Obwohl ich sagen muss, so gerne ich China oder Japan als Setting hätte, hätte ich jetzt verdammt gerne auch noch so ein AC im antiken Rom, wo wir jetzt Ägypten und Griechenland hatten, da ich Rom auch ein verdammt geiles Setting finde. Wenn wir nicht schon Brotherhood in Rom gehabt hätten. Wer hätte gedacht, dass mich nach all den Jahren es noch einmal in den Hintern beißt, dass mein Lieblings-Assassins Creed schon in Rom spielte und damit die Option für Nachfolger blockiert...bin zwar mit odyssey recht zufrieden, wird aber trotzdem interessant, was ubisoft mit dem einen jahr extra entwicklungszeit aus der reihe macht. ein komplett frisches setting in china oder japan (wenn nicht diese, dann in der nächsten generation) könnte der fall sein und wahrscheinlich werden sie die zeit auch noch dafür nutzen, um einen multiplayer wieder in die reihe zu integrieren. vielleicht nun komplett online ala destiny & co. das light rpg system steht ja schon einmal.


