Bexter
Marketing-Sau
Nasreddin schrieb:Ich denke Iro will nicht auf die klassische Bestechung hinaus, sondern auf die große Nähe von Presse und Publishern. Das ist nun einmal ein ständiges Geben und Nehmen, bei dem es auch um Exklusivstorys, Vorabversionen etc. geht (woraus du hier im Forum ja auch nie einen Hehl machst). Da sind Abhängigkeitsverhältnisse entstanden, die mich durchaus an die Automobilbranche erinnern und die auch deutlich ausgeprägter sind als etwa in der Filmbranche/ -kritik. Ich denke schon, dass daher die Frage berechtigt ist, ob man das durchschnittliche deutsche, kommerzielle Magazin noch unabhängig bezeichnen kann.
Natürlich kann man da bedenken haben, aber wie du schon sagst: Es ist ein Geben und ein Nehmen- Würde ein Publisher regelmäßig von uns erwarten, dass wir ihn nun "netter" behandeln, nur weil er uns immer Exklusivstorys gibt, dann wäre das über kurz oder lang ein Schuß in den Ofen: Für beide Seiten.
a.) weil wir uns bei unseren Lesern unglaubwürdig machjen
b.) weil der Publisher sich keine Freunde unter den anderen Magazinen machen würde, da die natürlich auch fuchsig werden, wenn immer nur Magazin X die Exklusivstorys bekommt.
Dragon Age hatten wir Glück, aber beim nächsten Mal ist wieder ein anderer dabei, was ja auch in Ordnung so ist. Zudem führt Unabhängig immer zu Konflikten, die an die Nerven gehen, aber dann bewältigt werden müssen.
Rollenspiel X das kürzlich rauskam wurde mit großen Erwartungen des Publishers releast. Es wurde eine ordentliche Summe in die Werbung investiert. Als unsere Wertung dann aber nicht den Erwartungen entsprach, gab es wirklich eine lange lange Debatte und dabei ging es nur um wenige Prozentpunkte. Wir haben uns dann dazu entschieden auf die Werbung zu verzichten, da ich Prinzipien einfach wichtiger finde. Fängt man nämlich EINMAL damit an, dann tut man es immer wieder. Zudem ist die Branche noch recht klein und ist der Ruf erst einmal ruiniert...

Hört sich gut an 


