@flexx: Wie sieht denn mittlerweile dein Ersteindruck aus?
Um mich kurz zu fassen: bin begeistert.
Im ausführlicheren Ersteindruck sollte ich erst mal erwähnen, wie sehr mich das Spiel (größtenteils positiv) an Command & Conquer erinnert. Speziell an die erfolgreicheren Ableger mit Gehversuchen im ausgeschmückten 3D-Gewand. Das ist auch etwas, was Act of Aggression hervorragend umsetzt. Die Grafik ist gelungen, die Spielwelt, Figuren und Fahrzeuge strotzen vor vielen kleinen Details, die Animationen und Effekte sind toll und die Einstellungsmöglichkeiten in den ansonsten relativ spärlich besetzten Einstellungen sind beachtlich. Einen Wermutstropfen gibts, das Spiel ist im aktuellen Stadium relativ hardwarehungrig. Ein halbwegs aktuelles System ist für maximale Einstellungen eine Grundvoraussetzung.
Die wichtigsten Eckpunkte zum Spiel hab ich ja bereits angeschnitten. Es spielt sich so, wie man sich das von einem moderneren Ableger der größtenteils ausgestorbenen Echtzeit-Strategiespiele erwartet. Vereinfachter Basisbau bzw. beschränkte Nutzung der Baufläche. Gebäude müssen – bis auf wenige Ausnahmen – in einem bestimmten Raster in der Nähe des Hauptquartiers oder ähnlich gebaut werden. Um alle Einheiten und Gebäude aus dem Boden stampfen zu können, muss neben Geld und Strom auch Öl, Aluminium und seltene Mineralien in Raffinieren gefördert werden. Letztere drei Vorkommen erscheinen jeweils zufällig auf der Karte. Das führt schon mal zu heiß umkämpften Rohstoffvorkommen, die pro Partie mehrmals den Besitzer wechseln.
Die beiden Parteien spielen sich vom Prinzip her ähnlich, unterscheiden sich aber in Gebäude- und Einheiten-Auswahl frappierend. Während sich die US-Army auf ihre geballte Feuerkraft konzentriert, operiert die Chimera mehrheitlich über ihre Vielzahl an Upgradefunktionen, mit denen sich quasi jede Einheit (und Gebäude…) individuell spezialisieren lässt. Eine weitere Fraktion soll in der finalen Fassung noch dazu stoßen.
Es gibt auch Aspekte, die mir weniger gut gefallen. Zum einen die Zoomstufe der regulären Kamera (es lässt sich zwar in eine Satellitenansicht wechseln, die kann man sich in der grafischen Aufmachung aber wie bei Call of Duty vorstellen), die im späteren Verlauf des Spiels einfach viel zu nahe steht. Gebäude nehmen viel Platz ein und es können durchaus mal mehrere größere Panzer-Formationen übers Schlachtfeld rollen. Das schreit nach Übersicht, die spätestens dann nur nur in der Satellitenansicht gewährleistet wird. Zum anderen muss am Balancing noch weiter gedreht werden, auch wenn gerade im letzten Patch wieder einiges getan wurde. Ein paar Einheiten stehen noch etwas übermächtig da.
Auf alle Fälle gibt es Ansatzpunkte, die angegangen und verbessert werden können. Die grundlegend vorhandene Substanz ist aber äusserst vielversprechend.
