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REVIEW 50ct - Blood on the Sand

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Gungrave

Weißbierwarrior
Als Fiddy im Irak von Gangstern um seine Gage von 10000000$ betrogen
wird, sieht er Rot und beginnt einen unbarmherzigen Rachefeldzug
im kriegsgebeutelten Irak! So beginnt die wohl innovativste Story in der Geschichte der Videospiele! :kaffee:
Aber zu meiner großen Überraschung ist das das Spiel technisch äusserst
solide umgesetzt worden. Im Arcade-Punkte-Stil zieht ihr mit einem Eurer Kollegen
aus der G-Unit, den ihr vor Spielantritt auswählt, durch die (meistens) Schlauchlevel einer
irakischen Stadt und schiesst auf alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Für jeden
Treffer werdet ihr mit Punkten belohnt, die in Geld umgewandelt werden. Damit könnt ihr Euch dann neue Waffen, Gegenmassnahmen (Finishing-Moves) und Beleidigungen kaufen, die ihr den Gegnern entgegenschmettern könnt.
Das Spiel erinnert vom Prinzip her sehr stark an "Army of Two", denn auch hier müsst ihr mit Eurem Partner von der G-Unit zusammenarbeiten und Tore öffnen oder
euch über eine Mauer hiefen. Ihr könnt wie bei GOW in Deckung gehen, die teilweise
zerstörbar sind und aus der Deckung schiessen.
Das Spiel bietet Non-Stop-Daueraction, die einiges an Spasspotential beinhaltet.
Auch an einen Adrenalin-Modus mit Bullettime wurde gedacht und sieht sehr gut aus.
Hin und wieder klemmt ihr Euch hinter das Steuer eines Hummers und müsst einen
Konvoi beschützen - Diese Fahreinlagen fallen etwas ab, weil man immer nur ballernd geradeaus fährt.
Fiddy wurde schön designed. Aderndurchzogene Muskeln incl. Tatoos und Moves
gehen in Ordnung und sehen schön aus. Seine Finishing-Moves sind vielfältig und schauen schön martialisch aus! Die KI der Mitstreiter und der Gegner geht in Ordnung. Nur warum die Jungs der G-Unit im Gegensatz zu Fiddy nahezu lächerlich aussehen und wirken, wissen nur die Entwickler - hier wurde bei den Genre-Kollegen deutlich bessere Arbeit geleistet!
Mein Fazit: Das Spiel sieht gut aus, spielt sich gut und wurde gut inszeniert - es bietet alles was das Shooter-Herz begehrt.
Nur Fiddys Quäckstimme will sich nicht so richtig in die Action einfügen, besonders
wenn man einen "Marcus" gewohnt ist.:oops:
Fiddy-Fans kommen ausserdem voll auf ihre Kosten, weil alle wichtigen Werke und Videos des Künstlers mit in das Spiel gepackt wurden und teilweise erst "freigespielt" werden müssen. Gottseidank lässt sich der Soundtrack aber während des Spiels auch abschalten. Deshalb hätte ich mir persönlich etwas atmosphärische Umgebungsgeräusche gewünscht - wie z.B. das Rufen des Muhezins ect. pp.
Ich habe 55€ bezahlt und für Shooterfans geht 50ct. Blood on the Sand absolut
in Ordnung, auch wenn sie mit Fiddy ansonsten nicht viel anfangen können!
In diesem Sinne "Keep it Real"!:popcorn:

cya
 
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50 Cent: Blood on the Sand – alleine der Titel verspricht schon ein spielerisches Meisterwerk – doch bekommt man das auch?

Wenn man sich vor Release ein wenig umgesehen hat, konnte man schon die ein oder andere Rezension bei Amazon und Co. Lesen – die User gaben schlechte Bewertungen und kritisierten das Spiel zutiefst. Natürlich hatten sie es noch nicht gespielt, aber der Titel reichte ihnen für ein schnelles Abstempeln aus. Fifty Cent? – WTF – das Spiel muss der größte Mist überhaupt sein. Doch mich hatte schon die grandiose (Trash-) Story im Vorfeld überzeugt, denn die war schon teilweise bekannt.
Fiddy (so nennen wir ihn ab jetzt mal) ist mit seiner G-Unit im Nahen Osten auf einer Tournee unterwegs. Nach dem letzten Konzert möchte er seine Gage vom Veranstalter haben, welche immense 10.000.000$ beträgt. Der kann jedoch leider nicht zahlen, da er behauptet, dass ihm das Geld gestohlen wurde. Fiddy ist damit nicht wirklich zufrieden und bedroht den Veranstalter mit seiner Pumpgun. Zum Glück hat dieser noch einen sehr begehrten Schädel im Safe, der mit Diamanten verziert wurde. Fiddy gibt sich damit zufrieden, dumm nur, dass ihm dieser ein paar Minuten später schon wieder geklaut wird. Nun ist er sauer und will das Ding zurück – zu Recht wie ich finde.

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Ab hier kämpft sich 50 durch neun mehr oder weniger abwechslungsreiche Missionen und mischt so einige Leute mit seinem Partner, einen Wahlcharakter aus der G-Unit Gang, mit vielen Waffen und großem Trara auf.

Spielerisch gesehen ist es eine Mischung aus Gears of War und The Club von Sega – Hauptspielelemente sind nämlich das Deckungsfeature und ein ähnliches Combosystem für das Töten von „Gangster-Terroristen“. Wie bei The Club, sind Gegenstände in den Missionen (Zielscheiben und Poster) versteckt, die die Punktezahl nach oben treiben. Am Ende einer Teilmission wird abgerechnet – das Ziel ist es Medaillen zu erspielen – Bronze, Silber und Gold. Wer Silber oder Gold erreichen möchte, sollte sich schon die Mühe machen die Poster und Zielscheiben zu finden, denn nur damit ist es möglich den geforderten Score zu erreichen.

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Als Schwierigkeitsgrad stehen drei Optionen zur Verfügung – leicht – mittel und schwer. Empfehlen kann ich allerdings nur den schweren Modus, da es nur hier die doppelte Anzahl an Punkte für erledigte Gegner gibt und es somit machbarer ist, Goldmedaillen zu ergattern. Das Spiel an sich ist auch auf hart relativ leicht schaffbar, denn es ändert sich nichts, bis auf die Hitpoints des Hauptcharakters, d.h. 50 stirbt im Kugelhagel etwas schneller als auf den anderen Schwierigkreitsgraden. Die Gegner-KI ist so gut wie nicht vorhanden und die Massen an Gegnerwellen fallen wie die Fliegen und auch ohne Nutzung des Deckungsfeatures. Eine weitere Hilfe ist die „Killtime“ – welche man auch als Bullettime bezeichnen kann. Diese lädt sich immer wieder durch das Töten der Feinde auf. Mit einem Druck auf Y kann man dann die Zeit verlangsamen und sich noch geschmeidiger durch die Angreifer schießen.

Ein anderes Feature sind die Countermoves – kommt einem ein Gegner zu nahe kann man mit der B-Taste in den Nahkampf gehen – eine Animation startet und durch weitere drei B-Tastendrücke wird der Feind zum Beispiel erst zweimal geschlagen und dann mit einem Messer zu Fall gebracht.

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Um die verschiedensten Waffen – zum Beispiel Sturmgewehre, Pumpguns, Bazookas usw. – Countermoves und Taunts (erhöht noch einmal den Score in einer Combo und ist durch Druck auf den linken Stick aktivierbar) freizuschalten, muss man sich an eine von vielen im Spiel verteilten Telefonzellen begeben. Hier kann man sein Geld, welches in Kisten im ganzen Spiel versteckt ist, beliebig dazu Nutzen, seine Ausrüstungsgegenstände und Moves zu kaufen und auszuwählen.

Um die Dauerschießerei aufzuwerten wurden zwei Fahrlevels und eine Hubschraubermission hinzugefügt. Die Fahrlevels sind zwar eine willkommene Abwechslung, können aber nicht an die Hubschraubermission mit ihrer 10-minütigen Daueraction heranreichen. Selten hatte ich in einer Mission so viel Spaß, vor allem im Coop-Mode – dieser ist dummerweise nur per Xbox-Live spielbar, aber wertet das Spiel durchaus noch einmal auf.

Fazit:
50 Cent Blood on the Sand hat mir trotz einiger Mängel eine Menge Spaß gemacht. Es spielt sich flotter als Gears of War und ist abwechslungsreicher als The Club. Die geniale Grafik, welche sicher noch einmal mit einem Settingswechsel hätte aufgewertet werden können und der Soundtrack, welcher selbstverständlich nur aus 50 Cent Titeln besteht, haben mich überzeugt. Wer auf trashige Action mit einem coolen Hauptcharakter steht und zudem noch über einen Xbox Live Coop-Partner zurückgreifen kann, sollte unbedingt zuschlagen.

Pro:
- gute Grafik und unkompliziertes Gameplay
- viel Spaß im Coop-Mode
- Soundtrack
- Action, Action, Action
- B-Movie-Story

Contra:
- dümmliche Gegner-KI
- sehr kurz (ca. 7 Stunden)
- Fahrmissionen
- das Ende

Internetpreis: ca. 30€ (PS3), ca. 40€ (Xbox 360) - amazon.co.uk

Wertung: 4 von 5
 
also storymaessig gehoert das spiel in den untersten dungeons der trash-hoelle. tut ja fast schon weh. ich kann die 4/5 ueberhaupt net nachvollziehen. und das sogar, ohne das spiel gespielt zu haben!

naja, trotzdem gut geschrieben.
 
TCRS schrieb:
ich kann die 4/5 ueberhaupt net nachvollziehen. und das sogar, ohne das spiel gespielt zu haben!

Irgendwie disqualifizierst du dich damit aber selbst? Ich habe das Spiel gespielt, und es ist einfach ein absolut geiler 3rd Person Shooter.
 
mir reicht allein die story als grund. es muss schon glaubwuerdig sein, und eine 50 cent g-unit gangster rapper truppe, die kriegen geht? ne ne. so ist es vielleicht einfach ein gutes trash action spiel, aber 80% verdienen bei mir solche spiele nicht.
 
TCRS schrieb:
mir reicht allein die story als grund. es muss schon glaubwuerdig sein, und eine 50 cent g-unit gangster rapper truppe, die kriegen geht? ne ne. so ist es vielleicht einfach ein gutes trash action spiel, aber 80% verdienen bei mir solche spiele nicht.

Unsinn, Story als Grund? Was zählt ist das Spiel, nach deiner Theorie müsste auch ein Mario durchfallen. Bei 50 Cent stimmen alle wichtigen Elemente für ein gutes Spiel. Gameplay, Technik, Inszenierung... daraus ergibt sich ein tolles Spiel, die Story ist da zweitrangig und zudem ziemlich trashig, wirkt ein bisschen wie ein 80er Jahre Film.

Man kann doch kein Spiel vorverurteilen nur weil einem die Story nicht passt. Außerdem lehnen 90% der Leute das Spiel nur ab weil 50 Cent drin vor kommt :p
 
Freezi schrieb:
Man kann doch kein Spiel vorverurteilen nur weil einem die Story nicht passt.

I can :deal: ich hab schon einige spiele deshalb nicht gespielt. naja, so mache ich es halt.

und der vergleich mit mario zaehlt bei mir nicht. bei so einem action spiel ist mir die glaubweurdigkeit wichtig, bei mario nicht.
 
TCRS schrieb:
Freezi schrieb:
Man kann doch kein Spiel vorverurteilen nur weil einem die Story nicht passt.

I can :deal: ich hab schon einige spiele deshalb nicht gespielt. naja, so mache ich es halt.

und der vergleich mit mario zaehlt bei mir nicht. bei so einem action spiel ist mir die glaubweurdigkeit wichtig, bei mario nicht.

Bei Gears of War ist dir also die glaubwürdigkeit wichtig? :lol:
 
-=crunchman=- schrieb:
Drar schrieb:
ausserdem schreibt chrunchi das es "einen coolen Hauptcharakter" hat :grins:

aber neugierig auf das spiel bin ich jetzt echt geworden :oops:

argh is das falsch ausgedrückt?

Jetzt mach dich doch nicht so verrückt :grins:

Als Antiheld ist Fiddy im Game wirklich cool. Würd da irgendein unbekannter Honk rumrennen würde jeder sagen "Geil, wie der mit den Onelinern die Gegner umnietet", aber weil es 50 Cent ist muss halt rumgemeckert werden.
 
Das Spiel setzt bewusst auf den Fanboy-Bonus - Dagegen ist auch nichts einzuwenden! ;)

Der Shooter ist ordentlich umgesetzt, kommt aber auf keinen Fall überdurchschnittlich daher. Will heissen: wer mit Fiddy nichts anfangen kann, muß
das Spiel auch nicht gespielt haben, weil man hier definitiv nichts verpasst - da gibts deutlich bessere Alternativen!

cya
 
Gungrave schrieb:
Das Spiel spricht bewusst den Fanboy-Bonus an - Dagegen ist auch nichts einzuwenden! ;)

Der Shooter ist ordentlich umgesetzt, kommt aber auf keinen Fall überdurchschnittlich daher. Will heissen: wer mit Fiddy nichts anfangen kann, muß
das Spiel auch nicht gespielt haben, weil man hier definitiv nichts verpasst - da gibts deutlich bessere Alternativen!

cya

Außer Gears 1+2 gibt es in dem 3rd Person Bereich nichts besseres, höchstens gleichwertiges.
 
Freezi schrieb:
Gungrave schrieb:
Das Spiel spricht bewusst den Fanboy-Bonus an - Dagegen ist auch nichts einzuwenden! ;)

Der Shooter ist ordentlich umgesetzt, kommt aber auf keinen Fall überdurchschnittlich daher. Will heissen: wer mit Fiddy nichts anfangen kann, muß
das Spiel auch nicht gespielt haben, weil man hier definitiv nichts verpasst - da gibts deutlich bessere Alternativen!

cya

Außer Gears 1+2 gibt es in dem 3rd Person Bereich nichts besseres, höchstens gleichwertiges.

Also gegen Ghost Recon MW 1 + 2 kann´s bestimmt nicht anstinken!
Auch Army of Two und Kane & Lynch sind deutlich bessere Spiele :)

cya
 
Gungrave schrieb:
Freezi schrieb:
Gungrave schrieb:
Das Spiel spricht bewusst den Fanboy-Bonus an - Dagegen ist auch nichts einzuwenden! ;)

Der Shooter ist ordentlich umgesetzt, kommt aber auf keinen Fall überdurchschnittlich daher. Will heissen: wer mit Fiddy nichts anfangen kann, muß
das Spiel auch nicht gespielt haben, weil man hier definitiv nichts verpasst - da gibts deutlich bessere Alternativen!

cya

Außer Gears 1+2 gibt es in dem 3rd Person Bereich nichts besseres, höchstens gleichwertiges.

Also gegen Ghost Recon MW 1 + 2 kann´s bestimmt nicht anstinken!
Auch Army of Two und Kane & Lynch sind deutlich bessere Spiele :)

cya

Kane & Lynch fand ich total scheiße, und ein Ghost Recoon kann man niemals mit einem Spiel wie 50 Cent oder Gears vergleichen, denn dazu gibts da zuviele (und nervige) taktische Manöver-Möglichkeiten.
 
Gut, bei GR magst Du wohl Recht haben obwohl ich die taktischen Möglichkeiten
sehr genial finde, gerade das ist das Salz in der Suppe aber natürlich auch "Geschmacksache". Kane & Lynch hat mir auf Grund der abgedrehten
Story, die von Tarantino stammen könnte, ausserordentlich gut gefallen.
Cya
 
50 Cent Review

Vermutlich gehören wir zu den wenigen Menschen, die das Xbox/PS2 Spiel "50Cent: Bulletproof" für ein tolles Spiel halten. Die Story war cool und mit Dr. Dre oder Eminem einfach genial besetzt. Insbesondere Eminems korrupter Polizist war in jeder Cutszene ein Brüller. Auch die übrige Geschichte konnte sich sehen und schaffte mehr als eine Überraschung für den interessierten Spieler zu präsentieren. Das Gameplay war Standardshooterkost für damalige Verhältnisse, die aberwitzigen Counterkills jedoch waren geradezu brilliant in ihrer übertriebenen Brutalität. Der Rest der Gemeinde sah in Bulletproof allerdings einen gewaltigen Flop und dem entsprechend genoss "Blood on the Sand" keinerlei Vorschusslorbeeren, man könnte sogar vom ersten offiziellen Anti-Hype sprechen. Wir waren von Anfang an aufgeschlossen und haben uns mit 50Cent (Nein, wir nennen ihn nicht Fiddy!) ins Kriegsgetümmel geworfen.

Blood on the Cent

Die Story ist viel simpler als im Vorgänger. 50 und Gang beenden ihre Worldtour in einem Land irgendwo zwischen Irak und Afghanistan als 50 bemerkt, dass der Veranstalter den vereinbarten Lohn nicht zahlen kann. Keine fünf Sekunden später hat eben dieser Veranstalter eine Shotgun im Gesicht, gehalten von den muskulösen Armen von 50, sodass dieser als Bezahlung einen mit Diamanten übersäten Schädel einer Frau anbietet. 50, offenbar schon mit einem Plan, wie er den Schädel verflüssigen kann, akzeptiert, und macht sich auf den Heimweg, nicht jedoch ohne noch eine Morddrohung in Richtung Veranstalter loszulassen. Doch auf dem Weg zum Flughafen werden 50 und Freunde überfallen, der Schädel wird gestohlen und 50 sowie Gang schießen sich durch Irakistan, um das Köpfchen wieder zu kriegen. Uuuund... das war's. Mehr kommt nicht. Keine Wendung, keine Überraschung, keine coolen Charaktere, nix. Das Ende der Geschichte kommt dann auch so dermaßen ohne jeden Hauch von Höhepunkt daher, dass man es nur noch als Rohrkrepierer bezeichnen kann. Vom Humor und dem Augenzwinkern des Erstlings ist ebenfalls nichts mehr zu sehen. Bierernst wird die hanebüchene Geschichte vorangetrieben, was bei dem Ausgang wohl das denkbar dümmste ist, was man machen konnte. Wir vermissen Eminem.

...und darüber etwas Salz

Blood on the Sand benutzt das einfache Schema, wenn es um Gamedesigns geht: Klauen, was das Zeug hält. Am offensichtlichsten sind natürlich Gears of War und The Club, aber direkt danach fallen einem auch diverse Anleihen bei Army of Two und Stranglehold auf. Blood on the Sand ist ein ThirdPersonCoverShooter mit einem Punkte-Kill-System wie aus alten Arcadezeiten (oder eben The Club). Geht in Deckung, schießt einem Gegner in den Kopf und wiederholt dies schnell genug, um die Komboanzeige am Leben zu erhalten. Je nach Situation erhaltet ihr auch Spezialpunkte für Sonderaufgaben, für die ein besonders enges Zeitlimit herrscht. Ihr erhaltet allerlei Boni für diese Sonderaufgaben, außerdem füllt ihr eure Gangstaanzeige, mit der ihr dann die Zeit im Spiel verlangsamen könnt. (Hier als Gangsta-Time benannt, aber ihr wisst alle, was es ist.) Obligatorisch sind ein, zwei wenig interessante Fahrzeugsequenzen.

Steuerung orientiert sich dabei am Genrestandard mit der üblichen Ziel/Feuer Mechanik auf den Schultertasten und der Doppelsteuerung mit den beiden Analogsticks. Eine Taste sorgt für schnelle Deckung, eine lädt nach und eine Taste lädt zu netten Nahkampfattacken ein. Eine Sprintfunktion wird hingegen schmerzlich vermisst.

Grundsätzlich funktioniert die Steuerung, allerdings im Vergleich zu den Spitzentiteln durchaus mit Abstrichen. Das Rein/Raus aus der Deckung ist nicht ganz so flüssig wie in Gears und auch das Zielen hakt manchmal mehr als im Vorbild. Oft genug mussten wir die Deckung verlassen und manuell zielen, weil unser Fadenkreuz feststeckte. Auch die Nahkampfattacken, die Counterkills, die noch im Erstling das Highlight des Games waren, sind nunmehr wenig spektakulär. Das mehrfache Drücken ein und derselben Taste ist wenig anspruchsvoll und die Animationen, die man zu sehen bekommt, entschädigen kaum für den Aufwand. In Bulletproof führte 50 regelrecht tödliche Tänze mit seinen Gegnern auf. In Blood on the Sand ersticht er sie einfach. Lame.

Die Waffen, äh, die Worte mögen schweigen.

Waffen gibt es für im Spiel gefundenes Geld zu kaufen, das, obwohl die Stadt selber mehr Ruine ist als Metropole, zu zigtausenden in Fässern und Kisten überall verteilt liegt. Die Knarren sind in Statistiken unterteilt, sodass man schön sehen kann, was man für sein Geld kauft. Wirklich spektakuläres ist zwar nicht dabei, dafür deckt das Game nahezu alles ab, was man an Wummen in einem modernen Shooter erwarten kann.

Das Leveldesign ist stark linear und arg gescriptet. Nach jedem Feuergefecht öffnet sich eine Tür, irgendwas fliegt in die Luft und macht den Weg frei oder eine Cutszene bereitet den Weg für neue Schandtaten. Es funktioniert, ist aber sehr offensichtlich. Und damit kommen wir schon schnurstracks zum größten Problem des Games. Es ist vielleicht das einfallsloseste Spiel, das wir in Ewigkeiten spielen durften. Gegner kommen, Gegner sterben, nächster Raum, Gegner kommen, Gegner sterben... Sind Gears of War oder Call of Duty 4 da anders, werden manche fragen. Ja, antworten wir. Ja, das sind sie.

Da kommt ein Hubschrabschrab

Am nervigsten sind sicherlich die Bosse im Spiel bzw. der Boss. Der eine, den ihr vier Mal bezwingen müsst. Ein Helikopter. Es gibt nichts Einfallsloseres als den Helikopter als Bossgegner in Videospielen. Ok, hier kommt der Schrabschrabschrab, wo ist der Bummbummbumm? Wenn wir Helikopterpiloten wären, wir würden unsere Feinde nicht da angreifen, wo Raketenwerfer aus dem Boden wachsen. Nur so als kleine Anmerkung. Die Helis in Blood on the Sand zeichnen sich überdies durch eine immense Widerstandskraft aus, ein halbes Dutzend Raketen reicht kaum aus, um den Maschinen beizukommen. Und noch mal: Wären wir Piloten und hätten gerade sieben Raketen in den Rotor bekommen und der Rauch käme langsam ins Cockpit... wir würden uns aus dem Staub machen und zugeben, dass der Rapper unter uns mit dem RPG eine Nummer zu groß war. Stolz wäre an dieser Stelle am falschen Platz. Mit stationären Geschützen und diversen Höhen, die nur per Räuberleiter mit eurem Buddie zu bewältigen sind klappert das Game weitere Klischees ab ohne wirklich etwas zum Gameplay beizutragen. Die GangstaTime ist zwar sehr nett gemacht, braucht aber fast den gesamten Level, bis sie aufgeladen ist und ist innerhalb von drei Sekunden aufgebraucht. Damit ist sie schlussendlich beinahe nutzlos. Das Game ist allerdings im Gegensatz zu den meisten anderen SloMo Games auch nicht um dieses Feature herum aufgebaut, vielmehr handelt es sich eher um ein kurzfristiges PowerUp, den Arcadecharme des Games nochmals unterstützend.

Technisch gefallen zunächst die detaillierten Charaktere, wobei insbesondere 50 sehr gut aussieht. Umgebungen sind schön interaktiv, wenn auch meist nur kosmetisch, dafür entschädigen Explosionen und Rauch in Massen. Weniger gefallen die für die Engine typischen Texturenladeprobleme zu Beginn einer Mission. Der König in dieser Disziplin bleibt aber Mass Effect. Was man dem Game aber klar ankreiden muss, ist die akute Abwechslungsarmut. Von Anfang bis Ende sieht alles identisch aus. Braun in braun, Ruine nach Ruine, die hätten genauso gut den ersten Raum 2000 Mal kopieren können und das Game wäre nicht viel abwechslungsärmer geworden.
Gleiches gilt für den Sound. Explosionen und Waffeneffekte sind durchaus in Ordnung, das Voiceacting hat schon mal bessere Zeiten gesehen. Unsägliche Akzente der Einheimischen und 50s unnachahmliche Art und Weise, die englische Sprache so zu betonen, dass man sie kaum noch erkennt tragen nicht positiv zum Gesamtbild bei. Dazu kommt der Soundtrack. selbst wenn man 50 Cents Musik nicht abgeneigt ist, so ist doch das permanente HipHop Gedudel im Hintergrund einfach nur nervig und oft genug unpassend. So hinterlässt das Game einen technisch eher gemischten Eindruck.

Apropros hinterlassen: Nach schlappen fünf bis sechs Stunden endet das Game mit etwas, dass man nur noch zusammenfassen kann mit: So, kein Bock mehr. Wer will, kann weiterspielen mit dem Ziel einen höheren Highscore pro Levelabschnitt zu erzielen. Wir wollten nicht.

Kann jemand 'n Dollar wechseln?

Verkehrte Welt. Während der Rest der Videospielgemeinde in Blood on the Sand einen Überraschungstitel sieht, sind wir enttäuscht, weil wir einen Nachfolger zum guten Bulletproof erwartet haben. Wo ist die charmante B-Movie Detektiv-Action Story, wo sind die aberwitzigen Counterkills, wo ist Eminem? Statt dessen haben wir ein Setting, wie es ausgelutschter und langweiliger nicht sein könnte, einen 50, der wohl selber nicht mehr weiß, wie verkommen er im Spiel eigentlich präsentiert wird, eine Story, die so schlecht ist, dass sie schon wieder... schlecht ist und eine selten lieblose Präsentation. Übrig bleibt ein Mix aus diversen Gameplayanleihen, von denen ein Großteil nur dazu dient, einem vor Augen zu führen, wie viel besser diese Elemente in anderen Spielen umgesetzt worden sind. 50Cent: Blood on the Sand ist nicht das schlechteste Spiel des noch jungen Jahres. Aber es hinterlässt einen extrem schwachen Eindruck und dürfte im Gegensatz zum Vorgänger alsbald in Vergessenheit geraten.
 
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