50 Stunden Spielzeit, und ich bin nun relativ weit im Spiel. Leider habe ich die Angewohnheit, jeden noch so kleinen weißen Fleck auf der Karte aufzudecken - nervig und nicht unbedingt förderlich für den meditativen Charakter des Spiels.
Aber halt - wir spielen hier ja kein Tsushima mehr. Keinen ehrenvollen Samurai, der sich dem Ethos des Hagakure verschreibt, sondern einen rachsüchtigen Geist in einer dreckigen Western-Folklore. Da war ja was.
Und jetzt kommt der entscheidende Clou, der das Spiel für mich auf eine Ebene mit seinem Vorgänger hebt: der Kurosawa-Stil.
Dieser hochkontrastreiche Monochrom-Look, diese Wonne an Tiefe, dieser analoge Wegbereiter in einer dreckigen, feudalen Tarantino-Zeit - er zieht mich vollkommen in die Spielwelt hinein.
Für mich ist das ein echter Gamechanger!
Ich spiele nur noch in diesem Modus und finde endlich den kreativen Zugang, den ich zuvor bei diesem minimalistisch anmutenden Artstyle vermisst habe. Jetzt passt es einfach.
Bitte nicht falsch verstehen: Das farbenfrohe Tsushima war ganz anders gestrickt. Aber unter den gegebenen Umständen - dem rachsüchtigen Engel, dieser von Zweifeln geplagten Ezu, den Dämonen, die sie umgeben - ist an einen farbenfrohen Stil gar nicht zu denken.
Hier muss und entfaltet der Kurosawa-Stil seine volle Macht.
Und man… ist das gut. Was für ein Spiel…