Davon gehe ich auch aus wenn ich ins Ausland ziehen würde. Ich habe nur die Befürchtung, das ich in Zukunft mehr diesen Status falle wenn ich in meinem Zuhause bleibe.
Ich verstehe Dich und mir als "Biodeutscher" tut es unendlich leid, dass Menschen wie Du, die zu unserer Gesellschaft gehören wie die Müllers und Schmidts, die dieses Land mit voranbringen und prägen, sich überhaupt solche Gedanken machen.
Ich möchte aber doch mal zumindest versuchen, Dir Deine Befürchtungen ein Stück weit zu nehmen.
- Die ganzen Vergleiche mit 1933 halte ich für überzogen und sehr weit hergeholt. Krieg, Vertreibung von Minderheiten und Judenvernichtung waren festes, verschriftlichtes Programm der NSDAP und wurden von der Masse der Parteimitglieder mitgetragen. All das trifft auf die AfD nicht zu. Sie will im großen Stil abschieben und De abschotten, aber da geht es eben um "irreguläre" Migranten, nicht um deutsche Staatsangehörige oder Kindeskinder von Gastarbeitern. Die ganze Remigrationsgeschichte ist ein Wunschtraum von Rechtsextremen, der über - das will ich nicht verhehlen - Berührungspunkte auch in den äußerst rechten Flügel der AfD eingesickert ist. Aber das ist keine Mehrheitsmeinung in dieser Partei, davon bin ich überzeugt. Die Mehrheit der Parteimitglieder und Wähler versteht sich selbst nicht als Rassisten (und das Selbstverständnis ist wichtig, wird aber gerne vergessen) und hat nichts gegen Migranten, die arbeiten und ihre heimatliche Kultur nicht zu sehr öffentlich zur Schau stellen.
- Besser als 1933 passt der Vergleich zu Meloni in Italien oder Trump. Eine AfD-Regierung würde, da bin ich mir sicher, keine 20 Mio Menschen ausweisen, denn das würde Bürgerkrieg bedeuten. Eine AfD Regierung in Deutschland würde vermutlich mehr Neoliberalismus, düstere Zeiten für Arme, mehr Populismus, mehr Korruption bedeuten - also sicher nichts Gutes, aber eben auch weder Weltkrieg noch Konzentrationslager.