Seit gestern habe ich Mirage und es jetzt circa zwei Stunden gespielt. Bisher hat es meine Erwartungen voll erfüllt und könnte für mich eins der besten AC-Ableger der letzten Jahre werden.
Bagdad ist wirklich wunderschön, bunt und lebhaft. Dadurch, dass das Gebiet relativ klein ist, hat man nie das Gefühl irgendwo in leere Ecken zu rennen. Es gibt viele verwinkelte Gassen zum Entkommen, Menschentrauben und Bänke zum Untertauchen und auf den Dächern sind die hölzernen Vestibüle mit den Vorhängen zurück. Soweit ich das sehen konnte gibt es auch wieder ein Wanted-System, das entscheidet, ob einen Wachen erkennen und angreifen oder in Ruhe lassen. So gesehen hat die Stadt zwei Ebenen, die Gassen unten und die Dächer oben. Das Parkour-System hat die üblichen Macken, fühlt sich für mich aber dennoch gut an. Ich hatte noch keinen Uncharted-Moment und bin ins Leere gesprungen, Basim klebt schön auf seinen vordefinierten Wegen. Allerdings lässt einen dieses halbautomatische Klettern auch manchmal die falsche Abzweigung nehmen, so dass man vor einer Wache landet statt in Sicherheit.
Stealth steht absolut im Zentrum des Gameplays. Das merkt man schon daran, dass es eine Stunde dauert, bis man überhaupt mal ein Schwert und einen Dolch und eine Einweisung in den Kampf bekommt. Das Kampfsystem ist eher mäßig, aber das ist auch völlig egal, denn Kämpfen ist immer nur letzte Wahl. Oftmals ist es besser bei Entdeckung wegzurennen und sich zu verstecken, bis sich der Tumult gelegt hat.
Man ist kein Gladiator, man ist Assassine. Das bringt das Spiel in meinen Augen hervorragend rüber.
Bisher lässt sich schon sagen:
Mirage ist ein kompaktes Stealth-Rollenspiel, das sich sehr an den Anfängen von Assassins Creed orientiert und auf Schleichen, Auskundschaften und Ausschalten fokussiert. Wer sowas mag, kann 20-25 Stunden viel Freude damit haben.
Wer ein Valhalla oder Odyssey erwartet, mit viel Open World und auch nach Beenden der Story noch 50 Stunden Aktivitäten, Federn sammeln, Aussichtspunkte finden, Karte erkunden etc. - der sollte besser die Finger davon lassen.