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Der Nachrichten Thread (1 Betrachter)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Nein, ich glaube nicht, dass wir mit Appeasement weiterkommen. Ein britischer Geschäftspartner von mir sagte letztens treffend: "You have to deal with bullys the hard way."

Klare Kante und harte Reaktionen gegen Putin und Russland. Und natürlich ist es wichtig und richtig, die Mitschuld und Verantwortung des russischen Volkes herauszustreichen.

Das aber geht auch ohne Hetze, denn Hass ist schon genug in der Welt. Wir brauchen nicht noch mehr davon. Wir können gegen Putin vorgehen, ohne alle Russen als Nazis und Kriegstreiber zu verunglimpfen. Wir können die Schuld des russischen Volks benennen und Konsequenzen fordern und ihnen dabei dennoch mit Respekt begegnen. Wir sollten dem russischen Volk sogar immer die Hand ausstrecken, um ihm zu signalisieren: Es gibt nicht ein Leben gegen den Westen, sondern auch ein Leben mit dem Westen. Denn das muss das Ziel sein: Integrieren, um langfristig (und nach Putin) zu einem konstruktiven Zusammenleben zu kommen.
Ich stimme Dir bei allen zu, ausser bei deinem letzten Satz. Ich glaube z.b. selbst wenn Russland sich heute komplett aus der Ukraine züruck ziehen würde, z.b. die Sanktionen noch Jahre weiter gehen müssen. Sonst wird nämlich nur eins passieren - sie werden wieder aufrüsten und entweder wieder die Ukraine überfallen oder ein anderes Land. Bei vielen Einwohnern von Russland zählt nur das Recht des stärkeren - jede Schwäche wird weiterhin ausgenutzt.
 
Wir sollten dem russischen Volk sogar immer die Hand ausstrecken, um ihm zu signalisieren: Es gibt nicht ein Leben gegen den Westen, sondern auch ein Leben mit dem Westen. Denn das muss das Ziel sein: Integrieren, um langfristig (und nach Putin) zu einem konstruktiven Zusammenleben zu kommen.

Aber genau das hat man ja letztlich die letzten 30 Jahre gemacht. "Der Westen" hat Russland alle Türen geöffnet um eine Integration zu schaffen. Das Ende vom Lied ist jetzt, dass sich ein Großteil Deutschlands Sorgen um die nächste Gasrechnung macht. Natürlich muss in einer perfekten Welt Integration und soziales Zusammenleben immer das Ziel sein. Aber so lange die Werte in einem Großteil der Gesellschaft anders sind wird das nicht gelingen. Und so lange in Russland Führer wie Putin oder sein designierter Nachfolger an der Macht sind, wird es auch nicht innerhalb der Bevölkerung zu einem Umdenken kommen können. Da muss ja erstmal ein Gedankenwechsel stattfinden, der sich über viele Generationen ziehen wird. Und das muss halt von der politischen Führung aber auch dem Volk kommen. Und das sehe ich momentan als recht problematisch - um nicht zu schreiben illusorisch - an.
 
Das ist doch nicht verwarnungswürdig, der Mensch ist ein Tier, auch wenn wir uns für besser halten und mit dem Wort Mensch abgrenzen, bleiben wir das schlimmste Tier von allen. :p
Und was in Butscha und in vielen anderen Orten in der Ukraine passiert ist, ausgehend von russischen Sodalten ist nicht menschlich.


Einige Wissenschaftler nennen es auch Völkermord bzw. Genozid

In einer unabhängigen Studie kamen schon im Mai dieses Jahres 35 renommierte Rechtswissenschaftler und Historiker zu dem Urteil, dass Russlands Gräueltaten und systematische Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine ein Muster zeigten, aus dem auf eine "genozidale" Absicht geschlossen werden könne. Daraus folge das hohe Risiko eines Völkermordes – und dies wiederum löse laut Artikel 1 der Völkermordkonvention eine Rechtspflicht für alle Vertragsparteien aus, diesen Genozid zu verhindern. "Die Vertragschließenden Parteien (…) verpflichten sich zu seiner (des Völkermords) Verhütung und Bestrafung", heißt es dort.
Völkermord in der Ukraine: Schweigen ist keine Option | ZEIT ONLINE
 
Ich muss mich dafür nicht rechtfertigen - wenn Dir meine Beiträge nicht passen, kannst Du sie doch ausblenden lassen.

Es hat ein "Geschmäckle". Damit will ich dich nicht verurteilen aber ich finde es komisch. Und ausgeblendet oder blockiert habe ich hier noch niemanden.
Was mir allerdings gewaltig stinkt, ist deine SS Schreibweise. Stelle die doch bitte ein. Danke!
 
Aber genau das hat man ja letztlich die letzten 30 Jahre gemacht. "Der Westen" hat Russland alle Türen geöffnet um eine Integration zu schaffen. Das Ende vom Lied ist jetzt, dass sich ein Großteil Deutschlands Sorgen um die nächste Gasrechnung macht. Natürlich muss in einer perfekten Welt Integration und soziales Zusammenleben immer das Ziel sein. Aber so lange die Werte in einem Großteil der Gesellschaft anders sind wird das nicht gelingen. Und so lange in Russland Führer wie Putin oder sein designierter Nachfolger an der Macht sind, wird es auch nicht innerhalb der Bevölkerung zu einem Umdenken kommen können. Da muss ja erstmal ein Gedankenwechsel stattfinden, der sich über viele Generationen ziehen wird. Und das muss halt von der politischen Führung aber auch dem Volk kommen. Und das sehe ich momentan als recht problematisch - um nicht zu schreiben illusorisch - an.

Es wird ein langer und steiniger Weg. Und es wird vielleicht Generationen dauern. Aber manchmal kann es auch ganz schnell gehen, siehe Deutschland 1945 vs. Deutschland 1949. Ich finde daher, wir sollten unseren Geist immer dafür offenhalten, das russische Volk wieder in unserem Kreis aufzunehmen.
 
Ich stimme Dir bei allen zu, ausser bei deinem letzten Satz. Ich glaube z.b. selbst wenn Russland sich heute komplett aus der Ukraine züruck ziehen würde, z.b. die Sanktionen noch Jahre weiter gehen müssen. Sonst wird nämlich nur eins passieren - sie werden wieder aufrüsten und entweder wieder die Ukraine überfallen oder ein anderes Land. Bei vielen Einwohnern von Russland zählt nur das Recht des stärkeren - jede Schwäche wird weiterhin ausgenutzt.

Mit langfristig meine ich auch Jahre/Jahrzehnte, nicht Tag 1 nach dem russischen Rückzug aus der Ukraine - so denn er sich denn eines Tages vollziehen sollte.
 
Es wird ein langer und steiniger Weg. Und es wird vielleicht Generationen dauern. Aber manchmal kann es auch ganz schnell gehen, siehe Deutschland 1945 vs. Deutschland 1949. Ich finde daher, wir sollten unseren Geist immer dafür offenhalten, das russische Volk wieder in unserem Kreis aufzunehmen.

Was siehst du denn zwischen 1945 bis 1949?

Theodor Heuss sprach von "Erlösung und Vernichtung in einem"
Der 8. Mai 1945 hatte im kollektiven Gedächtnis als Interner Link:"Stunde-Null" bzw. historische Zäsur schon früh eine symbolische Bedeutung. So wurde das Interner Link:Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland am 8. Mai 1949, dem vierten Jahrestag der deutschen Kapitulation, Interner Link:im parlamentarischen Rat verabschiedet. Zuvor hatte der spätere Bundespräsident Interner Link:Theodor Heuss (FDP) vor dem parlamentarischen Rat jedoch Bedenken darüber geäußert, "ob man das Symbol greifen soll, das in solchem Tag liegen kann". Denn der 8. Mai 1945 bliebe für Deutschland die "tragischste und fragwürdigste Paradoxie der Geschichte", weil "wir erlöst und vernichtet in einem gewesen sind".

Langsamer Wandel der Erinnerungskultur
In der westdeutschen Erinnerungskultur galt der 8. Mai mehrheitlich als Datum der eigenen Niederlage und war vor allem mit den negativen Folgen assoziiert: Zusammenbruch, Vertreibung, Besatzung, deutsche Teilung und Verlust von Heimat. Dies begann sich seit den 1960er- und 1970er-Jahren langsam zu wandeln, als politische Reden anlässlich des 8. Mais zunehmend differenziertere Perspektiven, auf dieses historische Datum erkennen ließen.

Gustav Heinemann (SPD) hielt 1970 als erster Bundespräsident eine Rede zum 8. Mai. Als erste Bundesregierung äußerte sich 1970 auch die sozial-liberale Koalition unter Bundekanzler Willy Brandt (SPD) mit einer offiziellen Regierungserklärung zum Jahrestag. Den Begriff der Befreiung bezog er dabei jedoch explizit auf andere Völker. Gleichzeitig hob er jedoch hervor, dass auch für die Mehrheit der deutschen Bevölkerung die "Chance zum Neubeginn, zur Schaffung rechtsstaatlicher und demokratischer Verhältnisse" erwuchs.

Von Weizsäckers Rede im Bundestag 1985
Zu einem erinnerungspolitischen Wendepunkt wurde die Externer Link: Rede des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker (CDU) im Jahr 1985. Der 8. Mai, so führte von Weizsäcker im Deutschen Bundestag aus, sei für jene, die ihn erlebt haben, mit unterschiedlichen Erfahrungen verknüpft. Doch mit der Zeit sei der Blick klarer geworden auf das, was der Tag für die Gesellschaft als Ganzes bedeute: "Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft."

Von Weizsäcker entband die Deutschen jedoch nicht von ihrer individuellen Verantwortung. "Wir dürfen nicht im Ende des Krieges die Ursache für die Flucht, Vertreibung und Unfreiheit sehen. Sie liegt vielmehr in seinem Anfang und im Beginn jener Gewaltherrschaft, die zum Krieg führte". Er betonte daher, dass das Gedenken an den 8. Mai 1945 nicht vom 30. Januar 1933, dem Tag von Interner Link:Hitlers Ernennung zum Reichskanzler, getrennt werden könne. Auch die Verbrechen des Interner Link:Holocaust dürften nicht aus dem kollektiven Gedächtnis verdrängt werden.

Weizsäckers Rede fand nicht nur Zustimmung: So beschwerte sich etwa der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende Franz-Josef Strauß über die "ewige Vergangenheitsbewältigung als gesellschaftliche Dauerbüßeraufgabe".

Von der Bundeszentrale für politische Bildung

https://www.bpb.de/kurz-knapp/hinte...us-und-ende-des-zweiten-weltkriegs-in-europa/

Da ist nix schnell gegangen. Ich erinnere mich ja selbst noch an die Familienfeste in den 80ern wo die ganzen Opas und Omas dabei waren. Tolle herzliche Menschen, aber bestimmt nicht ganz frei von Nazigedankengut und dem erlebten. Da war auch immer die Rede von "dem" Amerikaner oder "dem" Russen, ganz verallgemeinernd. Bis es zu einer echten Reinigung in der ganzen Bevölkerung kommen kann, müssen erst diejenigen versterben in denen das Gedankengut verwurzelt ist und es nicht mehr weiter geben können.

Und bei allem was man im Rahmen des aktuellen Krieges liest, spricht Putin halt schon sehr geschickt auch viele Russen aufgrund der Historie an. Die Kultur der Russen ist ja nicht nur kurz durch Kriege und gewisse Fantasien geprägt wie es die Nazizeit für Deutschland war. Das geht ja wie schon erwähnt wurde auf Stalin zurück. Und so haben wir jetzt in Russland viele Generationen leben, die dieses Gedankengut in sich tragen. Natürlich nicht alle. Viele sind ja aus genau diesen Gründen auch in den Westen geflohen. Aber dass hier ein Großteil der Russen plötzlich dem Westen innerhalb einiger Jahre zujubeln wird ist schwer vorstellbar. Sie haben ja leider genau das Beispiel mit Gorbatschow und Jelzin erlebt. Die Öffnung zum Westen hat letztlich zum Zerfall der UdSSR geführt in der Wahrnehmung des russischen Volkes. Und das tut der Volksseele sicher in großen Teilen noch immer weh. Und ein solcher Zerfall an Wichtigkeit würde jedes Volk der Erde treffen. Dessen bin ich mir sicher.
 
Das ist doch nicht verwarnungswürdig, der Mensch ist ein Tier, auch wenn wir uns für besser halten und mit dem Wort Mensch abgrenzen, bleiben wir das schlimmste Tier von allen. :p

Wenn man das grundsätzlich auf alle bezieht, okay, auch wenn ich das für Blödsinn halte. Aber es ist typisch für Radikalisierung, dass man seinen Gegner gezielt entmenschlicht, um gegen ihn vorzugehen. Ob das nun Terroristen machen, oder aber auch die Ukrainer, die ja nun angegriffen werden und die Russen „Orks“ oder „Zombies“ nennen. Was irgendwie auch nachvollziehbar ist, wenn man gezwungen ist, gegen sie als Invasoren vorzugehen und auf sie zu schießen.
 
Ich meine mit 1945 vs. 1949 den Vergleich zwischen den deutschen Staaten: 1945 eine Diktatur, die grausam mordet, vier Jahre später eine (sicherlich noch nicht gefestigte) Demokratie, die auf dem Weg zurück in die Weltgemeinschaft ist. Es geht natürlich nie reibungslos vonstatten, dennoch ist Deutschland ein erfolgreiches Beispiel für die Resozialisierung eines kriminellen Staates, wenn man so will.
 
Wenn man das grundsätzlich auf alle bezieht, okay, auch wenn ich das für Blödsinn halte. Aber es ist typisch für Radikalisierung, dass man seinen Gegner gezielt entmenschlicht, um gegen ihn vorzugehen. Ob das nun Terroristen machen, oder aber auch die Ukrainer, die ja nun angegriffen werden und die Russen „Orks“ oder „Zombies“ nennen. Was irgendwie auch nachvollziehbar ist, wenn man gezwungen ist, gegen sie als Invasoren vorzugehen und auf sie zu schießen.
Hmmm..ich bin ja für meinen Zynismus bekannt, aber ich muss für @Zerfikka sicherheitshalber nachfragen:
Was waren nochmal die Errungenschaften der Menschen im Miteinander mit lebenswichtiger Natur und anderen Lebewesen/Menschen bisher auf diesem Planeten?? Ich komme gerade nicht drauf :ugly:
 
Hmmm..ich bin ja für meinen Zynismus bekannt, aber ich muss für @Zerfikka sicherheitshalber nachfragen:
Was waren nochmal die Errungenschaften der Menschen im Miteinander mit lebenswichtiger Natur und anderen Lebewesen/Menschen bisher auf diesem Planeten?? Ich komme gerade nicht drauf :ugly:

Das ist doch völlig unerheblich, in dieser Frage. Man kann ja gerne sagen, dass wir alle Tiere sind oder eben nicht besser oder schlechter als Tiere. Hier geht es doch darum, dass einem Gegner das abgesprochen wird, was einen selbst ausmacht, nämlich ein Mensch zu sein.
 
Ziemlich viele Flugzeuge kaputt. Teure Zigaretten, muss ein Kettenraucher gewesen sein...

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