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Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Klar kann und muss man einen bedeutenden Teil des russischen Volkes auch kritisieren und es ist wohl auch so, dass die imperialistische Weltsicht "Russland als globale Supermacht" verfängt.

Aber es ist halt wie immer - schwarz-weiß-Denke führt nicht weit. Weder ein Persilschein für die Bevölkerung noch eine Kollektivschuld und "RuSSen" sind zielführend und korrekt.

Die Schuld liegt daher natürlich AUCH beim Volk, das Putin hat gewährend lassen (wobei er sich ja von einem weltoffenen Führer und Erneuerer der russischen Wirtschaft hin zu einem Autokraten gewandelt hat, auch wenn die Ansätze auch schon lange erkennbar waren.
Aber die Schuld liegt auch bei uns und unserer politischen Führung, die sich der "Wandel durch Handel" Illusion hingegeben hat und wegschaute, während das Unrecht seinen Lauf nahm, bis es eben nicht mehr hinnehmbar war.

Den Russen wurde die Möglichkeit genommen, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Vielleicht haben sie sie auch gar nicht richtig wahrnehmen wollen oder sie bereitwillig abgegeben. Das war für Deutschland ein wichtiger Prozess, der erst in den letzten Jahren zu einer Verantwortungslosigkeit führte, da man sich hinter seiner Vergangenheit bequem versteckte und seine europäischen Nachbarn damit verprellte. Russland muss sich irgendwann auch einer kritischen Verarbeitung seiner Vergangenheit stellen, aber das ist halt auch ein ganz anderes und viel größeres Land. Da steckt so viel Konfliktpotential in dieser Verarbeitung, dass man auch irgendwie verstehen kann, dass man diesen Blick scheut und lieber alles mit Gewalt zusammenhält, bevor es explodiert.
 
Den Russen wurde die Möglichkeit genommen, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Vielleicht haben sie sie auch gar nicht richtig wahrnehmen wollen oder sie bereitwillig abgegeben. Das war für Deutschland ein wichtiger Prozess, der erst in den letzten Jahren zu einer Verantwortungslosigkeit führte, da man sich hinter seiner Vergangenheit bequem versteckte und seine europäischen Nachbarn damit verprellte. Russland muss sich irgendwann auch einer kritischen Verarbeitung seiner Vergangenheit stellen, aber das ist halt auch ein ganz anderes und viel größeres Land. Da steckt so viel Konfliktpotential in dieser Verarbeitung, dass man auch irgendwie verstehen kann, dass man diesen Blick scheut und lieber alles mit Gewalt zusammenhält, bevor es explodiert.

Ich glaube, die Russen haben vor allem mit dem Stalin-Erbe zu kämpfen. Für uns Deutsche gab es nach dem Krieg nur die Sichtweise auf Hitler als das Böse, das uns in den Abgrund geführt hat. Stalin hingegen war für Russland der Hitler-Bezwinger und konnte damit immer auch positiv besetzt werden, obwohl er mit seinen Massenmorden am eigenen Volk gleichzeitig gigantische Narben ins russische Volk gerissen hat. Eine eindeutigere Einordnung Stalins hätte bei der Aufarbeitung sicherlich geholfen, so aber wandelt der ehemalige Diktator in Russland stets zwischen Retter des Mutterlandes (befeuert durch die Regierung) und Schlächter der Russen hin und her.
 
Man merkt das Du den Artikel nicht gelesen hast.

Hab ich nicht lesen müssen, weil du ja weiterhin an der Kollektivschuld festhältst und nicht einsiehst dass man das schon noch etwas differenzierter sehen muss. Hab deinen Beitrag daher als "siehste... siehste" verstanden ohne ihn lesen zu müssen.
 
Dann können wir die Diskussion auch ab jetzt sein lassen :) Jeder bleibt bei seiner Meinung.

So hab dir den gefallen gemacht und bin mal kurz drüber geflogen... und du scheinst diesen Beitrag ja selbst nicht verstanden zu haben.
In Russland herrscht ein System der Schikane, Gewalt und der Unterdrückung die gepaart mit der inneren Propaganda zur gesellschaftlichen Verrohrung und im großen innerhalb der Gesellschaft zur politischen Gleichschaltung bzw. Gleichgültigkeit geführt hat.

Unter diesem System leiden auch Russen (!) vor allem jene die sich seit Jahren gegen dieses System stellen oder heimlich ablehnen, aber wegen Repressionen des Staats stille bewahren. Also ... du kannst einfach nicht von DIE RUSSEN und einer Kollektivschuld sprechen, wenn nicht alle Schuld an diesem System tragen. Punkt.

Edit: und wenn du dich noch weiter dumm stellen willst wirste halt ignoriert (weil von DIR keine vernünftige Diskussion zu erwarten ist) ;)
 
Wie geschrieben - für mich ist die Diskussion beendet :) Ich bleibe bei meiner Meinung und Schreibweise.

Dann melde ich das halt ab jetzt und wir gucken was passiert.
giphy.gif



Herr gott wie stur kann man eigentlich sein?
 
Das ist der wichtige Punkt.
Hätten die Alliierten eine Kollektivschuld gesehen, hätten sie Deutschland noch schlimmer in das Mittelalter gebombt und vor allem danach auch dort gehalten. Und nicht (zumindest Westdeutschland) mit viel Geld und Geduld zu einer modernen Demokratie mit (sehr gut genutztem) wirtschaftlichen Potenzial aufgebaut.

Die BRD wurde als Puffer/Bollwerk gegen die Sowjetunion aufgebaut.
 
Die BRD wurde als Puffer/Bollwerk gegen die Sowjetunion aufgebaut.
Mmmh, so würd ich das nicht ausdrücken und soviel ich weiß ist das auch nicht Konsens.

Klar, natürlich musste man eine Konfrontation im Auge haben (bei der aus geografischer Notwendigkeit Deutschland die Front gewesen wäre.
Aber man hätte Deutschland nicht so intensiv auf die Füße helfen müssen, wollte man nur einen Schutzwall gegen Ivan haben.
 
@Clank Nur dass es keine Meinung ist ... sondern Hetze.

Ich war kürzlich in der Türkei und da waren überall russische Touristen. Natürlich siehst du auch Honks, die mit Z-Shirt herumlaufen. Aber ich sehe dort vor allem Menschen, die nicht viel anders sind als ich. Die mit ihren Kindern im Pool planschen und sich nichts sehnlicher wünschen als eine gute Zukunft für die Kleinen. Wie viele russische Kinder erleben in diesem Jahr ihren ersten Sommer ohne Papa, weil der in der Ukraine liegt, von Artilleriegranaten zerrissen oder MG-Garben in Stücke gefetzt? Tausende ...

Dieser Krieg ist eine einzige Tragödie. In erster Linie für die Ukraine, aber eben auch für das russische Volk, das, verblendet von Propaganda, geprägt durch einen extrem schwierigen historischen Pfad und ohne echte Perspektiven in einen völlig sinnlosen Krieg getrieben wird. Tausende, wenn nicht Hunderttausende bezahlen mit ihrer Gesundheit und ihrem Leben, dass sie einfach nur zur falschen Zeit im falschen Land geboren worden sind.

Denn machen wir uns mal nichts: Wären wir, die wir hier heute morgen in diesem Thread diskutieren, @Urgs , @Cycron ,@Clank , @el_barto und andere, in Russland geboren worden, würde mindestens die Hälfte von uns heute ebenfalls Putin unterstützen, einfach weil unsere Sozialisierung, unsere historischen Erfahrungen und unsere eingeschränkten Möglichkeiten an Informationen zu kommen, dies wahrscheinlich machen.

Es ist so wohlfeil, in der Sicherheit der Bundesrepublik auf der Couch am Tablet zu sitzen und sich über die Russen zu beschweren, die Putin unterstützen.

Gerade wir Deutsche müssten es besser wissen als blind andere Völker zu Kriegstreibern zu degradieren. Auch wir sind schon verblendet und verführt worden und blind in die Tragödie gerannt - gleich 2x in 20 Jahren. Einfache Leute haben den Preis dafür gezahlt, haben Haus, Familie, Leben verloren. Und ich bin mir sicher, dass viele Soldaten in den letzten Momenten ihres Lebens, wenn sie durchlöchert im Dreck liegen und sich die Lunge langsam mit Blut füllt, erkennen, dass sie verführt und verraten worden sind. Und ich bin sicher, viele sterben mit dem Wunsch, ein einfaches Leben als Bauer oder Angestellter oder Whatever hätten führen zu können. Das ist die ganze Tragik.

Und dann, vor diesem Hintergrund und der Komplexität, von "dem Russen" oder gleich "den ruSSen" zu schreiben, ist so billig und niederträchtig, dass es zumindest mir unmöglich macht, deine Beiträge ernst zu nehmen. Es befördert nur wieder den Hass gegen "die Russen". Hass, den wir nicht gebrauchen können, denn die Existenz der Russen ist eine geografische Realität, die Putin und diesen Krieg überleben wird. Und wir können nur wollen, langfristig mit unseren russischen Nachbarn eine Form des friedlichen Zusammenlebens zu finden.
 
@Clank Nur dass es keine Meinung ist ... sondern Hetze.

Und dann, vor diesem Hintergrund und der Komplexität, von "dem Russen" oder gleich "den ruSSen" zu schreiben, ist so billig und niederträchtig, dass es zumindest mir unmöglich macht, deine Beiträge ernst zu nehmen. Es befördert nur wieder den Hass gegen "die Russen". Hass, den wir nicht gebrauchen können, denn die Existenz der Russen ist eine geografische Realität, die Putin und diesen Krieg überleben wird. Und wir können nur wollen, langfristig mit unseren russischen Nachbarn eine Form des friedlichen Zusammenlebens zu finden.
Danke für deinen Beitrag - aber meinst Du wirklich mit Verständniss und einen "netten" Verhalten kommst Du im dem Kontext weiter ? Hat man den in den letzten Jahren nicht gesehen, das Appeasement, Wandel durch Handel, das hinweg sehen über alle Sachen die sich Russland geleistet, Putler noch mehr motiviert weiter zu machen ? Ich frage noch mal - wo war die Bevölkerung von Russland - im In und Ausland ?
 
Nein, ich glaube nicht, dass wir mit Appeasement weiterkommen. Ein britischer Geschäftspartner von mir sagte letztens treffend: "You have to deal with bullys the hard way."

Klare Kante und harte Reaktionen gegen Putin und Russland. Und natürlich ist es wichtig und richtig, die Mitschuld und Verantwortung des russischen Volkes herauszustreichen.

Das aber geht auch ohne Hetze, denn Hass ist schon genug in der Welt. Wir brauchen nicht noch mehr davon. Wir können gegen Putin vorgehen, ohne alle Russen als Nazis und Kriegstreiber zu verunglimpfen. Wir können die Schuld des russischen Volks benennen und Konsequenzen fordern und ihnen dabei dennoch mit Respekt begegnen. Wir sollten dem russischen Volk sogar immer die Hand ausstrecken, um ihm zu signalisieren: Es gibt nicht ein Leben gegen den Westen, sondern auch ein Leben mit dem Westen. Denn das muss das Ziel sein: Integrieren, um langfristig (und nach Putin) zu einem konstruktiven Zusammenleben zu kommen.
 
Das sieht man ja schon im kleinen hier bei der Polizei und den Intensivstraftätern. Die kommen oftmals aus einer gewalttätigen Kultur und wenn auf eine ihrer Aktionen keine harte Reaktion von der Gegenseite kommt, dann ist das Gegenüber in deren Augen schwach und ein Opfer. Entsprechend verhöhnen sie die Gegenseite. So ähnlich, nur im größeren Maßstab läuft es bei Putin, Erdogan und jedem anderen Despoten.
 
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