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Der Politikthread (1 Betrachter)

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Ich weiß nicht, ob daß zweifelhaft ist. Ja, die Winderenergie und PV wäre sicher weiter, aber sicher noch nicht so, daß wir komplett autark wären. Und Gas ist die am wenigsten umweltschädliche fossile Energiequellen. Ich denke, wir hätten weniger (oder gar keine) Kohle und Öl, aber nicht weniger Gas. CO2-technisch sicher besser, aber ob daß in der aktuellen Situation vorteilhafter wäre, wage ich zu bezweifeln.

Komplett autark natürlich nicht. Nicht annähernd. Aber so weit, dass sie einen guten Teil der ~145 TWh, die Kohle (Braunkohle und Steinkohle zusammen) an Nettostromerzeugung letztes Jahr gebracht haben, ersetzt hätten? Durchaus möglich, um nicht zu sagen wahrscheinlich (vgl. Altmaier Knick ab 2013 oder auch der Einbruch beim Zubau der Windkraft ab 2018).

Öl spielt bei der Stromerzeugung nebenbei bemerkt keinerlei Rolle.
 
Aber so weit, dass sie einen guten Teil der ~145 TWh, die Kohle (Braunkohle und Steinkohle zusammen) an Nettostromerzeugung letztes Jahr gebracht haben, ersetzt hätten? Durchaus möglich, um nicht zu sagen wahrscheinlich
Ja, denke ich auch. Ändert bloß nichts an der Gasproblematik, die hätten wir jetzt genauso. Bloß ohne Rückgriffsmöglichkeit auf die Kohle, was jetzt gerade noch geht. Umwelttechnisch schlecht, aber in der Not….
Vermutlich hätten wir aber sogar mehr Gaskraftwerke, um die Kohle gleichzeitig mit den AKWs schneller abzusetzen (weil ja umweltfreundlicher). War jedenfalls lange ein Thema bei den Realos.
Öl spielt bei der Stromerzeugung nebenbei bemerkt keinerlei Rolle.
Mag sein, aber als Alternative zum Gas sind einige Industrien ganz froh, daß sie die alten Anlagen noch haben.
 
Deren Schicksal war imo aber von vornherein besiegelt. Bei der reinen Herstellung und den Kosten hätten wir nie mit China mithalten können. Lediglich Effizienz-Forschung und Verbesserung hätte hier ne Chance gehabt. Und viele der Firmen hatten auch ein desaströses Management. Wenn ich nur an den Spinner in seinem Schloss denke.
Man hätte es sich aber leisten können hier die Industrie halten zu wollen. Das wäre der Gedanke der mir fehlt.
 
Ja, denke ich auch. Ändert bloß nichts an der Gasproblematik, die hätten wir jetzt genauso. Bloß ohne Rückgriffsmöglichkeit auf die Kohle, was jetzt gerade noch geht. Umwelttechnisch schlecht, aber in der Not….
Vermutlich hätten wir aber sogar mehr Gaskraftwerke, um die Kohle gleichzeitig mit den AKWs schneller abzusetzen (weil ja umweltfreundlicher). War jedenfalls lange ein Thema bei den Realos.

Mag sein, aber als Alternative zum Gas sind einige Industrien ganz froh, daß sie die alten Anlagen noch haben.

Wir hätten mehr Gaskraftwerke, die viel weniger laufen würden.

Und Kohle hätten die Grünen auch nicht einfach von heute auf morgen alles abgeschaltet. Ich verweise da gerne nochmal darauf, bis wann Rot/Grün ursprünglich die Atomkraftwerke abschalten wollten (ungefähr jetzt).
 
Wir hätten mehr Gaskraftwerke, die viel weniger laufen würden.
Unwahrscheinlich, da die Haushalte und Industrie immer noch Gas brauchen. Wir hätten keine Kohle mehr, aber immer noch mehr als genug Gasbedarf. Klar, kommt immer darauf an, wann man anfängt, aber das kann man ja bis ins Absurde treiben.
Und Kohle hätten die Grünen auch nicht einfach von heute auf morgen alles abgeschaltet. Ich verweise da gerne nochmal darauf, bis wann Rot/Grün ursprünglich die Atomkraftwerke abschalten wollten (ungefähr jetzt).
Genau das meinte ich, wer jetzt mehr als ein Jahrzehnt zurück geht, bewegt sich eh in völlig fiktiven Szenarien.
 
Unwahrscheinlich, da die Haushalte und Industrie immer noch Gas brauchen. Wir hätten keine Kohle mehr, aber immer noch mehr als genug Gasbedarf. Klar, kommt immer darauf an, wann man anfängt, aber das kann man ja bis ins Absurde treiben.

Genau das meinte ich, wer jetzt mehr als ein Jahrzehnt zurück geht, bewegt sich eh in völlig fiktiven Szenarien.

Haushalte brauchen kein Gas aus Gaskraftwerken, die Industrie in vielen Fällen auch nicht (Gaskraftwerke erzeugen Strom für das Stromnetz; teils auch noch "nebenbei" Fernwärme). Wenn man z.B. heute 100 GW an PV installiert hätte und es scheint die Sonne (wie gefühlt die letzten 3 Monate ständig), dann würden Kohle, Gas und Co. zwischen ~10 und ~17 Uhr ungefähr ~null laufen müssen, weil die PV alles an Strombedarf deckt. Also hätte das selbstverständlich Auswirkungen auf die Gaskraftwerke.

Und nochmal: Wir hätten nicht "keine Kohle". Das ist vollkommen haltlos.
 
Haushalte brauchen kein Gas aus Gaskraftwerken, die Industrie in vielen Fällen auch nicht
Was? Es gibt genug Haushalte, die mit Gas heizen und genug Industrien, die Gas für notwendige Prozesse brauchen. Strom ist nicht das Problem! Gas ist das Problem und solange Du nicht genug grünen Wasserstoff produzieren kannst, wird es auch so bleiben :skep:

Und nochmal: Wir hätten nicht "keine Kohle". Das ist vollkommen haltlos.
Wäre ziemlich traurig für eine grün dominierte Politik. Dann können wir auch beim Status Quo bleiben.
 
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Was? Es gibt genug Haushalte, die mit Gas heizen und genug Industrien, die Gas für notwendige Prozesse brauchen. Strom ist nicht das Problem! Gas ist das Problem und solange Du nicht genug grünen Wasserstoff produzieren kannst, wird es auch so bleiben :skep:

Bitte lies nochmal nach, auf was du reagiert hast:

Cale: "...Vermutlich hätten wir aber sogar mehr Gaskraftwerke, um die Kohle gleichzeitig mit den AKWs schneller abzusetzen (weil ja umweltfreundlicher). War jedenfalls lange ein Thema bei den Realos. ..."

Steffko: "...Wir hätten mehr Gaskraftwerke, die viel weniger laufen würden. ..."

Cale: "... unwahrscheinlich, da die Haushalte und Industrie immer noch Gas brauchen. Wir hätten keine Kohle mehr, aber immer noch mehr als genug Gasbedarf. Klar, kommt immer darauf an, wann man anfängt, aber das kann man ja bis ins Absurde treiben. ..."

Steffko: "... Haushalte brauchen kein Gas aus Gaskraftwerken, die Industrie in vielen Fällen auch nicht (Gaskraftwerke erzeugen Strom für das Stromnetz; teils auch noch "nebenbei" Fernwärme). ..."

Ich sage das nochmal: Gaskraftwerke erzeugen Strom und haben mit Gas, das z.B. in Privatwohnungen zum Heizen benutzt wird (über einen Gaskessel) nichts zu tun. Auch aus dem Gesamtzusammenhang geht es ganz offensichtlich um Stromerzeugung (Kohle und AKW werden zur Stromerzeugung - nicht zum Heizen - benutzt).

Und Strom ist natürlich auch ein Problem: Weil wir einen nicht unerheblichen Teil des knappen Gases verstromen müssen! Der Strompreis ist auch an den Börsen nicht deshalb bei 20, 30 Cent pro kwh (statt 4, 5 Cent vor einem Jahr), weil wir in Europa gerade Strom im Übermaß haben. Im Bereich der Heizung wären wir unter den Grünen letztlich natürlich auch weiter. Die Bundesregierung hat gerade eben die letzte Förderung für Gasheizungen beendet.

Wäre ziemlich traurig für eine grün dominierte Politik. Dann können wir auch beim Status Quo bleiben.

Nur für mein Verständnis: Wenn wir 2021 sagen wir mal 75 TWh Strom aus Kohle erzeugt hätten, statt ~145 TWh und damit den CO² Ausstoß aus der Kohleverstromung fast halbiert hätten (und das, in dem die Stromerzeugung durch PV und Wind erfolgt wäre), dann könnten wir auch beim Status Quo bleiben!? :ugly: Das wären ja nur ungefähr 60 Millionen Tonnen CO² und damit eine Reduzierung der gesamten CO² Emissionen Deutschlands um ca. 10% (vgl. für beides: https://www.umweltbundesamt.de/date...-der-energiebedingten-treibhausgas-emissionen) und damit der Unterschied, ob man Paris verfehlt oder erreicht.
 
Ja, war schlecht formuliert, gebe ich Dir recht. Mein Fehler.

Ändert aber nichts am Grundproblem, wir säßen immer noch in der Gasfalle.
 
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Was? Es gibt genug Haushalte, die mit Gas heizen und genug Industrien, die Gas für notwendige Prozesse brauchen. Strom ist nicht das Problem! Gas ist das Problem und solange Du nicht genug grünen Wasserstoff produzieren kannst, wird es auch so bleiben :skep:


Wäre ziemlich traurig für eine grün dominierte Politik. Dann können wir auch beim Status Quo bleiben.

Jede Industrie die Gas nutzt könnte als Alternative Wasserstoff nehmen, Wasserstoff kann man klimaneutral mit Strom produzieren. Wahrscheinlich nicht genug in D aber dann muss man in Drittländern entsprechende Investitionen vorantreiben. Genug Sonne ist vorhanden.....
 
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¯\_(ツ)_/¯
 
Ja, das ist ja nichts Neues. Der Stromaufwand ist aber gewaltig und die Transportproblematik auch. Zu einem akzeptablen Preis ist daß in näherer Zukunft unmöglich, mal davon abgesehen, daß man „Drittländer“ braucht, von denen man dann wieder abhängig wäre.
 
Die Abhängigkeit ist aber variabel und wenn man PV auf Dächern vorschreiben würde, hätten wir sicher auch ne sehr! ordentliche Menge an Strom den wir in Wasserstoff umwandeln könnten. Man muss nur wollen.
 
Jede Industrie die Gas nutzt könnte als Alternative Wasserstoff nehmen, Wasserstoff kann man klimaneutral mit Strom produzieren. Wahrscheinlich nicht genug in D aber dann muss man in Drittländern entsprechende Investitionen vorantreiben. Genug Sonne ist vorhanden.....

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich gerne große Mengen Wasserstoff hier im Land zirkulieren sehen würde. Gerade bezogen auf deine Idee zum Verbrauch in der Industrie. Das Equipment dafür ist ziemlich wartungsintensiv, weil es überall hindurch diffundiert. Und anders als bei so ziemlich allem anderen was wir benutzen gibt es da keine sonderlich große Margin of Safety, wenn diese Wartung nicht eingehalten wird. Früher oder später ist das vermutlich ein Rezept für ein Desaster.
 
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Jep, das darf man nicht vergessen.
Wasserstoff ist ein schwer handhabbarer Stoff, v.a. wenn es um die Mengen geht, die man als Energieträger für die Industrie brauchen würde. Es bildet seht schnell explosionsfähige Atmosphären, es diffundiert aufgrund der kleinen Atomgröße (Wasserstoff ist das kleinste Atom überhaupt) überall durch und schwächt über Dauer dadurch auch jeden Werkstoff.

Und das Thema Wasserstoffproduktion in geeigneten Ländern halt ich auch für gefährlich. Denn hierzulande ist das nicht rentabel zu machen, da die Wasser-Elektrolyse riesige Energiemengen benötigt.
Und ob es jetzt Sinn macht, sich langfristig in Abhängigkeiten zu anderen Ländern zu begeben, die auch nicht unbedingt stabil und demokratisch sind (Nordafrika wäre z.B. von der Lage geeignet) lass ich mal dahin gestellt.
 
Wenn wir grün werden wollen müssen wir aber jegliche fossile Brennstoffe *und in einigen Bereichen wird das eben nur mit Wasserstoff oder efuels funktionieren.

edit: *ersetzen
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn wir grün werden wollen müssen wir aber jegliche fossile Brennstoffe und in einigen Bereichen wird das eben nur mit Wasserstoff oder efuels funktionieren.
Ja, v.a. bei vielen technischen Prozessen wird es auf absehbare Zeit nicht anders gehen, das stimmt.

Aus den genannten Gründen sollte man aber umsichtig vorgehen und nicht denken, dass Wasserstoff das Erdgas bequem ersetzen könnte. Ist niemandem weitergeholfen, wenn man die Produktionsketten dann von anderen Ländern abhängig macht, die uns an den Eiern haben und noch dazu potenziell fehleranfällige Lieferwege hat.
 
Ja, wie die meisten hier shon sagen: Hinterher ist man immer klüger.
Ich verstehe durchaus den Lauf der Geschichte mit dem Gas, nicht nur weil es eben die günstigste Variante war, sondern auch den Gedanken durch die globalen wirtschaftlichen Vernetzungen solch ein Szenario wie wir es jetzt mit dem Krieg haben zu minimieren.
Ich glaube nicht, dass jemand ernsthaft den Krieg voraussehen konnte - trotz der Annektion der Krim. Denn das war eben eine andere Hausnummer und Herangehensweise. Die hat man noch Zähneknirschend irgendwo hingenommen, aber das war ja kein Krieg in dem Sinne.
Aber da sieht man eben mal wieder was ein verblendeter "alleine" alles anrichten kann und wie er das ganze Weltgefüge beeinflussen kann.
Sich allerdings in so eine Abhängigkeit zu begeben kann man schon ankreiden.
Wenn ich hier Firmen auswerte für größere Leasinganfragen und da besteht ne 70%-Abhängigkeit von einem Kunden oder Lieferanten, dann habe ich schon sehr schlechte Karten den bei dem Kreditreferenten darzustellen. Als Staat sollte man da ebenfalls differenzierter aufgestellt sein. Aber das Problem hatten ja viele wie ich gelesen habe. Litauen bezog vorher 80 oder 90% des Gasverbrauchs von den Russen wie ich gelesen habe.
Naja, seis drum, wir haben nun eben dieses Dilemma und müssen eben daraus lernen und jetzt die Weichen anders stellen.
Dazu die Nachwehen von Corona. Die Inflation. Ist ein großer Kraftaufwand für alle, egal ob Firmen, Politiker, Haushalte, da nun irgendwie durchzukommen.
 
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