Mass Effect 1 (PS4 via PS5)
Hab nun endlich mal Mass Effect 1 mit dem aktuellen Remaster beendet.
Ich hab mir das Spiel damals auch für die Xbox 360 geholt. Ein neuse RPG von Bioware? Woha... ich hab Baldurs Gate, Knights of the Old Republic und Jade Empire sehr gern gespielt. Also immer her damit.
Aber ich bin mit dem Spiel irgendwie nicht warm geworden... es war irgendwie weder Fisch noch Fleisch. Der RPG-Teil war mir irgendwie zu seicht... der Action-Teil genauso. Keines von beiden konnte mich so richtig fesseln... und so hab ich irgendwann abgebrochen.
Und nun... einige Jahre später also das Remaster. Leider hat sich der Eindruck von damals gehalten. Das Gameplay konnte mich auch dieses mal nicht überzeugen.
Aber erstmal zum positiven: Die Story ist tatsächlich unterhaltsam, das Universum sehr interessant und detailreich ausgearbeitet und die Charaktere sind wirklich super. Die Dialoge können durch die Bank überzeugen und es entstehen recht glaubhafte Dialoge. Dieses Paket ist tatsächlich die große Stärke des Spiels... weil wie schon gesagt, das Gameplay hat dann schon einige Schwächen.
Zum Upgrade-System. Man kann zwar bei einem Levelaufstieg zwischen vielen verschiedenen Möglichkeiten wählen die Charaktere zu entwickeln... aber schon nach recht kurzer Zeit habe ich gemerkt dass das eigentlich ziemlich egal ist. Auf der einen Seite weil die aktiven Fähigkeiten nicht wirklich benötigt werden, zum anderen weil man so schnell im Level aufsteigt dass man recht bald seine bevorzugten Fähigkeiten voll ausgelevelt hat. Den Rest füllt man dann nur noch auf. Bei den Begleitcharakteren hab ich recht schnell auf Autolevel geschaltet.
Die Fähigkeiten selbst sind zwar nett und evtl. hier und da auch hilfreich, aber diese umständlich über ein Menü auszuwählen und einzusetzten ist auf die Dauer einfach zu nervig. Davon abgesehen braucht man die Teile auch nicht. In meinem gesamten Durchgang hab ich sie kein einziges mal wirklich bewusst gezielt eingesetzt. Für die Trophy hab ich alle mal gespammt und danach nie wieder verwendet.
Beim Ausrüstungssystem ist es ähnlich... man wird mit Ausrüstung in den Missionen fast schon überhäuft... recht schnell hat man zig Ausrüstungsgegenstände und Waffen. Gelegentlich hab ich mal reingeschaut und recht blind einfach die beste Waffe ausgewählt. Die Upgrades für die Waffen hab ich einmal genommen und danach für alle neuen Waffen blind übernommen. Da extra durchzugucken und auszuwählen war zu müßig. Darüber hinaus auch wieder unnötig... ich hab mich ohne Probleme durch das Spiel geschossen ohne jemals Probleme zu haben. Die Pistole, Schrotflinte... und was es sonst noch neben dem Sturmgewehr und der Sniper gibt... hab ich nie genutzt... kein einziges mal. Weil: Unnötig.
Die Händler hab ich komplett ignoriert... neue Ausrüstung reizt nicht, Geld hatte ich irgendwann den Maximalbetrag von 9999999 irgendwas. Ich hab nie was verkauft oder gekauft. Kisten in den Missionen hab ich nichtmal mehr geöffnet. Also: Unnötig.
Mit dem Action-Anteil verhält es sich ähnlich... man läuft durch die Gegend und schießt auf Gegner mit nicht existierender KI. Die Gegner laufen manchmal auf einem Quadratmeter im Kreis, ansonsten kommen sie blind auf einem zu oder bleiben hinter der Deckung auch wenn man sie umrundet. Das eigene Deckungssystem war sehr unnötig und hab ich nie genutzt. Ab und an hinter eine Kiste stellen bis das Schild aufgeladen ist reicht völlig aus. 2 Jahre vor Mass Effect kam Gears of War auf den Markt... Third-Person-Deckungsshooter ging zu der Zeit also schon deutlich besser.
Der Rest vom Spiel ist dann Füllmaterial... Sinnlos Planeten anklicken und per Klick Rohstoffe (deren Sinn sich mir im ganzen Spiel nicht erschlossen hat) abbauen. Ab und an mal landen und mit nem Fahrzeug über leere Planeten fahren und... yeah... Rohstoffe finden. Die Steuerung vom Fahrzeug ist die Hölle. Wer auf die Idee kam dass sich die Fahrtrichtung beim Umschauen ändert gehört aus der Branche geworfen. Wie schön wäre es gewesen wenn man Genreüblich mit dem linken Stick die Fahrtrichtung angibt und sich mit dem rechten umschaut -unabhängig voneinander-... hier ist es aber ein durcheinander das keine vernünftige Steuerung zulässt.
Dann sind auf dem Planeten auch noch Rohstoffe irgendwo hinter hohen Bergen versteckt... zwar kann man fast senkrechte Wände hochfahren, aber irgendwann ist schluss. Dann glitcht man sich eben in bester Skyrim-Manier irgendwie hoch.
Manchmal findet man auf den Planeten auch mal betretbare Basen... joar... genau 3 verschiedene. Und die bestehen immer nur aus 3 Räumen. Immer den gleichen Räumen. Mass Effect hat also auch auf Mass Production gesetzt... die Basen kamen alle vom Band und die Auswahl hatte wohl DDR-Niveau.
Grafisch ist das Remaster allerdings recht schick. 4K und 60FPS machen schon was her... nunja... wenn das massive Aliasing nicht gewesen wäre. Gerade auf der Citadel flackert es in einer Pracht.
Trotzdem hab ich das Spiel nun beendet, sogar die Platin kam in meine Nähe... nunja... eine Trophy fehlt, kann diese aber wohl nicht mehr abschließen weil ich nen Point of Return überschritten habe... so fehlen mir wohl 1,2 Nebenmissionen auf die Platin. Sehr nervig.
Jep... hört sich alles recht negativ an. Ich würde aber eher sagen mittelmäßig... das einzige was mich an der Stange gehalten hat war die gute Story, das tolle Universum und die tollen Dialoge... und natürlich der Ausblick auf Teil 2+3. Diese werden ja hier im Thread hochgelobt und man soll bei Teil 1 durchhalten bis das Gameplay bei Teil 2 dann besser wird... ich bin wirklich mal gespannt... ich hoffe dass das wirklich so ist.