Der reine grüne Fokus auf Deutschland, ohne ein echtes (gerade auch politisches) Konzept für das Ausland was Export regenerativer Technologien angeht, wird es aufs Weltklima bezogen letztendlich genau nix bringen. Oder doch, 0,3% oder so. Falls wir nicht in Zukunft gezwungen sind, jede Menge Strom aus dem Ausland zu kaufen.
Und was die soziale Gerechtigkeit angeht wird die nur so lange funktionieren, solange sie Geld zum Verteilen haben. Bei Konzepten wie unbegrenzter Zuwanderung ohne Qualifikationvoraussetzungen oder Vermögensvoraussettungen und leichterem Zugang zum Sozialsystem sowie der immer stärker belasteten Mittelschicht in Verbindung mit ihrer Rentenlüge wird Ihnen das irgendwann ausgehen. Bei der Rentenlüge immerhin sind fast alle anderen Parteien auch dabei.
OK, das sind die üblichen Kapitalismus-Positionen.
Klar, Sozialsysteme brauchen Geld und das muss der Staat irgendwie reinbekommen. Dann folgt die Annahme, dass man ohne den Fokus auf die Wirtschaft das Geld aus dem Land verliert - was imo erst mal eine Annahme ist.
Und ansonsten die Angst vor Migration, weil da ja nur Leute kommen, die rumlungern und auf der Tasche liegen wollen.
IMO ist das so eine Argumentation, die eben im Endeffekt sagt "tja, was sollen wir denn machen? Unser System, bei dem die Reichen unterproportional wenig beitragen ist halt alternativlos". In meinen Augen kann das eben nicht sein - es muss nach Wegen gesucht werden, die besser sind, nicht selbstgerecht auf dem mangelhaften System rumliegen.
Bezüglich der "immer stärker belasteten Mittelschicht" (das ist so ein Begriff aus dem FDP-Dauerprogramm, oder?

). So wie ich das sehe, sorgen die Pläne von SPD, Grün und auch Links für eine Entlastung der Mittelschicht - also das, was ich unter Mittelschicht verstehe zumindest... Wenn das für dich Einzelverdiener mit sechsstelligem Einkommen sind, halt eher nicht - Während die Pläne von Union und FDP für eine Entlastung der Reichen sorgen und damit rein gar nix zur Lösung des sozialen Problems beitragen.
Und ja - die Rentenlage ist ein Problem. Wie das zu lösen ist - das dürfte eine komplexe Aufgabe für die nächsten Jahrzehnte sein. Jedenfalls sehe ich hier nur wenig Argumente für oder gegen bestimmte Parteien.
Und zum Thema Klima: Ich kann dieses "Argument" nicht mehr hören, dass die BRD nur so einen kleinen Anteil am Weltklima hat mit dem Schluss, dass man es deshalb ja gleich bleiben lassen kann.
NEIN! Jede Privatperson, jedes Unternehmen, jede Einheit des Staats MUSS sich dem Problem annehmen. Denn mit dem Finger auf andere zeigen ist einfach - noch dazu rennen uns gerade so ziemlic halle anderen Staaten (fast schon inkl. China) davon, was die Förderung regenerativer Energien und nachhaltigen Industrieformen angeht.
Außerdem sind wir ein Land, auf das die Welt schaut. Diese Vorbildwirkung darf man bei dieser transformativen Aufgabe nicht unterschätzen.
Und damit wir keinen Strom aus dem Ausland kaufen müssen, muss eben die nachhaltige Energieerzeugung konsequent vielfältig gefördert werden. Ja, auch die Union meint jetzt, dass "Windräder in sechs Monaten genehmigt sein müssen". Nur haben sie 16 Jahre Zeit für das Problem gehabt, da glaube ich erst mal keine Beteuerung mehr.
Und wenn wir Strom kaufen, dann afaik viel aus Frankreich - das eine sehr niedrige Kohle- und Gasquote bei der Energieerzeugung hat - also aus Sicht des Klimaziels unserer Kohleverstromung vorzuziehen.
Und ja, Atomenergie ist dort der primäre Energieträger - aber im Sinne der Klimaziele ist das eben einfach vorübergehend imo der Kohle vorzuziehen.