Habe vorgestern und gestern Abend auch einige Stunden gezockt und bin sehr begeistert davon. Für ein Spiel welches noch gut 1 Jahr vor Release steht, läuft das schon unerwartet rund. Hätte mit mehr Bugs und Glitches gerechnet, als mir untergekommen sind. Man merkt dem Spiel natürlich an, dass es noch nicht fertig ist aber dafür fühlt es sich schon richtig gut an. Zu den Dingen die mir hier aufgefallen sind: Viele Animations-Bugs, während der Dialoge oder der Kämpfe oder noch nicht fertige Animationen in manchen Szenen, der Soundtrack scheint auch noch nicht ganz fertig bzw. implementiert zu sein, paar KI Aussetzer, ein paar Bugs im Inventar etc. Alles nicht dramatisch für ein Spiel dieser Entwicklungsstufe.
Zu der Frage obs nun ein Baldurs Gate oder ein Divinity ist: es fühlt sich zuerst mal wie eine Larian Produktion an, sprich als Divinity Kenner flutscht die Steuerung sofort, man weiß sofort was zu tun ist und findet sich von Minute 1 an mit dem Spiel zurecht. Die Atmosphäre bzw. der allgemeine Ton ist jedoch düsterer und ernster als im lockeren Divinity. Da kommt schon gut D&D und Schwerküsten Vibe auf. Man nimmt die Vorlage schon sehr ernst und scheint sich intensiv damit befasst zu haben.
Kämpfe bestreitet man, anders als in Baldurs Gate 2, dieses mal rundenbasiert, was so gesehen ohnehin besser zu D&D passt, da D&D am Tisch ebenfalls rundenbasiert abläuft. Abgesehen von den Strategy RPG Elementen, die sich Baldurs Gate 3 mit Divinity und anderen SRPGs wie Fire Emblem und Konsorten teilt, merkt man sehr deutlich, dass der Unterbau des Kampfsystem, mit dem D&D Regelwerk, ein völlig anderer ist. Mir kommts im ersten Eindruck auch schwieriger als Divinity vor, keine Ahnung ob das am Early Access liegt oder eher daran, dass halt ua zB Lebenspunkte und Zauber in D&D Mangelware und daher sehr kostbar sind bzw. einen anderen Spielfluss erzeugen.
Bei den Dialogen merkt man auch, dass man es hier mit einem richtigen RPG Schwergewicht zu tun hat, mit all den Möglichkeiten die sich einem bieten. Eine Sache die mir als Pen & Paper Fan ganz besoners gut gefällt aber vermutlich vielen reinen Videospielern vielleicht sogar sauer aufstoßen wird: der große RNG Faktor in den Dialogen, mit den vielen Skill Checks. Da taucht dann nämlich der typische, 20 saitige Würfel auf, den man offen werfen muss und der darüber entscheidet ob man die Situation jetzt "wie gedacht meistert" oder einen Bock schießt, woraus allerlei (verfahrene) Situationen entstehen können, wie etwa das vorzeitige Ableben von potentiellen Companions. Es ist daher sehr angeraten nicht ständig alles zu speichern und neuzuladen, bei Nichtgefallen, sondern das Spiel einfach so hinzunehmen, wie es sich entwickelt, wie in einem richtigen Pen & Paper halt auch.
Optisch ist BG3 wirklich sehr chic und die Dialoge und Inszenierung können sich jetzt schon sehen lassen, trotz Bugs/Glitches und unfertigem Status. Da sieht man was in dem Genre alles möglich ist. Sehr gut gemacht!
Insgesamt ein Traum für Rollenspieler, insbesondere für D&D Fans. Nachdem das Spiel bereits im Early Access so eine gute Figur macht, bin ich zuversichtlich, dass uns hier mitte/ende nächsten Jahres ein Rollenspiel Meisterwerk erwartet. Werde selbst bestimmt noch viele Stunden im Early Access versenken.
Ah ja, ein kleiner Nachsatz noch, weils mir gerade einfällt: der Charaktereditor ist aktuell noch eingeschränkt. Man kann aktuell nur selbst gebaute Charaktere verwenden (später soll man wohl auch in die Rolle der vorgesehenen Companions schlüpfen können) und hier stehen nicht alle Rassen, Klassen etc. offen, die man später im fertigen Spiel vorfinden wird.
Das Wichtigste aber: man kann Drow spielen!



