Ein Problem dabei sind die Fehlalarme, die ein solcher Test auslösen kann. Das bestätigte am 14.6. sogar Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor laufender Kamera:
"Wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht nachher durch zu umfangreiches Testen zu viele falsch Positive haben. Weil die Tests ja nicht 100 Prozent genau sind, sondern auch eine kleine Fehlerquote haben. Und wenn insgesamt das Infektionsgeschehen immer weiter runtergeht und Sie gleichzeitig das Testen auf Millionen ausweiten, dann haben Sie auf einmal viel mehr falsch Positive als tatsächlich Positive. Das sind so die Dinge, mit denen man konfrontiert wird in der weiteren Folge, und die Erkenntnisse."
Die entsprechende Kennzahl, die aussagt, inwieweit Fehlalarme vermieden werden, ist die sogenannte Spezifität. Und hier gibt es ein massives Problem: Der Ringversuch des Vereins INSTAND e.V., der sich um die Qualitätssicherung bei den Laboren bemüht, die solche Tests durchführen, hat eine Spezifität bei den SARS-CoV-2-Tests von durchschnittlich 98,6 % ermittelt. Die Spezifität streut je nach den Details des Testverfahrens und der Durchführung durch die Labore. Das wären bei 320.001 Tests in KW 24 dann wohl 4.480 Fehlalarme, denen aber nur 2.653 positive Fälle gegenüberstehen.
Bei dieser durchschnittlichen Spezifität von 98,6 % ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass bei Anwendung der Tests auf zwei weitere Coronaviren (HCoV-OC43 und HCoV-229E) die Quote der falschpositiven Ergebnisse laut INSTAND e.V. durchschnittlich auf 1,9 % bzw. auf 2,2 % steigt. Könnte dies auch daran liegen, dass einige Testvarianten zusätzlich auf andere humanpathogene Coronaviren als SARS-CoV-2 reagieren?