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Amerika, we have a problem

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Nur ein kurzer Zwischenruf basierend auf deinen oftmaligen Hinweis auf Leute Rücksicht zu nehmen und sie nicht mit Aussagen/Videos zu triggern:


Find ich als Sohn eines ehemaligen Polizisten (und ja, ich bin mal so vermessen dass mein Vater kein Rassist ist und auch keine Rassisten duldet) eher ungeil und fühl mich eigentlich ziemlich schlecht wenn ich das lese...
 
Habe mir das Video nicht angeguckt. Wozu auch, nothing new for me. Ich bin Donnerstags immer in einem Treffen mit schwarzen Filmmachern und Autoren und wir haben das Thema nur 1 min besprochen, weil uns allen einfach klar war, dass wir alle das gleiche denken. Wir haben kurz getrauert aber keiner war richtig wütend. Vielleicht können wir etwas durch unsere Werke gewaltlos ändern aber es ist uns klar, dass der Weg dahin noch sehr weit ist.
 
Ich mache mir oben das ACAB nicht vollumfänglich zu Eigen, das sollte doch aus dem Kontext klar sein?
Warum ich ACAB geschrieben habe:
"Nicht alle Polizist*innen...", "Die überwiegende Mehrheit der Polizist*innen...", "Es gibt so viele gute Polizist*innen..." sind Aussagen, die eine systemische und kollektive Kritik an der Polizei verunmöglichen. Damit wird automatisch suggeriert: es ist kein systemisches Problem, sondern er gibt einige wenige 'schwarze Schaafe' in einer mehrheitlich funktioniernden und guten Polizei. Aber warum haben wir dann eine Polizei, die immer und immer wieder solche 'Einzelfälle' hervorbringt? Warum haben wir einen Corpsgeist, der immer und immer wieder Kolleg*innen deckt statt sie anzuzählen, statt gegen sie Stellung zu beziehen?
Wer ACAB sagt dreht den Spieß um: solange es dieses System gibt, solange innerhalb der Polizei 'schwarze Schaafe' nicht nur geduldet, sondern auch gedeckt werden, sehe ich keinen Anlass auch nur einem Polizisten oder einer Polizistin einen Persilschein auszustellen. Ihr seid mir den Beweis solange schuldig bis ihr ein System etabliert habt, in dem es unmöglich ist als schlechter Cop Fuß zu fassen. Solange es diesen Zustand nicht gibt, kann es kein benefit of the doubt geben, solange nehme ich alle guten Cops - die es doch angeblich so zahlreich gibt, deren Einfluss auf das System dennoch so gering zu sein scheint - in Mithaftung.
 
Sry, aber das ist genau die gleiche fadenscheinige Ausrede, die Du sonst immer dem Gegenüber vorwirfst. Und genauso scherst Du sämtliche Polizisten über einen Kamm, was Du ebenfalls den Leuten (zu Recht!) immer wieder vorwirfst.

Versteh' mich nicht falsch, die Polizei, deren Struktur und Verhalten ist in vielen Ländern ein Problem. Auch in Österreich - wo es uns allen sehr gut geht - gibt es viel Rassismus und Gewaltübergriffe in den Reihen der Polizei. Aber man kann jetzt nicht hergehen und sämtliche Polizisten über einen Kamm scheren, auch wenn man das System (zu Recht!) in Frage stellt.
 
Wenn ich die Argumentation richtig verstehe ist der Unterschied, dass es sich bei der Polizei um eine staatliche Institution handelt. Und zwar nicht nur um irgendeine, sondern um den Arm der Exekutive, der das Gewaltmonopol des Staates ausübt.
Das ist bei anderen Gruppen nicht der Fall und ein großes und gewichtiges Differenzierungsmerkmal.

Wenn ich also "die linken Zecken" oder "die Ausländer" verallgemeinere, dann ist das unzulässig, da es sich um eine heterogene Ansammlung an Menschen mit ihren eigenen Motiven, Vorgeschichten etc handeln und dabei ungebunden vorgehen. Das geht so nicht.

Wenn ich "die Polizei" verallgemeinere, dann meine ich damit den Staatsapparat, der als Einheit handelt, der weisungsgebunden ist und der von Unzulänglichkeiten des System direkt gespeist wird.
Und wenn die womöglich einzeln handelnden Cops, die gegen Regeln verstoßen, nicht von ihren "guten" Kollegen zurückgehalten, bloßgestellt und gemeldet werden, wenn stattdessen eine gegenseitige Deckung stattfindet, die bis in die höchsten Ebenen geht, dann ist dieser Staatsapparat als Ganzen krank.

Polizist ist kein "normaler" Beruf wie Bäcker oder Programmierer. Denn nur als Polizist gebe ich mich weisungsgebunden und strafbewehrt in den Dienst der Exekutive und bekomme damit einhergehend Rechte, die weit über die eines Bürgers hinausgehen. Schon alleine damit ziehen imo Vergleiche von Polizisten mit so ziemlich allen anderen Gruppen nur bedingt.
 
dazu kommt der coprsgeist. bei der polizei wird aktiv und nachweislich - auch in deutschland - unterdrückt und ermittlungen wegen fehlverhalten werden sabotiert. das ist auch kein wunder. eine krähe hackt der anderen kein auge aus und solange sich die polizei quasi selbst kontrolliert wird es sowas geben.

ich bin kein fan von ACAB, aber was mingo hier geäußert hat kann ich nachvollziehen, ohne schnappatmung zu kriegen.
 
@el_barto
Da hast Du schon recht, aber es heißt ja ACAB (all cops are bastards) und das bezieht sich nunmal auf die Polizisten und nicht auf die staatliche Institution. Wenn man immer schön differenziert, dann sollte man das hier auch tun.
Mingo hat seine Intention hinter der Verwendung von ACAB ja offen gelegt. find ich ehrlich gesagt nachvollziehbar.

Er will ja nicht jedem Cop zuhause auflungern und ihn abstechen oder so, nur weil er Cop ist.

EDIT: IMO ist das einer der Effekte der Berufswahl "Polizist*in". Das bin ich auch als Person. Ein/eine Polizist*in lässt nicht nach 8 Stunden den Hammer fallen und ist Privatperson.
Man hat sogar die Verpflichtung, bei entsprechenden Vorkommnissen immer als Teil der Staatsgewalt zu handeln.
 
dazu kommt der coprsgeist. bei der polizei wird aktiv und nachweislich - auch in deutschland - unterdrückt und ermittlungen wegen fehlverhalten werden sabotiert. das ist auch kein wunder. eine krähe hackt der anderen kein auge aus und solange sich die polizei quasi selbst kontrolliert wird es sowas geben.

ich bin kein fan von ACAB, aber was mingo hier geäußert hat kann ich nachvollziehen, ohne schnappatmung zu kriegen.
Wobei es dann noch immer eine gewaltenteilung gibt, allerdings muss man die unterschiede im justizsystem der usa zu unserem kennen, das machts schon leicht jemanden frei zu sprechen wenn man das will und andersrum leicht jemand zu verurteilen, der staatsanwalt entscheidet im grunde darüber denn er bringt zeigen und beweise auf den tisch (klar kann die andere seite auch machen), der richter muss auf grund dessen was er vorgesetzt bekommt entscheiden.

wenn der polizist freigesprochen wird gibts einen bürgerkrieg, ich hoffe dem staatsanwalt und dem richter ist das bewusst.
 
Das Ergebnis muss aber sein: Wir haben ein strukturelles Problem und brauchen eine unabhängige Überwachungsinstanz mit harten Konsequenzen. Nicht ACAB.

Eine um sich greifende Mentalität im Sinne von ACAB ist ein weiterer Schritt in einer von zwei Seiten gegenseitig aufstachelnden, eskalierenden Gewaltspirale.
 
ich bin kein fan von ACAB, aber was mingo hier geäußert hat kann ich nachvollziehen, ohne schnappatmung zu kriegen.

Ich bekomme auch keine Schnappatmung, aber von jemanden, der immer sämtliche Leute (meistens zu Recht) maßregelt und generell sehr auf Korrektheit (in sämtlichen Belangen) wert legt, erwarte ich mir so ein plumpes, radikales Statement einfach nicht. Das passt nicht ganz zusammen.

Aber ich habe meinen Standpunkt erklärt und will es jetzt auch dabei belassen.
 
Wurde diese acab Thematik afaik nicht auch schon mal gerichtlich beschlossen?

Persönlich bin ich auch kein Fan dieser Ausdrucksform weil sie doch recht plump daher kommt und gern mal willkürlich eingesetzt wird, verstehe aber durchaus die intention dahinter.
 
ich bin kein fan von ACAB, aber was mingo hier geäußert hat kann ich nachvollziehen, ohne schnappatmung zu kriegen.

Spannend, dass das

her ungeil und fühl mich eigentlich ziemlich schlecht wenn ich das lese...

als Schnappatmung gesehen wird. Und ich finds auch schade, dass es @Mingo herzlich wenig interessiert.

Kenne viele die dieses ACAB einfach so benutzen ohne gewissen Kontext und Hintergrund.

Spannend, wenn man bedenkt, dass ein jahrzentelang positiv verwendetes Symbol (das OK Zeichen) mittlerweile mit Vorsicht zu genießen ist weil es Nazis okkupiert haben. Gerade von dir hätte ich ein lapidares "ja, es nutzen halt Leute ohne wirklichen Hintergedanken, wahrcheinlich nicht mal böse gemeint... so what?" jetzt nicht erwartet.
 
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