Mach dich ruhig lächerlich über die die in gewalt keine lösung sehen. Du bestimmst wann gewalt gut ist und wann nicht ja?
Die Forderung, die auch jetzt wieder überall auf Amerikas Straßen zu hören ist, lautet "No Justice, No Peace". Es gibt hier eine kausale Richtung: zuerst die Gerechtigkeit, dann der Frieden. Ohne Gerechtigkeit
kann es keinen Frieden geben. Den vermeintlichen Frieden, den wir erleben solange es keinen Protest gibt, kein Aufbegehren, kein Sich-zur-Wehr-Setzen, das ist ein durch Ungerechtigkeit erzwungener Frieden. Und das ist der Frieden, den du gerne wieder hergestellt hättest, ganz gleich ob damit die ihm vorausgehende Ungerechtigkeit beseitigt wird oder nicht.
Martin Luther King hat im Jahr 1963 aus dem Gefängnis einen Brief geschrieben, indem u.a. folgendes steht:
"First, I must confess that over the past few years I have been gravely disappointed with the white moderate. I have almost reached the regrettable conclusion that the Negro's great stumbling block in his stride toward freedom is not the White Citizen's Counciler or the Ku Klux Klanner, but the white moderate, who is more devoted to 'order' than to justice ..."
Besagter Martin Luther King ist bekanntlich das prominenteste Gesicht des friedlichen Protestes der Bürgerrechtsbewegung der 1960er Jahre. Und guess what: selbst sein
gewaltloser Protest mündete in seinem
gewaltsam herbeigeführten Tod. Die Gewalt ist also immer da, sie bleibt nur für all diejenigen im Verborgenen, gegen die sie nicht gerichtet ist. Der Frieden existiert nur in der Akzeptanz der bestehenden Ungerechtigkeit.
Und daher wusste auch schon derselbe MLK, der ohne Gewaltanwendung für die Rechte von Schwarzen Menschen gekämpft hat:
Von daher: auch du bestimmst, wann Gewalt gut ist und wann nicht. Für dich ist gute Gewalt die, unter der du nicht leidest und von der du nichts mitbekommst.
Du verurteilst nur die Gewalt, die
für dich augenscheinlich wird.
Und dann kommst du mit sowas Verhöhnendem an wie "man muss nur Ausdauer zeigen dann kann man viel erreichen" und präsentierst auch noch Greta als Vorbild für Penetranz - so als würden Schwarze Menschen nicht ausdauernder für ihre Freiheit und für ihre Gerechtigkeit kämpfen als irgendeine andere Gruppe. So als würde es nicht einen ausdauernden, friedlichen Protest seit Jahrhunderten geben - und trotzdem ist man noch immer nicht am Ziel. So als würden Friedensbewegungen nicht schon vor 50 Jahren niedergeknüppelt worden sein und ihre Anführer ermordet werden.
Vielleicht hast du recht und man muss sich nicht über die Personen lächerlich machen, die in Gewalt keine Lösung sehen. Aber deine
Position, die du hier in den vergangenen Tagen verdeutlicht hast, die finde ich weltfremd und naiv. Und in ihrer Ignoranz bestehender Gewalt halte ich sie für selbstgerecht.
Zerstörungen, Ladenplünderungen... fällt mir halt auch nix zu ein. Auch nur ein Anlass für irgendwelche Spackos, Randale zu machen. Würde tippen, dass welche nichtmal wissen was der Anlass für die Proteste ist.
Natürlich gibt es im Zuge der Proteste Menschen, die illegitime Gewalt ausüben, die man möglicherweise als 'Krawalltouristen' bezeichnen kann.
Wenn, dann sollten sie halt Highways blockieren, streiken, was auch immer.
Aber wer sind "sie"?
Hier wird teilweise so getan, als würden "sie" nicht genau das machen. Als würden sie nicht Straßen blockieren, als würden sie nicht für Gerechtigkeit streiken. Und als würden sie nicht auch versuchen Leute genau davon abzuhalten: von blinder Zerstörungswut, von stumpfer Gewaltanwendung.
Aber es gibt eben kein homogenes "sie". Und dass ihr diese Positionen vereinheitlicht - also legitimen Protest mit illegitimen Gewaltexzessen in einen Topf werft und zu einer einzelnen Kraft werden lasst - zeigt wie sehr ihr an einer Delegitimierung des Protestes per se interessiert seid.
Aber es ist eben nicht in allen Fällen ziellose und wahllose Zerstörung. Es wird auch und im Wesentlichen zerstört, was für das repressive rassistische System steht. Z.b. Polizeistationen und Polizeiautos, z.B. Kolonialgebäude etc.
Zerstörung ist also nicht gleich Zerstörung.
Gute Argumentation. Die Deutschen wurden nach dem ersten Weltkrieg auch unterdrückt. Zum Glück haben sie danach nach deiner Devise gehandelt.
Glückwunsch zum dümmsten Vergleich des bisherigen Threads.
Erstens, Deutschland wurde nach dem ersten Weltkrieg nicht "unterdrückt". Deutschland musste Reparationszahlungen leisten für einen WELTKRIEG, den Deutschland maßgeblich zu verantworten hatte. Es war also keine Unterdrückung sondern die gerechte Strafe für die eigenen Verbrechen.
Zweitens fällst du damit auf DIE zentrale Propaganda der Nationalsozialisten herein, die überhaupt erst ihren politischen Aufschwung ermöglicht hat (Stichwort Dolchstoßlegende).
Drittens solltest du vielleicht zukünftig auf solche aberwitzigen historischen Analogien verzichten, wenn du offensichtlich so wenig Ahnung von der deutschen Geschichte hast.