Dragonball Z: Kakarot
Eigentlich wollte ich mir das Game nicht kaufen. Nicht zum Release. Irgendwann im Sale. Aber jetzt habe ich es durch - nach fast 50 Spielstunden und was soll ich sagen? Die Nostalgie war größer als der Verstand und ich habe es nicht bereut.
Nostalgie. Das ist das Wort, welches man nennen muss, wenn man von dem Spiel redet. Vermutlich alle die das Game spielen, kennen auch die Serie aus ihrer Jugend und fanden sie super. Dementsprechend kennt man natürlich de Story und weiß was passiert. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es sein muss, das Game zu spielen ohne Vorkenntnisse im Bereich Dragonball. Ist aber sicher nicht besonders gut, da man weder die Story-Zusammenhänge noch die Charaktere kennt. Es wird zwar alles kurz erklärt, aber vieles eben auch nicht.
Trotzdem ist auf jeden Fall zu loben, mit welchem hohen Grad hier die Welt nachgebaut wurde. Es ist kein Open World Spiel. Man kann zwischen etwa 10 verschiedenen Gebieten hin und herreisen. Dennoch sind alle Maps für sich sehr unterschiedlich und man findet überall Anlehnungen an die Serie. Auch die Charaktere werden zumindest kurz vorgestellt. Schön fand ich auch, dass auch Nebengeschichten sehr gut eingebaut wurden, sodass man auch als Kenner der Serie ab und zu überrascht wurde. Es gibt auch eine sehr ausführliche Bibliothek in der sehr umfangreich alles Mögliche erklärt und beschrieben wird... es gibt auch schöne Übersichten über die Beziehungen der Charaktere.
Wie schon angesprochen ist es kein richtiges Open World Spiel. Man muss sich zwischen verschiedenen Maps bewegen. Im Kern gibt es Hauptaufgaben, Nebenaufgaben und ein paar optionale Dinge wie Autorennen. Überall sind auch sgt. "Z-Kugeln" verteilt. Die gibt es in vie Varianten und die benötigt man zum lvln. Hier reicht es aber, diese einzusammeln während man spielt. Aggressiv Farmen musste ich die nicht. Auf der Karte selbst fliegen auch Gegnergruppen herum, die leider ziemlich aggressiv sind und stets den Kampf suchen. Auch hier hatte ich zwar immer wieder welche mitgenommen, musste aber nie gezielt kämpfen um aufzusteigen, da man durch die Quests genug EP bekommt. Leider hat man auch keinen Grund dazu die Maps zu erkunden außer aus eigenem Interesse. Es gibt nicht wirklich Geheimnisse zu entdecken und auf der Map wird mehr oder weniger alles angezeigt.
Die Quests sind auch lobenswert zu erwähnen. Die Nebenaufgaben fühlen sich alle sehr passend an und involvieren viele Charaktere aus der Dragonball-Welt. Außerdem wird man für viele mit Seelenabzeichen belohnt. Das sind sozusagen kleine Marken von den Figuren. Es gibt von allen Charakteren solche Marken. Die kann man dann auf verschiedene "Spielbretter", den Community-Boards einsetzen um sich Fähigkeiten freizuschalten, wobei es mehr Punkte gibt, wenn die Charaktere zusammenpassen - das macht auf jeden Fall Spaß und bringt einen auch dazu, diese Dinger mit Freude zu sammeln.
Es gibt jedoch auch zwei Dinge, die mir nicht so gefallen haben, das wäre das Kampfsystem und die Ladezeiten. Das Problem mit den Ladezeiten ist nämlich, dass man zu oft zwischen den einzelnen Maps hin und herreisn muss, sei es in nebenaufgaben oder in Gesprächen. Und die Ladezeiten sind lang, mehrere Sekunden sogar auf der One X. Das läuft dann so ab, dass drei Sätze gesprochen werden, man dann 8 Sekunden Ladezeit hat, dann werden wieder 5 Sätze gesprochen, dann hat man wieder Ladezeit. Auch das optionale Dragonballs Farmen wird relativ nervig. Es kam zwischendurch ein Patch, der die Ladezeiten verbessert hat, aber sie waren dennoch vorhanden... und das ist 2020 bei so kleinen Maps schon nverig.
Das Kampfsystem ist das zweite Sorgenkind. Wenn man andere DBZ-Spiele kennt, dann weiß man ja auch, wie sowas gut umgesetzt sein kann. In diesem Spiel ist es leider abgespeckt. Man hat im Prinzip eine Schlag-Kombo und ansonsten seine Superattacken. Man kann natürlich auch blocken und ausweichen, sowie sich weiterentwickeln, was die Werte erhöht. Das Problem ist nur, dass dieses System relativ schnell zu durchschauen ist und dann ist das Game zu einfach. Schwer ist es dann nur noch wenn man es alleine gegen Gruppen zu tun bekommt, doch in solchen Fällen muss man einfach nur die manuellen Laser-Attacken spammen, also Techniken, wo man die Energiekugeln selber steuert. Vor allem auf höheren Stufen haben die Computergegner dagegen keine Chance. Das man sich quasi immer unbegrenzt mit Heilmitteln zustopfen kann, tut sein Übriges.
Außerdem ist es schade, dass es im Endgame nichts zu tun gibt. Wenn man alles erledigt hat, hat man alles erledigt. Es gibt keinen Wiederspielwert. Keinen Multiplayer. Eine Arena oder sowas wäre schön gewesen, wo man am Ende nochmal gegen alle kämpfen kann. Gibt es aber nicht. Ich habe gestern das Game beendet, alle Erfolge gesammelt und es gab nichts mehr zu tun.
Dennoch hat mir das Spiel sehr viel Spaß gemacht und das ist was zählt. Man das Game ruhig spielen, wobei ich raten würde zu warten bis es im Sale ist. Für 60/70 Euro könnte das dem einen oder anderen doch zu wenig Content sein.