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Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Am Samstag war ich übrigens in der City und ging an einem Laden vorbei, wo gerade die Fenster geputzt wurden. Vier Mann, allesamt PoC.

Noch krasser war allerdings mal ein Aufenthalt in einem 5-Sterne Hotel in Berlin. Alle an der Rezeption waren Weisse. Aber die ganze Empfangshalle wimmelte von Koffer-Boys, und alle (!) waren PoC.

Das sind so richtig unwirkliche Situationen, wo man sich wirklich fragt, was alles schief läuft.
 
Ich bin mit meiner Familie in Berlin Altglienicke im sog. "Russen-Ghetto" groß geworden. Das war so eine damalige 90iger Jahre Neubau Siedlung von Stadt und Land. Um der Ecke gabs das Kosmosviertel, dass überwiegend aus Plattenbau Wohnungen bestand. Dort ist auch die Venus Straße verortet. Die 2006 in einigen Zeitungen als "Die braunste Straße Berlins" bekannt wurde. Und auf der anderen Seite des Bahnhofs gabs die Plattenbau Siedlung die keinen bestimmten Namen hatte und überwiegend von Ost-Europäern, Schwarzen, Albanern und Vietnamesen bewohnt wurde.

Mit 10-12 Jahren war es für mich auch ganz normal mit den jugendlichen Neo-Nazis rum zu hängen, meine erste Zigarette zu rauchen, Fussball und Verstecken zu spielen oder einfach nur rum zuhängen. Das waren jugendliche Neonazis, ganz klassisch und "normal" in Bomber Jacke, Cordhose, Glaze und mit Springerstiefeln. Sowie wie auch mit den Russen, Polen, Albanern, Vietnamesen und anderen "nicht Nazi" Deutschen auf meinem Hof zu spielen und abzuhängen. Ich hab schon früh verstanden, dass wenn ich mich mit meinen Albaner und Vietnamesischen Freunde treffen wollte, wir am besten nen großen Bogen um das Kosmosviertel machen sollten. Dies aber mit meinen russischen und polnischen Freunden geht. Auch wenn es den älteren Neo-Nazis nicht gefallen hat, dass ich auch viel mit meinen Ausländischen Freunden abhing. Ich war Weiß und solange die Freunde die ich mitgenommen habe auch Weiß waren und gutes Deutsch sprachen gab es keine Probleme, wenn ich das Kosmosviertel erkundete. Und wenn die Neo-Nazis mal zu uns rüber gekommen sind, haben sich die hälfte meiner Freunde wieder nach Hause in ihrer Wohnung versteckt.


Erst in meiner Jugend habe ich aktiv das Kosmosviertel und die Neo-Nazis gemieden, als ich vermehrt mit den Skatern abhing und auf dem Basketballfeld zum Fussball spielen und Körbe werfen war. Wir waren dort unter uns und es gab bis auf ein paar Dramen nie stress. Doch irgendwann kamen auch immer öfter mal die Neo-Nazis rum um mit Stress machen anzufangen und riefen "Scheiße Zecken verecke" rüber. Unsere ausländischen Freunde sind natürlich immer sofort mit Sprint nachhause gerannt. Wir dachten uns immer "Bis auf ein paar Pöbeleien wird uns wohl nichts passieren". Bis sie irgendwann auch mal aktiv, als ganze Truppe zur Halfpipe kamen um uns auch physisch angegangen und rum zuschubsen haben, unsere Skateboards und Basketbälle zu geklaut oder einfach nur kaputt gemacht haben. Irgendwann gabs dann auch mal eins aufs Maul, wegen der "Zeckenhaften" Hose.

Am nächsten Tag, als ich mich in meinem "Ghetto" mit Krenar (meinem albanischen Freund) getroffen habe, sagte er mir nur eins, als ich ihm vom Vorfall und meiner dicken Lippe erzählte. "Wenn es bei mir nur die Hose wäre, für die ich eins aufs Maul bekommen könnte."
 
Ich weiß gar nicht mehr wo ich das gelesen habe, ist auch schon eine Weile her,
da meinte eine Schwarze (wenn mich die Erinnerung nicht trügt, war es eine Frau),
sie esse in der Öffentlichkeit keine Bananen. Das hat mich schon ziemlich betroffen gemacht und ich musste lange drüber nachdenken. Das sind so Probleme, die man als Weißer gar nicht erahnt. Darum sollte viel öfter darüber gesprochen werden.
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Er braucht uns für Studien. Wir alle sind Teil seiner Bachelor / Master Arbeit.
Oder Elendstourismus.
Hi, schön auch von dir was in dieser 'Debatte' zu lesen.
Ich habe in meinem Leben schon eine Bachelorarbeit sowie eine Masterarbeit geschrieben und finde das reicht.
GaLiGrü,
Mingo
 
Ich weiß, dass Rassismus ein riesiges Problem ist, war häufig genug selber Empfänger davon und erlebe es auch jetzt noch häufig genug. Ich mache mir vermutlich keine Vorstellung davon, wie schlimm es teilweise wirklich ausartet. Aber ob das obige Foto als Beispiel herhalten kann, daran wage ich mal schwer zu zweifeln.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wenn man allein im Restaurant unter Rentnern die Selfie Kamera aufbaut darf man sich nicht wundern. Ich will ihr jetzt nicht den thunder klauen aber es einfach mal so in den Raum werfen. Das ist wie mit dem Pärchen am See letztens das sage und schreibe 3 min lang darüber diskutiert hat wie sie ihr Eis in die Kamera halten sollen für instagram.
 
Okay, gut zu wissen.

Vielleicht war/bin ich mir da auch nicht so der großen Tragweite bewusst, weil das alles schon ewig lange her ist, als dass da noch immer solche Gefühle hochkommen. Wenn wir Deutschen mal wieder mit der Nazizeit vor 80 Jahren in Verbindung gebracht werden, zucke ich nicht mehr zusammen. Gut, aktuell wieder mehr... :wand:

Dabei ist es erschütternd, dass sowas wie die Hautfarbe überhaupt noch eine Rolle spielt!

Naja guckt dir doch nur allein den Impact von Black Panther an. 2018. Guck dir an wann schwarze Medial positiv ins Licht gerückt wurden. Den Impact von Obamas Wahl... Es ist doch kein Wunder, dass bei dem Thema Diversität immer so ein Hype entsteht, wenn es vorher kaum ne Chance für PoC gab. Der Oscar von Halle Berry und Denzel zb... und das ist jetzt nur Hollywood. Ich arbeite in der Theater und Filmbrance in Deutschland und glaub mir, es ist noch ein langer Weg. Die Sache ist ja auch, dass einfach PoC Vorbilder fehlen, die in Deutschland einen guten Einfluss haben. Ein Samy Deluxe ist gut aber reicht leider nicht. Aber langsam passiert ja immer mehr. Projekte werden gefördert und Diversität wird immer mehr kein Fremdwort :D.
 
Ich weiß, dass Rassismus ein riesiges Problem ist, war häufig genug selber Empfänger davon und erlebe es auch jetzt noch häufig genug. Ich mache mir vermutlich keine Vorstellung davon, wie schlimm es teilweise wirklich ausarbeitet. Aber ob das obige Foto als Beispiel herhalten kann, daran wage ich mal schwer zu zweifeln.
1. Die Userin wird dieses Foto bewusst ausgewählt haben dafür, dass es ihre persönlichen Erfahrungen als alleinreisende, schwarze Frau am treffendsten verdeutlicht.
2. Ich denke im KT sollte man wissen, wie Twitter funktioniert. Falls nicht, kleiner Tipp: mal auf das "37.100 Nutzer sprechen darüber" klicken.
3. Womens viral twitter picture shows what its like travelling while being a black woman
4. Ich will nicht dauer-pissed wirken, aber es ist so typisch aus welcher Perspektive so eine subjektive Erfahrung einer anderen Person direkt kritisiert wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich sagte doch, dass das ein Problem ist. Gleichzeitig habe ich halt auch zwei Dutzend dieser Bilder zu Hause und zig Dutzende, wo ich selber do aggressiv gucke, weil ich in einem ungünstigen Moment erwischt wurde. Eines, wo meine philippinischen Freunde und Verwandte im Bild sind und im Hintergrund ein Weißer den Mittelfinger in die Kamera hält. Ich zweifele weder ihre Erfahrungen an, noch versuche ich etwas zu relativieren.
 
Ist gut. War zu erwarten, dass das nur auf Missverständnis stößt. Lag nicht in meiner Absicht, dass so wenig nachvollziehbar auszudrücken.
 
1. Die Userin wird dieses Foto bewusst ausgewählt haben dafür, dass es ihre persönlichen Erfahrungen als alleinreisende, schwarze Frau am treffendsten verdeutlicht.
2. Ich denke im KT sollte man wissen, wie Twitter funktioniert. Falls nicht, kleiner Tipp: mal auf das "37.100 Nutzer sprechen darüber" klicken.
3. Womens viral twitter picture shows what its like travelling while being a black woman
4. Ich will nicht dauer-pissed wirken, aber es ist so typisch aus welcher Perspektive so eine subjektive Erfahrung einer anderen Person direkt kritisiert wird.
Ne sorry. Ich find es immer gut das du für einen regen Austausch sorgst, aber das ist eines der wenigen male wo ich wirklich sagen muss das es mumpitz ist. Damit will ich nicht behaupten das sie alleine reisend nicht subjektiv dieses Gefühl entwickelt wofür sie metaphorisch das Bild genommen hat, aber das an ihrer Hautfarbe dingfest zu machen ist halt 1. zu leicht und zweitens der falsche Weg wenn es darum geht in dieser Diskussion einen ernsten Punkt zu machen.

Sie benutzt diese Metapher sicherlich nicht in manipulativer absicht als vehikel für den Punkt den sie machen möchte, aber es passiert letztlich das was man eigentlich vermeiden möchte. Man vergisst den Mensch hinter dem Problem zu sehen, und das ist doch eigentlich das erklärte Ziel von allen. Normalität, Akzeptanz und Gleichberechtigung. Wir menschen ticken halt einfach so. Es gibt unzählige Menschen da draußen die NIEMALS allein in den Urlaub fahren würden einfach weil sie das im Bild dargestellte Gefühl nicht empfinden wollen. Das was sie da mit sich auskämpft ist vollkommen menschlich. Was die anderen Bilder der Timeline angeht, selbes Spiel. Menschen gucken halt.

Ich finds auch schon fast etwas dreist das du da @Cthulhu das Empfinden für ihre Subjektive Erfahrung absprichst. Die ist ja durchaus da, aber halt auch anders zu interpretieren was auch völlig gerechtfertigt ist. Sowieso, ich kann dein Missempfinden völlig nachvollziehen. In mancherlei Hinsicht liest man hier ja abenteuerliche Sachen, aber so manch ein Einzeiler oder manch eine Unterstellung gehen etwas übers Ziel hinaus wo ich grade bei dir denke das du eigentlich wesentlich besser kommunizieren kannst, aber ok, darum solls nicht gehen. Jedem seine Emotionen.

Wie gesagt ich finds völlig gerechtfertigt vielleicht mal einen schritt zurück zu machen und zu hinterfragen "ist das jetzt schon (alltags)Rassismus?" oder entspringt die Empfindung der Person vielleicht aus einer ganz anderen Quelle. Weil DAS wiederum wäre wirklich traurig. Wenn es schon so weit ist das sich alles wie Rassismus anfühlt, ungeachtet der eigentlichen Ursache. Traurig für die Personen und für unsere Gesellschaft und da können wir dann gerne wieder bei der PoC diskussion ansetzen und uns konkret fragen "was können wir tun um diesen konstant empfundenen Rassismus zu verhindern?"
 
Damit will ich nicht behaupten das sie alleine reisend nicht subjektiv dieses Gefühl entwickelt wofür sie metaphorisch das Bild genommen hat, aber das an ihrer Hautfarbe dingfest zu machen ist halt 1. zu leicht und zweitens der falsche Weg wenn es darum geht in dieser Diskussion einen ernsten Punkt zu machen.
Ja natürlich ist es ihr subjektives Gefühl, aber sie ist nunmal eine Schwarze (!) Frau (!!) und als solche macht sie spezifische Erfahrungen, die man beim Reisen als Schwarze Frau nunmal macht. Und es sind Erfahrungen, die sich ähneln in den Erfahrungen anderer Schwarzer Menschen, insbesondere Schwarzer Frauen.
Ich verstehe nicht, worauf du hinauswillst?
Und schon gar nicht verstehe ich, warum mein Beitrag (oder ihr Post auf Twitter?) ein "falscher Weg" sein soll, und in welcher "Diskussion" denn bitteschön, und welchen "ernsten Punkt" wollte ich denn damit machen? Ich kapiere es wirklich nicht, was du mir überhaupt gerade mitteilen willst?

edit: ich hab mir deinen Beitrag nochmal durchgelesen und bin mir fast sicher, dass du den von mir verlinkten Artikel, der auf 'die Geschichte hinter dem Bild' eingeht, nicht gelesen hast?
 
1. Die Userin wird dieses Foto bewusst ausgewählt haben dafür, dass es ihre persönlichen Erfahrungen als alleinreisende, schwarze Frau am treffendsten verdeutlicht.
2. Ich denke im KT sollte man wissen, wie Twitter funktioniert. Falls nicht, kleiner Tipp: mal auf das "37.100 Nutzer sprechen darüber" klicken.
3. Womens viral twitter picture shows what its like travelling while being a black woman
4. Ich will nicht dauer-pissed wirken, aber es ist so typisch aus welcher Perspektive so eine subjektive Erfahrung einer anderen Person direkt kritisiert wird.
Ne sorry, das macht sie ja nicht gleich zur unfehlbaren Heiligen und nur weil eine Zahl X an Leuten in Internet drüber redet wird es auch nicht besser. Oder wenn irgendwelche Bento-Seiten drüber "berichten". Das Foto ist einfach voll daneben um das zu untermauern. Ich würde auch nicht gerade nett rüberschauen, wenn ungefragt ein Bild von mir gemacht wird von jemanden, der da steht anstatt direkt zur Mauer zu gehen ohne mich im Vordergrund.
 
Oder wenn irgendwelche Bento-Seiten drüber "berichten". Das Foto ist einfach voll daneben um das zu untermauern. Ich würde auch nicht gerade nett rüberschauen, wenn ungefragt ein Bild von mir gemacht wird von jemanden, der da steht anstatt direkt zur Mauer zu gehen ohne mich im Vordergrund.
Aus dem ""Bericht" irgendeiner Bento-Seite":
Some people on the thread considered whether Yasmin was simply being looked at for taking a selfie in a public place and not because she’s black. To that, she says: ‘When the cameras are down, the looks continue and if that couple had stared into the ocean as they had been doing before a black woman turned up to the place, they wouldn’t have been in the shot.’
 
@Mingo ich reibe mich auch an deiner Argumentation, weil ich das Gefühl habe, dass du aus einer subjektiven Einzelempfindung, die halt da ist und akzeptiert werden muss, auf das große Ganze zu schließen versuchst. Wenn sich einzele Personen aufgrund einer Anmerkung, eines Blickes oder sonst was diskriminiert fühlen, darf, soll oder sogar muss man daraus dann direkt eine generelle Regel ableiten? Oder mit anderen Worten: sollten Einzelwahrnehmungen zu allgemeinen Regeln überhöht werden? Ich hoffe, ich konnte mich einigermaßen verständlich ausdrücken?

Edit zu deinem jüngsten Post: fühlt sich jemand stigmatisiert, kann das auch schnell zur selbsterfüllenden Prophezeihung werden, weil man plötzlich überall Anzeichen dieser Stigamtisieren zu sehen glaubt. Das sollten wir nicht vergessen.
 
Ich bin mir nicht sicher, ob den tatsächlich von Rassismus betroffenen Menschen damit geholfen ist, wenn gefühlt in jeder Situation gezielt danach gesucht wird.
Trägt das wirklich dazu bei, dass das Thema irgendwann keines mehr ist?

Es gibt heute leider noch genug Beispiel, die klar öffentlich gemacht und diskutiert werden müssen.
Ich bin aber auch der Meinung, dass, wenn gezielt danach gesucht wird, Situationen schnell überinterpretiert werden können. Und ich weiß nicht, ob ich es gut finden kann, wenn dann Menschen wegen Rassismus an den Pranger gestellt werden, die sich nicht schuldig gemacht haben.

Ich bin für einen sensiblen Umgang mit dem Thema, aber dann bitte nicht nur in die eine Richtung.
 
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