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Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Gerade, wenn man betrachtet, dass es kein Gegengewicht gibt. Bei Frauensport gibt es keine halbnackten Männer. Je gemischter das Publikum desto seltener haben wir diese Form der Unterhaltung. Ist das Publikum zu einem noch größeren Teil männlich (Kampfsport, Rennsport) nimmt die Sexualisierung mit Grid Girls und Ring Girls noch zu.

ZEIT ONLINE: Haben Sie das Gefühl, ihr Sport ist nicht mehr zeitgemäß?

Gantze: Nein, überhaupt nicht.

ZEIT ONLINE: Immerhin wurden auch die Formel-1-Girls abgeschafft, es gab Diskussionen über die Frauen bei großen Radrennen, die den Sieger hinterher in die Mitte nehmen und abbusseln.

Gantze: Da gibt es einen wesentlichen Unterschied: Wir stehen nicht nur auf der Rennbahn und sehen gut aus, sondern üben einen Sport aus, für den wir trainieren.
 
ZEIT ONLINE: Haben Sie das Gefühl, ihr Sport ist nicht mehr zeitgemäß?

Gantze: Nein, überhaupt nicht.

ZEIT ONLINE: Immerhin wurden auch die Formel-1-Girls abgeschafft, es gab Diskussionen über die Frauen bei großen Radrennen, die den Sieger hinterher in die Mitte nehmen und abbusseln.

Gantze: Da gibt es einen wesentlichen Unterschied: Wir stehen nicht nur auf der Rennbahn und sehen gut aus, sondern üben einen Sport aus, für den wir trainieren.

Ja, klar, sind die Tänze richtiger Sport. Aber dieser Sport wird meiner Meinung nach nicht als Sport präsentiert bei der Pausenunterhaltung. Aber gut, von mir aus liege ich hier falsch, und hinter dem Cheerleading steckt nur der sportliche Gedanke und ich bin derjenige, der da die vermeintliche Sexualisierung sieht.
 
Sexismus ist die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Diskriminierung ist die Herabwürdigung einer Person oder Gruppe. Wenn Frauen ohne großartigen Kontext für Männer bei einer Sportveranstaltung anzüglich tanzen, kann man das als Herabwürdigung aufgrund des Geschlechts sehen.
Gerade, wenn man betrachtet, dass es kein Gegengewicht gibt. Bei Frauensport gibt es keine halbnackten Männer. Je gemischter das Publikum desto seltener haben wir diese Form der Unterhaltung. Ist das Publikum zu einem noch größeren Teil männlich (Kampfsport, Rennsport) nimmt die Sexualisierung mit Grid Girls und Ring Girls noch zu.
Gut, das klingt doch nachvollziehbar. Jetzt könnte man natürlich darüber diskutieren inwiefern vielleicht auch die "begafften" profitieren, sei es in Sachen Selbstbewusstsein oder Bestätigung. Aber dem kann man ja auch die Huhn oder ei Diskussion entgegen setzen sprich, wurden sie nur so Sozialisiert das sie diese Bestätigung als solche sehen und akzeptieren. Schwieriges Thema alles in allem. Ich halt mich da besser raus weil ich mich da glaube ich weitaus mehr einlesen müsste als ich wollte :D
 
Ja, klar, sind die Tänze richtiger Sport. Aber dieser Sport wird meiner Meinung nach nicht als Sport präsentiert bei der Pausenunterhaltung. Aber gut, von mir aus liege ich hier falsch, und hinter dem Cheerleading steckt nur der sportliche Gedanke und ich bin derjenige, der da die vermeintliche Sexualisierung sieht.
Den Grad der Sexualisierung kann ja das Unternehmen selbst bestimmen. Dann schickt man die Tänzerinnen halt weniger freizügig auf die Tanzfläche oder entschärft die Tanzbewegungen, aber gleich kündigen?
 
Ja, klar, sind die Tänze richtiger Sport. Aber dieser Sport wird meiner Meinung nach nicht als Sport präsentiert bei der Pausenunterhaltung. Aber gut, von mir aus liege ich hier falsch, und hinter dem Cheerleading steckt nur der sportliche Gedanke und ich bin derjenige, der da die vermeintliche Sexualisierung sieht.

Die Frage die man stellen darf: wie weit hat man das Recht auf eine freiwillige Sexualisierung und wieviel Sexualisierung muss man ggfls. auch gesesllschaftlich ertragen können, wenn nicht jeder die eigene Meinung vertritt?

Alba degradiert seine eigenen Cheerleaderinnen und ihre Arbeit auf Fleischbeschau. Eine vermeintliche Diskriminierung durch Diskriminierung bekämpfen... wow!
 
Den Grad der Sexualisierung kann ja das Unternehmen selbst bestimmen. Dann schickt man die Tänzerinnen halt weniger freizügig auf die Tanzfläche oder entschärft die Tanzbewegungen, aber gleich kündigen?

ich hab bisher nirgendwo etwas über den umfang der bezahlung gelesen.. kündigen klingt so, als wären sie jetzt arbeitslos. ist das wirklich so? oder is cheerleading ein hobby, mit dem sie ein paar euro nebenbei verdienen, bzw den sportverein am leben halten? wenn es "nur" n hobby is, wäre es sehr hilfreich, diese dramatik rauszunehmen.
 
Wenn Frauen ohne großartigen Kontext für Männer bei einer Sportveranstaltung anzüglich tanzen, kann man das als Herabwürdigung aufgrund des Geschlechts sehen.

Genau den Punkt sehe ich anders. Für mich ist da keine Herabwürdigung.

Zu einem anderen Ergebnis käme ich nur, wenn ich die Frauen als Opfer oder Sexualisiertes als negativ empfinden würde.

Meinetwegen kann der ganze Kram sogar weg beim Football, Basketball, etc, weil es von Leuten zB als unpassend, uncool, nicht familiengerecht oder sonst was empfunden wird. Aber ne Herabwürdigung ist es mE nicht.
 
ich hab bisher nirgendwo etwas über den umfang der bezahlung gelesen.. kündigen klingt so, als wären sie jetzt arbeitslos. ist das wirklich so? oder is cheerleading ein hobby, mit dem sie ein paar euro nebenbei verdienen, bzw den sportverein am leben halten? wenn es "nur" n hobby is, wäre es sehr hilfreich, diese dramatik rauszunehmen.
Ich habe nie behauptet dass sie gut verdienen aber die Alba Dancers gelten als eine der besten Gruppen Europas und werden wohl nicht gratis arbeiten.


https://noizz.de/meinung/ich-bin-se...abe-eure-sexistischen-vorurteile-satt/j2ch1p7

Kostüme wurden knapper, die Choreos aufreizender. Noch im Jahr 2013 trugen die Alba Dancer zum Beispiel Kleider, die den Bauch bedeckten und wenig Ausschnitt zeigten. Heute tragen sie knappe Hosen und ein bauchfreies Top mit tiefem V-Ausschnitt.


Cheerdancer, die bei Meisterschaften mitmachen, tragen kaum so knappe Kostüme. Sie befinden sich unter Menschen, die ihre Sportart verstehen und nicht auf Sexualität reduzieren.


Beide Cheerdancer sind Sportler, die hart arbeiten für ihre Leidenschaft. Und genau deswegen ist es so traurig, dass die Lösung ihrer zunehmenden Sexualisierung ist, die Alba Dancer einfach gänzlich abzuschaffen. Viel sinnvoller wäre es doch, sie weniger zu sexualisieren und ihren Sport in den Vordergrund zu rücken – nicht ihre Körper oder ihr Aussehen oder ihre Kostüme.

Anstatt das Image der Alba Dancer zu modernisieren, wird den Sportlern jetzt aber einfach eine Plattform genommen, auf der sie zeigen könnten, was Cheerleading wirklich ist. Alba hätte mit seinen Alba Dancern die Chance gehabt, selbst Menschen, die sich nicht mit Cheerleading beschäftigen, verständlich zu machen, was Cheerleading WIRKLICH ist. Dass es dabei nicht um Hupfdohlen geht, sondern um Sportler. Indem die Alba Dancer abgeschafft werden, wird das Problem der Sexualisierung nicht gelöst – ihr wird nur aus dem Weg gegangen.


Laut eigener Aussage will Alba die Frauenförderung in Zukunft stärken. Von diesem Ziel entfernt sich der Verein mit seiner aktuellen Entscheidung allerdings enorm. Er hat nämlich eine ganze Sportart aus seinem Sortiment gestrichen, nur weil er mit ihrem Image nicht mehr klargekommen ist.
 
gut verdienen steht gar nicht zur debatte. aber du hast behauptet, sie würden davon leben und müssten sich jetzt nen neuen job suchen. ist das so?

https://www.zeit.de/sport/2019-09/cheerleading-sexismus-sport-alba-berlin-silver-spirit-dancer
Die Cheerleader selbst sehen selbst als Sportler. Es gibt ja auch dafür Meisterschaften und sogar Weltmeisterschaften wenn ich es richtig verstanden habe, nur kann man eben nur mit den Showauftritten davon leben.
Und wenn Alba seine Tänzerinnen feuert werden sie schwer einen ähnlichen Job finden.
 
gut verdienen steht gar nicht zur debatte. aber du hast behauptet, sie würden davon leben und müssten sich jetzt nen neuen job suchen. ist das so?
Das habe ich mir gedacht und wenn das auch nur einen Teil ihres Lebenunterhalts ausmacht, dann ist es wahr. Sie sind schliesslich bei jedem Heimspiel des Klubs aufgetreten. Das ist nicht wie bei den Gridgirls in der F1.
 
Ich finde diesen Gedanken sehr schlüssig und wichtig, aber gleichzeitig weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll, denn er meiner Meinung lädt dazu ein, Frauen "von der anderen Seite aus" zu entmündigen.
Genau das ist doch mitunter der springende Punkt: dass man seine eigene Perspektive innerhalb einer sexistischen Gesellschaft nicht reflektiert und sich wähnt 'unvoreingenommen' zu sein und damit den vermeintlich objektiven Durchblick zu haben.
Und wenn man diesen Trugschluss zieht, dann kann selbstverständlich auch 'gut gemeinter' Aktionismus in sein Gegenteil umschlagen. Und auch die Entscheidung der Verantwortlichen bei ALBA kann aus dieser kritischen Perspektive ja sehr wohl hinterfragt werden.
Der Beitrag von @Azrael1965 liefert dazu ja die seit 7 Seiten mit Abstand spannendsten Argumente. Da schildert eine Cheerleaderin aus ihrer Perspektive, dass sie die Sexualisierung ihres Sports ebenfalls problematisch sieht, da dieser wiederum dazu führt, dass der eigentliche Sport dahinter immer mehr in den Hintergrund rückt und in der Öffentlichkeit nicht als solcher wahrgenommen wird, sondern die Tänzerinnen auf diese Äußerlichkeiten reduziert werden.
Mit all dem negiert sie aber ja nicht, dass eben diese Sexualisierung auf ein sexistisches Muster zurückzuführen ist. Und aus dieser Position heraus bringt sie valide Argumente gegen die Entscheidung von ALBA, die auch so hätte aussehen können, dass man sich bemüht den Sport mehr zu würdigen und sexualisierende Aspekte zurückzufahren, die Tanzgruppe diverser zusammenzusetzen etc.

Ich meinte das nicht aufs Cheerleading und vor allem nicht auf besagten Verein bezogen, sondern ganz allgemein. Aber das Dilemma ist da, wenn man einer - ich bleibe mal beim Beispiel - Cheerleaderin abspricht, entscheiden zu können, dass sie diesen Sport gerne macht.
Siehe oben; zu so einem Schluss kann man ja eben nur kommen, wenn man sich außerhalb sexistischer Strukturen wähnt, was de facto schlicht nicht möglich ist.
 
klar sind 500.- im monat ne menge geld. aber ich bezweifle stark, dass es hier um einen solchen betrag geht. ich möchte auch nur kritisieren, dass da eine tragweite suggeriert wird, die nicht gegeben ist. das lenkt am ende nur davon ab, ob es hier um sexismus geht oder nicht.
 
klar sind 500.- im monat ne menge geld. aber ich bezweifle stark, dass es hier um einen solchen betrag geht. ich möchte auch nur kritisieren, dass da eine tragweite suggeriert wird, die nicht gegeben ist. das lenkt am ende nur davon ab, ob es hier um sexismus geht oder nicht.
Finde ich erschreckend, dass die Frauen so wenig verdienen. Wahrscheinlich sind sie zur Klubführung und wollten eine Gehaltserhöhung. Darauf hat es dann geheissen: Ihr seid nicht mehr zeitgemäß.
 
Alles eine Frage der Perspektive. Auch 500€ im Monat können sehr viel Geld sein. Dass es nicht positiv für die Betroffenen steht wohl ausser Frage.

Ganz genau, hier bestünde doch Anlass zur Kritik. Und zwar auch - oder gerade dann - wenn man die Entscheidung des Streichens für falsch hält.
Wenn man denn schon der Meinung ist, dass Cheerleading eine ernstzunehmende, anstrengende und opferbringende Sportart ist, warum stört man sich dann nicht an einer offenbar unzulänglichen Entlohnung?
Und genau das meine ich: da greifen dann die (sexistischen) Reflexe hüben wie drüben.
Da nehme ich mich an der Stelle auch gar nicht aus, auch wenn ich zu anfangs zwar geäußert hatte, dass ich noch nicht weiß, wie ich die Entscheidung finden soll.

Aber das sind valide Argumente. Warum den easy way out wählen und nicht für eine angemessenere Präsentation der Sportart sorgen? Warum nicht gemeinsam mit der Gruppe eine progressive Weiterentwicklung (bspw. durch mehr Diversität, bspw. durch weniger Sexualisierung etc.) der Sportart anstoßen? Warum nicht besser bezahlen, auch um diese Strukturen überhaupt erst zu ermöglichen?
 
Der deutsche Cheerleader-Verband hat rund 20.000 aktive Mitglieder. Damit ist es für deutsche Verhältnisse eher eine Randsportart. Um sich selbst finanzieren zu können, treten viele Cheerleader/Cheerdancer auch bei anderen Gelegenheiten auf. Eine Sache, die viele Sportarten abseits des Fussballs vereint. Eine spürbar höhere Entlohnung hat in dem Fall sicher nichts mit Sexismus zu tun.
 
Ich finde es halt wenig überzeugend, wenn man der 'Gegenseite' die angeblich ausbleibende Würdigung der doch so anstrengenden Sportart Cheerleading vorwirft und selber überhaupt nicht erkennen lässt, dass man sie selbst entsprechend würdigen würde.
Es gibt Wettbewerbe und Meisterschaften... da geh ich aber nicht hin.
Es gehört zu US-Sportarten einfach dazu... aber nicht so sehr, als dass ich innerhalb diesen Rahmens eine Professionalisierung der Sportart aktiv begrüßen würde.


Vielmehr wird dadurch doch der Vorwurf untermauert, der von der Gegenseite angebracht wird: dass das Cheerleading in dieser Form eben nicht als Sport gewürdigt wird, sondern nur als sexualisierte Halbzeitunterhaltung.
 
Ich habe so meine Probleme damit, daß es anscheinend nur eine reine Definitionsfrage ist. Auf der einen Seite ist es eine seriöse Sportart und vollkommen okay - nein, sogar förderungswürdig, auf der anderen Seite "nur" sexualisierte Halbzeitunterhaltung und damit verwerflicher Sexismus. De facto ist es beides Mal genau die gleiche Sache. Und das ist der Punkt, an der ich mich aus solchen Diskussionen verabschiede :D
 
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