Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Mit deiner Begründung, dass es das gute Recht von Alba Berlin ist (was es wohl ist), ist jegliche Folgediskussion obsolet. Ist ihr gutes Recht, Diskussion beendet.
Umso bemerkenswerter ist es, dass sich daraus trotz allem eine siebenseitige (!) Diskussion entspinnt und das sagt eigentlich alles über den Stand der Debatte.
 
Gab's denn irgendwann mal eine Erhebung beim Publikum, wie die Cheerleader ankommen? Ob sich Frauen unwohl dabei fühlen, wenn sie sowas sehen müssen?

Denn für die Alba Dancers selbst kam die Entscheidung ja offensichtlich sehr überraschend.

Weiß nicht. Müssen wir jetzt echt so tun als wäre die Idee so abstrus, dass Cheerleading sexistisch ist? Die ganze Idee des Cheerleadings war nicht mehr als ein feuchter Männertraum, der mit erzwungener Prostitution und Zurschaustellung einhergeht. Immerhin wurden diese Machenschaften weitestgehend reduziert. Und viele Männer und Frauen fühlen sich immer noch abgestoßen von der Idee der sexy - männerfokussierten - Pausenunterhaltung. Ex-Cheerleaderinnen sprechen sich gegen Cheerleading aus, Feministinnen setzen sich dagegen ein, viele Frauen stimmen zu (auch ich habe immerhin Likes von einer Frau bekommen) und selbst die Leute, die damit Geld machen, wenden sich vom Cheerleading ab aus ethischen Gründen.
Dass es auch andere Meinungen gibt, dass auch Frauen keine homogene Gruppe sind, ist klar, aber dass man hier jetzt Belege fordert, dass hier irgendwas nicht im Gleichgewicht ist, finde ich höchst lächerlich.
 
Man darf allerdings auch niemals außer Acht lassen, dass der Diskurs über gesellschaftliche Strukturen immer innerhalb dieser Strukturen abläuft, d.h. auch der Diskurs selbst wird durch die Strukturen geordnet und daraus, wie der Diskurs schließlich verläuft kann man wiederum einiges über die Strukturen (die ja soziale Macht- und Kräfteverhältnisse hervorbringen und wiederspiegeln) lernen.

Ich finde diesen Gedanken sehr schlüssig und wichtig, aber gleichzeitig weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll, denn er meiner Meinung lädt dazu ein, Frauen "von der anderen Seite aus" zu entmündigen. Einer Frau, die gerne cheerleading betreibt, wird dann gesagt, sie möge das gar nicht wirklich, sondern glaube es nur zu mögen, weil unsere sexistischen Strukturen ihr das vorgeben.
Was machen wir mit diesem Dilemma?
Ich erinnere mich an einen Spruch eines Betriebsratsmitglieds einer Firma, bei der ich mal war: "Manchmal muss man die Leute vor sich selbst schützen."

Da frage ich mich, wo die Mündigkeit erwachsender Menschen bleibt ...
 
Wann kommen die Organisationen denn endlich auf den Trichter, dass die Nummern-Girls (oder wie man sie nennen mag) bei den diversen Kampfsport-Events abgeschafft gehören?!
 
Für mich war die Diskussion eher stellvertretend für das, was hier gemacht wurde und wie es gemacht wurde.

Mit deiner Begründung, dass es das gute Recht von Alba Berlin ist (was es wohl ist), ist jegliche Folgediskussion obsolet. Ist ihr gutes Recht, Diskussion beendet.
keine ahnung, ob ich mich so undeutlich ausdrücke... man kann darüber diskutieren (also, meiner meinung nach eigentlich nicht, aber das ist wieder ein anderes thema, darum habe ich nicht sonderlich viel dazu beigetragen) ob cheerleading rein von frauen als unterhaltung in spielpausen beim basketball sexistisch ist oder nicht.
das wurde aber irgendwann zu: alba berlin bevormundet frauen und dürfe das eigentlich gar nicht, daher seien sie die bösen, die hier den frauen das recht wegnehmen in den spielpausen ihre tänze zu präsentieren.

sind für mich 2 paar schuhe, letzteres ist halt eine diskussion nicht wert, da alba sich innerhalb gesetzlicher regelungen bewegt und als verein absolut jedes recht hat die pausenbespaßung für das publikum selbstständig zu bestimmen. und wenn sie der meinung sind, dass das sexistisch sei, dann haben sie eben auch das recht daran etwas zu ändern.
 
Ich finde diesen Gedanken sehr schlüssig und wichtig, aber gleichzeitig weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll, denn er meiner Meinung lädt dazu ein, Frauen "von der anderen Seite aus" zu entmündigen. Einer Frau, die gerne cheerleading betreibt, wird dann gesagt, sie möge das gar nicht wirklich, sondern glaube es nur zu mögen, weil unsere sexistischen Strukturen ihr das vorgeben.
Was machen wir mit diesem Dilemma?
Ich erinnere mich an einen Spruch eines Betriebsratsmitglieds einer Firma, bei der ich mal war: "Manchmal muss man die Leute vor sich selbst schützen."

Da frage ich mich, wo die Mündigkeit erwachsender Menschen bleibt ...
das ist kein dilemma. jede frau in deutschland hat die möglichkeit cheerleading zu betreiben. genauso wie pole dance. wenn sie das denn möchte. nur nicht als pausenunterhaltung bei sportevents von alba berlin.
 
das ist kein dilemma. jede frau in deutschland hat die möglichkeit cheerleading zu betreiben. genauso wie pole dance. wenn sie das denn möchte. nur nicht als pausenunterhaltung bei sportevents von alba berlin.

Ich meinte das nicht aufs Cheerleading und vor allem nicht auf besagten Verein bezogen, sondern ganz allgemein. Aber das Dilemma ist da, wenn man einer - ich bleibe mal beim Beispiel - Cheerleaderin abspricht, entscheiden zu können, dass sie diesen Sport gerne macht.
 
Naja, sie werden sicher nicht wieder solch eine Plattform finden um ihren Sport zu betreiben.
das finden die beim volleyball, feldhockey, kartfahren, cricket, polo, paintball, wasserball, minigolf, squash, badminton, ringen, bogenschießen, in deutschland rugby, american football und und und auch nicht.

vielleicht sollten die bei cheerleading-meisterschaften in den pausen cheerleader auftreten lassen, damit das für die zuschauer interessanter wird.
 
das finden die beim volleyball, feldhockey, kartfahren, cricket, polo, paintball, wasserball, minigolf, squash, badminton, ringen, bogenschießen, in deutschland rugby, american football und und und auch nicht.

vielleicht sollten die bei cheerleading-meisterschaften in den pausen cheerleader auftreten lassen, damit das für die zuschauer interessanter wird.
Dein Vergleich wird die jetzt arbeitslos gewordenen Frauen sicher trösten. Warum nicht nur noch Fussball, Eishockey und Basketball? Randsportarten haben keine Existenzberechtigung.
Abgesehen davon dass weibliche Sportler sowieso sehr, sehr viel weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen?
Da gibt es mal eine Möglichkeit dass weibliche Athleten von ihrem Sport leben können und ich schätze mal dass das keine Grossverdiener sind, dann wird das auch gestrichen. Wahrscheinlich verdient ein Durchschnittskicker aus der Bundesliga soviel wie die ganze Tanzgruppe.
Wann werden denn eigentlich rythmische Gymastik oder Synchronschwimmen gestrichen?

Im übrigen wenn sich meine Tochter irgendwann fürs Cheerleading interessieren sollte, dürfte sie auch einem Klub beitreten. Halte ich für sinnvoller als den ganzen Tag am iPad zu hängen, was sie leider schon viel zu gern macht. Aber selbstverständlich auch Minigolf, Karting, volleyball, etc.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nur damit ich das verstehe. Ich persönliche habe unter Sexismus eine negative Definition abgespeichert. Ich sehe das Wort Sex per Definition als Geschlecht und daraus resultierend eine Form von Diskriminierung eines Geschlechts.

Jetzt wird hier immer sehr deutlich formuliert das cheerleading sexistisch ist. Ich höre da also eine Form von Geschlechter Diskriminierung raus. Entweder stimmt jetzt meine Definition nicht oder sie ist unvollständig oder ich sehe noch nicht so ganz den diskriminierend Charakter gegenüber dem weiblichen Geschlecht beim cheerleading.

Ich meine, ganz simpel runter gebrochen ist die Tatsache das wir uns gegenseitig sexualisieren und uns in irgendeiner Form darstellen um für den anderen ansprechend zu sein doch etwas sehr natürliches. Man geht dafür ja auch ins Fitness Studio oder zieht sich nicht nen kartoffelsack an.
 
Ich hab es schon genau so verstanden und auch geschrieben. Das cheerleading in der Pause ist zu einem extrem großen Teil eine fleischbeschau. Ich sehe nur noch nicht so ganz den diskriminierend Charakter dahinter. Das soll nicht heißen das es ihn nicht gibt. Sonst würde ich ja nicht fragen. :roll:
 
ich bin raus. anscheinend ist es manchen nicht möglich, den kontext in die bwertung mit einzubeziehenm und den unterschied zwischen cheerleading als sport zu genau diesem selbstzweck und cheerleading als unterhaltung in der pause eines anderen sports zu verstehen.
Klar kann ich das. Cheerleading als Sport erlaubt es den Athletinnen nicht davon zu leben, die Unterhaltung ist eine Zusatzverdienst Möglichkeit.
https://www.zeit.de/sport/2019-09/cheerleading-sexismus-sport-alba-berlin-silver-spirit-dancer
 
Umso bemerkenswerter ist es, dass sich daraus trotz allem eine siebenseitige (!) Diskussion entspinnt und das sagt eigentlich alles über den Stand der Debatte.

Die ist entstanden, weil nicht jeder ins gleiche Horn bläst.

Allerdings hab ich auch keine grosse Lust auf diese Diskussion, wenn sie so verläuft wie jetzt aktuell. Um angeblichen Sexismus zu bekämpfen reduziert man Frauen auf Sexobjekte und entscheidet über ihre Köpfe hinweg dass das, was sie tun nicht mehr erwünscht ist.

Well done.
 
Ich hab es schon genau so verstanden und auch geschrieben. Das cheerleading in der Pause ist zu einem extrem großen Teil eine fleischbeschau. Ich sehe nur noch nicht so ganz den diskriminierend Charakter dahinter. Das soll nicht heißen das es ihn nicht gibt. Sonst würde ich ja nicht fragen. :roll:

Sexismus ist die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Diskriminierung ist die Herabwürdigung einer Person oder Gruppe. Wenn Frauen ohne großartigen Kontext für Männer bei einer Sportveranstaltung anzüglich tanzen, kann man das als Herabwürdigung aufgrund des Geschlechts sehen.
Gerade, wenn man betrachtet, dass es kein Gegengewicht gibt. Bei Frauensport gibt es keine halbnackten Männer. Je gemischter das Publikum desto seltener haben wir diese Form der Unterhaltung. Ist das Publikum zu einem noch größeren Teil männlich (Kampfsport, Rennsport) nimmt die Sexualisierung mit Grid Girls und Ring Girls noch zu.
 
Zurück
Oben