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Die große Sexismus-Debatte

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Oh mann, was hier wieder abgeht und welch Fass hier aufgemacht wird.
Cheerleading ist nicht per se sexistisch, schon richtig, weil es viele Frauen auch gerne freiwillig selber machen (#Selbstbestimmung).

Cheerleading ist aber definitiv eine sexualisierte Form des gymnastischen Tanzsports. Hübsche blutjunge Frauen in kurzen Röcken und Bauchfrei, bissel Po und heiße Posen. Man darf sich hier sehr wohl die Frage stellen, was das in einer "seriösen" Sportveranstaltung, in denen auch Kinder zu schauen, zu suchen hat und ob das überhaupt so sein muss. Und ich begrüße jeden Verein, der sich von dieser unnötigen Fleischschau verabschiedet.

Wer bock auf Fleischbeschau hat, oder wer bock hat sich so zur schau zu stellen zu lassen, für den gibt es noch genug Möglichkeiten dies zu tun und zwar hoffentlich ganz freiwillig und selbstbestimmt. Mal ganz ehrlich, braucht es so viel sexualisierte Pausenshow's, Werbungen, Plakate? Es verbietet hier ja niemand einem was. Alba sagt für sich einfach nur, dass sie das nicht wollen. Punkt. Dürfen die das nicht?




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Erst nehmen sie uns das Fleisch weg und jetzt auch noch die Fleischbeschau!
Was kommt als nächstes? Meine Fleischpeitsche?
 
seh ich anders, die Mädels machen es ja freiwillig. Warum sollen sie dann nicht weitermachen dürfen?
Ich habe junge Frauen (und Männer) in meinem Bekanntenkreis, die Cheerleading als Sport betreiben und sehr gerne im Vorfeld oder in den Pausen von Sportveranstaltungen ihre Fähigkeiten präsentieren, für die sie auch hart trainiert haben. Die finden es nicht gut, wenn sie keine Plattform mehr für ihre Auftritte bekommen. Aber sie werden auch nicht gefragt, obwohl sie die betroffenen sind. Das zeigt in meinen Augen, dass hier ganz schön was schiefläuft.
Man entzieht einem Teil der Frauen, die diesen Sport ausüben, die Plattform ihren Sport einem größeren Publikum zu präsentieren. Aber das scheint bei den Verantwortlichen ja keine Schnappatmung auszulösen, sollen sich diese Sportlerinnen halt eine andere Plattform suchen oder die Sportart wechseln, Hauptsache sie sind vor Sexismus geschützt (egal ob sie wollen oder nicht).
By the way, um speziell auf das Beispiel Alba Berlin einzugehen:
Ich habe dort ein paar Jahre gearbeitet und die Cheerleader waren durch die Bank weg äußerst selbstbewusst und haben sich definitiv nicht wie bei einer Fleischbeschau gefühlt, ganz im Gegenteil.
Bin hier absolut bei @Fuchs und @Zimtzicke, denn solche Entscheidungen werden nicht von denen getroffen, die davon betroffen sind. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Cheerleader in dieser Entscheidung mit einbezogen wurden. DAS ist wesentlich schlimmer.
Es gibt zwei Ebenen, auf denen hier Frauen betroffen sind, direkt und indirekt.
Auf der ersten Ebene sind die Cheerleaderinnen selbst direkt betroffen indem sie ihren Sport nicht mehr im bisherigen Rahmen ausüben können.
Auf der zweiten Ebene sind indirekt jedoch alle Frauen von Sexismus betroffen. Daher werden auf dieser Ebene nicht die unmittelbar involvierten Cheerleaderinnen vor Sexismus "geschützt" sondern eben im Sinne der Gesamtheit der Gesellschaft gehandelt.
Anderenfalls würde ich nämlich zustimmen: wenn es einzig darum ginge die Sportlerinnen als solche "vor sich selbst zu schützen" wäre das in der Tat ziemlich bevormundend und anmaßend.

In diesem Sinne muss man die individuelle Freiwilligkeit (von der ohnehin ausgegangen werden kann, dass sie gegeben ist) einmal ausklammern. Sie ist weitestgehend unerheblich dafür, ob etwas als sexistisch gelesen werden kann oder nicht.
Wir hatten in diesem Forum auch mal eine H&M-Werbung ("Coolest monkey in the jungle!") diskutiert, die auch dann als rassistisch zu bezeichnen war, selbst wenn der Junge bzw. seine Eltern dem Shooting und der anschließenden Freigabe zugestimmt haben.
Um noch ein anderes Beispiel heranzuziehen: es wäre doch absurd anzunehmen, ein Film könne nicht antisemitisch sein, solange der im Drehbuch eindeutig so gezeichnete "böse Jude" nur von einem jüdischen Schauspieler verkörpert würde.

@eape

Du kannst das jetzt sehen, wie du willst. Fremdbestimmung ist es in jedem Fall.

Vor allem hat man es nach langer Zeit geschafft, das Cheerleading aus seiner ehemaligen Schmuddelecke rauszubekommen, hat es als Sportart etabliert, die bei den Frauen beliebt ist und vom Publikum auch anerkannt wird. Wie gesagt, es gibt Meisterschaften, die auch besucht werden.

Diesbezüglich kann man Cheerleading z.B. garnicht mit Grid Girls vergleichen.
Du widersprichst dir hier doch selbst in deiner Argumentation: die Sportart wird ja eben nicht in dem Maße von einem breiten Publikum anerkannt, als dass sie außerhalb von Halbzeitshows bei Sportveranstaltungen groß zur Kenntnis genommen würde?
Oder sind Cheerleading-Meisterschaften in Deutschland besonders gut besucht? Mich würde das zumindest wundern.
Zu deinem zweiten Punkt: natürlich lassen sich die beiden Sachen vergleichen und es lassen sich dann auch durchaus Gemeinsamkeiten erkennen; unbestritten ist jedoch, dass beim Cheerleading eine anerkennungswürdige sportliche Leistung erbracht wird, die sogenannte Grid-Girls nicht erbringen.

Ich komme grad aus Kuwait. Keine schöne Welt kann ich dir sagen. Aber immerhin kaum Sexismus.
Ich nehme zwar fast an, dass du das nicht wirklich ernst meinst, aber nichtsdestotrotz will ich an der Stelle darauf hinweisen: Sexismus ist nicht gleichbedeutend mit Sexualisierung. Die übermäßige und kontextunabhängige Sexualisierung von Frauen ist aber wiederum ein Teilaspekt von Sexismus bzw. Sexismus äußert sich unter anderem anhand unangebrachter Sexualisierung.

Ich verstehe den Unterschied auch nicht, bei ner Games Convention sind die Cosplays auch nur Beiwerk. Sind die dann sexistisch und auch einer reinen Cosplay-Veranstaltung nicht? Und Cheerleader beim Spiel sind sexistisch und bei einem reinen Cheerleading-Wettbewerb nicht?
Ist Cheerleading per se schon Sexismus
Nichts ist per se sexistisch, Sexismus entsteht erst durch die entsprechende Kontextualisierung.
Selbstverständlich kann man nicht sagen, dass Cheerleading als solches sexistisch ist. Es wurde daher ja auch mehrfach darauf hingewiesen, was im konkreten Fall als sexistisch verstanden werden kann: nämlich der Auftritt als sexy Halbzeitunterhaltung im Rahmen eines Herrenbasketballspiels.
 
Auf der zweiten Ebene sind indirekt jedoch alle Frauen von Sexismus betroffen.

Ist das so? Alle? Und wenn ja, wie wäre der Gedankengang, dass sich längst nicht alle daran stören, wenn es so wäre?

Was, wenn ein nicht unerheblicher Teil der Frauen gerne in einer zumindest teilweise sexistischen Welt lebt? Weil sie sich sie auch zu Nutze machen kann?

Und versuch's bitte mit einer anderen Antwort als "das ist so tief in unserer Gesellschaft verwurzelt, dass das einfach drin ist". Es ist nämlich längst nicht jede Frau so blöd, dass sie sich selbst ins Knie schiesst, weil sie nicht merkt, was da draussen abgeht.
 
Und zudem kann man auch einfach die Endscheidung von ALBA akzeptieren.
Dass Cheerleader Auftritte einfach zu so einem Sport dazugehören, so etwas nicht fehlen darf und so ein Verein/Veranstalter sich nicht gegen sexualisierte Inhalte aussprechen darf - ohne dass es gleich Empörung und Unverständnis regnet - ist schon irgendwie mächtig albern.

Wenn sich von heute auf morgen alle Vereine von dieser Pausenshow verabschieden würden, wäre es tatsächlich schade für diesen Sport und jeden der sich tatsächlich einfach nur für die akrobatische Show interessiert (wer so großes Interesse an diesem Sport hat, kann ja diesen Sport direkt unterstützen und zu einem Cheerleader Wettbewerb gehen). Aber seien wir doch mal ehrlich... den meisten geht es doch nicht wirklich um die akrobatische Tanzeinlage, sondern schon eher um die sexualisierte visuelle Komponente. Also was vermisst man hier wirklich? Heiße, hübsche und junge Damen in sexy Posen und mit etwas Bauch und Po zu sehen. Bissel albern finde ich das. Und wer mir jetzt mit tradition kommt um diesen Sport zu verteidigen, hat das Thema einfach nicht verstanden.

Aus Wikipedia:
"Die ersten Cheerleader-Teams kamen aus den USA, wo es am 2. November 1898 bei einem Endspiel zwischen den Teams der University of Minnesota und der Northwestern University im American Football[1] mit organisierten Anfeuerungsrufen aus dem Publikum begann. Dort waren ausschließlich Männer als Cheerleader zu finden. Erst im Lauf der Zeit wurden auch Frauen zugelassen."

In laufe der Zeit hat sich dieser Sport halt in eine Art "Sex Sells" verwandelt.
Heute einfach unnötig AF.
 
Ist das so? Alle? Und wenn ja, wie wäre der Gedankengang, dass sich längst nicht alle daran stören, wenn es so wäre?

Was, wenn ein nicht unerheblicher Teil der Frauen gerne in einer zumindest teilweise sexistischen Welt lebt? Weil sie sich sie auch zu Nutze machen kann?

Und versuch's bitte mit einer anderen Antwort als "das ist so tief in unserer Gesellschaft verwurzelt, dass das einfach drin ist". Es ist nämlich längst nicht jede Frau so blöd, dass sie sich selbst ins Knie schiesst, weil sie nicht merkt, was da draussen abgeht.


Cheerleader zu sein war mal ein reiner Männersport (siehe Beitrag oben), heute muss eine Cheerleaderin weiblich, jung, und knackig sein und darf sich nicht davor zieren auch etwas Haut zu zeigen. Weil der Sport in eine sexualisierte Form umgewandelt wurde. Es geht bei dem Sport doch nur noch untergeordnet um das Anfeuern oder der Akrobatik, sondern viel mehr um die schöne Figur die man dabei macht. Finde ich schon ein wenig sexistisch, wenn nicht dein akrobatisches talent gefragt wird, sondern junge Frauen nach aussehen und Figur aussortiert werden. Bzw. sich selbst aussortieren, weil sie nicht in diese Kategorie oder zum Sport passen. Kann man natürlich damit abtun, dass es halt ein sexualisierter Sport ist und eine gute Figur (Frau mit einem heutigem Schönheitsideal) sich aufm Sportplatz besser verkauft und Frauen die halt nicht diesem Ideal entsprechen sich halt was anderes suchen. In diesem Sinne hat die sexualisierte Ausrichtung ganz indirekt eine sexistische Auswirkung auf die Wahrnehmung und Entscheidung einer Frau.

Und dieses Bild hast du ja nicht nur beim cheerleading, sondern bei ganz vielen anderen Entertainment Berufen. Es reicht nicht aus, dass man als Sängerin gut singen kann. Man sollte bestenfalls dabei auch noch gut aussehen und kein Problem damit haben auch etwas Haut zu zeigen. Und zugegeben gibt es das auch in leicht abgeschwächter Form auch mit manchmal anderen Bedingungen in der Männerwelt. Das sind Bilder und Rollenbilder die wir als Gesellschaft konstruieren und zementieren und ins kollektive Gedächtnis meißeln. Zum teil ist das die biologische Natur unserer Wahrnehmung (attraktive Menschen ziehen uns an / Selbstbewusstsein verbinden wir mit Erfolg / ect). Nehmen wir als Natur gegeben hin aber befeuern das ganze auch noch mit unserer anerzogenen Gesellschaftsrolle und die Rollen die wir annehmen oder uns verwehren.

Oder eine schöne Blonde Frau nehmen wir nicht ab auch noch Klug zu sein.
Man muss solche Bilder nicht auch noch zusätzlich fördern/befeuern man kann auch mal mit gewissen (geglaubten festen Rollen) brechen. Oder gewisse "Traditionen" hinterfragen und sich dagegen aussprechen.

Beispiel: Ein Sport in der die Sexualisierung im Vordergrund steht.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ist das so? Alle? Und wenn ja, wie wäre der Gedankengang, dass sich längst nicht alle daran stören, wenn es so wäre?
Ich wollte sogar erst "wir alle" statt "alle Frauen" schreiben. Ich würde behaupten, dass es so ist.
Wenn wir beide gemeinsam in der Bibliothek sitzen und jemand staubsaugt dort sehr laut, dann sind wir beiden von dem Lärm des Staubsaugers betroffen. Es kann aber gut möglich sein, dass nur ich mich von dem Lärm gestört fühle, während dir der Lärm egal ist.
Das ist übrigens auch direkt die Antwort auf deine zweite Frage.

Was, wenn ein nicht unerheblicher Teil der Frauen gerne in einer zumindest teilweise sexistischen Welt lebt? Weil sie sich sie auch zu Nutze machen kann?
Das musst du gar nicht zwingend im Konjunktiv schreiben, es ist doch unbestritten so, dass "ein nicht unerheblicher Teil der Frauen" zufrieden ist mit dem gesellschaftlichen Status Quo. Und ein noch viel erheblicher Teil der Männer.

Und versuch's bitte mit einer anderen Antwort als "das ist so tief in unserer Gesellschaft verwurzelt, dass das einfach drin ist". Es ist nämlich längst nicht jede Frau so blöd, dass sie sich selbst ins Knie schiesst, weil sie nicht merkt, was da draussen abgeht.
Lieber Zimtzicke, nimm es mir nicht krumm:
Wenn diese tumbe und tautologische Formel alles ist, was du aus meinen Beiträgen herausziehst, dann wäre es vermutlich vergebene Liebesmüh meine Perspektive nochmal und nochmal breit auszurollen.
 
Ich wollte sogar erst "wir alle" statt "alle Frauen" schreiben. Ich würde behaupten, dass es so ist.
Wenn wir beide gemeinsam in der Bibliothek sitzen und jemand staubsaugt dort sehr laut, dann sind wir beiden von dem Lärm des Staubsaugers betroffen. Es kann aber gut möglich sein, dass nur ich mich von dem Lärm gestört fühle, während dir der Lärm egal ist.
Das ist übrigens auch direkt die Antwort auf deine zweite Frage.


Das musst du gar nicht zwingend im Konjunktiv schreiben, es ist doch unbestritten so, dass "ein nicht unerheblicher Teil der Frauen" zufrieden ist mit dem gesellschaftlichen Status Quo. Und ein noch viel erheblicher Teil der Männer.


Lieber Zimtzicke, nimm es mir nicht krumm:
Wenn diese tumbe und tautologische Formel alles ist, was du aus meinen Beiträgen herausziehst, dann wäre es vermutlich vergebene Liebesmüh meine Perspektive nochmal und nochmal breit auszurollen.

Nein, ist es nicht.

Ist ja nicht so, als hätte ich meinen Standpunkt nicht mehrmals erläutert.

Das ganze Thema wird mit diversester Unterstützung sicher weiter an Dynamik gewinnen. Vielleicht jedenfalls. Das Gute an meinem Alter ist, dass auch mein Umfeld ein gewisses Alter hat. Der Altersstarrsinn greift da schon um sich... :D
 
...
Auf der zweiten Ebene sind indirekt jedoch alle Frauen von Sexismus betroffen. Daher werden auf dieser Ebene nicht die unmittelbar involvierten Cheerleaderinnen vor Sexismus "geschützt" sondern eben im Sinne der Gesamtheit der Gesellschaft gehandelt.
...

Bei dieser Argumentation dreht sich mir der Magen um, denn das sind die Argumente totalitärer Regime. Der, der an der Macht ist, bestimmt was im Sinne der Gesamtheit der Gesellschaft ist, die Betroffenen werden nicht gefragt oder spielen keine oder nur eine untergeordnete Rolle.

Edit: In vielen Staaten ist es im Sinne der Gesellschaft, dass Frauen nicht mal ins Stadion dürfen oder Auto fahren oder wählen oder..., alles im Sinne der Gesellschaft. Kommt halt nur darauf an, wer definiert, was im Sinne der Gesellschaft ist. Es dienst ja alles nur dem übergeordneten Ziel, da kann man schon mal Opfer bringen.
 
Es wurde daher ja auch mehrfach darauf hingewiesen, was im konkreten Fall als sexistisch verstanden werden kann: nämlich der Auftritt als sexy Halbzeitunterhaltung im Rahmen eines Herrenbasketballspiels.
Und ganz ehrlich: MEHR ist das nicht, auch wenn hier oft auf eine „Sportart“ verwiesen wird, die auf seltsame Weise begründet und nach US-amerikanischem Beispiel fortgeführt wurde, was schon zweifelhaft genug ist...... Die Kameraschwenks in der NFL oder NBA zeigen leicht bekleidete schöne Damen bei Bewegungen, die nicht die Sprache einer Sportart sprechen und überwiegend kameratechnisch von halb unten aufgenommen werden, um Beine, Po und den tollen Körper zu „posen“. Die wollen doch nur weitere (männliche) Zuschauer gewinnen, die sich bisher nicht für den Sport interessieren.

Ich bin jetzt seit fast 30 Jahren Football-Fan .... angefangen 1990 mit meinem ersten Spiel im Waldstadion der Frankfurt Galaxy gegen Sacramento Surge (gefolgt von Dauerkarten 1991 und 1992 und ab 1995 bis 2007). Und alle, die das Spiel bis heute nicht verstanden haben, finden zumindest die „geilen“ Cheerleader toll. Mehr gibts es dazu nicht zu sagen.
 
@eape : Ich glaube wir haben ein unterschiedliches Demokratieverständnis.

Ich glaub wir verirren uns hier etwas.
Ging es nicht anfangs darum, dass ALBA aus Überzeugung und aus freien Stücken für sich entschieden haben keine Cheerleader mehr in ihren Pausenshows auftanzen zu lassen?

"Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass das Auftreten junger Frauen als attraktive Pausenfüller bei Sportevents nicht mehr in unsere Zeit passt", erklärte er die Beweggründe hinter der Entscheidung. "Es ist uns bewusst, dass nicht wenige Fans die Alba Dancers vermissen werden."

Ohne Zwang und Gewalt von Oben, aus freien Stücken und aus echter Überzeugung.
Finde das sehr demokratisch.


Dürfen die das nicht?

Edit: Sie hätten ja einfach wie die meisten Vereine bei Cheerleadern bleiben können, da gab es auch kein Druck von außen etwas ändern zu müssen. Man hat sich ganz bewusst (trotz befürchteter gegenwehr) gegen diese sexualisierte Pausenunterhaltung entschieden.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Ich glaub wir verirren uns hier etwas.
Ging es nicht anfangs darum, dass ALBA aus Überzeugung und aus freien Stücken für sich entschieden haben keine Cheerleader mehr in ihren Pausenshows auftanzen zu lassen?



Ohne Zwang und Gewalt von Oben, aus freien Stücken und aus echter Überzeugung.
Finde das sehr demokratisch.


Dürfen die das nicht?

Edit: Sie hätten ja einfach wie die meisten Vereine bei Cheerleadern bleiben können, da gab es auch kein Druck von außen etwas ändern zu müssen. Man hat sich ganz bewusst (trotz befürchteter gegenwehr) gegen diese sexualisierte Pausenunterhaltung entschieden.

Du hast meine Aussage komplett aus dem Zusammenhang gerissen, sie bezog sich auf ganz andere Beiträge. Nicht unbedingt seriös so zu agieren.
 
Du hast meine Aussage komplett aus dem Zusammenhang gerissen, sie bezog sich auf ganz andere Beiträge. Nicht unbedingt seriös so zu agieren.


Tut mir leid. Ich sehe einfach die Gefährdung für die Demokratie nicht die du ins Spiel gebracht hast.
Ich sehe nicht wo Mingo fordert dass sich Institutionell und staatlich mit Gewalt und von Oben herab etwas ändern soll, sondern dass sich gesellschaftlich im Bezug auf sexualisierte und sexistische Strukturen etwas verändern soll. Wenn ALBA Berlin nun für sich erkannt hat, dass so eine sexualisierte Pausenshow nicht mehr in die heutige Zeit passt. Nicht um die Cheerleader vor sich selbst, sondern Dritte vor solch sexualisierten Inhalten und ihren gesellschaftlichen Auswirkungen (sexualisiertes Bild der Frau) zu schützen. Why not?

Ich sehe einfach nicht das Problem, dass du hier auf machst und was das mit einer Gefährdung unseres Demokratieverständnis zutun hat.
Aber vielleicht ist das Problem eher, dass du die Problematik solcher sexualisierten Pausenshows und ihre Botschaft die sie in die Gesellschaft hinaus trägt etwas verkennst. Ich bin nämlich ganz bei dir, dass das erkennen dieses Problems und die Lösungen zum Prozess und Wandel ganz organisch durch Dialog und Reflexion aus der Gesellschaft heraus entstehen muss.

Wenn ALBA für sich nun entscheidet solche Strukturen nicht unterstützen zu wollen (aus freien Stücken und Überzeugung), wo ist das Problem?
Und Mingo behauptet ja nichts falsches, wenn er auf das Problem solcher Veranstaltungen zu sprechen kommt. Dass man durch das nicht Unterstützen solcher Strukturen indirekt viele Frauen (die Gesellschaft) vor solch sexualisierten Bildern und damit einhergehenden sexistischen Rollenbildern schützt. Und da darf sich jeder selbst für entscheiden, ob er solche Strukturen unterstützen oder sich dagegen aussprechen will. Alles ganz Frei.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Bei dieser Argumentation dreht sich mir der Magen um, denn das sind die Argumente totalitärer Regime. Der, der an der Macht ist, bestimmt was im Sinne der Gesamtheit der Gesellschaft ist, die Betroffenen werden nicht gefragt oder spielen keine oder nur eine untergeordnete Rolle.

Edit: In vielen Staaten ist es im Sinne der Gesellschaft, dass Frauen nicht mal ins Stadion dürfen oder Auto fahren oder wählen oder..., alles im Sinne der Gesellschaft. Kommt halt nur darauf an, wer definiert, was im Sinne der Gesellschaft ist. Es dienst ja alles nur dem übergeordneten Ziel, da kann man schon mal Opfer bringen.

Der, der an der Macht ist, bestimmt immer, daraus wird ja gerade erst dessen Macht gewonnen: die Macht zu bestimmen. Ein Mächtiger, der nicht bestimmen kann, ist nicht mächtig. Das ist in demokratischen Entscheidungsprozessen nicht anders, in der auf verschiedenen Ebenen Macht übertragen wird, die dann Repräsentant*innen - bestenfalls verantwortungsbewusst - nutzen.

In Deutschland wählen wir Parlamentarier*innen, aus denen sich der Bundestag zusammensetzt, aus dessen Reihen der*die Kanzler*in gewählt wird.
In der Bundesrepublik gilt außerdem das Kanzlerprinzip, das besagt, dass die Kanzlerin die Richtlinien der Politik vorgeben darf.
Dass im Sinne der gesamten Bevölkerung gehandelt wird und nicht nur Partikularinteressen bedient werden, sollte bei diesen Entscheidungsprozessen hoffentlich ebenso maßgeblich sein wie es in der Entscheidung von ALBA Berlin maßgeblich war.

Ich weiß leider nicht, welche rechtliche Ordnung ALBA Berlin hat, aber wenn er ein eingetragener Sportverein ist, dann muss er sogar im Sinne der Gesamtgesellschaft handeln, weil die Gemeinnützigkeit eine der wichtigsten Grundlage seiner Satzung und seiner Existenz ist.

Insofern weiß ich nicht, warum das ein totalitärer Ansatz sein sollte.
 
Danke, dass du mir erklärt hast, was Macht und Mächtiger bedeutet, das hätte ich natürlich ohne deine Aufklärung nicht verstanden. Genauso wie so schwere Begriffe wie Parlamentarier, Parlamentarismus, Repräsentanten und Richtlinienkompetenz,... was würde ich nur ohne dich tun.

Wenn jemand für sich in Anspruch nimmt zu wissen, was besser für die Gesamtheit der Gesellschaft ist und dann das über die Köpfe der Betroffenen hinweg durchsetzt hat das für mich nichts mit Demokratie zu tun. Aber das kann natürlich jeder so sehen wie er will.

Mingos Ausführungen waren auch nicht speziell auf Alba bezogen, sondern auf die Gesellschaft: "Daher werden auf dieser Ebene nicht die unmittelbar involvierten Cheerleaderinnen vor Sexismus "geschützt" sondern eben im Sinne der Gesamtheit der Gesellschaft gehandelt."
 
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