Mingo
wohnt mietfrei in deinem Kopf
Selbstverständlich gibt es auch Frauen, die über solche Witze lachen können. Es gibt selbstverständlich auch Frauen, die sich nicht am Generischen Maskulinum stören.Na, Gott sei Dank wurde ich nach so vielen Jahren noch aufgeklärt. Puh, da hab ich aber damals Glück gehabt!
Ich will das garnicht vertiefen, aber es grenzt schon fast (mal wieder) an Ignoranz, die eigene Sichtweise auf alle zu legen. Menschen sind unterschiedlich. So sind auch Frauen unterschiedlich. Da draussen laufen nicht nur feministische Emanzen rum, die irgendeinem Idealbild von Frau hinterher hecheln, was Andere für sie auserkoren haben. Frauen können genauso sexistisch sein wie Männer. In einem Club lerne ich teils andere Frauen/Menschen kennen als in der Studentenkneipe. Und da wieder Andere als im Sandalentreff. Es gibt sogar Frauen, die über sexistische Frauenwitze lachen können...
Und selbst, wenn eine Frau nicht auf solche Witze/Sprüche steht, so kann sich daraus durchaus ein interessantes Gespräch entwickeln, was dann einen ganz anderen Verlauf nimmt. Man(n) kann natürlich auch komplett abblitzen.![]()
Frauen bewegen sich genau so wie Männer in sexistischen Strukturen, lernen mit diesen umzugehen und verinnerlichen diese.
Das steht doch komplett außer Frage.
Aber das macht einen sexistischen Spruch nicht weniger sexistisch. Zumal deine Logik schon ziemlich verquer ist: dein Sexismus ist für dich dann ok, wenn er von Frauen nicht als solcher benannt wird. Und wenn er von Frauen doch als solcher benannt wird, dann sind das eben feministische Emanzen, auf deren Meinung du ohnehin keinen Wert legst.
Ich mache mir die Welt widewidewie sie mir gefällt...
Letztens gab es im Fernsehgarten einen klassischen Fall von Alltagsrassismus:
Aber hey, was hat das denn mit Rassismus zu tun? Er kann doch selbst drüber lachen!
Ein anderer User kommentiert darunter:
"Wie er, hätte auch ich es wieder ausgehalten und gelächelt :/ und mich vorgeführt gefühlt..."
Von Diskriminierung betroffene Menschen eignen sich einen Umgang mit solchen Situationen an, der in erster Linie auf ihr persönliches Leben ausgerichtet ist, nicht darauf die diskriminierenden Strukturen zu zerstören (was sie auch gar nicht könnten).
Weglächeln, mitlachen, schweigen, aushalten... das alles sind auch eintrainierte und erfolgsbewährte Abwehrmechanismen. Alles andere würde nämlich bedeuten, die Person gegenüber mit ihrer Diskriminierung zu konfrontieren; und den Gegenwind zu ertragen: "Ach komm, jetzt stell dich doch nicht so an!", "So hab ich das doch gar nicht gemeint!", "Du weißt doch, dass ich so gar nicht bin!", "Meine Güte, man kann auch alles auf die Goldwaage legen!" usw. usf.
Oder in deinem Fall: die Person wird in die Schublade "feministische Emanze" gesteckt, über sie wird dann getuschelt, "bei der musst du aufpassen was du sagst". Das kann in gewissen Kontexten ein unmittelbarer Nachteil sein für die betroffene Person, z.B. im beruflichen Umfeld, als Kollegin gilt man dann als "schwierig".
Insofern sollte man sich vielleicht mal Gedanken darüber machen, dass sein Spruch, auch wenn er mit einem Augenzwinkern gemacht wurde, trotzdem Machtstrukturen reproduziert und auf solche Sprüche zu verzichten doch auch etwas mit gelebter Gleichberechtigung und Respekt zu tun hat.Man(n) sollte sich vielleicht mal Gedanken darüber machen, dass ein Witz/Spruch, der ganz offensichtlich mit einem Augenzwinkern gemacht wurde, nichts mit gelebter Gleichberechtigung und Respekt zu tun haben muss.





