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Der Politikthread

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Klingt nach ner katastrophalen Verfehlung der Stadtplanung/Regierung, wird Zeit, dass der Staat die Wohnsituation in die Hände nimmt und nicht raffgierige Investoren und Immobilienhaie die Wohnlandschaft bestimmen lässt.

Berlin hat was das angeht völlig versagt. Da darf man auch mal gerne auf die Rot-Grüne Regierung schimpfen.
Jetzt muss sie halt gucken wie sie es wieder ausbaden kann. Fair gegenüber Investoren und der Marktwirtschaft ist das jetzt nicht, die Regeln/Pläne von Heute auf Morgen so radikal zu ändern und die Mietpreisbremse als Bremsklotz dazwischen zu werfen.

Aber Mitleid muss hier tatsächlich keiner für diesen Markt haben, dem wird es in Berlin auch mit Mietpreisbremse prächtig gehen.

Die Regierung hat versagt, jetzt soll es der Staat regeln? :ugly:

Die Regierung hat versagt, jetzt soll es die Marktwirtschaft regeln! :ugly:
Sie ist ja soviel besser... man muss nur ganz fest dran glauben.
Sie hat große Fehler gemacht, deswegen soll sie sich jetzt raushalten?



Sorry ich bin was das Thema angeht echt etwas Butthurt unterwegs.
Mag der ein oder andere nicht verstehen, oder meine Meinung bezüglich der Mietpreisbremse einfach als "Dumm" abstempeln.

Aber es tut einfach echt weh sich dass, was in Berlin abgeht, anzutun.
Von seiner eigenen Stadt (Heimat) mehr und mehr ausgestoßen zu fühlen.
Sich aufgrund eines ungezügelten Marktes den sozialen Abstieg aufdrücken zu lassen.
Mit dem Gedanken zu spielen seine Heimat, Familie und Freunde zurück zu lassen und sich verdrängen zu lassen.
Und sich dann Anhören zu dürfen, dass man doch einfach dumm sei, weil man solch Projekte wie der Mietpreisbremse gut heißt und man in Berlin einfach mal den Markt regeln lassen muss, weil das Hauptproblem lediglich die fehlenden Wohnungen seien. Man einfach nur mehr bauen muss, obwohl man in Berlin schon seit Jahren die Nachfrage nicht geregelt bekommt, ergo so oder so mit Wohnungsmangel rechnen muss. Mit oder ohne Mietpreisbremse. Am besten sollte man einige Regulierungen lockern, damit noch wilder als jetzt hochpreisig gebaut werden kann. Weil sich dass alles von alleine regeln wird sobald der Wohnraum da ist.

Das ist allerdings tatsächlich Naiv. Nicht nur zu glauben, dass teurer neuer Wohnraum in einem Viertel/Bezirk keinen Einfluss auf den Mietpreisspiegel bestehender Wohnungen nimmt und dadurch ganze Viertel/Bezirke langfristig verteuert und gentrifiziert. Sondern überhaupt zu glauben, dass Berlin in den nächsten Jahrzehnten überhaupt die Wohnungsknappheit in den Griff bekommen wird, wenn man den Markt einfach mal machen lassen würde. In Berlin fehlt langfristig einfach auch der Baugrund um diese Nachfrage zu stillen. Zu Glauben dieses "Angebot / Nachfrage" Problem sich in Berlin von ganz alleine Lösen wird und mit der Zeit sich die Angebote normalisieren werden, ist naiv. Berlin ist dafür einfach viel zu gefragt, als dass sich das in den nächsten Jahrzehnten stillen lassen würde.

Und genau dieses ungezügelte "Der Markt diktiert aufgrund von Angebot und Nachfrage die Preise von selbst" ist Teil des Problems. Da einen Riegel vor zu schieben ist genau das was Berlin gerade braucht. Denn mit der mangelnden Wohnsituation wird es in Berlin nicht besser, mit oder ohne Regulierungen.

Dann halt lieber die Preisstruktur regulieren. Notfalls halt durch eine Mietpreisbremse. Denn der Markt spielt hier wild und das wird sich auch erstmal nicht mit neuen Wohnbau von selbst regeln. Vielleicht muss Berlin einfach mal über die Regulierung des Zustroms nachdenken. "Sorry, kannst hier keine Wohnung bekommen, weil wir keine Wohnungen mehr haben".


Ganz ehrlich, wie und wo soll denn der Markt das alleine regulieren, wenn er ungezügelt nur Bauprojekte plant die den meisten Gewinn versprechen? Das es in Berlin nicht möglich ist günstiger zu bauen, will ich einfach nicht glauben. Man schaue sich einfach nur mal an wie und was in wirtschaftlich weniger attraktiven Regionen in Deutschland gebaut wird und zu welchem Preisen. In Berlin wird teuer gebaut, weil man es erlaubt, weil man der Spekulation keinen Deckel aufsetzt und nach oben hin alles Offen lässt.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Jetzt muss sie halt gucken wie sie es wieder ausbaden kann. Fair gegenüber Investoren und der Marktwirtschaft ist das jetzt nicht, die Regeln/Pläne von Heute auf Morgen so radikal zu ändern und die Mietpreisbremse als Bremsklotz dazwischen zu werfen.

Sehe das auch als extreme Maßnahme, zu spät die Notbremse gezogen, hätte man sicher schöner lösen können, wenn man nicht so lange gewartet hätte. Aber Berlin ist da nicht alleine, in London stehen ganze Straßen leer weil die Mietpreise kein Einwohner zahlen kann und die Gebäude der reinen Spekulation dienen, es ist die reinste Perversion die dort passiert, es wird Wohnraum gebraucht aber keiner kann ihn sich leisten, dank künstlicher Preistreiberei...
 
Fahrplan für Investoren. LOL. Welcher Investor soll der Stadt Berlin denn bitte noch ein Wort glauben :lol:.

Um glauben kann es ja nicht gehen, da man ja als Stadt nie irgendetwas Versprochen hat.
Und als hätten die Investoren solche Maßnahmen wie die Mietpreisbremse nicht selbst verursacht.

Wer heute zu einem Mietpreis baut um dann in 10 Jahren darauf spekuliert die Mieten um bis zu 50% zu erhöhen, spielt selber nicht ganz fair dem Senat gegenüber, der solche Projekte erst überhaupt bewilligt hat. Also der Beschiss findet häufig ganz anderswo statt.
 
Sehe das auch als extreme Maßnahme, zu spät die Notbremse gezogen, hätte man sicher schöner lösen können, wenn man nicht so lange gewartet hätte. Aber Berlin ist da nicht alleine, in London stehen ganze Straßen leer weil die Mietpreise kein Einwohner zahlen kann und die Gebäude der reinen Spekulation dienen, es ist die reinste Perversion die dort passiert, es wird Wohnraum gebraucht aber keiner kann ihn sich leisten, dank künstlicher Preistreiberei...


Absolut. Hab da aber auch 0 Mitleid oder Verständnis für den Markt beziehungsweise gegenüber Investoren/Vermieter. Für die, die Fair mit gespielt haben und nicht auf Gier und hohe Gewinne aufkosten der Mietern aus waren. Für die gibt es ja Ausnahme Regelungen, sollte eine Mieterhöhung aus Kostengründen für den Vermieter unausweichlich sein.
 
du lieber himmel... vielleich glaubst du ja lieber der zeit:

Ein Geschenk für die Besserverdiener
Die Berliner Pläne zum Mietendeckel sind wohnungspolitischer Irrsinn. Die Wohnungsnot lässt sich so nicht bekämpfen – und profitieren würden die Falschen.
Doch statt kurzfristig am Mietpreis zu doktern, müsste die Politik vor allem am Angebot ansetzen: Wenn Vermieter die Miete in schwindelerregende Höhen treiben können, liegt das vor allem daran, dass die Nachfrage das Angebot weit übertrifft. Dieser Missstand lässt sich nur auflösen, wenn mehr Wohnungen gebaut werden – sei es mit staatlichen Mitteln oder mit privaten Investoren.

Dummerweise ist Lompscher im Begriff, ebenjene Investoren zu vergraulen, die gerade das arme Berlin so dringend braucht. Vor allem in Zeiten der Wohnungsnot braucht es mehr denn je Investoren – große wie kleine, Unternehmen wie private Immobilienkäufer –, die bereit sind, ins Risiko zu gehen und ihr Kapital einzusetzen, damit mehr Wohnungen entstehen. Bislang durften sich Investoren sicher sein, dass politische Neuerungen die Zukunft, also bestenfalls Neubauten betreffen würden. Nun müssen sie fürchten, dass schon die Planungen für ihr bereits eingesetztes Geld nicht mehr aufgehen. Was für große Wohnungsbaukonzerne vielleicht gerade noch machbar ist, dürfte manch privaten Immobilienkäufer jedoch schnell an seine Grenzen bringen.
https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-08/mietendeckel-berlin-katrin-lompscher-wohnungsmarkt-immobilien

oder spon:

Warum der Berliner Mietendeckel ungerecht ist
Die Berliner Bausenatorin will die Mieten in der Hauptstadt bei knapp acht Euro pro Quadratmeter deckeln - und damit den Marktmechanismus aushebeln. Das mag gut gemeint sein, ist aber ökonomischer Irrsinn.
Eine kluge Politik sollte solche Effekte mildern - etwa indem sie öffentlich geförderten, günstigen Wohnraum schafft oder indem sie den Mietpreisanstieg gesetzlich dämpft, wie es bei der Mietpreisbremse zumindest versucht wird.

Die Nachfrage dürfte steigen, das Angebot kaum wachsen


Doch das, was Senatorin Lompscher nun in Berlin plant, hat damit nichts zu tun - und ist in vielerlei Hinsicht ungerecht:

  • Zum einen dürfen sich künftig wohlhabende Mieter in Besserverdiener-Stadtteilen wie Charlottenburg, Mitte oder Prenzlauer Berg über Mietsenkungen freuen, die sie aus sozialen Gesichtspunkten wirklich nicht nötig hätten.
  • Auf der anderen Seite müssen Kleinvermieter, die eine Wohnung für ihre Altersvorsorge gekauft haben, damit rechnen, dass ihre Einnahmen, mit denen sie bisher gerade so den Kredit abbezahlen konnten, künftig einfach ein paar Hundert Euro geringer ausfallen. Solche Einbußen kann sich leider nicht jeder leisten. Um Insolvenzen zu vermeiden, sieht der Gesetzentwurf zwar auch eine sogenannte Härtefallklausel vor. Doch ob die zur Anwendung kommt, muss das Bezirksamt entscheiden. Und wer jemals mit einem Berliner Amt zu tun hatte, weiß, dass man wahrscheinlich längst pleite ist, bevor man überhaupt einen Termin bekommen hat.
  • Selbst wer gar kein Vermieter ist, aber vor zwei oder drei Jahren eine bestehende Eigentumswohnung gekauft hat, die er selbst bewohnt, steht nun mit einem deutlich geringeren Wert da - obwohl er nun wirklich nichts für die steigenden Mieten kann.
Mit dem neu geplanten Mietendeckel lautet die Antwort: Die bisherigen Mieter dürfen bleiben - und müssen teilweise deutlich weniger zahlen als bisher. Alle neuen Interessenten - ob Studentin, Arbeiter oder Unternehmensberaterin - bleiben draußen. Mit sozialer Gerechtigkeit hat das ziemlich wenig zu tun.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/s...berlin-warum-das-ungerecht-ist-a-1283622.html

oder der faz:

Berlin bremst als erste deutsche Stadt mit einem harten Eingriff den Anstieg der Mieten. Durchdacht ist das nicht.
Damit mag Berlin als erste deutsche Stadt ein Instrument erschaffen, das kurzfristig den Anstieg der Mieten bremst. Doch durchdacht wirkt es nicht: Investoren werden verschreckt, und bei stetig steigenden Kosten etwa für Handwerker fehlt durch gedeckelte Mieten bald das Geld, um notwendige Reparaturen durchzuführen.

Mit dem Schutz des Eigentums hat das nicht mehr zu tun
Diese Folge von Mietdeckelungen war übrigens nicht nur in der DDR mit ihren zahlreichen Wohnruinen zu beobachten, sondern beispielsweise auch in Lissabon. Dort sind die Folgen – bröckelnde Wohngebäude – noch heute zu besichtigen.
https://www.faz.net/aktuell/wirtsch...r-harte-eingriff-gut-durchdacht-16352367.html

oder der sz:
Wenn statt der Lage das Baujahr über die Miete entscheidet, subventioniert das eher die Wohlhabenden. Wohnungsnot aber lässt sich nicht durch einfache Maßnahmen beheben.
Katrin Lompscher geht es darum, "den außer Kontrolle geratenen Mietwohnungsmarkt einzufangen", wie sie sagt. Und es ist ja auch wahr: Der Wohnungsmangel in Berlin und die Gier so mancher Investoren ist dabei, das soziale Gefüge der Stadt zu zerstören. Deshalb ist es wichtig, die Machtbalance zwischen Vermietern und Mietern wiederherzustellen. Nur, der Mietdeckel, wie die Bausenatorin ihn sich derzeit vorstellt, ist nicht das richtige Mittel. Er ist ein zu grobes Instrument für ein vielschichtiges Problem.
Der Wohnungsbaumarkt ist kompliziert, radikale Eingriffe mögen zwar bei vielen Mietern populär sein. Die Frage ist nur, ob sie auch helfen, das Problem wirklich zu lösen. Gerade haben die Richter in Karlsruhe die Mietpreisbremse für verfassungskonform erklärt: Sie klingt zwar nicht so gut wie der Mietpreisdeckel, aber Wohnexperten sagen, dass sie - in einer überarbeiteten Version - weitaus wirksamer sein könnte.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/miete-berlin-deckel-ungerecht-1.4576355

oder dem handelsblatt:

Das aktuelle Ansinnen des rot-rot-grünen Senats, mit einem Mietendeckel die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt abzumildern und die Quadratmeterpreise für nahezu alle Mietverhältnisse bei knapp acht Euro einfrieren zu wollen, ist ein massiver Eingriff. Schreibt das Grundgesetz nicht den Schutz des Eigentums vor? Was ist eigentlich mit der Vertragsfreiheit? Und sollte nicht lieber überbordende Bürokratie abgebaut werden, um den Bau von Wohnungen zu forcieren?


Dringende Investitionen in den Wohnungsmarkt lassen sich mit dem Deckel wohl kaum gewinnen. Noch ist das Ganze keine beschlossene Sache. Aber schon jetzt deutet sich an, dass es wohl vor allem eine juristische Schlacht werden dürfte.
https://www.handelsblatt.com/politi...sgericht/24932574.html?nlayer=Themen_11804704
 
Nein ...

Edit: Auch wenn ich das hier etwas zu übertrieben finde:

will Katrin Lompscher (Linke) in der Metropole mehr oder minder pauschal vorschreiben, dass Wohnungen künftig nicht mehr als knapp acht Euro pro Quadratmeter kosten dürfen. Ausgenommen sind Neubauten, die ab dem Jahr 2014 bezogen wurden.

Wir brauchen zwar deutlich mehr geschützten und günstigen Wohnraum, aber ALLES bei 8 Euro zu kappen finde tatsächlich auch ich zu radikal.
Von mir aus darf es gerne ein gewisser Prozentsatz auch über 8 Euro liegen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Unter dem Mietdeckel habe ich mir tatsächlich etwas anderes vorgestellt.
Zumindest ist er mir unter ganz anderen Bedingungen bekannt. Aber diese News ist natürlich das gefundene Fressen für jeden Mietpreisbremsen Gegner. Dass diese neue News zu Lompscher's Plänen aber nur eine von vielen Entwürfen zum Thema Mietpreisdeckel ist entgeht hier aber einigen.

@BitByter Deine News zum Theme nehmen lediglich Bezug zu Lompscher's Plänen und kritisieren vor allem die Idee die Mieten auch für bestehende Mietverträge bei 8 Euro zu deckeln. So ist und war die Mietpreisbremse aber nie gedacht!

Da sich gerade auch die SPD von Lompscher's Plänen distanziert:
SPD geht auf Distanz zu Lompscher-Plänen für Mietendeckel



Der eigentliche Entwurf zur Mietpreisbremse will ganz anders funktionieren und einfach bisherige Mieten bis 2025 einfrieren und Mietern erlauben unerlaubt hohe Mieterhöhungen zu Rügen (auf das alte Niveau herabzusetzen). Aber! Jeder Vermieter der eine Mieterhöhung wirtschaftlich Begründen kann, kann und darf es via Ausnahmeregelung tun, wenn der Antrag dazu genehmigt wurde.

Der Neubau soll hingegen ungehindert weiter so funktionieren wie bisher, Wohnprojekte werden im Senat eingerecht und entweder bewilligt oder abgelehnt. Das einzige was hier für den Neubau neu gilt, ist dass bei der Fertigstellung die Mieten erstmal bis 2025 bleiben sollen wie sie sind, wenn es für eine Mieterhöhung keine plausiblen Gründe gibt.

Das ist die Mietpreisbremse.
Aber schön die Debatte von Lompscher vorzuschieben, die eh zurecht von allen Seiten Kritisiert gehört.
Aber das hat mit der Mietpreisbremse im Allgemeinen nicht viel zu tun, weil das eines von vielen Entwürfen ist.
Diese hier, von Lamposcher, ist halt MIST.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
@Cycron

Du kennst mich. Ich bin einer der links-grün versifften Gutmenschen. Ich bin auch gegen die sozialen Ungerechtigkeiten in unserem Land. Ich bin sogar für mehr Regulierung. Aber: sie muss gut durchdacht sein und nicht nur ein Problem erst auf die lange Bank schieben um es danach auch noch zu verschärfen.

Du kannst das Problem jetzt auch nicht mehr rechtzeitig in den Griff bekommen, da in der Zeit bis 2025 nichtmals Bauanträge durch sind, geschweige denn der erste Stein gesetzt ist. 2025 kommt dann auf ganz Berlin ein Knall von 20% Mieterhöhung zu. Auf einen Schlag.

Ich bin ganz ehrlich zu dir. Wenn ich mir überlegt hätte, in Berlin in Wohnraum zu investieren, dann würde ich es jetzt a) anders machen (teurer Wohnraum) oder b) mein Invest abziehen und in andere Regionen oder Investments stecken.

Wohnraum schaffen können nur Menschen mit Geld und die erhoffen sich einfach Gewinn davon. Du kannst auf die Stadt hoffen, aber... ich weiss ja nicht.
 
Die Frage ist halt wie lange man grenzenlos wachsen kann, verstehe sowieso nicht wieso es die Leute alle in diese Ballungszentren treibt, klar die Job Chancen sind ganz ok aber in so nem Moloch würde ich auf keinen Fall meinen Lebensabend erleben wollen.

@UchihaSasuke @Avi was halt euch in der Stadt als alteinwohner?

Wir beide wohnen am Rand von Berlin, es ist recht ruhig und sehr grün dazu sind wir in 20 Minuten in der Innenstadt. Ich frage mich aber mit meiner Freundin regelmäßig wie die Leute so viel Geld für Miete zahlen um nur im S bahn ring zu leben wo sich die Wärme staut und es kaum grün gibt und es einfach laut und dreckig ist.
 
Wie schaffen das andere Metropolen wie zB. Tokio 5x so viele Menschen wie Berlin zu beherbergen? Wenn man sich deren Wohnqualität ansieht wird aber klar wie, da kommt der Mensch mit 15m² Wohnfläche pro Person und gemeinsamen Sanitäranlagen aus, zahlt dennoch umgerechnet 500 Euro oder mehr Miete. Hier sollte man in zukünftigen Wohnanlagen vielleicht etwas abschauen, weniger m² und mehr Wohneinheiten, dann wird das ganze auch für den Vermieter wunderbar profitabel. Mit dem Mietdeckel geht das jetzt natürlich nicht wirklich auf. Und die Akzeptanz für eine sehr kleine Wohnung hält sich gewiss auch in Grenzen.

Wer unbedingt im Zentrum leben will, muss das dann einfach in Kauf nehmen und sich ein wenig vom Wohnluxus wie er bei uns Standard ist verabschieden.
 
@Cycron

Du kennst mich. Ich bin einer der links-grün versifften Gutmenschen. Ich bin auch gegen die sozialen Ungerechtigkeiten in unserem Land. Ich bin sogar für mehr Regulierung. Aber: sie muss gut durchdacht sein und nicht nur ein Problem erst auf die lange Bank schieben um es danach auch noch zu verschärfen.

Ich bin bei dem Thema einfach mega angefressen, weil es all das verkörpert was ich an unserer kapitalistischen Gesellschaft abstoßend und ungerecht finde. Da fällt es mir tatsächlich auch schwer ruhig und bedacht Sätze ins Internet zu Prügeln.

Ich sehe einfach, dass es auch anders geht.
Dass Genossenschaften in Berlin sehr wohl für 6-8 Euro den m² Neu bauen können.
Dass das andren Orts, eben weil es sich um eine wirtschaftlich schwächere Region handelt, günstig Neu gebaut wird.

Der Großteil in Berlin sich aber tatsächlich eher hin zu 12-15 EU und drüber hinaus Pro m² entwickelt und das ist tatsächlich der ungezügelten Gier des Marktes zu zuschieben. Wenn ich sehe wie ich mittlerweile wohnen muss oder wie Freunde und Bekannte mittlerweile wohnen müssen. Sich nicht mal mehr sicher sein können, ob sie ihre Wohnung überhaupt noch in den nächsten paar Jahren halten können und dadurch von Abstiegs Ängsten geplagt werden. Kann mir der Markt und seine "Sorgen" nicht egaler sein. Der Verdient sich nämlich in Berlin gerade ne goldene Nase.


Du kannst das Problem jetzt auch nicht mehr rechtzeitig in den Griff bekommen, da in der Zeit bis 2025 nichtmals Bauanträge durch sind, geschweige denn der erste Stein gesetzt ist. 2025 kommt dann auf ganz Berlin ein Knall von 20% Mieterhöhung zu. Auf einen Schlag.

Was natürlich zu verhindern gilt, wenn die Mieterhöhung rein aus Interesse der Gewinnmaximierung geschieht und an sich eigentlich keine tatsächliche Notwendigkeit seitens des Vermieters zugrunde liegt. Daher sollte sich der Senat auch flott überlegen wie es nach 2025 weitergehen soll. Wie man die Miet explosion auch nach 2025 dämpfen und sozialverträglich für seine Bewohner handhaben will. Denn es kann ja echt nicht im Interesse aller sein, in einer so großen Stadt wie Berlin (3 x so groß wie München), Geringverdiener wie die Pflegekraft, den Sozialarbeiter, den Lehrer, Zeitungsverkäufer, Bäcker, Handwerker ins Berliner Umland zu treiben. Wo sich mittlerweile allerdings sogar schon die Besserverdiener mit Haus niederlassen. Das Lohnniveau in Berlin gibt solche Mieten einfach nicht her, dass viele mittlerweile 50%+ ihres Verdienstes für die Miete hinblättern ist einfach eine soziales Unding, das es so nicht geben sollte.

Und ein Beispiel sollte man sich auch nicht anhand anderer Metropolen wie London oder Paris nehmen. Wo in der Innenstadt die Upper-Class wohnt und lebt und der Handwerker, Bäcker, Blumenverkäufer in seiner 30-40m² Wohnung im Randbezirk, anonym und unsichtbar in einer art Ghetto in der Großbausiedlung wohnt. Solche Verhältnisse hatten wir schon zuletzt zur Industrialisierung in Berlin. Ich fand Berlin deutlich schöner als noch jede Gesellschaftsschicht in den verschiedenen Bezirken vertreten waren.

Die Städte und Sozial Politik von morgen muss ich verdammt nochmal Gedanken machen wie sie eine Stadt sozialverträglich und barrierefrei für alle gestaltet. So wie sich das aktuell entwickelt ist das doch keine Zukunft die ma haben möchte. Der wirtschaftlich Stärkere verdrängt den wirtschaftlich Schwächeren aus SEINER Stadt/Heimat.

Wir reden in unserer Gesellschaft immer wieder über die größer werdende Schere zwischen Arm und Reich. Das gerade die, die eh nicht mehr so viel haben und dank der Lohnstagnation und bei steigenden Mieten mittlerweile sogar aufs Auto verzichten nun sogar den Gürtel noch enger schnallen müssen. Sich in ein paar Jahren sogar genötigt fühlen noch weiter raus zu ziehen und dann wieder aufs Auto angewiesen sind, obwohl sie dort vermutlich in ein paar Jahren das selbe für die Miete zahlen müssen was sie aktuell für ihre Wohnung "nahe" der Innenstadt zahlen. Das ist doch einfach Krank.

Alte Rentner Ehepaare die seit 40 Jahren in ihrer Wohnung leben und plötzlich nicht mehr wissen wie sie für die Miete aufkommen können. Ausziehen müssen und aus ihrem Umfeld gerissen werden.

Ne, meiner Meinung nach darf der Senat/Staat gerne noch viel härter den Wohnungsmarkt regulieren.
Wo ich allerdings zustimme. Diese Regeln müssen KLAR und Verlässlich sein, damit auch der Vermieter weiß wo er in ein paar Jahren steht.


Ich bin ganz ehrlich zu dir. Wenn ich mir überlegt hätte, in Berlin in Wohnraum zu investieren, dann würde ich es jetzt a) anders machen (teurer Wohnraum) oder b) mein Invest abziehen und in andere Regionen oder Investments stecken.

Wohnraum schaffen können nur Menschen mit Geld und die erhoffen sich einfach Gewinn davon. Du kannst auf die Stadt hoffen, aber... ich weiss ja nicht.

Schon klar.
Ich bin allerdings der Meinung, dass wir hier noch viel mehr Regeln brauchen und das Spekulieren nach Oben stark begrenzen. Dass der Staat ganz klare Regeln vorgibt ohne Schlupflöcher und Co. Ein klares Zeichen an alle Investoren, dass mit Wohnraum nicht Spekuliert werden darf. Das man mit Wohnraum und dessen Eigentum nur humane Gewinne erwarten darf. Gerne deutschlandweit, damit die Spielregeln klar sind.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
So langsam bekomme ich einen Eindruck, wie die absoluten Faktenignorierer und Wissenschaftsverweigerer so ticken. Ich komme mir vor, wie bei einer Diskussion mit Impfgegnern oder Flatearth'lern. Absolut surreal :lol:


Jetzt fühl ich mich langsam echt etwas angepisst.

Man ist gegen die Mietpreisbremse weil sie, aufgrund dass diese Maßnahme Investoren abschrecken könnte, den auch dringend benötigten bau von neuen Wohnraum in Berlin bremsen könnte. Soweit so gut, diesem Kritikpunkt kann ich Folgen und die Befürchtungen auch teilen.

Wo ich allerdings den Kopf schütteln muss ist, wenn man meint, dass sich das Problem der zu hohen Mieten in Berlin von ganz alleine regeln wird. Weil "man müsse ja nur mehr bauen um die Nachfrage zu stillen". Da die hohen Mietpreise einfach der zu hohen Nachfrage geschuldet sind. Man aber für das tatsächliche Problem der zügellosen Gier des Marktes, die kein Ende noch Oben kennt, das ungehemmte spekulieren auf Baugrund und auf immer weiter steigende Mieten, in keinem Nebensatz eine Erwähnung findet. DAS finde ich wirklich zutiefst befremdlich und bedenklich.

Wie Abgestumpft und Systemhörig (meine ich lediglich bezogen auf den Kapitalismus) muss man denn sein, dass man die Leiden die man hier genannt hat Eiskalt weg ignoriert und immer noch behauptet, das ganze sei lediglich ein Wohnungsmangel Problem. Das ist verfickt nochmal ein verficktes kapitalistisches Problem, welches gerne mal auch über Leid und Leichen geht!

- Die allein erziehende Mutter mit zwei Kindern, die trotz Jobs sich in Berlin aufgrund der hohen Mieten und des schlechten Lohnniveaus, nur ne poplige und viel zu kleine Zweiraum Wohnung leisten kann. Sich im Wohnzimmer aufs Hochbett zum schlafen verkriecht, obwohl die Deckenhöhe von 2,40 einfach völlig ungeeignet für ein Hochbetten wäre, damit sie im viel zu kleinem Zimmer irgendwie noch Platz für andere "Wohnqualitäten" hat. Und für ihre beiden Töchter, trotz erreichen eines gewissen Alters, keine separaten Zimmer bieten kann. Auf Ihr Auto kann und will sie aufgrund ihrer Arbeit und der Kinder nicht verzichten.

- Die Sozialarbeiterin, die trotz ihres Alters von 40 Jahren noch in einer WG wohnt. Ca. 500 Euro (40% ihres Gehalts) für ein 20m² Zimmer + geteilte Wohnküche, Bad und Flur hinblättert. Für sich keine andere alternative sieht als so günstig, relativ Zentral und ohne Auto in Berlin zu wohnen.

- Die die studierende Bekannte, die lange nach einer Wohnung suchte. Für ihr Studium aktuell einfach kein zusätzlichen Stress gebrauchen kann, sich darüber gefreut hat ihre Wohnung endlich "günstig" aber schön einzurichten und fertig renoviert hat. Und sich jetzt nicht mal mehr sicher sein kann ob sie lange in dieser Wohnung bleiben kann, weil der Vermieter angekündigt hat eventuell in Zukunft ihre Wohnung in eine Privat Eigentumswohnung zu verwandeln. Sie total verunsichert ist, ob ihr das nicht auch jederzeit mit der nächsten Wohnung passieren kann.

- Die Geschichte des Renter Ehepaars die ich hier schon mal, gesehen bei einer Reportage, wiedergegeben habe. Die Ehepaar wurde aus ihrer Mietwohnung verdrängt, weil der Mieter das ganze Objekt kernsanieren ließ. Die Alten Mieter aus seiner Wohnung haben wollte und mit neuen Mietern die und höheren Mieten mehr Geld verdienen wollte. Das Ehepaar hat sich letztendlich, wie in der Reportage damals angekündigt, das leben genommen, weil sie nicht mehr wussten wo sie hin sollen.

Und die Liste des Leides und der Sorgen ist hier tatsächlich unendlich. Das betrifft so viele Menschen in Berlin. Die Leute zahlen mehr und mehr von ihrem Gehalt für die eigene Wohnung oder haben die Wahl den Weg des sozialen Abstiegs zu gehen. In immer beschissenere Orte raus zu ziehen und in immer beschissenere kleinere Wohnungen zu ziehen.

Weil sich in Berlin das Lohnniveau in den letzten Jahrzehnt zu heute kaum verändert hat, allerdings die Mieten in kürzester Zeit vielerorts um bis zu 90% zugelegt haben. Sich dieser neue hohe Mietspiegel natürlich in ganz Berlin breit gemacht hat und sich auch auf die günstigen Altbestände und alten Mietverträge ausweitet. Und jeder neue teure Neubau wird dafür sorgen, dass die Preise in Berlin weiter noch oben schießen, wenn man dem ganzen nicht endlich mal ein Riegel vorschiebt.



Richtig. Das geschieht alles, weil Berlin einen massiven Wohnungsnotstand hat. Der Zuzug nach Berlin größer ist als man überhaupt neu bauen kann. Das war aber auch schon lange vor der Ankündigung des Mietpreisdeckels teil des Berliner Problems. Das wäre aber auch ohne Mietpreisdeckels, in Zukunft, in Berlin teil des Problems. Man konnte die Nachfrage an Wohnraum schon vorher nicht mit ausreichend Angeboten decken und man hätte sie auch im nachhinein nicht decken können. Dieses Problem, welches hier als Mitverursacher für explodierende Mietpreise richtig erkannt und Festgestellt wurde. Dieses Problem wird Berlin noch Jahrzehnte haben. Allerdings wie der Markt auf diese Notlage (die auch langfristig nicht zu beheben sein wird) reagiert, sie schamlos und ungezügelt für sich auszunutzen weis. Genau dieses Verhalten kannst du regulieren. Genau hier kannst du mit verschiedenen Regulierungen eingreifen und einlenken. Zum Beispiel durch die Einführung des Mietpreisdeckels, damit erstmal für die nächsten X Jahre Stabilität und Sicherheit für Mieter gewährleistet wird. Damit Geschichten wie oben nicht zur Normalität gehören. Spannend wird allerdings wie man nach 2025 gegen diese ungebremste Mietpreis explosion gedenkt vorzugehen. M.M.n. braucht es hier tatsächlich aber eher längerfristige Regelungen / Gesetze und Verordnungen um die Bürger/Mieter vor solch einem Markt zu schützen.




Die Berliner Stadt Entwicklung hat erst kürzlich ein Konzept für Wohnraum und Flächen heraus gebracht. Da geht die Stadt davon aus bis 2030 Platz für ca. 199.000 neue Wohnungen erschaffen zu können und dabei die Flächen auf denen heute Kleingartenanlagen stehen noch bis 2030 zu verschonen. Gleichzeitig erwartet die Stadt Berlin aber einen jährlichen zuwachs von ca. 40.000 - 45.000 Personen. Sprich die Nachfrage nach Wohnraum wird in Zukunft in Berlin unverändert bleiben, selbst wenn man es schaffen sollte das Potenzial von 199.000 neuen Wohnungen in Berlin zu erschließen, wirst du das Problem wie bisher weiterhin haben (was die Situationen wie oben beschrieben ungeregelt und ungebremst nur weiter verschärfen und KEINES WEGS bremsen wird). Da ist der Mark knall hart. Weil die Nachfrage einfach deutlich höher ist als man Platz dafür hätte. Und die Gier unermesslich scheint.

Kleingärten, Dachgeschosse, Randbezirke: Es ist noch Platz für 200.000 Wohnungen in Berlin. Das geht aus dem Entwurf für den Stadtentwicklungsplan 2030 hervor. - Quelle Der Tagesspiegel

Rund 90.000 der 194.000 neu zu schaffenden Wohnungen werden als „kurzfristig“ (innerhalb von drei Jahren), 63.000 als „mittelfristig“ (sieben Jahre) und 47.000 als „langfristig“ (zwölf Jahre) realisierbar eingestuft.

Dem gegenüber steht:
Seit dem StEP Wohnen 2025 habe sich die Wachstumsdynamik „erheblich beschleunigt“. Die Stadt wachse jedes Jahr um 40.000 bis 45.000 Menschen. Erst ab Mitte des nächsten Jahrzehnts werde diese Dynamik etwas abnehmen.

Und Berlin zudem heute schon knapp 100.000 Wohnungen fehlen.

Aber ja... man muss ja nur ausreichend bauen. Das mit den Mietpreisen und Nöten regelt sich von ganz alleine.
Nicht euer Fucking ernst!


Edit: Wir sollten tatsächlich zu aller erst dieses ungezügelte System der immer weiter steigenden Mietpreise ausbremsen. Der Spekulation auf "Wohnraum" einem Ende vor schieben. Bürger/Mieter vor diese Art von Kapitalistischem Wahnsinn schützen. Weil sich das Problem der fehlenden Wohnungen in Berlin noch sehr lange als Thema halten wird. Und wie der Markt auf diese Notlage reagiert, wissen wir doch schon, das sehen wir doch schon seit knapp 10 Jahren in Berlin.

Wie der Markt überhaupt auf diese Notlage reagiert, genau das sollte man erstmal unterbinden und regulieren. Meinetwegen, angesichts der Notlage und Leiden einiger Mieter, gerne auch für ein paar Jahre durch die Einführung der Mietpreisbremse ganz stoppen.

Denn dass ist genau das, was ich von einem Staat/Senat erwarte. Seine Bürger vor einem zügellosen und ungehemmten Marktmechanismus, der für viel Leid und Chaos sorgt, zu schützen.

Denn ganz ehrlich, das bisschen Baufläche das in Berlin noch vorhanden ist, das kriegt Berlin auch noch mit dem Mietpreisdeckel bebaut. Vielleicht nicht so schnell wie ohne, vielleicht dauerts ein ganze ein ganzes Jahrzehnt länger, aber dann bauen vielleicht wenigstens die richtigen. Aber wenigstens sind die Mieten dann bis 2025 erstmal gesichert. Wie es danach weiter gehen soll, da sollte sich die Stadt aber heute lieber schon mal anfangen sich Gedanken zu machen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
@Cycron

Ich weiss jetzt garnicht, wie ich mich ausdrücken soll, ohne dass du mir an die Gurgel willst... :ugly:

Ich meine, das tut mir auch echt Leid für die Leute, die du da kennst. Aber das ist eine Realität, die anderswo in Deutschland schon echt lange so ist. Ich kenne auch ehrlich gesagt keine allein erziehende Mutter mit Niedriglohn-Job, die sich in einer popeligen Stadt wie Trier eine zentrale Bude leisten kann oder will. Stadt ist teuer! Eben auch durch den stark begrenzten Wohnraum.

Ich kenne Leute, die jeden Tag 70km zur Arbeit fahren. Am Tag 140km. Die bezahlen weniger Miete, dafür an anderer Stelle viel mehr. Alleinerziehende Mütter mit wenig Geld leben überall in Deutschland nicht so toll. Rentner-Ehepaare übrigens auch, wenn sie kein Wohneigentum haben. Und Sozialarbeiter sind auch nicht dafür bekannt, in Saus und Braus zu leben. Oder in München City. Oder im Speckgürtel von München.

Und noch was. Du kannst gerne mal versuchen, den Wohnungs- und Immobilienmarkt so zu regulieren, wie du dir das denkst. Du kannst mal versuchen, Investoren dazu zu bewegen, Milliarden und Milliarden jedes Jahr in eine Stadt zu investieren, ohne dabei nicht noch weniger als bei Gold verdienen zu können. Viel Spass dabei.

Ich versuche das mal mit ganz einfacher Mathematik.

Ich kaufe eine Wohnung für 250.000 in Berlin als Altersabsicherung (das ist dann wahrscheinlich ein Wohnklo mit nach innen öffnender Tür). Ich will, dass die Bude nach 20 Jahren abbezahlt ist, damit ich irgendwann auch mal überhaupt nur einen Euro verdienen kann. Bei einer Nullverzinsung sind das 1.041 Euro jeden Monat Kreditkosten. Plus, sagen wir mal 300 Euro Rücklagen (was bei weitem nicht ausreichen wird). Wenn ich 20 Jahre lang zu den Selbstkosten vermiete, dann müsste ich schon 1.341 Euro Miete verlangen. Geht nicht, also gehe ich auf 25 oder 30 Jahre Laufzeit. Damit gehe ICH aber ein höheres Risiko ein, schmälere meinen Gewinn und den Zeitpunkt, wann ich überhaupt Gewinne einfahren kann.

Jetzt nimm dir einen Investor, der erstmal Baugrund teuer kaufen muss, er muss das Haus errichten. Und dann plant er auf... 40 Jahre? 50? In der Zeit muss 2X saniert werden, kostet nochmals viel Geld. Da laufen im Hintergrund Kredite in Millionen- und Milliardenhöhe.

Und solchen Investoren willst du sagen "Hey, du sollst bauen. Und günstig vermieten. Und 3Eurofuffzich Gewinn im Jahr reichen echt mal aus, wir leiden hier Not"?

Ich will mir echt nicht deinen Zorn auf mich ziehen, aber das klappt nicht. Du kannst die Uhren nicht zurück drehen und wenn du den Markt so regulieren willst, dann investiert niemand mehr.

Ich muss jetzt auf die Arbeit, ich kann gerne nachher noch was schreiben (denn für eine andere Regulierung wäre ich auch!). Der Mietendeckel in der jetzigen Form wird euch aber vor ziemliche Probleme stellen, daran wird sich nix ändern.
 
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Puh, schwieriges Thema, das mit dem Mietendeckel. Zunächst möchte ich mal zum Diskussionsstil sagen, dass Cycron zwar mit seinem ersten langen Beitrag etwas über das Ziel hinausgeschossen ist (aus offensichtlich persönlichen Gründen), aber ich auch etwas negativ überrascht bin von Cales und Bitbyters teils doch etwas überheblichen Beiträgen, die auch zuvor kamen. Überrascht deshalb, weil ich es absolut nicht gewohnt bin von euch. Aber war jetzt auch nicht mega krass, nur wirklich leicht überheblich. Davon abgesehen, finde ich die Diskussion aber sehr interessant, weil wirklich viel argumentativ dargelegt wurde. Vielen Dank dafür. :)

Ich verstehe das Argument, dass v.a. Angebot das Problem beheben soll. Aber, da muss ich Cycron zustimmen, man muss auch ganz klar sagen, dass das die letzten Jahre absolut nicht funktioniert hat. Private Investoren bauen fast ausschließlich Luxuswohnungen hier. Ich lade euch gerne zu einem Rundgang ein. Manchmal bekommen sie Auflagen für Sozialwohnungen, aber der Prozentsatz ist ein Witz und dann sind die nur für zehn Jahre festgeschrieben oder sowas. Es findet eine ganz bedenkliche Verdrängung statt, mit teils absurden Auswüchsen, wofür Cycron viele gute Beispiele genannt hat. Das sind leider keine Einzelfälle mehr, ganz im Gegenteil.

Es ist doch unbestritten, dass man absolut nicht hinterher kommt mit dem Bauen, oder? Das liegt zum Teil an internen Faktoren (extrem langsame Genehmigungen), aber auch an externen (keine freien Baufirmen, fehlende Baugrundstücke). Das Kind ist eigentlich schon in den Brunnen gefallen. Jetzt lasst es uns wenigstens noch versorgen :D An einem gewissen Punkt muss man einfach akzeptieren, dass wir der Nachfrage nicht her werden und an diesem Punkt kann ich auch Cycrons Hinweis folgen, dass man dann eben die Privaten vergrault. Es stimmt doch, dass dann mehr Platz für Bauträger ist, die wenigstens etwas wert auf Solidarität legen. Es dauert halt nur noch länger. :|
Den Mietendeckel für max. 8€ finde ich auch Quatsch, aber die grundsätzliche Idee als einen von vielen Bausteinen finde ich gut. Was gibt es noch für Bausteine? Ich bin absoluter Laie (!) aber sowas in der Richtung stelle ich mich vor: Die Verwaltung muss schneller werden, die städtischen Betriebe müssen viel mehr und schneller bauen, wenn Privatinvestor dann Festlegung auf 30% Sozialwohnungen (lebenslang), wir brauchen mehr Baufirmen (gerne aus dem europ. Ausland), jede neue Wohnung muss barrierefrei sein, die Vororte müssen genutzt werden (dafür fehlt aber noch die Infrastruktur und es tut sich aktuell kaum etwas), die viele Flachbauten (u.a. Supermärkte) verschwinden für Mehrfamilienhäuser, Gartenpächter dürfen im Garten auch wohnen, etc.
Und zum letzten Punkt fällt mir ein (weil ich selbst betroffen bin), dass UchihaSasuke Post Quatsch ist: Berlin ist eine der grünsten Großstädte der Welt und das muss auch so bleiben. Wir haben jetzt schon Hitzestaus in der Innenstadt, wenn wir den Rest auch noch wegnehmen, gibt es keine Frischluftschneisen mehr und es wird noch wärmer.
Dass die Politik diese Lage selbst zu verantworten hat und immer noch viel zu wenig tut, bestreitet glaube ich niemand.

Ich selbst würde übrigens an der 8€ Bremse gewinnen, als Eigentümer. :D Liegt aber auch daran, dass ich nicht abbezahlen brauch. Meine Wohnung hab ich an entfernte Verwandte günstig vermietet (da muss man übrigens auch aufpassen, dass man nicht unter die örtliche Vergleichsmiete rutscht) und wohne selber in einer teuren Wohnung innerhalb des S-Bahn Rings.


Das Thema ist etwas komplizierter und solch Beiträge wie von @Urgs zeigen, dass man als außenstehender das Ausmaß dahinter nicht sieht. Was aber auch gar nicht verwerflich ist, früher hätte ich exakt das selbe gepostet.

Meine Schwiegereltern haben ein Wohnhaus in Berlin. Sie selbst haben eine Wohnung in besagtem Haus, genau wie wir und sogar meine Mutter. Das Haus haben sie auf ihre Tochter also meine Partnerin überschrieben. Und trotzdem zahlen wir ganz normal Miete. Eine Sache, die ich zu Beginn nicht verstanden habe.
Aber die Sache ist ganz einfach. Erstens muss das Haus eh noch abbezahlt werden. Sowas dauert. Zahlt man einfach Miete, geht das schneller. Dazu kommen unfassbar viele laufenden Kosten und Abgaben ala Steuern. Was so ein Haus für Summen verschlingt unterschätzen die meisten.
"Das Viertel ist im Wert gestiegen, bitte zahlen Sie hier und dort blablubb". Wieder 20.000 Euro verbrannt.
Oder macht mal ein Dach neu.
Wenn die Hütte also mal abbezahlt ist, dann weiß doch kein Mensch wie sich das alles über die Jahre / Jahrzehnte entwickelt, wie @BitByter schon schrieb. Manche tun so, als ob sowas dafür sorgt, dass man automatisch dick und fett abgesichert ist. Dabei ist das doch mehr als ungewiss. Es kann so viel passieren auf dem langen Weg.
Ihr Ziel ist es zB, wenn Ihre Eltern mal nicht mehr sind, das Haus zu verkaufen. Aber wer sagt denn, dass man dann direkt aufhören kann arbeiten zu gehen, seinen Lebensabend in saus und braus zu verbringen wird trotzdem eher unwahrscheinlich.
Sag niemals nie, aber eigtl buttern wir bisher nur jede Menge Zeit und Geld in das Objekt. Wir arbeiten beide Vollzeit, waren noch nie im Urlaub, sehen uns oft tagelang nur zwischen Tür und Angel, aber der kleine Vermieter von nebenan ist der böse, schon klar.

Hm, man kann doch gar nicht Miete an sich selbst zahlen!? Du zahlst deinen Kredit und eventl. Verwaltungskosten falls extern verwaltet, aber doch keine Miete. Und so eine Nachricht von wegen "das Viertel ist im Wert gestiegen..." hab ich in 7 Jahren als Eigentümer nie bekommen :skep: Ja, die Grundsteuer wird ab und zu mal angepasst, aber das war minimal. Für 65m² zahl ich etwa 35€ im Quartal.
 
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