@Trekkie2063
Toll, dass sich noch jemand einklinkt.
Ich finde aber eigentlich nicht, dass
@Cale und
@BitByter überheblich klangen. Wenn mich nicht alles täuscht, kommt Cale aus Hamburg, einer Stadt, die auch zu den teuersten Wohn-Städten in Deutschland gehört. Und wenn mich ebenfalls nicht alles täuscht, wohnt BitByter auch nicht (mehr) da, wo er eigentlich gerne gewohnt hätte. Ich bin ebenfalls aus meiner alten Heimat weg, um meine Wohnansprüche und Zukunftsgestaltung realisieren zu können.
Du hast auch konkrete Vorstellungen, was sich alles verändern müsste, damit ihr eine günstigere Stadt bekommt. Das Problem ist, einmal Kurzfassung: das ist so nicht realisierbar.
Gerade Berlin ist zwingend auf private Investitionen angewiesen, denn eigenes Bauland habt ihr kaum, Geld habt ihr auch nicht. Und an fremdes Geld kommst du nicht, wenn du Investitionen so unlukrativ wie möglich machst.
Man kann gerne ein Massnahmenpaket schnüren, was den Markt mehr reguliert. Das hätte aber zeitgleich (!) mit dem Deckel kommen müssen, damit Eigentümer/Investoren sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen können. Und kannst du dir vorstellen, was passiert, wenn die Stadt jetzt auch noch Gesetze erlässt, die es Investoren nach 2025 verbietet, entsprechende Erhöhungen zu vollziehen?
Und das ist das, was wir euch die ganze Zeit sagen wollten. Ihr habt euch jetzt genau 5 Jahre "Luft" verschafft. Die offensichtlichen Konsequenzen scheinen aber komplett ausgeblendet zu werden. Es wird in 5 Jahren genau die treffen, die jetzt schon aufgrund der hohen Mieten am schnaufen sind.
Berlin plant nun, diese Symptome mit einem Mietendeckel zu bekämpfen. Für fünf Jahre sollen alle Mieten auf dem heutigen Stand eingefroren werden, egal, wie hoch oder niedrig sie sind. Diese Maßnahme verschärft aber die bestehende Knappheit. Einerseits sind zum regulierten Mietpreis weniger Wohnungseigentümer bereit, ihre Immobilie zu vermieten. Sie weichen auf andere Verwendungszwecke aus, die nicht unter die Regulierung fallen, etwa kurzfristige Vermietungen über Airbnb. Andererseits steigt bei einem künstlich gedrückten Mietpreis die Nachfrage nach Wohnraum, da Mieter größere Wohnungen nachfragen. Im Endeffekt erhalten dadurch weniger Menschen die Chance, in dem begehrten Gebiet zu wohnen, als ohne den Mietendeckel. Schließlich steigt der Suchaufwand, wenn in Anbetracht eines Angebotspreises, der weit unter dem Marktpreis liegt, mehr Interessenten glauben, sich eine angebotene Wohnung leisten zu können.
Steigende Preise senden ein Signal zunächst an Mieter und Vermieter, dass eine lokal bestehende Knappheit von begehrtem Wohnraum nur durch ein größeres Angebot und sparsamere Verwendung gemildert werden kann; ferner an Bauherren und Politiker, dass langfristig nur vermehrte Bautätigkeit hilft. Sie sind daher ein wichtiger Mechanismus zur Überwindung der Knappheit. In einigen deutschen Städten entfaltet dieser Mechanismus derzeit seine Wirkung, und es wäre kontraproduktiv, dies zu verhindern. Von einer allgemeinen Mietenexplosion kann dennoch in Deutschland keine Rede sein.
Noch so eine Sache, die
@Cycron leider unter den Teppich kehrt. Neue,
günstige Wohnungen helfen alleine nicht. Sie verschärfen das Problem im zweiten Schritt sogar! Um
@Cale Satz zu nutzen: BWL 1. Semester, 1. Seminar, 1. Viertelstunde.
Um flächendeckend niedrigere Mieten zu erreichen, müsste die Stadt (Privatinvestoren haben auch daran kein gesteigertes Interesse) ein Überangebot erschaffen. Wenn das Angebot höher als die Nachfrage ist, sinken die Preise automatisch.
Ein sinkendes Mietniveau wird es aber auch in Berlin nicht mehr geben. Wenn die Preise fallen, wollen ja nur noch mehr Leute in die Stadt, wie oben im Artikel geschrieben.
Ich weiss garnicht, wie ich euch da "Hoffnung" machen möchte, dass ihr da was ändern werdet.
