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Der Politikthread

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@BitByter

Ich weiss ja nicht, wo das ganz grosse Problem sein soll, selbst für Kleinstbetriebe. Wir haben eine Stempeluhr auf Software-Basis, Schnittstelle zum Lohnprogramm vorhanden. Jegliche manuelle Dokumentation entfällt und einmal im Monat wird ein Kontrolllauf gemacht.

Mag sein, dass das 3eurofuffzich kostet, aber zumutbar ist das allemal.
hab ich doch schon beschrieben. unsere bundesregierung hat darüber hinaus auch ein talent dafür, aus solchen sachen bürokratiemonster zu machen.
 
Heute Morgen hat mich das Radio übrigens auch staunend hinterlassen.

2 Mia. Strafe gegen Monsanto/Bayer, zusätzlich abermals 55 Mio. Schadenersatz an ein amerikanisches Ehepaar. Weitere 13.000 Kläger in den USA, bis jetzt.

Als wäre der schwelende Glyphosat-Streit in der EU nicht schon Risiko genug gewesen, so werden die Amis Bayer jetzt auseinanderpflücken. Ich weiss noch nicht, wie Bayer da wieder rauskommen will.
 

Kurzes Follow-Up:
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wIr HaBeN dIe ZwAnGsArBeItEr ImMeR gUt BeHaNdElT uNd AuSzErDeM hAbEn WiR eS eRfOlGrEiCh AuSgEsEsSeN bIs AlLe GeStOrBeN sInD uNd DaMiT sInD wIr Ja WoHl FeIn RaUs :ulgy: hdf einfach nur

Meanwhile... ein deutscher Ministerpräsident:
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) reagiert auf die Kritik am mangelhaften Vorgehen der Behörden im Freistaat gegen rechte Umtriebe mit einem zugespitzten Vergleich. Er hält Aktionen der Künstlergruppe Zentrum für politische Schönheit (ZPS) offenbar für ähnlich problematisch wie die der extrem rechten und vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall beobachteten "Identitären Bewegung".

"Wenn das Zentrum für politische Schönheit bestimmte Aktionen macht, ist das Ausdruck der Kunstfreiheit, wenn die Identitären Kreuze auf dem Görlitzer Untermarkt aufstellen, dann ist der Aufschrei groß. Ich finde beides geschmacklos", sagte Kretschmer dem Tagesspiegel. "Hier werden Grenzen verschoben. Es radikalisiert sich zunehmend."
Kretschmer vergleicht Zentrum für politische Schönheit mit Identitären (tagesspiegel.de)

Wusste nicht, dass die AfD schon einen Ministerposten stellt.
 
Heute Morgen hat mich das Radio übrigens auch staunend hinterlassen.

2 Mia. Strafe gegen Monsanto/Bayer, zusätzlich abermals 55 Mio. Schadenersatz an ein amerikanisches Ehepaar. Weitere 13.000 Kläger in den USA, bis jetzt.

Als wäre der schwelende Glyphosat-Streit in der EU nicht schon Risiko genug gewesen, so werden die Amis Bayer jetzt auseinanderpflücken. Ich weiss noch nicht, wie Bayer da wieder rauskommen will.
Das wird ne pleite werden, am ende hat niemand irgendwas davon. Man kann mit geld nicht alles regeln, eher sollten hier menschen für dieses mittel gerade stehen müssen mit berufsverbot, natürlich gehören zusätzlich opfer behandelt und entschädigt aber das hat mit 2 milliarden ja nichts zu tun, am ende haben gerade mal eine handvoll menschen etwas davon und auch nur kurzfristig, alle anderen nicht denn diese strafen kann ja kein unternehmen stemmen.
 
hab ich doch schon beschrieben. unsere bundesregierung hat darüber hinaus auch ein talent dafür, aus solchen sachen bürokratiemonster zu machen.

Sorry, deine Argumentation gefällt mir angesichts der Situation nicht.

Auch ein "kleiner", fairer Arbeitgeber steht vor keinerlei wirklichen Hindernissen, so etwas als EDV-Lösung einzuführen. Ich sehe bei diesen Zahlen

https://www.gehalt.de/news/arbeitszeitmonitor-2018

eher eine systematische Ausnutzung/Ausbeutung vieler, vieler Arbeitnehmer in vielen Branchen. Mehr als 50% der angefallenen Überstunden werden nicht ausbezahlt oder können abgefeiert werden.

Wäre doch mal was, wenn man die Überstunden vollautomatisch an die Berufsgenossenschaft weiterleiten müsste.

Damit wir uns nicht falsch verstehen. Jeder kann und muss mal Überstunden machen. Das lässt sich nicht verhindern. Ich sehe aber hier in vielen Branchen mittlerweile ein System, mit dem man auf dem Rücken seiner Angestellten Personalkosten sparen kann.
 
Man kann mit geld nicht alles regeln, eher sollten hier menschen für dieses mittel gerade stehen müssen mit berufsverbot, natürlich gehören zusätzlich opfer behandelt und entschädigt aber das hat mit 2 milliarden ja nichts zu tun, am ende haben gerade mal eine handvoll menschen etwas davon und auch nur kurzfristig, alle anderen nicht denn diese strafen kann ja kein unternehmen stemmen.

Worauf basiert deine Meinung?

Es ist ja nicht mal klar bewiesen, dass es Krebs auslöst.


Spiegel-Online schrieb:
Krebserregend oder nicht krebserregend?
Behörden weltweit haben die Risiken von Glyphosat für die Bevölkerung bei sachgemäßer Anwendung geprüft. Zu einem Ergebnis, dass der Stoff nicht krebserregend sei, kommen unter anderem:
  • das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
  • die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa)
  • die US-amerikanische Umweltbehörde EPA
  • die kanadische Bewertungsbehörde Pest Management Regulatory Agency (PMRA)
  • die australische Bewertungsbehörde Australian Pesticides and Veterinary Medicines Authority (APVMA)
  • die japanische Food Safety Commission
  • die neuseeländische Umweltbehörde EPA
  • das Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und
  • die Europäische Chemikalienagentur (ECHA)
Die Krebsagentur IARC der WHO kam 2015 dagegen zu dem Schluss, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserregend" sei. Die Institution untersucht allerdings nur, ob ein Stoff grundsätzlich in der Lage ist, Krebs auszulösen. Sie bewertet nicht, wie groß diese Gefahr ist und ob ein konkretes Risiko für die Bevölkerung besteht. So stuft die IARC auch den Friseurberuf und den Konsum heißer Getränke als "wahrscheinlich krebserregend" ein, Sonnenstrahlen und Alkohol als "sicher krebserregend".
 
Ich habe damals schon nicht verstanden, warum Bayer unbedingt Monsanto übernehmen wollte. Unumstritten war Glyphosat auch damals schon nicht.

Aber gut, jetzt haben sie den Salat. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
 
Ich habe damals schon nicht verstanden, warum Bayer unbedingt Monsanto übernehmen wollte. Unumstritten war Glyphosat auch damals schon nicht.

Aber gut, jetzt haben sie den Salat. Mein Mitleid hält sich in Grenzen.

Wie immer halt. Geschäftszweige zusammenlegen und dadurch Geld sparen (vor allem beim Personal). Gewinn maximieren. Und natürlich weltgrösster Anbieter werden und die Konkurrenz aus dem Wettbewerb drängen.

Das macht dann vielleicht blind, was sonst so an "Gefahren" lauert. Zumal Glyphosat wirklich schon damals in der Schusslinie stand.

Ich finde es nicht gut, was da in den USA gerade passiert, mein Mitleid mit dem Bayer-Konzern hält sich aber auch in Grenzen.
 
@pil und @Zimtzicke

Natürlich tut es mir auch leid um die ganzen Mitarbeiter, die absolut nichts mit ihrem Kack-Management und deren wirklich sau dummen Entscheidungen zu tun haben und jetzt darunter am stärksten leiden werden.

Aber wie schon gesagt, auch zu der Zeit der Übernahme war das Modell Glyphosat nur durch extreme Lobbyarbeit, die die Politik gefügig macht, damit es nicht offiziell als Krebserregend gilt und dessen Zulassung immer wieder verlängert wird, überlebensfähig. Man muss kein Experte sein um zu sehen, dass so ein Geschäftsmodell einem früher oder später um die Ohren fliegt.

Die hohen Strafen der US Justiz sind natürlich allein politisch motiviert. Mir wäre es auch lieber, wenn alle Geschädigten sehr angemessene Zahlungen erhalten und nicht nach den ersten 10 Klagen nichts mehr für die anderen übrig bleibt.

Mit Sicherheit wird kein einziger Angehöriger der 346 Boeing-Toten auch nur ansatzweise so entschädigt.
 
Am ende baden es aber andere aus und nicht die manager, das ganze ist eine katastrophe.
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Habe das noch nie verstanden wenn Leute in Debatten über die Angemessenheit von Manager*innengehältern damit argumentieren dass diese ja das ganze unternehmerische Risiko tragen würden.
Das unternehmerische okay, aber ja nicht das persönliche. Wenn das Unternehmen an die Wand gefahren wird dann betrifft es eben als erstes die "kleinen" Angestellten persönlich wenn diese ihre Jobs verlieren.
 
Wie würde denn die persönliche Haftung eines Managers aussehen?

Job weg? Man nimmt ihm sein komplettes Privatvermögen? 80% davon? Nie wieder ein leitender Job?

Hätte ein Winterkorn damals anders gehandelt, wenn man ihm im Falle von mit persönlicher Haftung gedroht hätte? Gute Frage. Hätte der Konzern das gewollt, wo man doch trotz Skandal den Umsatz steigern konnte und beim Gewinn nach "Sondereffekten" auch wieder auf einem sehr guten Weg ist?

Machen die allermeisten Manager nicht einfach ihren Job im Dienste ihrer Firma?

Sollte man Managern das Risiko übertragen oder vielleicht doch einfach die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen so gestalten, dass Betrug/Gier nicht mehr rentabel sind?

Hat unsere Politik die schützende Hand über VW gelegt oder über die Millionen zu Schaden gekommenen Kunden?

edit: ich will hier garnicht die Manager schützen. Viele sind profitgeile Schweine, vor allem, wenn es in die eigene Tasche geht. Ich frage mich nur, wie Manager die Interessen ihres Konzerns umsetzen wollen, wenn sie damit im Zweifelsfall ihre eigen Existenz (plus die von Angestellten) gefährden.
 
Wenn man vorsätzlich illegal handelt und in diesem fall die gesundheit aller und die unwelt schädigt aus reiner profitgier denke ich ist die volle haftung und gefängnis das mindeste.
 
Ist das in Deutschland denn anders? In AUT sind due Vorstände durchaus mit ihrem Privatvermögen haftbar. Und das nicht nur bei vorsätzlichem und illegalem Handeln.
 
Ich weiss garnicht, wie das hier in DE gesetzlich geregelt ist.

Anscheinend ja nicht ausreichend, sonst würde @Mingo ja nicht den Post bringen.

Es gibt aber wohl die Innen- und Aussenhaftung für Manager. Gegen Winterkorn wurde ja auch Strafantrag gestellt.
 
Machen die allermeisten Manager nicht einfach ihren Job im Dienste ihrer Firma?
Ich will das mal eben aufgreifen, weil mir das schon bei deiner Replik auf das Kühnert-Interview aufgefallen ist: du zeichnest das Unternehmen/die Firma/den Konzern als eine eigene Instanz, die man seinen Angestellten und Mitarbeiter*innen quasi gegenüber stellen könnte und in dieser Logik unabhängig von ihnen existieren müsste.
Aber was ist denn eine Firma anderes außer der Gesamtheit ihrer Angestellten und Mitarbeiter*innen und deren höchstpersönlich geschaffenem Output, der letztlich das konstituiert, was man dann als Firma bezeichnen könnte?

Der Philosoph Gilert Ryle verwendet in seiner Theorie den Begriff des Kategorienfehlers, wenn Begriffe unterschiedlicher Kategorie so bewertet werden als entsprächen sie ein und derselben Kategorie.
Ein anschauliches Beispiel dafür wäre ein Zuschauer im Fußballstadion, der 22 Spieler das Spielfeld betreten sieht und dann zu seinem Nachbarn sagt "Ich sehe dass 22 Spieler auf den Rasen gegangen sind, aber wann kommen denn die beiden Mannschaften?"
Der Kategorienfehler besteht offensichtlich darin, dass Spieler und Mannschaft in der selben Kategorie verortet werden, dabei haben zusammen mit den 22 Spielern natürlich auch zwei Mannschaften das Feld betreten.
In deinen Ausführungen klingt das manchmal ähnlich: es gibt all die Menschen, die "für das Unternehmen" arbeiten, also muss es neben all den Menschen ja noch so etwas wie "das Unternehmen" geben. Nein, die Menschen sind das Unternehmen.

Das hier war deine Aussage zum "Kollektivierungs-Vorschlag" Kühnerts:
Wer glaubt denn, dass Konzerne wie BMW noch ein Interesse an ordentlichen Gewinnen hätten, wenn diese "kollektiviert" werden?
Warum sollte "der Konzern" also kein Interesse an Gewinnen haben, wenn es doch gar keinen Konzern außer eben jenem "Kollektiv" der Mitarbeiter*innen gibt (so zumindest meine Behauptung)?
 
Mit dem Konzept käme man allerdings nicht weit über einen Bauernhof und einen Tante Emma Laden hinaus. Ohne das rechtliche Konstrukt des Unternehmens und die damit verbundenen externen Investitionsmöglichkeiten hätte "das Kollektiv" gar nicht das Kapital, um auch nur irgendwas auf die Beine zu stellen.

Was die Manager angeht - die sind durchaus persönlich haftbar, wenn es um straffälliges (und vermutlich auch grob fahrlässiges) Verhalten in Position des Unternehmenslenkers geht. Das Problem ist eher, dass man gerade im Fall VW und anderen versucht hat, das nicht anzuwenden. Da musste der Aufsichtsrat erst gezwungen werden, rechtlich gegen Winterkorn vorzugehen, da sie sich gegenüber den Aktionären sonst selbst straffällig machen.
 
Ich will das mal eben aufgreifen, weil mir das schon bei deiner Replik auf das Kühnert-Interview aufgefallen ist: du zeichnest das Unternehmen/die Firma/den Konzern als eine eigene Instanz, die man seinen Angestellten und Mitarbeiter*innen quasi gegenüber stellen könnte und in dieser Logik unabhängig von ihnen existieren müsste.
Aber was ist denn eine Firma anderes außer der Gesamtheit ihrer Angestellten und Mitarbeiter*innen und deren höchstpersönlich geschaffenem Output, der letztlich das konstituiert, was man dann als Firma bezeichnen könnte?

Der Philosoph Gilert Ryle verwendet in seiner Theorie den Begriff des Kategorienfehlers, wenn Begriffe unterschiedlicher Kategorie so bewertet werden als entsprächen sie ein und derselben Kategorie.
Ein anschauliches Beispiel dafür wäre ein Zuschauer im Fußballstadion, der 22 Spieler das Spielfeld betreten sieht und dann zu seinem Nachbarn sagt "Ich sehe dass 22 Spieler auf den Rasen gegangen sind, aber wann kommen denn die beiden Mannschaften?"
Der Kategorienfehler besteht offensichtlich darin, dass Spieler und Mannschaft in der selben Kategorie verortet werden, dabei haben zusammen mit den 22 Spielern natürlich auch zwei Mannschaften das Feld betreten.
In deinen Ausführungen klingt das manchmal ähnlich: es gibt all die Menschen, die "für das Unternehmen" arbeiten, also muss es neben all den Menschen ja noch so etwas wie "das Unternehmen" geben. Nein, die Menschen sind das Unternehmen.

Das hier war deine Aussage zum "Kollektivierungs-Vorschlag" Kühnerts:

Warum sollte "der Konzern" also kein Interesse an Gewinnen haben, wenn es doch gar keinen Konzern außer eben jenem "Kollektiv" der Mitarbeiter*innen gibt (so zumindest meine Behauptung)?

Die Mitarbeiter*innen sind weit von einem Kollektiv "als Unternehmen" entfernt....sie sind derzeit nicht mehr aber auch nicht weniger als wesentliche und originäre Produktionsfaktoren und zu einem sehr großen Teil substituierbar (teilweise sogar durch Maschinen o. ä.). Daher können Sie m. E. sehr wohl neben einem Unternehmen stehen bzw. "für" das Unternehmen arbeiten. Die umgekehrte Betrachtung läßt auch für die Arbeitnehmer*innen keine andere Bedeutung zu. Einer kollektivistischen Betrachtungsweise steht doch stets der/die Arbeitnehmer*in als Individuum mit eigenen oder auch anderen Bedürfnissen gegenüber - das hat uns die Geschichte bzw. der Mensch gelehrt. Zufrieden kann man damit vielleicht nicht sein, aber die Umstände auf diesem Planeten lassen (zumindest ohne Warp-Antrieb ;)) nichts anderes zu. Vielleicht ändert sich das tatsächlich irgendwann mal, wenn wir eine Lösung für die Begrenzung der Ressourcen haben. Aber dass man sich der "Fantasie" hingibt, kann ich mehr als verstehen. Überspitzt: Solange wichtiger ist, dass die eigenen Kinder genug zu essen haben und die Nachbarskinder im Ernstfall egal sind, sind Mitarbeiter*innen m. E. auch kein Kollektiv. Das eine bedingt das andere....Die Verwirklichung der persönlichen Bedürfnisse steht einem Kollektivismus jedweder Art immer im Weg - man könnte auch ketzerisch "Kleinbürgertum" sagen :)
 
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