Gestern Zombi ohne U auf der PS4 beendet. Besser gesagt die letzten Meter über's Ziel geschoben, denn das waren echt nur noch ein paar Minuten Gameplay. Hatte beim letzten Mal an der Stelle aufgehört weil ich dachte jetzt kommt das große Finale, aber dann ist einfach mal das Spiel vorbei und die Credits laufen. Um so überrumpelter war ich dann, als es nach den Credits noch weiter ging, und die noch ernsthaft verlangten, unter Zeitdruck und Horden von Zombies den Evac zu erreichen. Dank der beschissenen Waffenauswahl-Funktion dann komplett rumgespackt und kurz vor'm Ziel gestorben...Bad Ending.
Das Spiel ist von seiner Grundidee ja eigentlich ganz geil, und hatte auch so den ein oder anderen kritischen oder gruseligen Moment. Aber dagegen treten leider permanente Defizite im Gamedesign und auch Bugs. Das Inventarmanagement ist eine einzige Katastrophe, Munition lässt sich nur stacken, wenn man sie auf den Boden legt und wieder aufhebt. Nichts lässt sich sortieren oder zurechtlegen. Außerdem kann man die ganzen Beginner-Waffen nicht ablegen, bzw. in den Storage packen, obwohl ich im Verlauf weitaus bessere Alternativen finde. Heißt es sind permanent Plätze für Waffen belegt, welche man gar nicht braucht.
Dann gibt es keine vernünftige Waffenauswahl. Man kann zwar 4 Hotkeys belegen, aber die sind absolut unintuitiv (Steuerkreuz Links, Rechts, Links-Links, oder Rechts-Rechts). Ich hab am Ende bestimmt 6 oder 7 verschiedene Schusswaffen im Inventar gehabt, durch die sich dann nur per Steuerkreuz-Unten durchschalten ließ, was einfach absurd lange dauert, plus dass in der Auswahl auch noch alle Wurfwaffen mitzirkulieren. Wieso zum Henker verschwendet man stattdessen einen extra Durchschalt-Hotkey für Melee-Waffen (Steuerkreuz Oben), wenn wirklich kein Schwein mehr als eine Nachkampfwaffe verwenden wird, nämlich die Stärkste?
So wirklich schwer ist das Spiel aber auch nicht. Ich bin zwar im gesamten Verlauf 4 oder 5 Mal gestorben, was aber kaum am Schwierigkeitsgrad lag. Einmal bin ich Depp wo runtergefallen, dann zwei Mal an diesem komischen Explosions-Zombie verreckt, weil sie dir die Dinger direkt in die Fresse platzieren und man schon instinktiv draufhauen will. Man weiß vorher auch gar nicht das die Typen explodieren. Dann gibt es später im Spiel eine Arena-Sequenz, in der man ebenfalls völlig überumpelt nicht weiß was man überhaupt machen soll, und wie lange das noch geht, und irgendwann war dann die Munition alle und keine Möglichkeit mehr sich zu wehren. Abseits davon war ich aber immer bis an die Zähne bewaffnet, voll mit Health-Items und eigentlich nie einer wirklichen Gefahr ausgesetzt. Vielleicht würde da der Survival-Mode mehr Würze reinbringen, aber den wählt wohl keiner für seinen ersten Spieldurchgang aus.
Außerdem, viele der Behälter und Schränke im Spiel sind einfach mal leer. Selbst in mühsam gefundenen Secret-Räumen und speziellen Vorratskammern ist oft nicht mehr zu finden als ein müder Waffenmod, den man eh nicht mehr braucht. Man findet zwar mehr als genug Zeug im Spiel, aber diese Massen an leeren Objekten durchzuscannen ist absurdestes Busywork. Wenn ich in einen Raum komme mit 12 Schränken und Kisten, und alle sind leer und nichts ist im Raum, nicht mal ein Zombie, dann hätte man es auch gleich lassen können. Scannen um des Scannen Willens ist halt langweilig as fuck und so typisch UbiSoft, und ich kann mir kaum vorstellen, dass es auf der WiiU nicht auch irgendwann frustrierend geworden ist, für nix und wieder nix jeden kleinsten Scheiß abzuscannen.
Leider hat das Spiel auch ein paar Glitches, welche es sogar schon in der WiiU-Version gab. Zwei Kisten mit wertvoller Munition, die sich einfach nicht öffnen lassen, Loot der unsichtbar und nicht aufzuheben ist, Anzeigefehler im Storage-Menü...da scheint relativ wenig Fehlerkorrektur betrieben worden zu sein. Generell wirkt der Port recht überhastet hingeklatscht, läuft man z.B. durch einen Sprinkler, bedeckt der Wassereffekt nicht den kompletten Screen, sondern nur einem rechteckigen Bereich in der Bildschirmmitte, als wäre das eigentlich für's WiiU-Pad gedacht gewesen.
Größter Minuspunkt am Spiel ist für mich aber ganz klar die absolut einfallslose Story. Der Prepper ist unsympathisch wie die Hölle, sabbelt dich permanent über Funk mit seinem 08/15-Schwachsinn zu, die Zwischensequenzen sind Quatsch, der Storyverlauf ist langweilig, überall nur gesichtslose Funksprüche von Leuten die man nie trifft und dann nimmt sich das Spiel auch noch so verdammt ernst dabei. Emotional gemeinte Audiologs zu denen man aber keinerlei Bindung hat, Briefe und Notizen die komplett belanglosen Schrott erzählen. Worldbuilding für die Mülltonne.
Wer Bock auf das Grundkonzept hat, Zombies, Survival, aus der Ego-Perspektive mit gemächlichem Tempo und ganz anständiger Atmo, der kann dem Spiel auf jeden Fall 'ne Chance geben. Darf allerdings auch nicht zu viel erwarten. Das ist bei weitem kein Dark Souls aus der Ego-Perspektive, oder der ultimative Hardcore-Survival-Horror-Trip. In dem Fall sollte man doch eher zum guten alten Resident Evil oder Evil Within 2 greifen.